Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Lesbe undercover in der Männerwelt - und lernt dazu, kaum zu glauben aber wahr!

MC Henrich ⌂, Donnerstag, 16.02.2012, 01:55 (vor 3146 Tagen)

Autor: Billy Heller
Übersetzung: MC Henrich
Quelle: http://news.mensactivism.org/articles/06/01/09/2149225_F.shtml

Als Frau war die New Yorkerin Norah Vincent daran gewöhnt, dass sie in der Nachbarschaft vom Village (Stadtteil von Manhattan) von männlichen Passanten angestarrt wird. Wie sie sagt, ist das die Art wie "Männer ihre Dominanz durchsetzen".

Aber sie fragte sich oft, was hinter diesen Blicken steckt. Also führte sie ein Experiment durch.

So wie John Howard Griffin, der sich für "Black Like Me" in den südlichen USA von 1959 als Schwarzer verkleidete, und Gregory Peck in dem Oscar-gekrönten "Tabu der Gerechten" einen Schriftsteller spielte, der sich als Jude ausgab, um den Antisemitismus zu erforschen, ging Vincent Undercover.

Mit Schminke, Training, Garderobe und einem Stimmtrainer wurde sie zum Mann und tauchte in eine Welt ein, die sie nur von der anderen Seite gekannt hatte.

Das Ergebnis ist ein Buch, "Self-Made Man", in dem die Journalistin Vincent erzählt, wie sie ihren Spitznamen aus der Kindheit, "Ned", benutzte, und Mitglied in einem Männer-Bowlingklub wurde; wie sie mit fast drei Dutzend Männern auf eine gefühlsduselige Tour in den Wald ging; eine Stelle bei einem Testosteron-befeuerten Verkaufsstab bekam; und mit ihren männlichen Kumpeln in Striptease-Clubs abhing.

Sie ging sogar auf einige Dates mit Frauen, obwohl Vincent ihre wahre Identität enthüllte, bevor es zu weit gegangen wäre.

Um einen überzeugenden Mann abzugeben, klebte sich die lesbische Vincent künstliche Stoppeln für einen Bartschatten auf, und bekam einen Boxerschnitt. Sie band sich die Brüste mit einem Sport-BH zurück und trug lockere Kleidung in mehreren Schichten, stemmte Gewichte und nahm viel Protein zu sich.

Sie trug sogar ein künstliches Glied in der Unterhose.

Am Ende war Vincent überrascht von ihren Entdeckungen, die viele Vorurteile widerlegten, darunter:

* Es sind Männer, die häufig zurückgewiesen werden - und Frauen, angeblich so feinfühlig für Gefühle, sind unglaublich mit sich selbst beschäftigt.

* Obwohl Männer angeblich das dominierende Geschlecht sind, sind es die Frauen, die die meisten Gespräche dominieren.

"Ich habe ihnen zugehört, wie sie buchstäblich stundenlang von den kleinsten, stumpfsinnigsten Details aus ihrem Leben erzählt haben", schreibt Vincent. "Ihnen zuzuhören war so, als würde man eine langsame Frontal-Lobotomie über sich ergehen lassen."

* Frauen sind für einen Teil der Feindlichkeit, die ihnen im Dating-Spiel entgegenschlägt, selbst verantwortlich.

"Die Frauen, die mir gegenüber feindlich waren, haben mich wütend gemacht", schreibt sie, "und deswegen wollte ich zu ihnen auch feindlich sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Männer in derselben Situation nicht genauso reagiert hätten."

* Frauen könnten von einem männlichen Handschlag einiges über Ehrlichkeit lernen.

An dem ersten Abend beim Bowling bot Jim, ihr Mannschaftskapitän, bei der Vorstellung seine Hand an. "Es war etwas so warmes, verbindendes in seinem Handschlag... es war herzlicher als jeder Handschlag, den ich jemals von einer fremden Frau bekommen hatte. Für mich scheinen Frau-Frau-Vorstellungen oft falsch und kalt, voll von lahmer Sanftheit."

Vincent war auch überrascht zu hören, dass männliche, muskulöse Männer sich über "Objektifizierung" beklagen.

Toby, von der Männer-Selbsthilfegruppe, bei der sie mitmachte, "war gebaut wie eine englische Bulldogge, mit breitem Rücken, kräftigen Schultern und schlanker Taille." Aber er stöhnte: "Immer wenn ich in einen Raum oder ein Restaurant komme, besonders bei anderen Männern, kann ich die Angst auf ihren Gesichtern sehen, als ob sie denken, dass ich sie verletzen will. Sie glauben, dass ich gewalttätig bin, nur weil ich so aussehe."

Vincent vergleicht das mit Männer, die glauben, alle Blondinen wären dumm.

Sogar für die schmutzige Stripclub-Kultur sollte die Schuld nicht allein den Männern zugeschoben werden, glaubt Vincent jetzt. Nachdem sie als Mann eine Stripperbude besucht hatte, entschied sie, dass es nicht nur ein Ort war, zu dem Männer gehen, "um Tiere zu sein. Es war auch ein Ort, an dem Frauen einen Rest von sexueller Macht ausüben können, in der denkbar ungeschminktesten Art und Weise."

Was Vincent am meisten am Mann-Sein hasste, schrieb sie, dass die Gesellschaft von Männern erwartet, nur wenige Gefühle zu zeigen.

"Als Kerl hast du eine Bandbreite von drei Emotionen. Das ist alles, soweit es die Welt da draußen angeht", schreibt sie. "Frauen bekommen Oktaven, Farbskalen von Tränen, Freude und Besorgtheit... aber Kerle kriegen wenig mehr als Angeberei und Zorn."

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