Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Frauen im Knast - auch dort OpferInnen

Horsti, Donnerstag, 11. August 2011, 03:11 (vor 3165 Tagen)

Freiheitsentzug belastet Frauen in besonderem Maße. Inhaftierte Frauen werden stärker von ihrem sozialen Umfeld wie Familie oder Nachbarschaft ausgegrenzt als inhaftierte Männer. Sie werden häufiger von ihren Lebenspartnern verlassen und leiden stärker unter der Trennung von den Kindern. Die meisten inhaftierten Frauen haben ein geringes Selbstwertgefühl und kaum Durchhaltevermögen, wenige verfügen über eine abgeschlossene schulische und berufliche Ausbildung. Nur mühsam entwickeln sie Perspektiven für die Lebensgestaltung nach der Entlassung.
Die Anstaltsatmosphäre unterscheidet sich vom Männervollzug. Die Hafträume sind in der Regel wohnlich eingerichtet und penibel sauber, sie lassen ein starkes Bedürfnis nach Individualität und Geborgenheit erkennen. Im Frauenvollzug sind körperliche Aggressivität und Rücksichtslosigkeiten die Ausnahmen, eher herrschen Resignation und Orientierungslosigkeit vor.

Wenn Frauen schwere Straftaten begehen, sind es überwiegend Konflikttaten, Folgen einer aus der Sicht der Frauen ausweglosen Situation. Sie ereignen sich meist im familiären Nahraum und sind häufig Reaktionen auf Bedingungen, die den Frauen unerträglich erscheinen und für die sie keinen sinnvollen Ausweg finden.

Und wer ist schuld dran? Na klar, die Männer natürlich:

Straffällige Frauen hatten häufig gewalttätige Väter und Partner, die ihre Familien schlecht oder gar nicht versorgt und ihre Frauen und Töchter oftmals sexuell missbraucht oder gewalttätig behandelt haben.

Für Frauen gibt es individuelle Sonderbehandlungen und viele Goodies:

Die im Vergleich zu männlichen Gefangenen geringe Zahl weiblicher Gefangener macht es möglich, den Blick auf jede einzelne Frau zu richten, sie kennen zu lernen, ihren Lebensweg zu erfahren, ihre persönlichen Beratungs- und Betreuungsbedürfnisse herauszufinden und ihr Angebote zu machen, die helfen können, während der Haft und danach besser mit dem Leben zurechtzukommen.
Die Frauenanstalt in Vechta versucht, den Benachteiligungen von Frauen in der Haft durch großzügige Bewährung von Vollzugslockerungen und intensive Zusammenarbeit mit externen Bildungseinrichtungen zu begegnen. Die besonderen Bedürfnisse und Interessen von Frauen rücken in den Mittelpunkt und bestimmen Bildungs-, Beratungs- und Betreuungsangebote.

Zusammenfassung:
Männer sind Bösen. Frauen sind die Opfer. Für Männer gibt es knallharten Vollzug, für Frauen Hilfsprogramme und Erleichterungen. Für so manche Kindermörderin dürfte die "Haft" eher als Wellness-Trip sein.

Bilder:
http://www.jva-fuer-frauen.niedersachsen.de/image/78342
http://www.jva-fuer-frauen.niedersachsen.de/image/78291
http://www.jva-fuer-frauen.niedersachsen.de/image/78258

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