Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Ich brauche Eure Hilfe

verfasst von Christine(R) Homepage, 01.11.2008, 12:08

Hallo zusammen,

unten seht Ihr meinen Beitrag, den ich den in der Anrede entsprechenden Institutionen geschickt habe.
Es ist schon schlimm genug, das Gewalt gegen Männer ignoriert wird, das aber in Studien, die überwiegend von Männern finanziert wird, sogar männliche Kinder ausgeschlossen werden, übertrifft meinen Verstand.
Ich habe entgegen meiner Absicht den überwiegenden Teil der Studie gelesen und es wird mir im warsten Sinne des Wortes schlecht beim lesen.
Ich bitte Euch deshalb, schreibt ebenfalls an wen auch immer - der Focus bietet sich wegen dem Bericht über diese Studie nahezu an http://www.focus.de/gesundheit/news/missbrauch-jede-dritte-frau-erlebt-gewalt_aid_344806.html - klagt nicht nur über die fehlende Akzeptanz über Männergewalt, sondern besonders eindringlich über ignorierte, fehlende Studien zu männlichen Kindern.

Müde ob der Ohnmacht - Christine
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Sehr geehrte Damen und Herren des Bundesgesundheitsministerium info@bmg.bund.de
des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ohne Männer poststelle@bmfsfj.bund.de
des Robert-Koch-Institutes gbe@rki.de
des Statistischen Bundesamt gbe-bund@destatis.de
und der Focus-Redaktion redaktion@focus.de

Betreff Studie: Gesundheitliche Folgen von Gewalt unter besonderer Berücksichtigung von häuslicher Gewalt gegen Frauen

mit Befremden las ich die og. Studie. Befremden deshalb, weil das RKI selber schreibt, das mittlerweile umfangreiches Datenmaterial über Gewalt an Frauen zur Verfügung steht.
Geradezu als Hohn empfinde ich es dann, wenn ich in der Studie lesen muß:

[Zitat] "Die Forschungslage zu Männern als Opfer von Gewalt, insbesondere im sozialen Nahraum, ist jedoch bislang noch kaum entwickelt. Der Kenntnisstand über Ausmaß, Ursachen und Ausprägungen von Gewalt sowie über Behandlungs- und Unterstützungsbedarf männlicher Gewaltopfer ist in Deutschland entsprechend gering." [Zitat Ende]

Im Anschluß an den genannten Absatz steht dann auch noch:

[Zitat] "Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt des vorliegenden Themenheftes auf Frauen und Kindern als Betroffenengruppen." [Zitat Ende]

Wäre die Situation umgekehrt, wäre ein Sturmwind durch den Blätterwald sämtlicher Frauenverbände/-organisatoren, den Medien und durch die Politik gegangen, um diesen Mißstand zu beseitigen, was schließlich rechtens wäre.

Als nicht rechtens sehe ich allerdings, das alleine auf Grund fehlender Datenlage immerhin die Hälfte der Bevölkerung ignoriert bzw. mit ein paar Sätzen abgehandelt wird. Als nicht akzeptabel empfinde ich die Darstellung in der Studie über "Gesundheitliche Folgen von Gewalt an Frauen und Mädchen".
Für mich heißt das, selbst bei Kindern wird schon angefangen, erlittene Gewalt zu separieren. Ihre Schlussfolgerung lautet dann auch dementsprechend:

Seite 13
[Zitat] Untersuchungen verweisen zudem auf geschlechtsspezifische Auswirkungen, die für
Mädchen das Risiko erhöhen, im Erwachsenenalter selbst Opfer von Partnergewalt zu werden [3, 49]. Jungen, die väterliche Gewalt gegenüber der Mutter lange Zeit miterleben mussten, tragen ein erhöhtes Risiko, frühere Gewalterfahrungen als spätere Täter in Familie, Partnerschaft und anderen Lebensbereichen weiterzugeben [47, 50]; aber auch ein erhöhtes Risiko von Viktimisierungen im späteren Lebensverlauf ist hier möglich. [Zitat Ende]

Ich empfinde es geradezu als Hohn, das die vermutlichen Auswirkungen der väterlichen Gewalt erwähnt werden, die Auswirkungen der mütterliche Gewalt hingegen ignoriert wird.

Wie ich der Studie weiter entnehme, ist allen Beteiligten sehr wohl bekannt, das erlittene elterliche Gewalt prägend für das ganze Leben ist, was ich aus eigener, 19-jähriger erlittener Gewalt durch meine Mutter bestätigen kann.

Das Resümee dieser Studie ist fatalerweise nicht, das die Gewaltprävention im Kindesalter und bei beiden Geschlechtern zu beginnen habe, sondern die Auflistung verschiedener Projekte, nicht nur durch die Bundesregierung und der betroffenen Ministerien, sondern auch WHO und anderer int. Institutionen, die entweder bereits gefördert und/oder beschlossen werden sollen mit der Fokussierung auf erlittene Gewalt an Frauen und Mädchen.

Ein weiteres Fazit ihrer Studie ist folgender Satz:

Seite 40
[Zitat] Zu verstärken sind nach den Vorschlagen der Expertengruppe z. B. die Täterprävention, um männliche Täterschaft zu verhindern, sowie die Erhöhung der Sicherheit von Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum durch strukturelle Maßnahmen [169; vgl. auch 21]. [Zitat Ende]

Das selbst als Fazit dieser Studie männliche K I N D E R aus strukturellen Maßnahmen ausgeschlossen werden, ist eine Verhöhnung, die kaum noch zu überbieten ist.

Lediglich die Zwangspflicht des Wehrdienstes der Männer kommt an diese Verhöhnung noch heran. Da wird zum einen jungen Männer an lebenden Personen gewaltsam demonstriert, wie man einen Gegner wehrunfähig macht und zum anderen wird Jenen, die sich dem entziehen wollen, ein weiterer Zwangsdienst, nämlich der Zivildienst verordnet. Wenn sich die Zwangsverpflichteten dem entziehen wollen, wird unter einer weiteren Androhung von Gewalt, namentlich dem Gefängnisaufenthalt, weitere Gewalt angetan. Unter dieser Prämisse grenzt es nahezu schon an ein Wunder, das nicht noch mehr Gewalt von Männern ausgeht.
Die gleichen Institutionen, u.a. das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, welches den Zwangszivildienst als übergeordnete Behörde "beheimatet", klagt gleichzeitig die Gewalt an, die sie selbst ausübt.

Als Mutter eines Sohnes klage ich nicht nur die genannten Behörden und ihre Mitarbeiter an, die wissentlich und in voller Absicht die Gewalt, die an männlichen K I N D E R N und Männern ignoriert wird, fördert.
Ich klage Sie auch in eigener Person an, weil das erlittene Unrecht mir Schmerzen zufügt, was nach Definition (nicht nur) des Robert-Koch-Institutes Gewalt an einer Frau darstellt.

Christine xx

PS: Nachfolgend der Link zur Studie des Robert-Koch-Institutes

http://www.rki.de/cln_100/nn_204544/DE/Content/GBE/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/gewalt,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/gewalt.pdf

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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein

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