Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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Schänder-Dej (Feminismus)

bbberlin @, Freitag, 31.01.2014, 01:09 (vor 1966 Tagen) @ Kurti

Sehr schön, Kurti!

Wie kam es zu gender?

Vor der Weltfrauenkonferenz in Peking gab es Vorbereitungstreffen in
New York. Da wurde „gender“ eingeführt.

Das ging so (Auszug aus Frau ohne Welt): Die angereisten
Teilnehmerinnen waren überrumpelt und mussten im Wörterbuch
nachschauen. Da stand etwas vom »sozialen« und
vom »grammatikalischen« Geschlecht. Doch das half ihnen
nicht weiter, denn der Begriff sollte eine neue Bedeutung
bekommen. Die Gender-Perspektive sollte nicht etwa eine
Ergänzung sein, sondern Ersatz für Sichtweisen, in denen
noch die Natur vorkommt. Sonst wäre sie ja nichts Neues.
Beschreibungen von »sozialen Faktoren« gibt es schon lange.
Die Frage ist nur, wie bedeutend die sind. Neu ist die Verabsolutierung
dieser Faktoren, und neu ist die damit verbundene
radikale Absage an die Natur, wie wir sie bei Judith Butler
und vorher schon bei Simone de Beauvoir formuliert finden.

Wir haben demnach nicht etwa ein natürliches und ein soziales
Geschlecht, sondern nur noch ein soziales. So stand das
nicht im Wörterbuch. Es wäre ja auch verwunderlich. Gerade
wenn man bedenkt, dass sich das Gütesiegel »Bio« ungebrochener
Beliebtheit erfreut und viele westliche, weiße Frauen
ausschließlich »Bio« essen, »Bio-Kosmetik« benutzen und
die Natur über alles lieben. Ihren eigenen Körper aber sehen
sie nicht als »Bio« an. Ihr Geschlecht halten sie für »sozial
konstruiert«, für ein Kunstprodukt. Als wäre ihr Gesicht pures
Make-up und als würden sie sich heimlich von Plastikblumen
ernähren. Es drängt sich die Vermutung auf, dass hier
ein innerer Zusammenhang besteht zwischen der Überbewertung
des Natürlichen an der einen und seiner Unterbewertung
an der anderen Stelle.

Und noch etwas: Im Wörterbuch stand auch nicht, dass
Lesben, Schwule und Transsexuelle neuerdings eigenständige
Geschlechter wären. Doch gerade das ist die entscheidende
Neuerung, die mit der Gender-Perspektive einhergeht.
Nun gibt es nämlich fünf Geschlechter. Damit geraten heterosexuelle
Männer und Frauen in eine Minderheitenrolle. Sie
sind zwar weiterhin diejenigen, die den Fortbestand der Gattung
gewährleisten, doch nun werden sie an den Rand der
Gesellschaft gedrängt. Speziell heterosexuelle Männer werden
als Unterdrücker und Feinde der Zukunft gebrandmarkt.
Der Transsexuelle, der zu einem eigenen, gleichwertigen
Geschlecht aufgewertet wird, bewirkt das neue Ungleichgewicht.
Der Hetero-Mann wird in diesem Modell zum Buhmann.
Alle sollen sich von ihm unterdrückt fühlen. Vor allem
Frauen, die sich Kinder und Familie wünschen.

Obwohl die Teilnehmerinnen gut vorsortiert waren, konnten
sie sich in dieser Frage nicht so schnell einigen, und so
musste eine verbindliche Definition des strittigen Begriffes
»gender« vertagt werden. Wer abreisen musste, hatte Pech.
Bei der nächsten Vorbereitungskonferenz gab es erstaunlicherweise
immer noch keine Klärung. Es ging auch ohne.
Das Schlüsselwort »gender« blieb ein »offenes Geheimnis«.
Es wurde – ohne dass es definiert worden wäre – zur Grundlage
der Aktionsplattform. »Gender hat keine Definition und
braucht keine!«, hieß es nun. Basta! Die kritischen Teilnehmer
waren zwar verärgert, hielten aber still: Immerhin war
nicht schriftlich festgelegt, dass die Vorstellung der Zweigeschlechtlichkeit
verabschiedet werden sollte. Die Strippenzieherinnen
waren hochzufrieden. Sie hatten es zwar nicht
fixiert, aber so gemeint.

Sie hatten es auch immer schon gesagt. Befreiung könne es
nur geben, stand in einem der Papiere, wenn die Frau von der
Last der Familie und der Kinderpflege erlöst sei, und wenn
Männer und Frauen die »Komplementarität« ablegten, die
als jene »Zwangsheterosexualität« beschrieben wurde, die
Judith Butler und vor ihr schon Michel Foucault abgelehnt
hatten. Frances Kissling, Sprecherin einer der NGOs ohne
Mitglieder, hatte eine »feministische Anthropologie« vorgetragen,
die »auf einer radikalen Gleichheit von Frauen und
Männern« basiert. Auch das kennen wir schon. Der Begriff
»Mainstreaming« wiederum war neu.

Manche glauben, das sei langweilige Popmusik. Gemeint
ist eine Art »Hauptfluss«; einer, der keinen Nebenfluss kennt.
Er tritt über die Ufer und überschwemmt alles. Mit dem Wort
vom »Mainstreaming« nehmen die sexistischen Feministen
die Rückendeckung durch eine große Mehrheit für sich in
Anspruch, wie es einst die Bolschewisten taten: Bolschewiki
sind übersetzt die »Mehrheitler«. Bei ihnen galt Lenins Wort
von der »Parteilichkeit ohne Partei«. Damit haben wir endlich
einen Übersetzungsvorschlag für »Gender Mainstreaming« –
nämlich: »Sexistischer Bolschewismus«. Alternative Vorschläge
sind: »Politische Geschlechtsumwandlung« oder
»Totalitäre Steigerung der Frauenpolitik«. Offiziell heißt es:
»Gleichstellungspolitik als Erfolgsstrategie«.

So jedenfalls kam es zu dem Dogma: »Es gibt keine geschlechtsneutrale
Wirklichkeit«.

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