Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Oberkellner(R)

16.04.2011, 18:46
 

Liste Femanzen Kategorie Politik4 (Liste Femanzen)

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Elke Ferner, stellvertretende Bundesvorsitzende SPD

Elke Ferner, die stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD, versäumt es selten, auf die Bedeutung der Gleichberechtigung hinzuweisen. "Ohne Gleichstellung der Geschlechter gibt es keinen Fortschritt im 21. Jahrhundert!", rief sie bei der Jubiläumsveranstaltung "100 Jahre Sozialistische Fraueninternationale. 100 Jahre in vorderster Reihe für die Gleichstellung der Geschlechter" nicht nur ihren Genossinnen zu, sondern ermahnte vor allem die Männer. POLIXEA Portal dokumentiert Ferners Stuttgarter Rede.
(...) Zwar haben die Frauen in den allermeisten Ländern formal die gleichen Rechte wie die Männer - die echte Gleichstellung der Geschlechter ist aber trotz aktiver Frauenförderpolitik und Gender Mainstreaming noch nirgendwo erreicht. Die Gleichstellung der Geschlechter kann nur mit den Frauen erreicht werden. Und sie kann nur dann erreicht werden, wenn patriarchalische Strukturen in Politik und Gesellschaft überwunden werden. Wir wollen, dass Frauen und Männer gleichermaßen .ihre Fähigkeiten und Talente in unserer Gesellschaft einbringen können.
Dazu ist notwendig, dass Frauen wie Männer den gleichen Zugang zu Bildung, den gleichen Zugang zu einer eigenständigen Existenzsicherung, die gleichen Aufstiegs- und Karrierechancen und die gleichen Möglichkeiten für politisches Engagement haben. Dazu gehört aber auch die partnerschaftliche Teilung der Sorge für die Kinder und hilfsbedürftige Familienangehörige. Kurz gesagt: wir wollen die Hälfte der Erde - die Hälfte des Himmels und die Hälfte der Macht! Nicht mehr - aber auch nicht weniger.
(...) Die Gleichstellung der Geschlechter muss sich auf alle gesellschaftliche Bereiche erstrecken - auch auf Wirtschaft und Wissenschaft. Wir sind hier im Haus der Wirtschaft zusammengekommen - aber wenn man sich die Zahl der Frauen in den Führungspositionen in der Wirtschaft ansieht, hat man den Eindruck, dass die deutsche Wirtschaft noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen ist. In den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen in Deutschland sind Frauen nur zu 7,8% vertreten. Bei den Vorstandposten sind Frauen noch schwächer vertreten. So ist in den 100 größten Unternehmen in Deutschland nur eine Frau im Vorstand. An diesen Zahlen wird deutlich, dass das Ziel der Gleichstellung der Geschlechter in der Privatwirtschaft noch in weiter Ferne liegt. Freiwillige Vereinbarungen bringen nichts, wir brauchen dringend eine gesetzliche Regelung! Norwegens hat in diesem Bereich Maßstäbe gesetzt.

(...) Liebe Genossinnen, Euer internationales Engagement für mehr Geschlechtergerechtigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Frauenpolitik. Die Vielfalt und die Kreativität der Frauen vor Ort geben uns die Kraft und das Durchhaltevermögen uns weiter für unsere gemeinsamen Ziele einzusetzen - denn: Ohne Gleichstellung der Geschlechter gibt es keinen Fortschritt im 21. Jahrhundert!"
http://www.polixea-portal.de/index.php/Main/Artikel/id/177819/name/Wir+wollen+die+H%E4lfte+der+Macht

"Die nur formale Gleichstellung von Frauen und Männern reicht in vielen Lebenssituationen nicht aus", sagt die ASF-Vorsitzende Elke Ferner, eine von Becks Stellvertreterinnen im Parteivorstand. Es gebe nach wie vor strukturelle Benachteiligungen. "Kürzer und prägnanter kann man den Wunsch nach ihrer Beseitigung nicht ausdrücken", sagt Ferner über den Satz im Berliner Programm.
http://www.sueddeutsche.de/,tt4m2/deutschland/artikel/939/110829/

Heide Simonis (SPD), ehemalige Ministerpräsidentin SH

"New York - Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef hat in seinem Jahresbericht "Zur Situation der Kinder in der Welt 2007" dazu aufgerufen, die Menschenrechte von Mädchen und Frauen zu stärken. "
Weil Mädchen als wertlos gelten, würden weibliche Föten gezielt abgetrieben. In Ländern wie China oder Indien haben laut UNICEF vorgeburtliche Diagnosetechniken und Abtreibungen dazu geführt, dass das demografische Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen verzerrt ist. In Indien kommen auf 1.000 Jungen 927 Mädchen, in China unter 900."

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=26940
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,342827,00.html

Annette Schavan (SPD)

Die Fraktionen von Union und SPD haben einen Antrag eingebracht, wonach die Chancen auf dem Arbeitsmarkt gestärkt werden sollen. Vor wenigen Tagen erst hatte das Statistische Bundesamt erneut festgestellt, dass Frauen auch in Deutschland häufig weniger Lohn als Männer erhalten. Dies wurde auch darauf zurückgeführt, dass sie seltener in höheren Positionen arbeiten
"Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) kündigte an, sich dafür einsetzen zu wollen, dass der Frauenanteil in der Wissenschaft innerhalb von zehn Jahren verdoppelt wird. In der Donnerstagausgabe des "Tagesspiegel" kritisierte sie, dass die Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft längst nicht erreicht sei. "Das ist ungerecht, es schadet aber auch, denn Deutschland braucht alle Talente."
Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird auch den speziellen Gesundheitsproblemen der Frauen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. "
"Hinzu komme, dass Frauen und Mädchen weiterhin anhaltender Gewalt vor allem in der Familie ausgesetzt seien. Für die meisten Übergriffe seien die Partner verantwortlich. "

