Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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WEITERMACHEN: Wir sind auf einem guten Weg! (Radikalfeministin Anita Heiliger ätzt bei KOFRA!) (Feminismus)

verfasst von Yussuf K E-Mail, Ankara, 08.05.2012, 13:06

Ihr solltet jeden einzelnen Satz lesen und geniesen ......

Männergewalt gegen Frauen: kein Ende in Sicht?
Patriarchale Strukturen regenerieren sich ständig neu
Anita Heiliger

[...]

Derweil allerdings fügen sich viele Frauen fleißig in patriarchale Strukturen ein und übernehmen sie statt sie auszuhebeln.

[...]

Wir sehen uns nach 40 Jahren Auseinandersetzung mit Männergewalt gegen Frauen sowie der Durchsetzung einer Vielfalt von Maßnahmen im politischen, sozialen und juristischen Bereich einem anhaltenden Ausmaß der Gewalt gegenüber. Zusätzlich sind wir mit einer fatalen Entwick-lung zu einer neuen Qualität von weiblicher Abwertung konfrontiert: Während auf der einen Seite die Erfolge von Mädchen und Frauen im Bildungsbereich gefeiert werden und starke Frauen in den Medien auch den eigenen Erfolg in erreichbare Nähe zu rücken scheinen - selbst Bundeskanzlerin ist ja denkbar geworden –, gehen gegenteilige Botschaften vom überbordenden Trend zur Pornografisierung der weiblichen Darstel-lung aus.

[...]

Dass in beiden Fällen die Anklagen abgewiesen wurden mit der Begründung, die Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Klägerinnen hätten nicht vollständig ausgeräumt werden können, zeigt, dass wir keinen Schritt weiter gekommen sind in der strafrechtlichen In-Verantwortungnahme der Täter sexueller Gewalt. Im Gegenteil: eine englische Stu-die zeigt beim Vergleich mehrerer europäi-scher Länder auf, dass zwar im Laufe der Jahre des verbesserten Opferschutzes mehr Anzeigen erstattet wurden, jedoch die Verurteilungen auf die Hälfte zurückgegan-gen sind! (vgl. Jo Lovett&Liz Kelly 2009). Nach wie vor – oder mehr denn je - also gehen die Täter mit der Infragestellung der Glaubhaftigkeit der Klägerin straffrei aus.

[...]

Die Geburt der Männerrechts- und Vaterrechtsorganisationen fiel m.E. in diese Zeit. Die Männerrechtler setzen der Forderung von Frauen nach Frauenrechten die Forderung nach Rechten für Männer entgegen (vgl. Gesterkamp 2010). Die Vaterrechtler fordern das Recht auf „ihr“ Kind um jeden Preis ohne Bedingungen erfüllen zu müssen (vgl. Heiliger 2003/2008). Diese beiden Richtungen setzen systematisch Fehlinformationen in die Welt über brutale Femi-nistinnen und rachsüchtige Mütter. Kaum zu glauben: sie hatten damit Erfolg und wie! Dank tradierter, effektiver männlicher Netzwerke in Institutionen, Medien und Politik gelang es trotz aller Gleichberechtigungspolitik den Spieß umzudrehen: Die armen Männer, die benachteiligten Jungen, die von Lehrerinnen feminisiert, befriedet werden und damit ihrer Identität beraubt würden (vgl. Zeit, Spiegel etc.). Das Bestreben nach Befreiung der Frauen aus der kollektiven Unterwerfung sowie der Männer aus der dominanten Mackerrolle, war – als Jahrhundertwerk – noch zu jung, um diesem Backlash standzuhalten. Die politische Idee des Gendermainstreaming beförderte sogar den Backlash, denn die entsprechenden Männer fingen nun an, ihre Forderungen zu stellen, Frauenförderung darf es offiziell gar nicht mehr geben ohne zugleich den Nachweis von Jungen-/Männer-förderung. Ziel also verfehlt?

[...]

