Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Hoffmann gegen wgvdl? Nö, Hoffmann vermarktet Hoffmann.

verfasst von Dragman(R), Vogelsberg, 16.10.2009, 04:24

Hoffmanns Einlassung halte ich auch für ziemlich bigott. Allerdings muss sie Anlass sein, sich darüber Gedanken zu machen, welche grundlegende Position im politischen Spektrum die MRB beziehen kann bzw. muss, um Erfolg zu haben?

Kann das eine wie auch immer schattierte linke Position sein? Eingedenk der Tatsache, dass links heute in der alten rechten Mitte beginnt (Sozialdemokratisierung der CDU) und alles, was sich durch Links nicht vereinnahmen lässt, als rechts im Sinne von rechtsextrem geschmäht und verfolgt wird. Eingedenk der Tatsache, dass der Ausstoß der Mainstreampropaganda stramm links ist, selbst FAZ und Welt sind m.o.w. „übergelaufen“. Nur noch vereinzelt werden knapp konservative Positionen vertreten (zB Zastrow, FAZ). Aktuell zeigt der Fall Sarrazin, dass nur eine überragende Standhaftigkeit in Verbindung mit reichlich Erfahrung und Chuzpe geeignet sind, dem medialen Furor zu widerstehen. Dann wagen sich Einzelne mit Courage aus der Deckung und sekundieren (zB Henkel). Ansonsten herrscht innere und äußere Gleichschaltung. Bender erhält für seine stramme Prawdaisierung des ZDF einen Preis, man fasst es nicht.

Diese kurzen Schlaglichter genügen eigentlich schon, um ziemlich deutlich zu zeigen, dass eine erfolgreiche MRB, die für die Männer etwas durchsetzen will, keine linke Grundierung haben kann. Übrigens verweigere ich den Dialog bezüglich Frauen-, Ausländer- und allen sonstigen Feindlichkeiten, die als wüste Unterstellung und surrogative Kampfbegriffe durch die Debatten geschleudert werden. Schlichte Killerapplikationen, die ebenso instrumentalisiert werden. Diese Vorwürfe haben keinen tatsächlichen Kern und dienen lediglich der Diffamierung und Delegitimation nichtlinker und damit tatsächlich emanzipatorischer Positionen.

Für mich wird immer deutlicher, dass die Männerunterdrückung nur ein Teil, ein prominenter zwar, eines komplexen Unterdrückungsgeschehen ist, dass sich gegen alles Nichtlinke, gegen alles Wertkonservative und Libertäre, gegen alles traditionell, heterosexuell, christlich und familiär Orientierte richtet, um nur mal einige wichtige Punkte heraus zu greifen. Eine MRB, die sich „nur“ um das „Problem Männerunterdrückung“ kümmert, scheitert vermutlich, weil es ihr kaum gelingen dürfte, schlagkräftige Allianzen zu bilden. Andererseits ist eine MRB, die in einem linken Kontext, egal welchem, reüssieren will, gescheitert, bevor sie begonnen hat. Diese ideologische Sphäre ist völlig überlaufen und jede Ideologievariante ist vertreten. Dort ist kein Habitat für eine MRB zu finden, jedenfalls keines, welches Überleben und Erfolg zulässt.

Anders als die Kritiker dieses Forums sehe ich hier etliches an geistigem Potential, entgegen den üblichen akklamatorischen Selbstbestätigungsportalen, die sich primär in mentalen Masturbationsriten üben. Ebenso vernachlässigen diese Kritiker das Moment der Selbstpudelisierung durch den krampfhaften Versuch, eine MRB auf dem Boden linker Ideologie gestalten zu wollen. Das muss schief gehen. Wir sollten versuchen abseits der Tagesaktualität, die mich zeitweise wegen ihrer Belanglosigkeit nervt, eine grundsätzliche Theoriediskussion in Gang zu bringen. Wir kommen um diese Arbeit eh nicht drum rum – warum also nicht jetzt damit beginnen?

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Vergil: "Varium et mutabile semper femina." (Immer schwankend und wechselnd ist das Weib.)

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