Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Brutale Frauenunterdrückung im Iran (Politik)

Kurti, Wien, Montag, 14.05.2012, 18:47 (vor 3083 Tagen)

Okay, die Quelle ist der Kopp-Verlag, dessen Seriosität teilweise umstritten ist. Ich stelle es trotzdem mal hier rein:

Nur knapp über dem Vieh angesiedelt?

Glaubt man dieser und anderen Organisationen und Medien, scheint die Frau im Iran nur knapp über dem Vieh angesiedelt zu sein – was einen freilich bereits misstrauisch stimmen müsste. Denn welche (Männer-) Gesellschaft könnte ernsthaft gegen die Frau existieren? Aber egal: Wir sind hier, um uns selbst ein Bild zu machen. Und das, was wir am 23. April 2012 in Teheran erleben, will zum Bild der unterdrückten Frau im Iran so gar nicht passen. Wir sind zu Gast im >Zentrum für Frauen- und Familienfragen des Präsidenten«, wo wir die Frauenbeauftragte von Mahmud Ahmadinedschad treffen. Wobei die meisten von uns bisher nicht einmal wussten, dass der iranische Präsident überhaupt eine Frauenbeauftragte hat. Aber vor uns sitzt im schwarzen Tschador die Frauenbeauftragte von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, Marjam Laridschani, und hält einen Vortrag. Hinter ihr hat eine junge Mitarbeiterin Platz genommen und übersetzt. Neben Laridschani sitzt Sousan Safaverdi, eine bekannte iranische Intellektuelle, die perfekt deutsch spricht und gelegentlich bei der Übersetzung hilft.

Wie in einem Frauenladen in Kreuzberg

Bei dem, was die Frauenbeauftragte Laridschani zum Besten gibt, kann es einem als Mann ganz schwindlig werden. Offenbar haben Laridschani und andere Frauenrechtlerinnen bereits gute Arbeit geleistet. Etwa eine Stunde lang fliegen uns jede Menge Zahlen und Initiativen um die Ohren, so dass man glauben könnte, sich in einem Frauenladen in Berlin-Kreuzberg zu befinden. Die hauseigenen Broschüren über Frauenfragen gibt es auf Englisch, so dass man am internationalen Frauen-Diskurs teilnehmen kann. Laridschani redet im besten UNO- und Gender-Mainstreaming-Jargon. Das Zentrum für Frauen- und Familienfragen hat demnach offenbar längst die >General Global View« in Frauenfragen übernommen, das heißt also jene Einstellung, der zufolge die Frau qua ihres Geschlechts per se qualifiziert, hilfreich und gut ist, egal um welchen Job es sich handelt. Auch im Iran sind Frauen nicht nur laut Verfassung gleichberechtigt, sondern werden vermehrt in gesellschaftliche und politische Positionen gelockt. 30 Prozent der Frauen sind erwerbstätig, ein Viertel des akademischen Personals ist bereits weiblich. Mit dem >Gender Empowerment Measure« ist man im Frauenzentrum ebenso vertraut wie mit dem >Entwicklungsreport« der Vereinten Nationen. Glaubt man Laridschani, steigt die gesellschaftliche und politische Beteiligung von Frauen im Iran überall steil an. Die Zahl der weiblichen Parlamentskandidaten habe sich seit den Anfängen des islamischen Staats bis heute von drei auf fast zehn Prozent erhöht, die der weiblichen Parlamentsabgeordneten auf derzeit etwa acht Prozent. Was von einer Parität zwar noch weit entfernt ist – der Trend ist aber unverkennbar. Die Zahl der Frauen in den ländlichen und städtischen Islamischen Räten (also Kommunalparlamenten) sei zwischen 1997 und 2003 um 80 Prozent gestiegen.
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/gerhard-wisnewski/iran-frauenunterdrueckung-fehlanzeige.html

Gruß, Kurti

Der Westen unterwandert den Osten - nicht umgekehrt.