„Deshalb sei der diesjährige Frauentag auch dem Kampf gegen häusliche Gewalt gewidmet."

http://www.ftd.de/politik/international/:uno-warnt-vor-verarmung-von-frauen/170626.html

Ursula Wyss (CH), Nationalrätin

«Es geht nur mit den MännernUnd das letzte Wort des Jahres gehört den Frauen. Die Autorin Thea Dorn und die Politikerin Ursula Wyss über die neue Feminismus-Debatte, weibliche Rollenbilder und die Unverzichtbarkeit der Männer

«Es geht nur mit den MännernUnd das letzte Wort des Jahres gehört den Frauen. Die Autorin Thea Dorn und die Politikerin Ursula Wyss über die neue Feminismus-Debatte, weibliche Rollenbilder und die Unverzichtbarkeit der Männer
NZZ am Sonntag: Frau Dorn, wo war es Ihnen hilfreich, eine Frau zu sein? ...

NZZ am Sonntag: Frau Dorn, wo war es Ihnen hilfreich, eine Frau zu sein?
Thea Dorn: Ich würde sagen, auf eine Weise hat es mir geholfen, und auf dieselbe Weise hat es mir die Karriere auch schwieriger gemacht. Ich habe als 24-Jährige mein erstes Buch veröffentlicht, und die Tatsache, dass ich jung und eine Frau bin, hat mir wohl mehr Aufmerksamkeit beschert, als wenn ich ein 24-jähriger Mann gewesen wäre. Negativ hat sich das Frausein bei der Reaktion auf mein Buch bemerkbar gemacht. Die drastische Darstellung der Gewalt nahm man mir übel nach dem Motto «und das von einer Frau!».
Und Sie Frau Wyss, wann hatten Sie Vorteile, eine Frau zu sein?
Ursula Wyss: Das ist schwierig, rückblickend so etwas zu sagen. Vielleicht hat es schon angefangen bei der Erziehung durch die Eltern, die mich ganz bewusst eigenständig und selbstbewusst erzogen haben - stärker, als das bei meinen Brüdern der Fall war.
Aber bei Ihrem Eintritt in die Politik war Ihr Frausein doch hilfreich?
Wyss: So war das nicht. Ich bin viel eher über das «Jungsein» definiert worden als über das Frausein. Auf unserer Liste, mit der wir 1999 antraten, stand nicht die Frage nach dem Geschlecht im Zentrum. Interessant ist allerdings, dass vor allem junge Frauen gewählt werden.
Warum glauben Sie, haben es gerade junge Frauen geschafft und nicht die jungen Männer?
Wyss: Wähler, die bewusst den politischen Nachwuchs fördern, wählen tendenziell lieber Frauen. Vielleicht liegt es auch an der Stärke dieser jungen Frauen, hinzustehen und zu sagen: «Ich will es, und ich will es jetzt.Haben Sie beide den Eindruck, Frauenfragen seien wieder en vogue?
Dorn: Wenn man sich die Medien- Geräusche, die um dieses schreckliche Buch von Eva Herman gemacht wurden, anhört, könnte man meinen, ja. Ich glaube, man muss das Thema weiter fassen. Wir sollten eine Geschlechter-Debatte führen und die Frauenfrage nicht isoliert betrachten. Ohne die Jungs kommen wir nicht weiter. Das hat die Frauenbewegung in den siebziger Jahren gezeigt. Denn wenn die Männer an ihren Rollenbildern festhalten, können sich die Frauen noch so lange emanzipieren, es bringt nur bedingt etwas. Damit meine ich aber nicht, dass wir die Männer - wie in den achtziger Jahren in Deutschland - in die Strickgruppe schicken. Ich meine damit auch nicht, die alten Rollenzuteilungen neu festzuschreiben. Je mehr ich mich mit dem Thema Frauen beschäftige, desto klarer wird mir: Es geht nur mit den Männern.
Wyss: Ja, es muss ein gesellschaftlicher Prozess in Gang kommen. Andererseits habe ich überhaupt keine Lust, auf die Männer zu warten, bis die das kapiert haben. Die Männer kriegen ein Problem, wenn sie weiterhin an ihrer Rolle kleben - vor allem mit den jüngeren Frauen.
Ist das wirklich so? Sind nicht vielmehr gerade die jungen Frauen dabei, sich mit Freude wieder den alten Rollenmustern zu verschreiben?
Wyss: Nein, das ist ein Medienthema. Das sind vielleicht ein paar Luxus- Frauen, die ein Leben in der Villa anstreben. Aber die sind nicht repräsentativ. Schon allein die Tatsache, dass die Wirtschaft auf die gut ausgebildeten Frauen nicht verzichten kann, wird den Weg weisen. Es geht darum: Wie organisieren wir Beruf und Familie? Machen wir das selber, oder warten wir, bis die Männer endlich ihren Beitrag leisten? Da ist auch die Politik gefragt, die Strukturen schaffen muss.
Und was fordern Sie von den Frauen? Schliesslich waren es Frauen, die die Mutterschaftsversicherung lange blockiert haben.
Wyss: Das war eben eine Generation von Frauen, die sich nicht vorstellen konnten, Kinder zur Betreuung in fremde Hände zu geben. Das sind alte Rollenbilder einer Generation.
Dorn: Wenn ich mir die derzeitigen Debatten anschaue, habe ich nicht den Eindruck, dass das nur die ältere Generation ist, die mit alten Rollenbildern lebt. Meines Erachtens gibt es gerade bei Jüngeren wieder eine Sehnsucht nach traditionellen Rollen.
Wyss: Das sehe ich nicht so, zumindest nicht für die Schweiz. Wir sind weniger «romantisch», und wir lamentieren weniger. Für mich geht es darum, dass zu wenig familienfreundliche Institutionen da sind. Wir sind weit davon entfernt, dass Frauen die Möglichkeit haben, berufstätig zu sein und Kinder zu haben.
