Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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religiöse Barbarei (Recht)

verfasst von DvB(R), 28.07.2012, 06:50

» - religiöse Barbarei - klingt, als wenn alle Religion Barbarei wäre. Dem
» ist nicht so. Das Christentum -und nur dieses- ist das verheißene Ende der
» Barbarei.

Was Du "religiöse Barbarei" nennst, nennt sich eigentlich Opfer.
KEINE Religion kommt ohne Opfer aus.
Auch das Christentum nicht. Ganz im Gegenteil sogar.
Christus hat zwar das Opfer gebracht, aber nur als Erstling.
Klartext aus der Bibel gefällig?
"wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert."
"Wenn einer zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, ja sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein."

Das kannst Du natürlich selbstgefällig wegdefinieren und Dir ein kuscheliges Holliwudd-piep-piep-piep-wir-ham-uns-alle-lieb-Glücksbärchi-Christentum zusammenbasteln, mit Nachfolge hat es aber ganz sicher nichts mehr zu tun.

Muß ich als Nichtchrist Dir das erst sagen? Urteile selbst!

» Recht hast Du, daß es eine Frage des Herzens ist. Vieles leidet heute an
» zu viel Abstraktion;

Letzteres stimmt natürlich. Aber wenn Du anfängst, willkürlich (oder hast Du dafür irgendeine akzeptable Begründung?) etwas als "Frage des Herzens" zu deklarieren, kannst Du Deine Ansagen künftig samt und sonders ebensogut im Stile "Ich habe gefühlt, ich fühle, ich meine, ich finde, daß [hier vollkommen beliebiges Geblubber einfügen zu wollen]!"

Es gibt gewiß Dinge, die Fragen des Herzens sind. Zum Beispiel, ob man Geradlinigkeit liebt, oder krumme Wege bevorzugt, weil die einfacher erscheinen. Wenn Dein Herz es will, kannst Du nämlich sogar diesen Satz voll unterschreiben und trotzdem für Dich den krummen als den geraden und den geraden als den krummen Weg definieren.

» Worte beschreiben Sachverhalte oft nur unzureichend.

Tchja.
Es würde mich wirklich interessieren, was für Dich ein gerader Weg ist, Nihi.
M.E. begünstigt das Christentum ja ganz massiv krumme Wege.
Fordern tut es allerdings genau das Gegenteil.

» Dazu sind überall Euphemismen im Umlauf, Beschneidung ist so einer.
» Verstümmelung klingt schon anders.

Keineswegs.
"Beschneidung" ist in aller Regel ein neutraler, überhaupt nicht konnotierter Begriff, und "Verstümmelung" ein dysphemistischer Begriff.
Jedenfalls dorten, in diesem überalloiden Umlauf. :-)
Du versuchst, Anker zu setzen, weil Dir der neutrale Begriff nicht hysterisch genug ist und Du gern Deine Anschauung verbreitet haben willst.

(Es soll übrigens Leute geben, die die Begriffsredefiniererei generell als linke Methode ansehen. Ich glaube, Du warst so einer. Und ich sehe es nicht so - denn wir kommen ja gar nicht daran vorbei, wenn wir das linke Treiben wieder gerade rücken wollen. Dummerweise gehts nur gerade drum, was hier als "gerade" angesehen werden muß.)

» Man muß sich einfach mal Videos von "Beschneidungen" ansehen. So ein
» hilfloses Würmchen, das erbärmlich schreit, und dem Schutz verweigert
» wird von den einzigen Menschen, die es kennt und von denen es welchen
» erwartet, in die es in seiner Hilflosigkeit und Abhängigkeit all sein
» Vertrauen setzt - und dann die Stirn haben, DAS zu rechtfertigen. Oder auch
» nur inkaufzunehmen. Ich kann das nicht. Ich halte das für organisiertes
» Verbrechen, nichts weniger. Ein Verbrechen an Kindern, aber auch an den
» verblendeten Eltern und an der Bindung, der damit (gezielt?) schwerer
» Schaden zugefügt wird. Danach wird es nie mehr sein wie zuvor; danach wird
» immer im Raum stehen "Du/ihr hast/habt mich schon einmal im Stich
» gelassen". Mit dieser Prozedur werden die kleinen Jungen verkauft,
» unwiderruflich. Dem Staat, der früher mit der Religion identisch war, und
» es noch heute vielerorts ist.

Kann sein. Kann aber auch sein, daß Du ein klitzekleines Bißchen - oder auch exzessiv - übertreibst. Diese ganzen schönen Adjektive und Tränendrüsendrückereien leben ja von Relationen. Denn wo alles am schlimmsten ist, hat die Vokablel gar keine Bedeutung mehr. Und es gibt doch allerhand Leid auf der Welt. Fast das ganze Leben besteht ja daraus. (Und das körperliche Leid ist dabei zumeist noch das Geringste. Diese Vergötzung/Überhöhung des Körperlichen kommt von Weibern und Linken. Warum? Weil die keine Seele haben und deswegen nur körperlich leiden können. Stümmts? Naja, stümmt wahrscheinlich nicht ganz, geht aber massiv in die Richtung.) Und wenn Du das einigermaßen realistisch einordnest, ist es wahrscheinlich eine relative Nebensächlichkeit.

