Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Manifest für den Mann - Besprechung

Robert ⌂, München, Freitag, 16.03.2012, 14:09 (vor 3150 Tagen) @ bberlin

Unter dem Titel "Der Feminismus ist nicht der Weihnachtsmann" habe ich bei
amazon eine Besprechung geschrieben von "Das entehrte Geschlecht. Ein
notwendiges Manifest für den Mann" von Ralf Bönt. Man merkt, dass ich
mich hier habe inspirieren lassen.
Also - wen es interessiert - here we go:

Yepp, hat mich sehr interessiert.

Als Vorbemerkung: ich habe das Buch gelesen, bin in einer ähnlichen Lage wie der Autor (also kein entsorgter Vater, habe guten Kontakt zu allen meinen Kindern, ein gutes Verhältnis zu den Frauen in meinem Leben u.ä.).
Hatte beim Lesen aber zunehmend ein etwas komisches Gefühl.

Ein „Manifest für den Mann“ – das müsste doch was für mich sein!
Noch dazu ein „notwendiges“. Die erste Forderung, die Ralf Bönt
aufstellt, lautet: „Wir brauchen das Recht auf ein karrierefreies
Leben.“

Diese "Recht" hat doch jeder.

Was Ralf Bönt damit meint, scheint mir aber das Gleiche zu sein, wie es Frauen machen: "du, der vom anderen Geschlecht, hast dich zu ändern, damit es mir gut geht", also in etwa: "ihr Frauen sollt mich auch für attraktiv halten, auch wenn ich nicht mehr als 'guter Versorger' o.ä. erscheine ...".
Meiner Meinung nach, kann man aber nur sich selber ändern, wenn man etwas geändert haben will. Appelle an "die anderen" funktionieren nicht.

dem Blick verloren hat. Dabei müsste das sein eigentliches Thema sein. Ein
guter Vater ist man nicht, wenn man sich gut fühlt, sondern wenn man sich
darum sorgt, dass es die Kinder gut haben.

Sehr richtig.

Es heißt da: „Frauen, die ihren Mann gar nicht zuhause haben wollen,
weil das ihr Reich ist, sind nicht akzeptabel. Frauen, die nur auf ihre
Kinder fixiert sind, die ihre ganze Liebe auf das Kind konzentrieren, sind
nicht akzeptabel. Frauen, die ihre eigene Sexualität allein für etwas
schon Ehrbares ansehen, während die ihres Mannes noch domestiziert werden
muss, für deren Erfüllung der Mann ansteht, bettelt, wartet und hungert,
mit anderen Worten: passive, ablehnende, in ihrer Weiblichkeit geizig
badende Frauen? Nein danke.“
Das klingt gut – oder? Oder auch nicht. Die Formel „nicht
akzeptabel“ kam mir gleich verdächtig vor. Die kennt man, wenn man
gelegentlich Texte von Feministen liest, die irgendeine Handlungsweise,
irgendeine Formulierung oder irgendeinen Witz „nicht akzeptabel“
finden. So reden sie. Sie maßen sich an, etwas nicht akzeptabel zu finden,
weil sie es können, weil sie die entsprechende Rechtssprechung und

Das habe ich etwas anders interpretiert. Wenn ich das Verhalten einer Frau als "nicht akzeptabel" empfinde, dann mache ich sie einmal darauf aufmerksam, und dann entsorge ich sie so schnell wie möglich aus meinem Leben. Ich glaube, wenn man diese Haltung verinnerlicht hat und schon von Anfang an hier aufmerksam ist, dann braucht man keine Rechtssprechung dafür (da man all das m.M.n. auch schon vor einer Ehe und vor gemeinsamen Kindern merkt).

Von daher fasse ich den Absatz in der Richtung auf: "Mann, lasse dir nicht auf der Nase rumtanzen, schon gar nicht für ein bisschen Sex und weibliche Nähe!". (Und das klingt für mich gut ;-) )

Wie weit er danebenliegt, offenbart dieser Satz: „Der Feminismus hat mir
das größte Geschenk gemacht, das ich in meinem Leben erhalten habe: ein
intaktes emotionales Verhältnis zu meinen Kindern.“ Da kann ich jeden
entsorgten Vater verstehen, der an dieser Stelle an die Decke geht. Man

Ich bin kein entsorgter Vater, aber dieser Satz hat mich auch empört.

Was ist das für ein armseliger Mensch, der eine Ideologie braucht, um ein intaktes emotionales Verhältnis zu den eigenen Kindern entwickeln zu können?

Für ein „Manifest für den Mann“ ist das nicht akzeptabel.

Vollkommen korrekt.

--
Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."


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