MannPassAuf, Montag, 14.05.2012, 22:26 (vor 3083 Tagen) @ Kurti

Mit dem >Gender Empowerment Measure« ist man im Frauenzentrum ebenso
vertraut wie mit dem Entwicklungsreport« der Vereinten Nationen. Glaubt man
Laridschani, steigt die gesellschaftliche und politische Beteiligung von
Frauen im Iran überall steil an.

Kritische Stimmen behaupten, daß östliche Fremdvölker unser Europa auf demografischem Wege unterwerfen würden.

Das gilt aber nur physisch. Da sind sie die Stärkeren.

Kulturell aber sind "wir" die Stärkeren. Der Feminismus, der die Hierarchien vernichtende oder kopfstellende Egalitarismus, breitet sich vom Westen her weltweit aus.

Der Egalitarismus ist ein Programm der Selbstvernichtung, ist praktischer Nihilismus. Er wirkt in zwei Schritten:

1. Leugnung der Rassen wenn es um Weiße geht; Affirmation der Rasse, wenn es um Fremde geht. Notfalls wird die Rassenzugehörigkeit sogar umgeschrieben. Schlagende Beispiele brachte dieses Blog: Neuzuordnung der Rassen.

2. Sind die Fremdrassen dann im eigenen Land (wer sich dagegen wehrt, wird als Rassist verfolgt), dann ist jeder Widerstand gegen den Feminismus weg, denn diese Fremdrassen haben zwar noch die körperliche, aber keine geistige Widerstandskraft. Sie sind autoritätsgläubig und erwartungs-orientiert erzogen; sie nehmen viel schneller als wir alles auf, was die politisch gleichgeschalteten Medien ihnen aufschwatzen.

Darum sehe ich in den Muslimen keine Feinde. Ich bemitleide sie, denn sie werden hier "vor Ort" noch schneller umgekrempelt als in ihren eigenen Ländern, wo sie unsere geistige "Entwicklungshilfe" nur aus Entfernung erreicht. Aber auch die ist ja schon erfolgreich, wie aus obigem Artikel hervorgeht.

Der Westen unterwandert den Osten - nicht umgekehrt.

rexxer, Dienstag, 15.05.2012, 11:31 (vor 3083 Tagen) @ MannPassAuf

Darum sehe ich in den Muslimen keine Feinde. Ich bemitleide sie, denn sie
werden hier "vor Ort" noch schneller umgekrempelt als in ihren eigenen
Ländern, wo sie unsere geistige "Entwicklungshilfe" nur aus Entfernung
erreicht. Aber auch die ist ja schon erfolgreich, wie aus obigem Artikel
hervorgeht.

Genau das ist es, was passiert. Feminismus ist nicht Teil der kollektiven Selbstverleugnung, sondern dessen Endstadium. Weltweit. Mann und Frau.

rexxer

Brutale Frauenunterdrückung im Iran

dentix07, Dienstag, 15.05.2012, 02:17 (vor 3083 Tagen) @ Kurti

Das war doch diese Truppe:
Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann (Stichworte: Alte Feuerwache Köln und Kölner "Klagemauer" des Walter Herrmann)), Fatimá Özugaz, Yavuz Özoguz (Betreiber des „Muslim-Marktes“ und Vertreter der in Delmenhorst ansässigen Organisation „Islamischer Weg“), Jürgen Elsässer, Gerhard Wisnewski (Verschwörungstheoretiker), Ralf Flierl (Finanzexperte!?), Elias Davidsson!

Zu "Laridschani" liefert Google rd. 71 000 Ergebnisse. Habe zwar nicht alle durchgesehen, aber erst auf Seite 12 wird einmalig eine Frauenbeauftragte Laridschani erwähnt; ist allerdings genau der Artikel vom Kopp Verlag!
Marjam oder Maryam Laridschani liefert keine eigenen Suchergebnisse!
Soweit her kann es also mit der Arbeit/Bedeutung dieser "Frauenbeauftragten" nicht sein!