Eine relative Nebensächlichkeit zumindest, was diesen Eingriff an sich betrifft. (Das damit verbundene Verbrechenskonzept der Juden dürfte jedenfalls einiges anders zusammenhängen, als Du es hier darstellst.)

» Wichtig ist hier aber auch noch einmal eine Klärung der Rechtslage.
» Keiner schreit nach dem Staat, auf daß der Beschneidung verbieten möge.
» Sie ist bereits verboten nach Grundgesetz (körperliche Unversehrtheit) und
» StGB (Körperverletzung und Schwere Körperverletzung). Ein neues Gesetz
» braucht es nur, um sie ausdrücklich zu gestatten, und nur das ist derzeit
» auch in der politischen Debatte. Das ist die Faktenlage.

Das ist NICHT die "Faktenlage", sondern pure Rabulistik.
Jedenfalls, solange Du nicht dazuschreibst, daß z.B. auch Nägelschneiden der "Faktenlage" nach lt. Grunzgeschwätz und StGB verpoten ist.

Denn gerade faktisch existiert diese "Faktenlage" nunmal nicht.
Sondern finge frühestens mit diesem Urteil gerademal damit an, irgendwie faktisch zu werden. Und wird so ungefähr dann "fakt", wenn tatsächlich mal jemand deswegen bestraft wird. Ansonsten ist Papier verdammt geduldig, und wenn wir davon anfangen, was "nach dem Recht" "fakt" sei, so ist die ganze Brunzrepublik nebst ihrer sogenannten "Gesetze" vollständig unfakt. (Außerdem ist dieser von Fakten auf Rechtslage übertragene Begriff "fakt" etwas, was Du weiter oben kritisiert hast: "Vieles leidet heute an zu viel Abstraktion".)

» Wer jetzt brüllt, wir würden nach dem Staat schreien
» und Berechtigung fordern - stimmt gar nicht, alles Lüge.

Naja, daß Du faktisch deswegen eine Petition einreichst, traue ich zumindest Dir im Moment erstmal nicht zu... :P Einige andere von denen, mit denen Du Dich da gerade ver-"wir"-t hast, scheinen da aber durchaus Anstalten zu machen, sich in die entsprechenden Startlöcher zu begeben...

Und mit der Story von der angeblichen Faktenlage habt "ihr" ja eine Realität konstruiert, die nicht existiert.

Wer brüllt, ist meistens ziemlich ungenau in seinen Aussagen und gibt Dir damit Gelegenheit, zufrieden im Irrtum zu verharren, weil der Schlumper ja keine gültige Kritik geübt hat. Ich hoffe, ich konnte helfen. :-)

» Für mich ist das wirklich eine reine Herzensfrage, bei Übereinstimmung
» mit meinem Rechtsempfinden.

Ich glaube, die Hauptfragen sind erstmal die nach dem geraden Weg und die, was Dir das Opferkonzept bedeutet.

Sodann, was Priorität hat: Bejahung von Geradlinigkeit und Opfer - oder erratische "Herzensangelegenheiten"?

Ich denke doch, ersteres. Zumal es wahrscheinlich auch daraus genügend Möglichkeiten gäbe, die Beschneidungsgegnerschaft herzuleiten. Schließlich ist das Christentum doch die Religion der "Liebe", "Lasset die Kindlein zu mir kommen..." - weiß der Geier; laß Dir halt was Intelligentes einfallen. Der Ansatz mit der eigenen Entscheidung hat ja immerhin ein gewisses Potential, weil Zwangsopfer keine sinnvolle religiöse Bedeutung haben, aber Du mußt schon eine sinnhaltige systematische Einordnung/Zusammenhang zum Elternrecht herstellen, der nicht auf (mindestens fakultativ zeitgeistinduzierte) Interpretationsbeliebigkeiten betreffs dessen, was "gut" für das Kind sei, beruht. Sonst trittst Du nunmal schlichtweg die Vormundschaft an den Staat, bzw. an irgendeine völlig beliebige öffentliche Meinung ab. (Und das wegen irgendwelcher verschissenen Judenvorhäute, die Du eh nicht retten kannst, nicht retten wirst, und von denen bereits heute feststeht und von Anfang an feststand, daß sie auf gar keinen Fall gerettet werden. - Sprich: für nichts, außer plakative Selbstgerechtigkeit, da hat Max Recht.) Das ist fakt. (Und wenn das Deine "Herzensangelegenheit" sein soll, freß ich nen Besen.)

Aber die Müllström-Argumentation kannste unter Ulk verbuchen. Ich kapier nicht, wieso Du Dich daran bedienst.

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