Dorn: Ich möchte ein Beispiel dagegenhalten, das die Haltung verdeutlicht, die ich meine: Eine Freundin von mir ist Berufsberaterin, sie hilft Abiturientinnen dabei, zu überlegen, was sie beruflich machen können. Häufig hört sie von jungen Frauen den Satz: «Meine Schwester hat einen reichen Mann geheiratet, die muss nicht mehr arbeiten . . .» Die Pointe: Die anderen jungen Damen seufzen romantisch. Ich fürchte, das Leitbild vieler junger Frauen besteht darin, einen reichen Mann zu erwischen und damit die Option zu haben, ein schickes Kunststudium nebenher zu machen. Breites Kreuz, dickes Konto - mit diesem Wunschbild von einem Mann geben immer noch viel zu viele Frauen die Verantwortung für ihr Leben ab.
Wyss: Für mich bleibt das nur ein Ausschnitt einer Generation, der nicht repräsentativ ist. Erstens sind reiche Männer nicht dick gesät, und zweitens geht die Entwicklung in eine andere Richtung - nämlich dahin, dass beide Partner berufstätig sind. Das, was Sie beschreiben, ist ein Rinnsal, aber der Hauptstrom besteht aus Frauen, die sich beruflich verwirklichen.
Die Wahl zwischen Herd und Job haben jedenfalls nur die Frauen . . .
Wyss: Ach was, das haben Männer genauso. Sie glauben nur, sie hätten keine Wahl, dabei können sie auch zu Haus bleiben. Das ist so fadenscheinig von den Männern, zu sagen, sie könnten auf keinen Fall Teilzeit arbeiten. Seltsamerweise können es die Frauen.
Dorn: Dennoch muss man bedenken, dass Berufstätigkeit bei Frauen nach wie vor nicht als elementarer Bestandteil ihrer Identität angesehen wird. Das fängt schon bei der Erziehung an. Frauen werden unbewusst immer noch darauf getrimmt, in erster Linie schön, begehrenswert, niedlich zu sein. Im Übrigen bin ich skeptisch, wenn es heisst, die wirtschaftliche Notwendigkeit werde Frauen schon in die Berufstätigkeit zwingen. Das tut sie ja bereits und zwingt viele Frauen, uninspiriert in schlecht bezahlten Jobs zu arbeiten. Für mich muss die Idee im Vordergrund stehen, dass Berufstätigkeit kein lästiges ökonomisches Übel ist, dem die Frau im Idealfall aus dem Weg gehen kann, sondern Mittel zum Lebensglück.
Wyss: Der Beruf als Mittel zum Lebensglück - das gilt doch vornehmlich für die Autorin, die Moderatorin oder die Frau Bundeskanzlerin. Wie steht es mit der Verkäuferin und der Putzfrau? Nicht zufällig ist diese Idee gerade bei Akademikerinnen ausgeprägt.
Dorn: Nicht unbedingt. Viele, die heute davon träumen, zu Hause zu bleiben, sind Akademikerinnen, also Frauen, die gut ausgebildet sind, aber dennoch nicht wissen, was sie damit wirklich anfangen sollten.
Wyss: Viele? Nehmen wir doch eine andere Zahl. Jede zweite Akademikerin hätte gerne ein Kind, kriegt aber keines, weil sie Muttersein mit Beruf nicht verbinden kann.
Dorn: Liegt das wirklich nur an den Strukturen? Der Klassiker ist doch, vereinfachend gesagt: Die Singlefrau um die 40 ist eine gut ausgebildete Akademikerin, während der Singlemann um die 40 Sozialhilfeempfänger ist. Ich habe bei den Recherchen für mein Buch mehr als einmal gehört, dass Frauen gerne Kinder hätten, aber den Partner dafür nicht finden, der bereit ist, auch Verantwortung zu übernehmen.
Wyss: Das, was Sie anführen, betrifft die individuelle Ebene. Mir geht es um die gesellschaftliche und politische Ebene dieser Frage: Ich wünschte mir, dass Frauen nicht zwischen Familie und Beruf entscheiden müssen.
Dorn: Ich halte nichts von institutionellen Regelungen, die verordnet werden. Ich beobachte etwas anderes: Das Frauenthema ist hoch ideologisch aufgeladen, und Lobgesänge auf die Hausfrauen-Mütter sind en vogue. Da kann die Politik noch so viele Kindergartenplätze schaffen, wenn berufstätige Mütter als Rabenmütter verschrien sind, haben wir ein Problem.
Und welche Rolle spielen die Frauen in diesem diagnostizierten Retro-Trend?
Dorn: Eine grosse. Man darf die Frauen in dieser Frage nicht mit Samthandschuhen anfassen, sondern muss ihnen unbequeme Fragen stellen nach ihrer Durchhalte-Fähigkeit, Selbstverantwortung usw. Ich habe es lange für ein männliches Klischee gehalten, aber heute sage ich auch: Frauen können nicht mit Konkurrenz umgehen.
Inwiefern?
Dorn: Frauen orientieren sich ungern an einer Frau, die etwas besser kann als sie selbst. Männer haben mit sogenannten Role-Models viel weniger Mühe, mit Konkurrenz ohnehin. Ein Beispiel: Eine häufige Reaktion auf mein Buch, in dem ich Frauen, die es «geschafft haben», zu Wort kommen lasse, ist von Frauen ein schnippisches: «Dann bin ich eben nicht so toll wie die.» Dieser weibliche Drang, andere Frauen, die etwas leisten, nicht als inspirierendes Vorbild zu nehmen, sondern zu diffamieren - am liebsten mit «Ja, aber . . . sie ist dick geworden» - das macht mich rasend.
Wyss: Dieses Niedermachen-Müssen kommt vielleicht daher, dass bei Frauen vieles gleich ein Bekenntnis ist - sei es als Berufsfrau oder eben als Hausfrau. Man sieht sich gezwungen, zu verteidigen, weil die ganze Identifikation über diese Schiene läuft. Das Fatale ist, Frauen beugen sich dem Rechtfertigungszwang.
So schlecht steht es offensichtlich nicht mit den Frauen und der Macht. 2008 könnten Frankreich, die USA und Deutschland von Frauen regiert werden.
Dorn: Es scheinen Zeiten zu sein, in denen man traditionell weibliche Fähigkeiten zum Regieren braucht. Also weniger Zampano-Getöse, mehr Sachorientierung und zuhören können - so wie es Angela Merkel vormacht.
Wyss: Aus diesen Entwicklungen schliesse ich: Frauen erobern sich nach und nach alle Felder. Sämtliche Männerbastionen sind am Bröckeln. Aufgezeichnet von Susanna Heim
http://www.nzz.ch/2006/12/31/vm/articleER4MV.html

