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Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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Professorinnenprogramm: Entprofessionalisierung der Wissenschaft (Allgemein)

Maesi @, Dienstag, 04.12.2012, 00:05 (vor 2389 Tagen) @ Michael

Hallo Michael

Das sexistische Frauenfoerderprogramm fuer die 200 Professorenstellen wurde hier im Forum schon vor Jahren thematisiert; die alten Hasen werden sich erinnern.

Eckhard Kuhla hat in einem Beitrag im European auf das Professorinnenprogramm des BMBF aufmerksam gemacht und sich gefragt, warum Männer an Universitäten dabei behilflich sind, Männer von Universitäten fern zu halten.

Einen Aspekt hat Herr Kuhla leider vergessen: Opportunismus. Fuer die jetzigen Stelleninhaber in den Hochschulen spielt es keine Rolle, ob Frauen politisch bevorzugt nachruecken. Sie selbst sitzen schon fest im Sattel und sind von der Frauenbevorzugung in den juengeren nachrueckenden Jahrgaenge nicht betroffen. Es ist jedoch leichter mit den Fischen im politischen Strom zu schwimmen anstatt sich gegen den Strom zu stemmen; letzteres ist obendrein mit einem erheblichen Risiko behaftet, denn wer mit seiner Meinung nicht konform ist zum herrschenden System, kann politisch und medial in die Pfanne gehauen werden - einen solchen politmedial inszenierten Psychoterror will sich der akademische Opportunist begreiflicherweise ersparen. Herr Kuhlas Hypothese der Liebesdienerei gegenueber Frauen halte ich dagegen fuer einen eher schwachen Faktor.

Kurz und schlecht: Die Frauenbevorzugung ist heute politisches Programm, und wer sich als Staatsangestellter gegen dieses politische Programm stellt, der kann ziemlich schnell Probleme bekommen mit den Machthabern.

Ich habe das Professorinnenprogramm etwas genauer untersucht (und dargestellt) und mich gefragt, wie es kommen konnte, dass ein eklatanter Bruch mit dem Grundgesetz unter Akademikern an Universitäten eine Normalität darzustellen scheint.

http://sciencefiles.org/2012/12/03/gleichberechtigung-durch-bevorzugung-das-professorinnenprogramm-ist-ein-eklatanter-bruch-mit-dem-grundgesetz/

Vielleicht weil die Geistes- und Sozialwissenschaften inzwischen von Ideologen infiltriert wurden, die zudem lautstark in der Oeffentlichkeit auftreten. Man erinnere sich nur mal an Prof. Barbara Kavemann und ihre sexistisch einseitigen 'Forschungen' zu Gewalt in ehelichen und nichtehelichen Partnerschaften. Sie erforschte nur Gewaltkonstellationen (Mann = Taeter, Frau = Opfer) gemaess einem bestimmten ideologisch vorgegebenen Raster. Systemische Gewaltforschung war schlichtweg ein Fremdwort fuer sie. So liefert ihre Forschung logischerweise ein voellig verzerrtes Bild ueber die Gewaltrealitaet in Partnerschaften. Das aber ist politisch so gewollt, denn Prof. Kavemann erhielt immer wieder Forschungsauftraege von staatlichen Stellen.

Ich bin froh, dass Frau Dr. Diefenbach und Du, Michael, die Sisyphusarbeit auf Euch nehmt, diese Scharlatane zu entlarven; das ist Euch hoch anzurechnen. Wissenschaft ist viel zu wichtig, um sie einfach den Ideologen zu ueberlassen. Die Unabhaengigkeit der Wissenschaft von der Politik ist dort zu verteidigen, wo sie noch besteht, und dort wiederherzustellen, wo sie bereits verlorengegangen ist.

Trotzdem erscheint es mir naiv, wenn Du mit dem Grundgesetz wedelst, um den Sexismus des Frauenfoerderprogramms anzuprangern. Seit Aenderung des Artikels 3 GG ist juristisch jegliche Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern erlaubt; der 'Staat foerdert die tatsaechliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Maennern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin'. Mit dieser Ergaenzung wurde der erste Satz in Ziffer 2 Art 3 GG ('Maenner und Frauen sind gleichberechtigt') ins Gegenteil verkehrt, denn was 'tatsaechliche Durchsetzung von Gleichberechtigung' sein soll, weiss keine Sau, womit die nackte obrigkeitliche Willkuer herrscht; und 'die Beseitigung bestehender Nachteile', auf die der Staat hinwirken soll, ist nichts anderes als eine Ermaechtigungsklausel fuer die Staatsbuettel, denn jede Entscheidung, die ein x-beliebiges Individuum trifft, ist stets mit Vor- und Nachteilen behaftet, sodass die Obrigkeit immer ein Interventionsrecht fuer sich reklamieren kann. Ein Meisterstueck juristischer Rabulistik. Der Geist des Grundgesetzes wurde schon laengst verraten - nicht bloss, wenn es um Gleichberechtigung der Geschlechter geht.

Was ist der Sinn einer Verfassung bzw. eines Grundgesetzes, welches in Deutschland temporaer die Funktion einer Verfassung einnimmt? Diese Frage werden heute nur noch die wenigsten Leute beantworten koennen. Die Aufgabe der Verfassung seit ihrer Erfindung im klassischen Liberalismus ist eine Abwehr staatlicher Willkuerherrschaft. Sie soll den Gewaltmonopolisten 'Staat' in seinem Tun strikt einschraenken, indem sie die Kompetenzen zwischen Buerger und Staat bzw. zwischen diversen staatlichen Institutionen untereinander klar regelt. Mit dem obenerwaehnten Interventionsrecht des Staates in geschlechterpolitischen Angelegenheiten wurde diesem eine Blankovollmacht zum willkuerlichen Handeln erteilt - ein Ermaechtigungsgesetz sozusagen. Also gerade das Gegenteil davon, wozu eine Verfassung eigentlich dient.


Gruss

Maesi

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