Die Widerstände der Männer- und Vaterrechtler
Doch die wichtigen weiterführenden Überlegungen und Umsetzungen wurden jäh durch die „Gegenbewegung“ von Männern abgebrochen, die sich als Männerrechts- und Vaterrechtsorganisationen formierten und massiv daran arbeiten, die Fortschritte im Geschlechterverhältnis und der Neudefinition der Geschlechterrollen, vor allem aber der Fortschritte von Frauen für ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben – auch mit Kindern – zunichte zu machen. Sie setzen alles daran, das neue Männlichkeitsbild zu diskriminieren, lächerlich zu machen, den Feminismus zu (verteufeln und sich zumindest Rechte da zu sichern, wo sie Frauen (noch) treffen können: an ihren Kindern und Kontrolle über das Leben ehemaliger Partnerinnen wieder zuückzugewinnen.
Sie kommen daher als „neue Väter“, die ihr Interesse am Kind nach einer Trennung entdeckt haben (wollen). Sie nutzen den Boden, den die fortschrittlichen Bewegun-gen geschaffen haben, um sie partiell zu konterkarieren. Sie wenden sich explizit
- gegen das Bemühen um Verständigung zwischen den Geschlechtern,
- gegen die Aufhebung der geschlechts-spezifischen Arbeitsteilung und
- gegen gleiche Aufteilung von Versor-gungsarbeiten

Der Vaterrechtsbewegung gilt „Vaterlosigkeit" als die Wurzel allen Übels, führe zu Selbstmord, Kriminalität und Drogensucht. Gebetsmühlenartig behaupten die Anhänger und ihre pseudowissenschaftlichen Vertreter, ein Kind erleide schwerste Schäden, wenn es keinen Kontakt zum Vater habe. Die Qualität des Vaterkontaktes wird dabei völlig ignoriert. Die entsprechenden Argumente finden sich in psychologischen Gutachten in Familienrechtsverfahren vor allem mit Bezug auf die Pseudotheorie des sog. PAS („Parental Alienation Syndrome“, vgl. Heiliger 2003) wieder. Dabei geht es nur um den biologischen Vater, denn der soziale Vater, der sich real um die Kinder kümmert, oftmals als neuer Partner die Schäden gewalttätiger, psychopathischer Kindsväter beseitigen, hat keinerlei Rechte mehr im Deutschland nach der Kind-schaftsrechtsreform von 1998, die die ge-meinsame elterliche Sorge als Regelfall oder besser gesagt als Zwangskontakt festschrieb. Dieses Gesetz war und ist der triumphierende Erfolg der Vaterrechtsbe-wegung, um Vaterkontakt um jeden Preis durchzusetzen, wenn sie schon die hohen Trennungsraten der Frauen nicht aufhalten konnte.

Männliche Gewalt wird von der Vaterrechtsbewegung schlicht übergangen / ge-leugnet. Bei der Thematisierung von Män-nergewalt gegen Frauen wird gekontert mit der Behauptung, Frauen seien ebenso gewalttätig oder sogar noch gewalttätiger als Männer, nur die Scham, dies zuzugeben, sei bei betroffenen Männern noch weit mehr ausgeprägt als bei Frauen. Mit dieser Behauptung gehen sie hausieren, nachdem ein Dozent aus Mainz ein Gutachten gegen die Einführung des Gewaltschutzgesetzes verfasst hat. Er beruft sich darin auf eine us-amerikanische Studie, die angeblich gleich hohe Gewalt durch Frauen beweist, denn die Frage, haben Sie Gewalt durch den Partner/die Partnerin erlebt? bejahten Männer und Frauen gleich häufig.. Wohlweislich nicht transportiert wurden die Bedingungen, unter denen die berichteten Handlungen stattgefunden hatten: Akti-on/Reaktion, Schwere der erlittenen Gewalt, Machtverhältnisse usw.

Die Überzeugungskraft, die die vaterrechtlichen Argumente mittlerweile offenbar erreicht haben, ist schon weit fortgeschritten. Die Vaterrechtsbewegung beruft sich auf Gleichberechtigung, fordert die Gleichstellung des Mannes in der Gesellschaft, die nach ihrer Darstellung Müttern mittlerweile mehr Rechte als Vätern einräume. Sie fordern Gleichberechtigung, wenn es darum geht, die Kinder zu sehen - allerdings nicht darin, sie auch zu versorgen. Sie fordern hälftige Verfügung über Kinder und Teilhabe an der finanziellen Vergünstigung. Von Geld ist überhaupt sehr viel die Rede in den vaterrechtlichen Pamphleten. Sie unterstellen, Mütter würden Väter nur ausbeuten wollen, als „Zahlvater", „Goldesel" usw., auf dessen Kosten sich ein schönes Leben ohne ihn machen (vgl. www.pappa.com). Ihr eigenes finanzielles Interesse, sich der Versorgung der Kinder zu entziehen, wenn die Frau sie verlassen hat, projizieren sie auf die Frauen. Sie neiden ihnen staatliche Unterstützung und behaupten sich als vom Staat benachteiligt. Sie fordern die gemeinsame elterliche Sorge, um der Frau diese Förderung zu entziehen. Es geht auch um Steuerfreibeträge, die dem Vater nach der Trennung entzogen werden und es geht auch um Zugang zu Sozialwoh-nungen, wie gesagt, es geht massiv um finanzielle Interessen. Es ist allgemein bekannt, dass viele unterhaltspflichtige Väter in der „Schattenwirtschaft" verschwinden, um sich als nichtzahlungsfähig darzustellen und jeder Versuch der Frauen, diese Praxis zu skandalisieren, bleibt erfolglos, interessiert die Gerichte nicht!.

