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Nivellierung der Familie (Manipulation)

Mus Lim ⌂ @, Sonntag, 08.12.2013, 07:59 (vor 1963 Tagen)

Nivellierung der Familie

Der bürgerlichen und oft jungen Masse der empörten Franzosen geht nicht darum, gegen Homosexuelle als solche Front zu machen. Eher darum, etwas zu verteidigen, woran ihr Herz hängt und wofür sie bereit sind zu kämpfen - die Familie als Norm und Mitte des Lebens. Die Idee von Vater, Mutter, Kind.

Ihnen graut davor, dass ein Kind etwas ist, dessen Zutaten mit der Post kommen und das dann gebastelt wird. Dass Geschwister die dutzendfache Windsaat eines anonymen Samenspenders sind. Es geht um die Gewissheit einer Generationenfolge, ohne die der Mensch nicht Mensch ist, ohne die es weder die Bibel noch den Roman gäbe (und den französischen Film auch nicht, den lustvoll Familien mordenden eingeschlossen).

Offenbar ist es genau dies, was uns Deutsche so sprachlos macht - dass die linksrheinischen Cousins so unverblümt lautstark eben diese Idee von Mitte und Norm verteidigen, gegen die Ansprüche der vereinigten Minderheiten, alles müsse relativiert und gleichgemacht werden.

Trauen wir uns nicht mehr, für das einzustehen, was wir doch sind? Das kann nicht sein. Es ist nicht verboten, gegen die ideologische und gesetzespraktische Nivellierung der Familie zu sein. Nie war Schwarmbildung leichter als im Zeitalter sozialer Netzwerke. Aber ein Schwarm zur Verteidigung der Familie bildet sich in Deutschland nicht.

Wir verstehen gar nicht, was in die verrückten Franzosen gefahren ist. Wir fühlen den Verlust nicht mehr, wie fast jeden Abend in Talkshows zu besichtigen ist. Als sei das Organ herausgeschnitten, das für solche Empfindungen zuständig ist.

Emanzipation in drei Stufen

Lassen wir es bei der Verwunderung über die Indolenz der deutschen Mitte. Wenden wir uns der anderen Seite zu, den Minderheiten. Deren jüngere Geschichte ist die einer historisch beispiellosen Emanzipation. Sie scheint einem Muster zu folgen, man könnte es das H-Muster nennen. Es hat drei Stufen.

H1 - die Zeit der Härte. Homosexuelle sehen sich in ein quälendes Doppelleben voller Lügen und Ängste verbannt, Schwarze in separate Viertel und Sitze im Bus. In manchen Ländern werden behinderte Kinder verborgen oder sogar getötet.

Es folgt H2 - die heroische Zeit. Der Punkt ist erreicht, an dem die Drangsalierten nicht mehr in Lüge und Elend leben wollen, was mit harten Kämpfen einhergeht, die dann einen Befreiungsmythos begründen. So wie die legendäre Weigerung der Schwarzen Rosa Parks 1955 in Alabama, für eine Weiße im Bus aufzustehen.

Oder die Straßenschlachten 1969 in New Yorks Christopher Street, das Fanal des Ausbruchs der Homosexuellen aus ihrer heimlichen Parallelwelt. Dieser Tage wird die Erinnerung daran wieder mit stolzen Paraden beschworen. Denn längst sind wir in Phase H3: Versuchung der Hybris.

Große Teile der emanzipierten Minderheiten betrifft sie gar nicht. Die haben sich, was ganz menschlich ist, im Erfolg der heroischen Phase eingerichtet und leben, oft dezidiert bürgerlich, in den Berufen und im Stil der Mehrheit. Andere verharren in den schrillen Uniformen des eigenen Sondermilieus.

Ideen der Mehrheit werden in Salzsäure gebadet

Einer ideologischen Avantgarde reicht das nicht. Ging es bisher darum, der Mehrheit Toleranz für Minderheiten abzutrotzen, so lautet nun die Parole: Wir wollen nicht bloß akzeptierte Minderheit sein. Wir sind die besseren, weil moderneren, multipleren Menschen. So wie wir sollten alle sein.

Minderheit/Mehrheit, das soll es nicht mehr geben, da steckt schon Norm drin und Herrschaft. Das muss weg. Denn es gibt keine Identität, nur eine Welt der Optionen. Einen Menschen auf eine Option festzulegen heißt, ihn darin einzusperren. Ob du schwul bist oder hetero, Mann oder Frau, das sind bloß Zuschreibungen der Gesellschaft. In Wahrheit sind wir alle multioptional. Man könnte auch sagen, unbeschriebene Blätter.

Hier ist ein Umschlagspunkt im Denken erreicht. Nun geht es nicht mehr darum, einer unterdrückten Minderheit zu ihrem Recht zu verhelfen, jetzt geht es darum, die Ideen der Mehrheit in Salzsäure zu baden, ihr die Definitionsmacht aus der Hand zu schlagen. Die Mehrheit findet das schrecklich interessant. Wirft sie doch selbst ihre Formen fröhlich über Bord, Ehe und Familie zuerst. Die Avantgarde nimmt die Huldigung huldvoll an.

Avantgardistische Einladung

Ihr geht es zunächst um Sprachpolitik. Neue, merkwürdig verquaste Begriffe werden gesetzt, der mächtigste ist Gender-Mainstreaming: Ein natürliches Geschlecht, sagt er, gibt es recht eigentlich nicht. Das Geschlecht eines Menschen als natur- oder gar schöpfungsgegeben anzusehen, ist reaktionär und umzustürzen.

Das bleibt nicht Theorie, es geschieht ganz praktisch. Es gibt eine "Jungenarbeit", bei der Jungen ihr Jungesein "verlernen" sollen. Auch wenn daraus außer einer tagelangen Verstörung nichts werden sollte - wer die Karriere des Gender-Begriffs und seiner überaus erfolgreichen Lobby sieht, ist versucht, zum Verschwörungstheoretiker zu werden.

Der Mensch als weißes Blatt. Darauf malt die Avantgarde herrliche neue Zeichen. Diesen totalitären Traum haben schon viele geträumt, hier tritt die Hybris rein hervor. Man könnte darüber hinweggehen und sich sagen, es ist nur die neueste Ideologieproduktlinie aus den einschlägigen Seminaren.

Dann aber steht man wieder bei einer Abendeinladung, hört die Leute reden und denkt sich: Mach dir nichts vor, das Bürgertum nimmt auch diese avantgardistische Einladung an. Wie all die anderen zuvor. - Homo-Ehe: Die grenzenlose Emanzipation einer Minderheit, Die Welt am 13. Juni 2013

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