Wenn der Mensch zur MenschIn wird - oder:

Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

How much »equality« the country can stand?

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In dem Beitrag wird aber auch selektiv, das heißt falsch gedacht (Recht)

Wiki, Montag, 07.05.2018, 23:02 (vor 789 Tagen) @ Rainer

In dem Beitrag wird aber auch selektiv, das heißt falsch gedacht.

Der „neue Bürger“ lebt (verstärkt) in der Stadt und ist somit gleichzeitig eines: nicht mehr unabhängig (Anmk: im Vergleich zum Bauern).

Das ist vollkommen falsch. Es hießt damals: Stadtluft macht frei, weil der Bauer eben das nicht war: frei und unabhängig.

Aus WikiPrawda:
Als Freibauer wurde im Mittelalter ein Bauer bezeichnet, der eigenen Grund besaß oder diesen von einem Grundherren gepachtet hatte.

Im Gegensatz zum Hörigen oder Leibeigenen bestand beim Freibauern kein direktes Abhängigkeitsverhältnis zu seinem Grundherren. Er konnte seinen Wohnort, seine Ehegatten oder seine Arbeitsverhältnisse selbst bestimmen. Dafür waren Freibauern ihrem Landesherren zu Kriegsdiensten und Steuerleistungen verpflichtet. Die Freibauern waren meist die wohlhabendsten und wichtigsten Personen des Dorfes.

Die allerdings ständig steigenden Kriegsdiensten und Steuerleistungen führten die Freibauern in den Ruin, beziehungsweise führte dazu, dass es sich nicht mehr lohnte Freibauer zu sein. Die meisten Freibauern "flüchteten" sich deshalb in die Hörigkeit.

Ich weiß jetzt zwar nicht den Zeitpunkt genau, ab dem dieser Prozess abgeschlossen war, aber der Vergleich zum unabhängigen Bauern ist geschichtlich falsch. Besonders die freien Reichsttädte in Deutschland boten den Bürgern (d.h. denen, die in den Stadtmauern lebten) echte Freiheit.

Indem die Menschen – u. a. im Sozialismus – in die Städte gelockt wurden, haben sie ihre Freiheit aufgegeben.

Das spielt wohl auf den Manchester-Kapitalismus in England an, was aber mit dem Bauern/Freibauern des Mittelalters nichts zu tun hat.

Und überhaupt wird die gesamte Geschichte des Kapitalismus verquert erzählt, weil die Deutungshoheit darüber von links kommt. Die Landmenschen wurden in die Städte gelockt, nicht um ihnen die Freiheit zu rauben, sondern um sie aus der (Land)Armut zu retten. Die beginnende Industrialisierung brauchte Arbeitskräfte und auf dem Land lebten keine glücklich freien, sondern in Armut vegetierende Menschen. Auch machten es die mechanisierten Webstühle möglich, Stoffe billig und für alle erschwinglich zu produzieren. Die Filme über das Mittelalter und unsere Altstadtfeste, in denen in mittelalterlichen Kostümen verkleidete Menschen zeigen, bieten ein völlig falsches Bild. 95% der Menschen im Mittelalter waren in Lumpen gekleidet, weil Stoff viel zu teuer und für nur wenige erschwinglich war.
Für die steigende Stoffproduktion bedurfte es aber mehr Wolle, mehr Wolle bedeutet mehr Schafherden, das heißt, auf dem Land wurden riesige Schafherden erschaffen, während die Bauern in die Städte vertrieben wurden... Auch wenn dies temporär soziale Verwerfungen ergab, so wurde dadurch doch der Grundstein für unseren heutigen Wohlstand gelegt.

Das begreifen aber die Linken nicht. Aber auch einige Nicht-Linke verstehen das nicht.

Was haben wir nun? Wir haben einige „pathologische Phänomene“: Das z.B. nun abhängige Atome (Anmk: die einzelnen „Bürger“) im heutigen Raubkapitalismus sogar viel lieber gratis in einem Unternehmen in der Stadt arbeiten würden (werden? bzw. „tun es bereits“), als nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wieder aufs Land zu ziehen, wo sie frei und unabhängig wären … selbst, wenn dies „ohne größeren Aufwand und Mühe“ machbar wäre (vorhandenes Elternhaus etc.). Der Mensch meint: „Auf dem Land fehlt die Perspektive!“ Die fehlt ihm – zunehmender – auch in der Stadt …

Das ist Geschwätz von rotgrün-versifften Gehirnen. Das merkt man schon am aberwitzigen Begriff Raubkapitalismus. Der Begriff ist so abgrundtief falsch, weil überall dort, wo der Kapitalismus wirkte, die Gesellschaft und ihre Bürger wohlhabend wurden, während dort, wo (etwa in Afrika oder Asien) die Menschen weiterhin "glücklich und frei" auf dem Land lebten, in Armut weiterlebten. Das ist unter anderem das Ideal des grünen Ökologismus... Die einzig sinnvolle Wortverknüpfung Raubkomunismus wird wohlweislich nicht verwendet.

Das Ziel der Lenker ist denkbar einfach: Die Menschen in die Städte, um sie leichter kontrollieren zu können. Daher auch die über Jahrzehnte gepflegten Ressentiments: Landmensch/Bauer: primitiv; ordinär; rückständig; einfältig … Städter: fortschrittlich; klug; einfach: Besser!

Das ist Schwachsinn im Kubik!

Nirgends sind die Menschen so leicht zu kontrollieren wie auf dem Land mit seinen Pfaffen (Europa) oder Schamanen (Afrika). Auf dem Land wurde noch nie ein "Verein für Freiheit" gegründet. Das sind Entwicklungen, die in der Stadt stattfanden...


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