Der kanadische Soziologe Martin Dufresne, der all diese Zusammenhänge aufzeigt (im arte Film: In Nomine Patris, 20054) macht klar, dass es diesen Vätern in den interna-tionalen Bewegungen keineswegs darum geht, für Kinder zu sorgen, dass es überhaupt nicht um die Kinder geht, sondern um den Widerstand gegen die Gleichbe-rechtigung der Frau! Dufresne meint, nach der gesellschaftlichen Anerkennung der Gleichberechtigung würden sich die maskulinistischen Männer zusammenschließen, um die alten patriarchalen Verhältnisse wieder herzustellen. Sie würden den Regierungen vorwerfen, mit der Unterstützung von Müttern nach Trennungen die Scheidung zu fördern und möchten hier den Rückwärtsgang einschlagen, um die Abhängigkeit der Frauen wieder zu festigen und Trennungen zu erschweren. Mit dem neuen Kindschaftsrecht ist dieser Weg in Deutschland ja bereits eingeschlagen wor-den, sollen die Frauen über die Kinder an den Mann gebunden bleiben und seinem Einfluss, seiner Macht weiter ausgesetzt sein. Die „Mütterschlampen" sollen kein gutes Leben ohne sie haben. Männliches Leid wird als Skandal hingestellt, weibliches Leid gilt als normal, nicht der Rede wert - patriarchale Verhältnisse eben (vgl. Heiliger 2008).

Die Sozialisation und Kultur patriarchaler Männlichkeit wird hier verfestigt, statt in Frage gestellt und verändert, den Bestrebungen nach Entwicklung gewaltfreier und emanzipierter Männlichkeiten wird massiv entgegen gearbeitet. In ihren Medienauftritten und Eingaben an die Politik wird der antiemanzipatorische Einsatz der Vater-rechtsbewegung als Interesse an Kindern und Übernahme verantwortungsvoller Vaterschaft gründlich fehl interpretiert, bzw. bewusst fehlgeleitet. Hier ist der Hebel, um die Wiedereinsetzung männlicher Vorrechte unter dem Vorwand des Interesses an Kindern zu erreichen.

Die Ziele der internationalen Vaterrechtsbewegung (auch Maskulinisten genannt) sind reaktionär-patriarchal. Ihre Methoden sind Verleugnung von Gewalt, massiver Druck auf Politik und Institution, gezielte Fehlinformationen über Zusammenhänge, Terror gegen Frauen und Kinder, Bedro-hung von RichterInnen und Jugendämtern. Sie betreibt wirksame Lobbyarbeit bei Regierungen und Parlamenten, um eine Gesetzgebung zu erreichen, die in ihren Augen die Diskriminierung der Väter abstellt. Sie hat bereits erreicht, dass Männergewalt in der Beziehung kein Thema in den Sorge- und Umgangsrechtsverfahren ist, sondern eher als Trick der Frauen dargestellt wird, um alleine über die Kinder zu verfügen und höhere Unterhaltszahlungen zu erwirken.

Viele unfassbare Fälle, die sich in Sorge- und Umgangsrechtsverfahren abspielen, zeigen, wie weit die Argumente dieser „Bewegung“ schon durchgedrungen sind und wie groß die Gefahr weiterer Rück-schritte zu patriarchaler Herrschaft ist.