Aus der Präambel der iranischen Verfassung [Enzyklopädie des Islam; eslam.de]; Absatz "Die Frau in der Verfassung":
... wird die Frau vom Zustand eines Gebrauchsobjektes bzw. eines Werkzeuges im Dienste des Anreizes zu übermäßigem Konsum und von der Ausbeutung befreit; während sie die bedeutende und wertvolle Aufgabe der Mutterschaft (!) zur Erziehung von Menschen mit fester Weltanschauung zurückgewinnt, ist sie zunächst die Mitkämpferin (!) der Männer im aktiven Leben. Als Folge der Übernahme einer größeren (!) Verantwortung wird ihr aus der Sicht des Islam eine größere (!) Wertschätzung und höhere (!) Würde zuteil.
Größer, höher im Vergleich zu was/wem?

Allgemeine Grundsätze

Artikel 4

Alle zivilen (!)[also auch die familienrechtlichen], strafrechtlichen (!) [auch Sexualstrafrecht!], finanziellen, ökonomischen, administrativen, kulturellen, militärischen und politischen sowie alle übrigen Gesetze und Vorschriften müssen in Einklang mit den islamischen Maßstäben stehen [= Scharia]. Dieser Artikel bestimmt den Inhalt und den Umfang aller Grundsätze der Verfassung und anderer Gesetze und Vorschriften; hierüber wachen die Rechtsgelehrte des Wächterrates

Artikel 10

Die Familie stellt die grundlegende Einheit der islamischen Gesellschaft dar. Deshalb müssen alle Gesetze, Verordnungen und entsprechende Programme zur Erleichterung der Familiengründung, zum Schutze ihrer Heiligkeit und zur Festigung der familiären Beziehungen auf der Grundlage des islamischen Rechts und der islamischen Ethik beruhen. [wieder = Scharia]

Artikel 13

Iranische Bürger des zaroastrischen, jüdischen und christlichen Glaubens sind als offizielle religiöse Minderheiten anerkannt,.....

Artikel 14

Die Regierung der Islamischen Republik Iran und die Muslime sind gemäß der Anweisung des erhabenen Verses

"Allah verbietet euch nicht, denen, die nicht gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch nicht aus euren Wohnstätten vertrieben haben, Pietät zu zeigen und Gerechtigkeit angedeihen zu lassen. Allah liebt ja die, die gerecht handeln." (Heiliger Qur'an 60:8)

verpflichtet, gegenüber Nichtmuslimen nach bester Sitte, mit Anstand und unter Wahrung islamischer Gerechtigkeit zu handeln und ihre Menschenrechte zu achten.[Was in diesem Zusammenhang unter "Menschenrechten" zu verstehen ist, verdeutlicht die "Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam"] Dieser Artikel gilt nicht gegenüber denen, die sich gegen den Islam und die Islamische Republik Iran verschwören und engagieren. [Heißt das nicht, das für diese die Menschenrechte - nicht mal die "Kairoer" - nicht gelten? Und wie leicht eine andere Meinung (auch geschlechtspolitische!) zur Verschwörung gegen den Staat und die herrschende Ideologie erklärt werden kann zeigt die europäische (und US-amerikanische [McCarthy!])Geschichte]

Aus dem Kopp Artikel von Gerhard Wisnewski: "Die Zahl der Frauen in den ländlichen und städtischen Islamischen Räten (also Kommunalparlamenten) sei zwischen 1997 und 2003 um 80 Prozent gestiegen."

Leider verrät uns Herr Wisnewski nicht auf welchen absoluten Zahlen seine Prozentangaben beruhen, denn wenn vorher [nur als Beispiel!] (durchschnittlich) 5 Frauen in diesen Parlamenten saßen, und nun sind es 9,
ist das zwar eine Steigerung um 80%, aber da einem obendrein die Gesamtmitgliedszahlen fehlen, sagt das garnichts! Hört sich toll an, ist jedoch wertlos, diese Aussage!

Auch frage ich mich warum Herr Wisneweski zwar ständig Fotos von Frauen im Tschador IN Gebäuden zeigt, jedoch keine vom Alltagsleben außerhalb, wo doch von einer Unterdrückung nichts zu spüren sei!

--
Kurt Schumacher: "Kommunisten sind nur rotlackierte Faschisten!"
Ich erweitere: Ob rot, grün (oder grün), lila oder braun angepinselt, unter der Farbe tobt der alte böse Geist!

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