Barbara Prammer (ehemalige Frauenministerin, SPÖ)

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Jeder Bezirk hat seine Stadtgeschichten
bezahlte EinschaltungWien - Auf die Notwendigkeit einer geschlechterspezifischen Förderung in der Schule machte am Mittwoch die SPÖ aufmerksam. Ausgehend waren die unterschiedlichen Ergebnisse von Mädchen und Burschen bei der PISA-Studie. Nachdem das Interesse von Mädchen für Naturwissenschaften noch immer sehr gering sei, gelte es hier anzusetzen, so Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer, damit Frauen später technische Berufe ergreifen könnten.
Geschlechter-Sensibilität
Konkret forderte sie daher in allen Schulen eine Gender- bzw. Gleichstellungsbeauftragte. Eine Lehrkraft an der Schule solle sich mit dem Thema beschäftigen, so Prammer. Man müsse etwa an den HTL einen Mädchenanteil von 50 Prozent anstreben. Dazu brauche es aber auch "Halbe-halbe" bei den Lehrkräften. Notwendig ist für Prammer weiters eine Lehrerfortbildung im Rahmen Geschlechtersensibilität. Zudem brauche es auch die Möglichkeit für Projekte und Schulversuche an den Schulen. (APA/red)
(die standard vom 18.03.2005)

Barbara Steffens (Grüne, NRW)

"Es ist Aufgabe des Staates und der Gesellschaft, Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder zu verhindern sowie den Opfern rechtsverbindlich Schutz und Hilfen bereitzustellen. Durch die rigide schwarz-gelbe Sparpolitik aber ist das ehemals gut funktionierende Netz aus Frauen- und Mädchenhäusern, Notrufen, spezialisierten und allgemeinen Frauenberatungsstellen in NRW empfindlich geschwächt worden. Zusätzliche Bedarfe, zum Beispiel für Gewaltopfer mit Behinderung, Zwangsverheiratete oder Mädchen und Frauen mit Genitalverstümmelungen, werden ignoriert."
http://www.barbara-steffens.de/cms/frauen/rubrik/16/16690.frauen.html

"Die neuen Ministerin für Emanzipation in NRW geht in die Offensive: Barbara Steffens will eine Frauenquote für die Aufsichtsräte von Börsenunternehmen. Ihre Forderung: Wie in Norwegen sollen 40 Prozent der Posten mit Frauen besetzt werden."
http://www.derwesten.de/nachrichten/Ministerin-will-Frauenquote-fuer-Aufsichtsraete-id3350799.html

Die erste Ministerin für Emanzipation in Deutschland. Kommt das nicht irgendwie 25 Jahre zu spät?
Nee, wahrscheinlich kommt das eher noch etwas zu früh. Zwar gibt es den Begriff Emanzipation in Verbindung mit der Frauenbewegung schon lange. Aber die Diskriminierung von Frauen ist subtiler geworden.
Was heißt subtiler?
Versteckter. Viele junge Frauen sagen heute: Diskriminierung – haben wir doch gar nicht. Wir können doch alles werden. Stimmt. Die Mädchen haben die besten Schulabschlüsse, die besten Studienabschlüsse, und am Ende haben sie die Hälfte des Gehalts von Männern. Das ist das Problem.
Aber Sie verdienen doch nicht weniger als Ihre männlichen Ministerkollegen?
Das ist richtig. Aber Tatsache ist doch auch, dass Frauen, die etwa eine Auszeit wegen der Erziehung der Kinder nehmen, später bei Beförderungen benachteiligt sind. Ausserdem werden Männer immer noch bei der Besetzung von gehobenen Positionen bevorzugt.
Insgesamt wächst doch der Frauenanteil in den Spitzenpositionen. Sollte das der Markt nicht selbst regulieren?
Warum sollte man nicht Notwendigkeiten, die auch für die Unternehmen hilfreich sind, beschleunigen? Warum soll ich die Frauen noch einmal 20 Jahre in der Warteschleife sitzen lassen, damit Männer länger ihre Positionen behalten?
Ist eine Quotierung nicht auch eine Form der Diskriminierung? Muss nicht die Leistung entscheiden?
Klar, wenn es um Leistung gehen würde. Aber das Problem ist, dass wir ganz viele Männer in leitenden Positionen haben, die sich viel leisten, aber nichts leisten. Frauen können das besser. Wir hatten gerade eine Wirtschaftskrise. Von wem waren die führenden Posten besetzt? Das waren verdammt viele Männer. Und an diesen Posten, wo verdammt viele Männer gesessen haben und verdammt viel vor die Wand gefahren haben, hätte ich gern mal im Vergleich dazu Frauen sitzen gesehen.
Deshalb führen Sie eine Datenbank ein, in der sich Frauen für Aufsichtsratsposten bei börsennotierten Unternehmen eintragen können. Und Sie glauben wirklich, Dax-Unternehmen beeindruckt das bei der Personalsuche?
In Norwegen dürfen Unternehmen nur an die Börse, wenn sie eine Frauenquote von 40 Prozent in den Aufsichtsräten nachweisen. Diese Quote hätte ich auch gern in Deutschland. Deshalb die Datenbank. Dann können Männer nicht mehr sagen, es gäbe zu wenige qualifizierte Frauen.
Und wenn die Quote nicht eingehalten wird?
Dann darf das Unternehmen in Norwegen nicht an die Börse. Dazu brauchen wir eine Änderung des deutschen Aktiengesetzes. So haben wir es auch im Koalitionsvertrag vereinbart und werden demnächst dazu eine Bundesinitiative starten.
Focus Nr. 31/2010, S. 45.

