Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Analyse "Brücken und Barrieren für Frauen zu Führungspositionen"

verfasst von Andi Möller, 26.08.2010, 22:04

Bei "Wippermann" bin ich etwas zusammengezuckt, ich hatte an den aus der legendären Kerner-Talkshow mit Eva Herman gedacht. Ist aber ein anderer.

Im Grunde bietet er nur wenig neue Erkenntnisse. Das steht so alle zwei Wochen in der "Zeit".

Das hier:

"Heftige Ablehnung – bei Männern wie bei Frauen – erzeugt das Argument, Frauen im gehobenen Management seien per se ein Wettbewerbsvorteil für ein Unternehmen. Deutlich mehr Zustimmung findet hingegen die Forderung, dass Positionen im gehobenen Management sowohl mit Frauen, als auch mit Männern besetzt sein sollten, weil dies die Chance auf ökonomischen Erfolg erhöht."

ist enttäuschend, weil er da den alten Mythos ("gemischte Führungsteams sind erfolgreicher") nachbetet, ohne Belege zu bringen.

"Mit Frauen in Führungspositionen mache man in der Regel die Erfahrung, dass diese sich als verbissene Einzelkämpferinnen gerieren, die die Tugenden der Männer kopieren und die Männer zu übertreffen versuchen.
Gleichzeitig könnten die Frauen nicht vom operativen Geschäft loslassen, seien weiter die 'wertvolle Arbeitsbiene', könnten nicht gut delegieren und wollten alles selbst machen. Damit diskreditierten sie sich für höhere Aufgaben."

Das mögen dumpfe Vorurteile gegen Karrierefrauen sein, die unberechtigt sind. Womöglich resultieren die Einschätzungen aber aus gemachten Erfahrungen.

Wippermann zitiert mehrerer solcher Einwände, die männliche Manager gegen weibliche Führungskräfte haben. Er sagt uns aber nicht, wie häufig sie vorkommen. Wenn man den Bericht so liest, muss man glauben, alle Manager dächten auf die eine oder andere Weise. Wir erfahren aber überhaupt nichts darüber, wieviele männliche Manager befragt wurden, wieviele davon sich so oder so oder ganz anders geäußert haben. Das macht einen schon misstrauisch.

Mancher Einwand der Befragten ist auch kein bloßes frauenfeindliches Vorurteil, sondern durch die Realität vielfach bestätigt. Wie dies hier:

"Es gebe zu wenig Frauen, die sich für Führungspositionen bewerben."

Er geht darauf, dass da etwas dran sein könnte, aber überhaupt nicht ein, sondern entschwindet schnell in Richtung "zementierte Mentalitätsmuster in den Köpfen und Herzen der Männer", "mehrfach gesicherte soziale Schließfunktion mit sehr selektiver Durchlässigkeit", die "Hüter der gläsernen Decke" seien. Da ist die Schlussfolgerung aus seiner Sicht dann logisch:

"Für einen kurzfristigen und mittelfristigen Wandel zu mehr Frauen
in Führungspositionen müssen somit Maßnahmen entwickelt werden, die diese Mentalitätsmuster überwinden."

Reines Gefälligkeitsgutachten fürs Frauenministerium, dessen Aussage von vorne herein feststand. Unwissenschaftlich und tendenziös.

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