Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Nun doch: Denkmal für homosexuelle Naziopfer auch für Lesben

gast42, Dienstag, 05.06.2007, 12:17 (vor 4862 Tagen) @ Zeitgenosse

Wo soll das alles noch hinführen? - Max


Die PDS argumentiert, der Denkmalsstein auf irgeneinem Ost-Berliner
Friedhof für die Opfer des Stalinismus müsse weg. Schließlich würde ja
Hitler mitgeehrt, da er im Mai '45 ein Opfer des Stalinismus wurde.

Und jetzt nochmal ernsthaft: Was ist so witzig daran, dass die Femis
mal wieder Opferstatus fuer Frauen reklamieren, selbstverstaendlich
ohne Opfer gewesen zu sein?

Interessant uebrigens eine Stellungnahme des Lesbenrings aus der Zeit,
als die Debatte noch nicht feministisch entschieden war.
Diese kommt zwar zu dem Schluss, dass es ein eigenes Schwulendenkmal
geben sollte. Aber man achte auf die Argumentation:


: Der Bundestag hat aber ein Denkmal für verfolgte Schwule und Lesben
: in Auftrag gegeben
: ...
: Könnte es ein Denkmal geben, dass schwule und lesbische Verfolgung im
: Nationalsozialismus gleichermaßen sichtbar machen würde?
: Feministische Historikerinnen haben diese Frage schon vor Jahren verneint,
: denn viel zu unterschiedlich waren die Arten der Verfolgung. Während
: Schwule und Lesben gleichermaßen unter der vollständigen Zerschlagung
: ihrer Infrastruktur litten,

Ja, richtig. Genau so wie jede gesellschaftliche Organisation unter der
vollstaendigen Zerschlagung ihrer Infrastruktur litt.

: wurden Lesben als Asoziale, Politische oder Jüdinnen
: verfolgt

Ahso. Das heisst also, Asoziale, politische Oppositionelle und
selbstverstaendlich Juedinnen wurden verfolgt. Lesben nicht.

: oder mussten in die völlige Unsichtbarkeit fliehen.

Ahso. Im Kontext des dritten Reiches ist es natuerlich als ganz besonders
grausames Schicksal zu betrachten, keine oeffentlichen
Christopher-Street-Day-Paraden abhalten zu koennen.

(Die spaeteren tatsaechlich stattfindenden Paraden wurden mW auch nicht
von Lesben organisiert. Aber egal, nich)

: Wie könnte ein Denkmal diese Unterschiede differenziert sichtbar machen?

Korrekt, Maedels. Indem Lesben gar nicht erst thematisiert werden.

: Unserer Meinung nach sollte es das geplante Schwulendenkmal geben und es
: sollte als solches benannt werden.

Korrekt.

Leider war da der wieder mal ach so "politisch korrekte" Bundestag davor.
(Wenn es denn stimmt, dass der Auftrag so gegeben wurde).


: Eine bloße "Mit"Nennung der Lesben im
: Titel wäre eher Alibi, als dass es zu mehr Sichtbarkeit beitragen würde.
: Zur Sichtbarmachung lesbischer Verfolgung in der Zeit des
: Nationalsozialismus wünschen wir uns weniger "versteinerte"
: Formen: Lebendige Diskussionen, Forschungsarbeit und Publikationen.

Ist halt auch schwierig, "gefuehlte Verfolgung" sichtbar zu machen.

Emma argumentiert uebrigens, Lesbische Frauen seien sehr wohl verfolgt
worden, u.a. deswegen, weil sie im KZ oder Zuchthaus (wohlgemerkt: in
das sie eben NICHT wegen ihrer sexuellen Orientierung verbracht wurden)
als "lesbisch" in der Kartei gefuehrt wurden.


Was mich an der Thematik so ankotzt: Die strafrechtliche Verfolgung
ausschliesslich Schwuler Maenner (nicht lesbischer Frauen) war ja
nach dem Ende des dritten Reiches keinesfalls vorbei.

Aber natuerlich ist jetzt schon klar, dass Frauen auch davon "mindestens
genauso betroffen" waren, nich?

Das hat was von Hillary ?Women have always been the primary victims of war.?

Genau, Liebes. Frauen sind die Hauptopfer, weil nur Maenner an den
Fronten verheizt werden. Is klar.

fressen, kotzen.


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