Viviane Reding, EU-Kommissarin

Brüssel. Frauen sind auch in Europa in Beruf und Privatleben weiterhin deutlich benachteiligt. Häusliche Gewalt etwa, wird überwiegend geächtet, aber Freunde und Bekannte schauen oftmals weg.
Ein Viertel aller Frauen erleidet im Laufe ihres Lebens Gewalt durch den Partner. Dabei dürfen prügelnde Ehemänner allerdings auf zunehmend wenig Verständnis hoffen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage im Auftrag der EU-Kommission hervor. Zugleich hat die Brüsseler Behörde erklärt, was sie gegen die weiterhin bestehende Benachteiligung von Frauen tun will.
Der Durchschnittseuropäer hält häusliche Gewalt für inakzeptabel und spricht sich für eine Bestrafung der Täter aus. Doch obwohl das Problem zunehmend ins öffentliche Bewusstsein rückt, wird es im Freundes- und Bekanntenkreis oft übersehen. „Das soziale Umfeld guckt noch zu wenig hin. Die meisten erwarten, dass so etwas nur in sozial schwachen Milieus passiert“, sagt Heike Herold von der Frauenhauskoordinierung e.V. „Dabei gibt es das in der Breite der Bevölkerung.“
„Machtgefälle zwischne Männern und Frauen“
Auslöser für Übergriffe sind häufig Drogen- oder Alkoholmissbrauch, aber auch schwierige Lebenssituationen wie Arbeitslosigkeit. Solche Begleitumstände brächten das Fass aber lediglich zum Überlaufen, sagt Herold. „Die Ursache liegt im Machtgefälle zwischen Männern und Frauen.“
Diese grundlegende Ungleichheit in vielen Lebensbereichen hat auch Viviane Reding, die EU-Kommissarin für Grundrechte, im Visier. Noch immer ist beispielsweise die Armut unter Frauen höher, besonders unter alleinerziehenden Müttern oder Rentnerinnen. Das ist nicht zuletzt eine Folge des Lohnunterschieds zwischen den Geschlechtern: Im EU-Schnitt verdienen Männer knapp 18 Prozent mehr. In Deutschland klafft die Lohnschere mit mehr als 23 Prozent Differenz besonders weit auseinander, nur in Österreich und Tschechien sind die Unterschiede noch größer.
Frauen bekommen nach wie vor häufig schlechter bezahlte „Frauenjobs“ und steigen selten bis in die Führungsebene auf: In den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen stellen sie nur zehn Prozent des Personals. Reding macht sich für eine Frauenquote stark. „Die EU-Kommission kann die EU-Mitgliedstaaten dazu aber nicht verpflichten“, erklärte das Berliner Familienministerium.
http://www.derwesten.de/nachrichten/panorama/Frauen-in-Europa-immer-noch-stark-benachteiligt-id3742908.html
Die Bulgarin Georgieva und die Luxemburgerin Reding schildern ihre Arbeit in Brüssel. Frauenquoten sind für sie kein Allheilmittel, aber ein nützliches Instrument.

KURIER: Gibt es eine spezifische Männer- oder Frauenkultur in der Europäischen Kommission?
Viviane Reding: Wir machen Politik im Interesse von mehr als 500 Millionen Bürgern, das kann nur gemeinsam gehen. Die Arbeitskultur hat weniger mit dem Geschlecht zu tun, sondern mehr mit dem nationalen Hintergrund. Wir entscheiden immer im europäischen Interesse, allerdings spricht jeder Kommissar die Besonderheiten seines Heimatlandes in den Kommissionssitzungen an. Die Kommissare aus den neuen Mitgliedsländern haben viel frischen Wind und neue Gesichtspunkte eingebracht.
Kristalina Georgieva: Die Kommission bietet Frauen die Möglichkeit, ihre Ambitionen zu verwirklichen. Die Folge sind bessere Resultate. Unabhängig vom Geschlecht verfolgen alle Kommissare einen lösungsorientierten Ansatz. Eines muss ich aber sagen: Frauen in hohen Positionen arbeiten härter als Männer, um als gleichwertig wahrgenommen zu werden. Dieser Trend wird sich so lange fortsetzen, bis es wirkliche Gleichheit gibt.

Gibt es genügend Solidarität unter den Frauen?
Reding: Wir brauchen Old-Girls-Clubs, um den Männerbünden etwas entgegenzusetzen. Das geht nur, wenn wir solidarisch sind. Wir brauchen auch mehr Rollenmodelle. Vorbilder sind wichtig. Know-how und Erfahrungen weiterzugeben, ist ein wesentlicher Teil.
Georgieva: In Konflikten und bei Katastrophen sind Frauen verletzbarer. Für mich bedeutet Solidarität, betroffene Frauen weltweit zu unterstützen. Solidarität heißt Hilfe zur Selbsthilfe.