In Deutschland ist der „Väteraufbruch“ maßgeblich aktiv und mittlerweile weit verzweigt und offenbar gut organisiert. In zahlreichen Regionen verfügt der Verein über Anlaufstellen und Aktionsgruppen, findet er Resonanz bei vielen Männern und auch einigen Frauen und zwar, wie es scheint, in allen gesellschaftlichen Positionen. Diverse Untergruppen bieten verunsicherten Vätern ihre Unterstützung und führen sie auf den Pfad der Frauenfeindlichkeit und des Kampfes in Zeiten, in denen die Gesellschaft ja dabei ist, Männer zu verändern, Patriarchat abzubauen und Gewalt gegen Frauen und Kinder zu beseitigen. Mit Begriffen wie Feminazis und Femifaschismus (www.feminazi.com) im Internet und auf Transparenten bei Demos wird in letzter Zeit versucht, in eine neue Phase der Diskreditierung des Feminismus einzutreten. Der Staat ist für diese Männer ein „Unrechtsstaat", „eine staatliche Kriminalmaschinerie", die Justiz eine Terrorjustiz und die Gesetzgebung erlässt „Terrorgesetze". Mit Namen wie MannDat geschlechterpolitische Initiative, Männerrat oder rote Män-ner, Väter aktuell, Väter für Kinder u.ä.) und ähnliches geben sich Maskulinisten nach außen hin einen fortschrittlichen Anstrich, sind jedoch allesamt Teil der reaktionären Offensive, die Biologismus predigt, die Kleinfamilie als Schicksal für Frauen und männliche Bestimmungsmacht (wieder) festzurren, patriarchale Strukturen wieder stärken will. „Kindesentzug ist Fol-ter" und „Deutsche Richter entrechten Väter" hieß es auf Transparenten einer Väterdemonstration in Berlin. Auch die Nähe zur rechten Szene und deren Initiative „Raus aus den Köpfen – Genderterror abschaffen“ (vgl. Gesterkamp 2010) ist beobachtet worden.

Eine nicht zu unterschätzende Schwierigkeit ist auch die Tatsache, dass die Vaterrechtler auf ihren Internetseiten jede und jeden diskriminieren und verleumden, die/der ihnen entgegen argumentiert. Es wird mit Störung gedroht, Schreiben werden an die ArbeitgeberInnen geschickt, Beleidigungen im Internet verbreitet. Auch die Autorinnen der beiden arte-Filme: „Trennungsdramen - wenn der Mann zum Feind wird" und „In Nomine Patris – die Interessen der Väterbewegung" wurden im Internet heftig angegriffen. Viele Menschen zie-hen sich dann zurück, wollen nicht in einer „Szene“ zerrieben werden, haben auch Angst um ihre Reputation und nehmen dann in Kauf, dass Frauen und Kinder schutzlos bleiben – und genau das ist der Hebel, an dem Vaterrechtler ansetzen, um sich die Kontrolle über die Ex Frauen/Freundinnen und den Zugang zu den Kindern zu sichern. Die Dramen, die sich hier abspielen, sind oft unbeschreiblich, unfassbar die Auslieferung von Müttern und Kindern an machtbesessene, psychopathische Männer, vor denen Kinder (und Mütter) unbedingt zu schützen sind (vgl. Heiliger/Wischnewski 2003).)

Der neue „Geschlechterkampf“ von männerrechtlicher Seite hat an der CDU/FDP-Regierung andocken können. Die CDU-Familienministerin hat bereits verkündet, dass sie sich der Jungen und Männer annehmen will. Die Jugendorganisation der FDP erklärte, sie wolle die „Knechtschaft der Männer beenden“ (Gesterkamp 2010). Sie fordern die Abschaffung des Bundesgleichstellungsgesetzes, die Rücknahme der UN-Resolutionen und Passagen in EU-Verträgen zum Gendermainstreaming sowie die Streichung sämtlicher Quotenregelungen. Das „Referat 408“ „Gleichstellungspolitik für Männer und Jungen“ im Familienministerium nimmt seine Arbeit auf (ebd.).


http://anonym.to?http://www.kofra.de/htm/Zeitung/140..pdf

Unser Weg ist richtig, unsere Schlagzahl stimmt! Weiter so! Diese feministischen Schmierereien sind der Beweis dafür!

Wir sind nicht für Gewalt! Wir sind gegen Ausgrenzung von Elternteilen aus dem Leben der Kinder! Wir sind gegen die Diskriminierung, Abwertung und Kriminalisierung von Männern und Jungen! Wir sind gegen die Entrechtung von Vätern durch die Familienunrechtsjustiz! Nicht mehr und auch nicht weniger!

www.frauengewalt.de.vu
www.opfer-gewaltschutzgesetz.de.vu
www.vaeterentsorgung.de.vu

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