Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Kommunikationsstile

Kurti, Wien, Montag, 20.09.2010, 18:17 (vor 3719 Tagen)

In Gender-Texten werden wir ja immer wieder über die unterschiedlichen Kommunikationsstile von Männern und Frauen belehrt. Und wer artig in der Schule aufgepasst und immer fleißig seine Hausaufgaben gemacht hat, der weiß: Da gibt es den primitiven, unterentwickelten Steinzeit-Kommunikationsstil der (igitt!) Männer (*angewidert ausspuck*). Der zeichnet sich dadurch aus, dass er sehr lösungsorientiert ist und dass fast nur Fakten kommuniziert werden.
Kommen wir nun (*vordemutschonmaldenblicksenkeundmichbekreuzige*) zu den empathischen, sozialkompetenten Wesen, den FrauInnen (*michvorehrfurchtzubodenwerf*).
Ihr Kommunikations- und Arbeitsstil ist ja dadurch gekennzeichnet, dass man Probleme nicht so primitiv einfach löst, sondern stattdessen man darüber redet, redet, redet, …

Kennen wir ja alles, haben wir ja schon alle hundert Mal gelesen.

Und bisher dachte ich eher immer, das wäre reines Gefasel aus Frauenzeitschriften und Gender-Informationsschriften.
Heute Vormittag hatte ich jedoch den "Genuss", das mal live zu erleben. Es trug sich so zu: Ich fahre in meine derzeitige Firma. Im Gepäck Unterlagen zu einem bestimmten betrieblichen Problem, die ich in den Wochen zuvor erstellt habe.
In der Firma überspiele ich die Datei auf den Rechner einer anderen Mitarbeiterin. Sie scrollt das Ganze einmal hektisch durch und fängt an, wie ein Maschinengewehr Dinge aufzuzählen, die ich in den Unterlagen angeblich nicht richtig gestaltet hätte. Das waren jedoch lauter Irrtümer ihrerseits, die dadurch zustande kamen, weil sie kaum geschaut hatte. Ich mache sie auf die Irrtümer aufmerksam und ersuche sie höflich, sich das genauer anzusehen. Erst einmal Ruhe.
Danach muss ich mir sage und schreibe eine Stunde lang Gejammer und Genöle anhören, wie schlimm, schrecklich und aussichtslos die Situation bezüglich dieses betrieblichen Problems sei. Nach dem "Kluge Else"-Prinzip produziert sie immer neue Horrorvisionen, was bei der Sache alles schief gehen könnte. Wie sinnlos alles gewesen, was in der Angelegenheit bisher unternommen worden sei. Kurzum: Das alles einfach ein Scheiß ist. (Pardon.)
Und zum Schluss schlägt sie mir HAARGENAU die weitere Vorgangsweise vor, die ich ohnehin schon von mir aus ins Auge gefasst hatte …

Ich kann Euch sagen: Ich war kaputt und alle nach der Stunde. Ich musste erst einmal an die frische Luft gehen und mich erholen.
Wirklich. Ich war so erschöpft, als hätte ich nicht eine Stunde lang auf einem Stuhl gesessen und mir Stuss angehört ohne die Chance, selber zu Wort zu kommen, sondern als hätte ich eine Stunde lang Kohlen geschippt …

Da brauchen sich die Frauen nicht zu wundern, wenn das nichts wird mit der beruflichen Karriere. Wenn Stunden lang nur herumgelabert wird, anstatt sich einfach ins Getümmel zu stürzen, sobald ein Sachproblem auftaucht …

Gruß, Kurti


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