Wie fördern Sie Frauen in Ihrem Bereich?
Georgieva: Bei der humanitären Hilfe schaue ich besonders auf Frauen. Gerade jetzt bei den Entwicklungen in der arabischen Welt gibt es die Chance, dass neben den Freiheitsrechten auch die Rechte von Frauen und Mädchen gestärkt werden. Armut, demografische Entwicklung und steigende Nahrungsmittelpreise - das alles beeinflusst sehr stark den Alltag von Frauen. Ein großer Teil der EU-Hilfe an Nordafrika kommt Frauen zugute, besonders den Flüchtlingen aus Libyen.
Reding: Ich investiere Zeit und Vertrauen. Mein Team besteht zu 60 Prozent aus Frauen im mittleren und Top-Management - nicht, weil ich Frauen Männern vorziehe, sondern weil ich viele kompetente Frauen gefunden habe. Ich habe mit jeder Frau über ihre Sorgen gesprochen und sie motiviert. Das Ergebnis ist ein starkes Team.

Sind Sie für die Durchsetzung von Frauen-Quoten?
Reding: Die Quote ist kein Allheilmittel, sie soll als letztes Mittel eingesetzt werden.
Georgieva: Bis die Frauen die Hälfte der Jobs in Führungspositionen von Unternehmen und in der Politik bekommen haben, ist die Quote ein nützliches Instrument. Ich unterstütze Quoten, bis wir das Ziel 50:50 erreicht haben. Dann sind Quoten überflüssig.

Was sagt Ihnen der oft zitierte Ausspruch "Mit den Waffen einer Frau"?
Reding: Die Waffen einer Frau sind so stark wie die Schwachstellen eines Mannes. Ich hatte immer einen Vorteil bei Verhandlungen auf höchster Ebene, weil die Männer nicht gewöhnt waren, mit einer Frau zu verhandeln. Die haben mich nie sehr ernst genommen, und dann hatte ich das Ding schon im Sack, ehe meine Verhandlungspartner gemerkt haben, dass sie mich doch hätten ernst nehmen sollen.

Welche Bedeutung hat der Frauentag für Sie?
Georgieva: Vereint in Vielfalt. Das ist auch das Motto der EU. Und es ist auch ein starkes Symbol für Frauen und die ganze Gesellschaft.
Reding: Ein Tag im Jahr genügt nicht. Frauen bringen Karriere und Familie unter einen Hut. Sie sind gute Managerinnen und stellen 60 Prozent der Universitätsabsolventen. Dieses Potenzial müssen wir nützen.

Starke Frauen: Georgieva und Reding
Kristalina Georgieva Die konservative bulgarische Politikerin studierte und unterrichtete Wirtschaftswissenschaften und Soziologie in Sofia mit dem Schwerpunkt Umweltwirtschaft. 1993 wechselte sie als Vizepräsidentin zur Weltbank. Seit Jänner 2010 ist sie EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und internationale Zusammenarbeit. Die 57-Jährige ist verheiratet und hat ein Kind.

Viviane Reding Die Luxemburgerin studierte Anthropologie und arbeitete als Journalistin. Von 1989 bis 1999 christdemokratische Abgeordnete des EU-Parlaments. Seit 1999 ist sie EU-Kommissarin, zuerst für Bildung, dann für Medien und Informationsgesellschaft, aktuell für Justiz und Grundrechte. Sie ist Vize-Präsidentin der EU-Kommission. Die 59-Jährige hat drei Kinder.
Brüssel – Die EU hat am Dienstag eine wichtige Etappe genommen, um mehr Frauen in die Chefetage von Aktiengesellschaften zu hieven. Die Kommission legte ein Konsultationspapier für eine bessere Unternehmensführung vor, aus dem im Herbst Gesetzesvorschläge werden sollen. Zentrales Element: Eine höhere Geschlechtergleichheit in den Aufsichtsräten.
Zur Zeit liege die Frauenquote in den Führungsgremien bei zwölf Prozent, heißt es im sogenannten Grünbuch von Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Ohne Eingreifen der EU werde es vermutlich 50 Jahre dauern, bis sich daran etwas ändere. "Es ist notwendig, eine Frauenquote zur Erhöhung der Geschlechtergleichheit in Betracht zu ziehen", schreibt Barnier.
EU-Justizkommissarin Viviane Reding hatte schon vor einem Monat mit "gesetzlichen Hebeln" für das kommende Jahr gedroht, sollten die Unternehmen mit Selbstverpflichtungen keine sichtbaren Ergebnisse erreichen. Bis 2015, so Redings Ziel, sollen mindestens 30 Prozent der Vorstandsposten mit Frauen besetzt sein. Das Grünbuch vom Dienstag ist der erste formelle Schritt zum angedrohten Gesetzgebungsverfahren.
Streit in Deutschland wird aufgemischt
Das würde auch den Streit zwischen Politik und DAX-Unternehmen in Deutschland neu aufmischen. Auf dem Spitzentreffen der Bundesregierung waren die Beteiligten am vergangenen Mittwoch nicht über neue Selbstverpflichtungen hinausgekommen, ohne konkrete Ziele festzulegen.
Die Kommission begründet ihre Initiative mit gewichtigen Argumenten: Der Kampf für weiblichere Chefetagen habe "einen unbestreitbaren positiven Effekt", heißt es im Grünbuch. Es gebe den Firmen die Chance, die besten Talente zu nutzen. Frauen hätten "einen unterschiedlichen Führungsstil", nähmen häufiger an Sitzungen teil und erhöhten die "kollektive Intelligenz".
In der Wirtschaft verfangen die Argumente bislang nicht. In einer aktuellen Studie der britischen Anwaltskanzlei Allen & Overy sprachen sich 82 Prozent der befragten Topmanager gegen eine Frauenquote aus.
Wer es in den Chefsessel geschafft hat, der will sich aus Brüssel nicht ins Handwerk pfuschen lassen, ist die generelle Aussage der Studie. 78 Prozent der Befragten sind gegen eine neues, striktes Regelkorsett für die Unternehmensführung. Doch die EU will vorerst nicht locker lassen und plant über die Frauenquote hinaus weitere Eingriffe in die unternehmerische Selbstbestimmung.
Limit für Aufsichtsratsmandate
So wird in dem Grünbuch auch ein Limit für die Zahl von Aufsichtsratsmandaten für Kontrolleure favorisiert. Dies wäre "eine einfache Lösung" um zu erreichen, dass sich die Aufsichtsräte ausreichend Zeit für ihre Aufgabe bei den jeweiligen Unternehmen nehmen. Eine konkrete Obergrenze für die Zahl der Mandate nennt Barnier noch nicht. Klar ist aber, dass die in Deutschland zulässige Zahl von zehn Posten weit über den Kommissionsplänen liegt.
Nicht nur die Mandatshäufung, auch die Gehälter von Topmanagern nimmt Brüssel ins Visier. Zwar gibt es schon Schritte, um die Boni von Bankern zu regulieren. Aber das Problem, dass durch die Entlohnung zur kurzfristigen Risiken auf Kosten einer langfristigen Wertorientierung ermutigt werde, sei nicht auf die Finanzbranche beschränkt. Barnier regt deswegen an, dass die Unternehmen ihre Gehaltspolitik öffentlich machen.
Bis zum 22. Juli haben alle beteiligten Parteien nun Zeit, zum Grünbuch Stellung zu nehmen. Nach einer Auswertung der Beiträge will die EU entscheiden, welche gesetzlichen Eingriffe notwendig sind und wie sie auf den Weg gebracht werden.

