Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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D-Radio: "Häusliche Gewalt gegen Männer findet auf vielen Ebenen statt"

Leser, Sonntag, 19.09.2010, 11:32 (vor 4091 Tagen)
bearbeitet von Leser, Sonntag, 19.09.2010, 11:36

Guten Morgen,

ein Gespräch von Jürgen König mit Hans-Joachim Lenz, der sich vom Frauenministerium hat instrumentalisieren lassen hat, im Deutschlandradio:

"Die Politik habe Gewalt von Frauen gegen Männer bisher nicht ernst genug genommen, meint der Sozialwissenschaftler Hans-Joachim Lenz. Seit einer Pilotstudie von 2004 sei nichts geschehen. Es fehle aber auch eine politische Bewegung bei den Männern, die das Thema nach außen bringe."

Wie bitte? "Manndat" und "Agens" sind keine politischen Bewegungen? Für Herrn Lenz vielleicht nicht, der sich schon seit längerer Zeit von z.B. Agens distanziert hat (vgl. hierzu Arne Hoffmann, der sich des Interwiews auch angenommen hat)

Wie auch immer, die Aussagen sind jedenfall deutlich und werfen dunkle Schatten auf dieses Land:

.. das Dramatische bei diesem Thema ist allerdings, dass auf der politischen Ebene sozusagen an der Verstärkung dieser traditionellen Rollenklischees gearbeitet wird. Selbst wenn es große Programme gibt von Gender Mainstreaming und Geschlechterpolitik - in der Tiefe dieser Programme steckt sozusagen die Annahme, dass der Mann der Starke ist und die Frau die Schwache. Die Frau muss geschützt werden und der Mann, der ist stark und der hat kein … der ist nicht schutzwürdig.

Er muss sozusagen gucken in Situationen, wo er eigentlich in Not ist, dass er selber klarkommt, während bei Frauen das inzwischen anerkannt wird. Wobei man ja auch sagen muss, es war nicht immer so. Das Thema Gewalt gegen Frauen ist auch erst in den letzten 30 Jahren durch die Frauen mit einer ganz großen politischen Kraft in die Öffentlichkeit gebracht worden. Die 400 Frauenhäuser, die wir haben, gibt es auch nur, weil dahinter eine soziale Bewegung steht. ...

Nichts Neues also, dient auch nur als Preludium hierfür:

König: An der schon erwähnten Pilotstudie von 2004 waren Sie beteiligt, diese Studie blieb ohne Folgestudie. Kann man sagen, dass Kommunalpolitiker, Landespolitiker, Bundespolitiker, dass wohl die Politik nicht bereit ist, die Problematik von häuslicher Gewalt gegen Männer wirklich ernst zu nehmen?

Lenz: Ja, das würde ich sagen. Ich sehe heute auch diese Pilotstudie, die wir seinerzeit geführt haben, durchgeführt haben im Auftrag des Bundesfamilienministeriums, sozusagen den Anlass sehe ich kritisch. Ich finde die Studie immer noch sehr qualitativ hochwertig und sehr aussagekräftig, aber der Anlass, warum diese Studie auf den Weg gebracht wurde, den finde ich eher problematisch. Es war nämlich sozusagen von Ministeriumsseite eine strategische Absicherung, um die große Studie Gewalt gegen Frauen, die 20.000er-Befragung, die 10.000er-Befragung, die durchgeführt wurde, also wo ja dann auch jetzt inzwischen repräsentative Daten zur Gewalt gegen Frauen vorliegen, diese Studien durchführen zu können.

Weil nämlich Anfang 2000 die Diskussion aufkam, ob in diesen Forschungen nicht Geschlechterstereotype und Klischees behandelt werden, wenn davon ausgegangen wird, dass Frauen die Opfer und Männer die Täter sind. Das ist nämlich die, sozusagen das Paradigma oder der Ausgangspunkt dieser bisherigen Studie, Frauen sind die Opfer und Männer sind die Täter, und das wird in diesen Studien nicht überprüft, das ist einfach das Vorurteil, von dem ausgegangen wird.

Und diese Diskussion hat angefangen 2000 und dann hat das Ministerium sozusagen kalte Füße gekriegt und sie haben befürchtet, dass sie diese Frauenstudie nicht durchführen können, und dann haben sie aus strategischen Gründen diese Pilotstudie an Land gezogen und die wurde ja dann auch durchgeführt. Es sollte aber eine Pilotstudie sein, also eine Vorstudie für eine Hauptstudie, wo auch 10.000 Männer repräsentativ in Deutschland befragt werden.

Zu dieser Hauptstudie ist es bislang nicht gekommen. Das Ministerium hatte nicht mal Mittel zur Verfügung gestellt, um eine gedruckte Fassung dieser Studie herauszugeben. Also das sind ganz banale Sachen, es gab nur die Internetfassung. Bei der Frauenstudie wurden also tonnenweise Papiere gedruckt und … Es ist sozusagen auch ein strategischer Schachzug, diesem Thema - Gewalt gegen Männer - ein Stück nachzugehen, aber auch wieder nicht zu weit zu gehen.

Das ganze, interessante Interview: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1271120/
Es wäre in Gänze noch lesenswerter, würde sich Lenz nicht so verquast ausdrücken.
Für die Lesefaulen hier als Audio: Wenn er nicht zurückschlägt...

Mehr zum Thema häusliche Gewalt im FemokratieBlog:

http://femokratieblog.wgvdl.com/tag/hausliche-gewalt/

Grüße vom Leser


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