Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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PRUUUST!

vomTurm, Thursday, 09.04.2009, 18:43 (vor 4829 Tagen) @ Dampflok
bearbeitet von vomTurm, Thursday, 09.04.2009, 18:48

Herrlich das Interview:

"Es müsste mehr Lillis in Deutschland geben"

Lilli-Darstellerin Katharina Schubert im Interview

Frau Schubert, die neue Serie, in der Sie die Hauptfigur spielen, heißt "Eine für alle – Frauen können's besser" – Können's Frauen wirklich besser?

Schauen Sie sich bloß mal die Situation an: Den Karren an die Wand haben ja Männer gefahren. Frauen haben einfach die größere soziale Kompetenz – und genau das ist im Moment gefragt, es geht ja um Arbeitsplätze und zerstörte Familien. Wo Männer einen Teil der Belegschaft kündigen, kämpfen Frauen um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Wie die Nokia-Betriebsrätin, die zwischen Schweden und Bochum hin- und her jettet. Frauen sehen Arbeitskräfte nicht als Human-, sondern als lebendiges Kapital.

In der Serie spielen Sie die Hauptfigur Lilli Lemcke. Was ist das für ein Typ?

Bei Lilli gilt: Geht nicht, gibt's nicht. Sie sucht für jedes Problem eine Lösung und meint auch, für jedes Problem eine Lösung zu haben. Damit läuft sie natürlich auch mal gegen die Wand. Aber dann steht Lilli wieder auf und sucht sich die nächste Wand, gegen die sie rennen kann. Sie ist ein Aufstehmännchen(Anmerkung: ?!) und eine Kämpfernatur.

Sind Sie privat auch so kämpferisch wie Lilli?

Zumindest bin ich genauso wenig obrigkeitshörig (Anmerkung: und arbeitet daher für den Staatsfunk). Bei mir hat jemand Recht, weil er (Anmerkung: er?) Recht hat, aber nicht, weil er in einer bestimmten Position ist. Ich habe ein ziemlich starkes Gerechtigkeitsempfinden. Auch hier am Set: Die Frau, die sauber macht, ist für mich nicht weniger wert als unser Produzent.

Lilli hat für ihre Familie ihre Rennfahrerkarriere aufgegeben. (Anmerkung: Neben dem Atomphysikstudium) Wie gut können Sie Familie und Beruf vereinbaren?

Lilli ist ein Extremfall: Als Rennfahrerin bewegt man sich ja immer am Abgrund. Besonders wenn man Kinder hat, muss man sowas Riskantes nicht machen. Bei mir sieht das anders aus. Die letzten drei Wochen war ich zwar auch nicht zu Hause, weil wir an den Wochenenden gedreht haben. Aber ich habe das Glück, dass ich einen ganz tollen Mann und Sohn habe, die das alles mitmachen. Wobei es nicht so einfach ist für sie.

Was reizt Sie an einem Daily-Format?

Hauptsächlich finde ich den aktuellen Bezug und die Rolle der Lilli spannend. Dass "Eine für alle" ein tägliches Format ist, war dabei nicht entscheidend. Ich wusste, dass es ein Kraftakt wird – bei 16 Szenen hintereinander ist ein differenziertes Arbeiten kaum möglich. Aber ich sehe es als Herausforderung.

Bleibt zwischen den Drehs noch Zeit zum Entspannen?

Leicht gesagt. Am besten kann ich mich zu Hause entspannen, in Ruhe und bei meiner Familie. Wir gehen dann zusammen spazieren, kochen, trinken Kaffee. Ab und zu gönne ich mir auch mal eine Massage.

"Eine für alle" ist auf 200 Folgen angelegt – was erwarten Sie sich von der Serie?

Für Lilli wünsche ich mir, dass sie die Wetzmann-Werke am Leben halten kann – wir werden sehen. Und was die Serie betrifft, so hoffe ich, dass sie erfolgreich sein wird und den Menschen Hoffnung gibt. Wir stecken ja alle gerade in dieser schwierigen Situation. Da täten ein paar mehr Lillis Deutschland schon gut.

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