Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

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Ist der Begriff "Femifaschismus" angemessen?

Nihilator ⌂, Bayern, Wednesday, 24.05.2006, 22:47 (vor 5929 Tagen) @ Beelzebub

Tach, Beelzebub,


die Parallelen hast Du sauber und überzeugend herausgearbeitet.

Nur zwei Anmerkungen:

Faschismus unterscheidet sich für mich von anderen Formen des
Totalitarismus (wie etwa dem Stalinismus) dadurch, dass im Faschismus
Menschen nicht mehr nur für das verfolgt und drangsaliert werden, was sie
gesagt oder getan haben, sondern für das, was sie von Geburt an
sind, ohne es ändern zu können. So hatte im Stalinismus, so
mörderisch der auch war, immerhin jeder die Chance, sich durch äußerliche
Anpassung retten zu können. Juden im 3. Reich hatten diese Chance nicht.

Dieser Unterschied ist so nicht richtig. So war es im Stalinismus durchaus üblich, Menschen für angeborene unveränderliche Eigenschaften zu drangsalieren oder gar umzubringen. Denk an die Jagd auf die Kulaken in den frühen Jahren; die bekamen keine Chance, sich anzupassen. Denk an den Mord an der Zarenfamilie - samt Kindern. Oder nimm die Deportation ganzer Völker, die im Verdacht standen, mit dem Kriegsgegner eventuell kollaborieren zu wollen - Tschetschenen, Wolgadeutsche, Esten und andere. Verurteilt qua Geburt und Volkszugehörigkeit.
Du findest dieses Element abgeschwächt sogar noch in der DDR wieder. So war es üblich (bis wann genau, weiß ich nicht), "Arbeiterkinder" bei der Vergabe von Studienplätzen zu bevorzugen, zu quotieren. Wiederum eine angeborene unveränderliche Eigenschaft.
Mit aller Berechtigung kann man den Stalinismus daher gleichfalls als faschistoid bezeichnen.

Was glaubt Ihr, ob es wohl ein deutscher Autor oder Verleger wagen
würde, ein Buch mit dem Titel "Nur ein toter Jude ist ein guter Jude" zu
veröffentlichen? Oder würde sich eine drittklassige Schlagerkombo trauen,
ein Stück herauszubringen "Juden sind Schweine"?

Hey! Die Ärzte sind alles andere als drittklassig! Ihr Lied "Männer sind Schweine" taugt nicht als Beleg für Deine sonst richtige Aussage. Es ist ironisch gemeint und richtet sich genau gegen diese pauschale Aburteilung.

Besonders beeindruckt hat mich der Leserbrief des alten Juden. Sein Wiedererkennen alter Vorgehensweisen und Forderungen ist das beste Argument dafür, daß an den Parallelen zwischen Feminismus und Faschismus tatsächlich etwas dran ist.

Ich halte den Begriff Femifaschismus für berechtigt und für wirksam. Seine Anwendung bringt die Leute zum Nachdenken, da sie zwangsläufig über die Verknüpfung eines in der öffentlichen Meinung (immer noch) positiv besetzten Begriffes mit einem negativ besetzten gedanklich stolpern müssen, wenn sie darauf stoßen. Allein das Wort reicht aus, damit sich der unbedarfte Leser/Hörer fragt: hoppla, was soll denn das miteinander zu tun haben?


Gruß
nihi

--
CETERUM CENSEO FEMINISMUM ESSE DELENDUM.

MÖSE=BÖSE

Fast ein Jahr lang suchte sie Hilfe bei Psychiatern, dann wandte sie sich Allah zu.


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