Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Sprachliche Entwicklung zur Verantwortungslosigkeit in Gesetzen

verfasst von Rainer(R) Homepage, 22.11.2011, 09:49

» Überarbeitung des Artikels

Das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten spricht 1794 von "Abtreibung der Leibesfrucht". Das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich spricht 1871 von der "Schwangere(n), welche ihre Frucht vorsätzlich abtreibt oder im Mutterleibe tödtet".
Entwicklung des rechtlichen Begriffs
Der Begriff Abtreibung wird im § 218 des Strafgesetzbuchs weitere 82 Jahre verwendet. Erst am 1. Oktober 1953 verschwindet der Begriff aus dem Gesetzestext, welcher fortan lautet: "Eine Frau, die ihre Leibesfrucht abtötet ..." Die entscheidende Änderung wird am 25. Februar 1975 am Gesetzestext vorgenommen, worin fortan weder das Wort "Frau" noch das Wort "Leibesfrucht" vorkommt. Der Text lautet nun "Wer eine Schwangerschaft abbricht ...". In zauberhafter Weise sind die Handlung (abtreiben, töten), die handelnde Subjekt (die Frau, die Schwangere) sowie das Objekt der Handlung (die Leibesfrucht) begrifflich aus dem Gesetzestext verschwunden.


Gute Darstellung der sprachlichen Entwicklung zur Verantwortungslosigkeit.

Rainer

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