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Der Fall Michael Perez - Verloren in der Psychiatrie (Recht)

Christine ⌂ @, Dienstag, 04.09.2018, 22:18 (vor 668 Tagen)

https://www.youtube.com/watch?v=0Fg7ja9xD44 (44:45 Min.)

Seit 2015 ist Michael Perez in der forensischen Psychiatrie untergebracht - komplett isoliert in einem sogenannten Kriseninterventionsraum. 24 Stunden am Tag allein, isoliert.

Ich muss sagen, der Film hat mich gerade zutiefst erschüttert, mir ich richtig schlecht geworden. Immer wieder habe ich gedacht, dass kann nicht wahr sein.

Angefangen hat alles mit einem Nachbarschaftsstreit, wo Michael Perez zugeschlagen hat. Es gab eine Bewährungsstrafe. Dann wieder mit dem Nachbarn Ärger, weil er sich widerrechtlich Zutritt zu seiner alten Wohnung verschafft hat. Es gab anscheinend eine Rangelei oder auch Prügel, keine Ahnung mehr und der Nachbar und sein Sohn behaupteten, er habe ein Messer gezogen. Daraufhin kam er zunächst in die Psychiatrie.

Wenn ich dann noch daran denke, wer bei uns alles mit dem Messer zusticht und das sogar lebensgefährlich und trotzdem spätestens am nächsten Tag frei gelassen wird, dann wird mir noch schlechter. Aber daran habe ich während des Films nicht gedacht, ist mir gerade beim schreiben so eingefallen.

Zurück zum Film. Der junge Mann konnte und wollte sich nicht unterordnen. Irgendwann hat er es aber geschafft, einen Job zu bekommen, musste aber abends wieder in die Klinik. Nach einem Jahr ist irgend etwas passiert und er durfte die Klinik nicht mehr verlassen.

Das Fernsehteam bekam dann eine Drehgenehmigung und so konnten sie Michael Perez bei einem Besuch von seiner Mutter und seiner Schwester filmen. Es wurden vorher und auch nachher Bilder von Perez gezeigt und man erschrickt, wie er heute aussieht. Das letzte Bild, wo er noch gut und fröhlich aussah, war vor der Einlieferung in die Forensische Klinik.

Gegen Ende wurden die Blätter mit der Medikation gezeigt und während der ganzen Jahre hatte er Neuroleptika eingenommen. Da braucht man sich über den Zustand nicht wundern.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, 2 Jahre und mehr komplett isoliert ohne Bücher, Fernseher oder irgendetwas anderes zu sein. Da muss man doch bekloppt werden.
Da haben Gefängnisinsassen ja mehr Rechte.
Zum Schluss wurden dann noch Bedenken geäußert wegen Selbstmordgefahr und so, wie er sich laut Auskunft der Familie bei seinem letzten Besuch verhalten hat, wäre es zumindest kein Wunder, wenn es nicht passieren würde. Ich hoffe mal das Beste für Michael Perez und wünsche ihm baldige Freiheit, nach der er sich so sehr sehnt.

Christine

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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohl angepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein


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