http://www.epochtimes.de/articles/2011/04/05/697852.html

Ursula Plassnik, ehemalige österreichische Aussenministerin

Die Weltfinanzkrise, aus der gerade eine Weltwirtschaftskrise wird, zeichnet täglich neue Bebenlinien. Werden die Frauen rund um den Globus zu den Verliererinnen zählen?
Ermutigung und mehr Selbstvertrauen müssen daher die Schlüsselbegriffe bei einem Spitzentreffen sein, das diese Woche im westafrikanischen Monrovia unter der Ko-Präsidentschaft von Ellen Johnson-Sirleaf (Liberia) und Tarja Halonen (Finnland) stattfindet. Es geht um die bessere Einbeziehung von Frauen und ihre Führungsrolle bei Friedensarbeit, Sicherheit und Entwicklung.
Krisen schärfen abrupt den Blick für längst Notwendiges, ja Überfälliges. Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Über 50 Prozent der Weltbevölkerung ist weiblich, Frauen leisten 65 Prozent der Arbeit. Sie haben im Durchschnitt aber nur zehn Prozent Anteil am Einkommen und nur ein Prozent Anteil am Weltvermögen. Wege aus den derzeitigen globalen ökonomischen und sozialen Problemen können nur im konstruktiven Miteinander von Männern und Frauen gelingen. Die Kraft der Frauen ist in vielen Gesellschaften ein noch ungewecktes Energiepotenzial.
Frauen sind die besseren "Finanzminister" - ob in der Familie oder im Staat. Sie bringen wertvolle und vielfältige Erfahrungen ein. Sie nützen öffentliche Gelder in der Regel effizienter und nachhaltiger als Männer. Überall in der Welt haben etwa Frauen mit Mikrokrediten höchst erfolgreich kleine Inseln des Wohlstandes geschaffen. Selbstversorgung, bessere Ausbildungschancen, Gesundheitsversorgung und Umweltschutz stehen im Mittelpunkt. Die Zukunft der Kinder eben! Der Sturm der großen Krise darf diese handfesten Wegweiser in eine chancenreichere Zukunft nicht zerstören, die Hoffnungsträgerinnen nicht beiseite schieben oder gar ins Bodenlose stürzen lassen.
Dass in Europa die Frauen derzeit noch vergleichsweise glimpflich davonkommen, ist leider nicht garantiert. Es darf also keine schleichende "Abkoppelung" der Frauen im praktischen Umgang mit der Krise geben. Solidarität und Partnerschaft - auch zwischen den Geschlechtern und Generationen - müssen mehr denn je ein Grundpfeiler unseres Weltdorfes im dritten Jahrtausend sein. Das Wissen, die Erfahrungen und der Beitrag von Frauen dürfen in keiner Gesellschaft missachtet oder unterbewertet werden. Ganz besonders gilt dies nach Kriegen oder Konflikten. Frauen und Männer verdienen auf allen Ebenen gleichberechtigtes Mitgestalten und Mitentscheiden.
Die Zeit des ungehörten Schreis ist vorbei.(Ursula Plassnik/DER STANDARD Printausgabe, 6. März 2009)

Bei einem hochrangigen Treffen von Politikerinnen in Liberia geht es darum, das große Potenzial von Frauen zur Überwindung der globalen Rezession zu nutzen und zu verhindern, dass sie zu den größten Verlierern der Weltfinanzkrise werden.
Die Autorin ist ehemalige Außenministerin und ÖVP-Nationalratsabgeordnete.
http://diestandard.at/1234508749776/Frauen-sind-die-besseren-Finanzminister
Ursula Plassnik: Frauen sind die besseren "Finanzminister" - ob in der Familie oder im Staat.

Bei einem Treffen von Politikerinnen in Liberia geht es darum, das große Potenzial von Frauen zur Überwindung der globalen Rezession zu nutzen - Kommentar der anderen von Ursula Plassnik

... und zu verhindern, dass sie zu den größten Verlierern der Weltfinanzkrise werden.

Die Weltfinanzkrise, aus der gerade eine Weltwirtschaftskrise wird, zeichnet täglich neue Bebenlinien. Werden die Frauen rund um den Globus zu den Verliererinnen zählen?
Ermutigung und mehr Selbstvertrauen müssen daher die Schlüsselbegriffe bei einem Spitzentreffen sein, das diese Woche im westafrikanischen Monrovia unter der Ko-Präsidentschaft von Ellen Johnson-Sirleaf (Liberia) und Tarja Halonen (Finnland) stattfindet. Es geht um die bessere Einbeziehung von Frauen und ihre Führungsrolle bei Friedensarbeit, Sicherheit und Entwicklung.

Krisen schärfen abrupt den Blick für längst Notwendiges, ja Überfälliges. Die Fakten
sprechen eine klare Sprache: Über 50 Prozent der Weltbevölkerung ist weiblich, Frauen leisten 65 Prozent der Arbeit. Sie haben im Durchschnitt aber nur zehn Prozent Anteil am Einkommen und nur ein Prozent Anteil am Weltvermögen. Wege aus den derzeitigen globalen ökonomischen und sozialen Problemen können nur im konstruktiven Miteinander von Männern und Frauen gelingen. Die Kraft der Frauen ist in vielen Gesellschaften ein noch ungewecktes Energiepotenzial.

Frauen sind die besseren "Finanzminister" - ob in der Familie oder im Staat. Sie bringen wertvolle und vielfältige Erfahrungen ein. Sie nützen öffentliche Gelder in der Regel effizienter und nachhaltiger als Männer. Überall in der Welt haben etwa Frauen mit Mikrokrediten höchst erfolgreich kleine Inseln des Wohlstandes geschaffen. Selbstversorgung, bessere Ausbildungschancen, Gesundheitsversorgung und Umweltschutz stehen im Mittelpunkt. Die Zukunft der Kinder eben! Der Sturm der großen Krise darf diese handfesten Wegweiser in eine chancenreichere Zukunft nicht zerstören, die Hoffnungsträgerinnen nicht beiseite schieben oder gar ins Bodenlose stürzen lassen.

Dass in Europa die Frauen derzeit noch vergleichsweise glimpflich davonkommen, ist leider nicht garantiert. Es darf also keine schleichende "Abkoppelung" der Frauen im praktischen Umgang mit der Krise geben. Solidarität und Partnerschaft - auch zwischen den Geschlechtern und Generationen - müssen mehr denn je ein Grundpfeiler unseres Weltdorfes im dritten Jahrtausend sein. Das Wissen, die Erfahrungen und der Beitrag von Frauen dürfen in keiner Gesellschaft missachtet oder unterbewertet werden. Ganz besonders gilt dies nach Kriegen oder Konflikten. Frauen und Männer verdienen auf allen Ebenen gleichberechtigtes Mitgestalten und Mitentscheiden.

Die Zeit des ungehörten Schreis ist vorbei.(Ursula Plassnik/DER STANDARD Printausgabe, 6. März 2009)

Bei einem hochrangigen Treffen von Politikerinnen in Liberia geht es darum, das große Potenzial von Frauen zur Überwindung der globalen Rezession zu nutzen und zu verhindern, dass sie zu den größten Verlierern der Weltfinanzkrise werden.

Die Autorin ist ehemalige Außenministerin und ÖVP-Nationalratsabgeordnete.
http://diestandard.at/?url=/?id=1234508749776%26sap=2%26_pid=12289819

Astrid van der Haegen (Präsidentin Wirtschaftsfrauen Schweiz)

...Astrid van der Haegen erklärt sich die teilweise eklatanten Unterschiede bei den Spitzengehältern damit, dass Frauen «wesentlich höhere Grundsätze bezüglich Ethik und Moral» hätten und viele darum ein Jahreseinkommen, welches über 500 000 Franken liege, ablehnten. Weniger Lohn, aber mehr Moral – sieht so die geschlechtsspezifische Gleichung aus?

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2009-44/artikel-2009-44-abgerechnet-wird-am-zahltag.html

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Die ultimative Dienstleistungsoffensive des Antifeminismus

Mösenklatscher

16.04.2011, 18:59

@ Oberkellner
 

Es geht nur mit den Männern, also stoppen wir es schleunigst!!!

 

» «Es geht nur mit den MännernUnd das letzte Wort des Jahres gehört den
» Frauen. Die Autorin Thea Dorn und die Politikerin Ursula Wyss über die
» neue Feminismus-Debatte, weibliche Rollenbilder und die Unverzichtbarkeit
» der Männer

Na, das haben die FrauInnen aber gut erkannt.

Und weil es sowieso "nur" mit "uns" geht, sollten wir den Dumm-Tussen einen
feuchten Haufen gegen, "Erstattung" einer saftigen Reinigungsgebühr versteht sich, in die Ecke scheissen!

Ergo müssen wir nur noch einen ausgiebigen und exorbitanten Exzorzismus mit den Lila-Pudeln und den Mösenbeschützern vollziehen.

Ran an die Femanzen und Pudeln...!

jens_(R)

16.04.2011, 19:57

@ Mösenklatscher
 

Es geht nur mit den Männern, also stoppen wir es schleunigst!!!

 

» Na, das haben die FrauInnen aber gut erkannt.

Nur mit Maenner = nur mit dem Geld der Maenner. Dass es den Feministinnen nicht um die Einbeziehung der Maenner geht, macht schon das misandrische Interview deutlich

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