<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
<channel>
<title>Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land? - Liste Femanzen Dr. Dagmar Ziegler</title>
<link>https://wgvdl.com/forum3/</link>
<description>Gleichberechtigung, Männerdiskriminierung, Männerbenachteiligung, Antifeminismus</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Liste Femanzen Dr. Dagmar Ziegler</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>F55 <strong>Dr. Dagmar Ziegler</strong> – Sozialdemokratische Partei Deutschland - geboren am 28.09.1960 in Leipzig – Studium der Finanzwirtschaft an der Humbold-Universität zu Berlin (Dipl. Finanzökonomin) - in der Filiale Leipzig der Staatsbank der DDR tätig - seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD) – von 2000 bis 2008 stellvertretende Vorsitzende der SPD Brandenburg – Ministerin für Finanzen des Landes Brandenburg von 2000 bis 2004 – Ministerin für Soziales und Arbeit des Landes Brandenburg von 2004 bis 2009  - seit 2004 Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg – <a href="http://www.dagmar-ziegler.de">www.dagmar-ziegler.de</a> - <a href="http://www.politische-bildung-brandenburg.de/sites/default/files/bilder/ziegler.jpg">http://www.politische-bildung-brandenburg.de/sites/default/files/bilder/ziegler.jpg</a> - dagmar.ziegler@bundestag.de </p>
<p>17. Brandenburgische Frauenwoche eröffnet<br />
Ziegler: Defizite bei der Gleichstellung von Frauen und Männern</p>
<p>Potsdam - Für die Gleichstellung von Frauen und Männern in Brandenburg muss nach Ansicht von Sozialministerin Dagmar Ziegler (SPD) auch weiterhin gekämpft werden. Nach wie vor gebe es etwa zu wenige Frauen in Führungspositionen, sagte sie am Donnerstag in Potsdam zum Auftakt der 17. Brandenburgischen Frauenwoche. Auch die Anzahl der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten sei seit 2003 durch eine Änderung in der Kommunalverfassung von 93 auf 27 Hauptamtli-che gesunken. </p>
<p>...</p>
<p>Das Motto der diesjährigen Veranstaltungsreihe lehnt sich an das von der Europäischen Union aus-gerufene „Jahr der Chancengleichheit für alle” an. Zu Beginn der Frauenwoche diskutierten am Donnerstag rund 140 Teilnehmer bei einer Fachtagung über die Entwicklung von Strategien zum Abbau von Benachteiligungen. Themen der übrigen Veranstaltungen sind unter anderen Frauen und Arbeit, Gewalt, Familienpolitik und soziale Sicherung.</p>
<p>Ziegler wies darauf hin, dass Deutschland mit seinen großen Lohnunterschieden zwischen den Geschlechtern in der Europäischen Union „einen Platz im letzten Rang” einnehme. Sie sprach außerdem von Plänen, in Brandenburg eine Liste mit Namen von Frauen zu erstellen, die an Arbeitsplät-zen in Führungspositionen interessiert sind. So könnten Posten schneller besetzt werden. Ihr Ministerium habe die Arbeit von Verbänden zum Thema Frauen und Mädchen im vergangenen Jahr mit 478 000 Euro unterstützt.</p>
<p><a href="http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10881489/2242247/">http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10881489/2242247/</a></p>
<p>Mit scharfer Kritik hat die Opposition auf eine neue Website von Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU) zur sogenannten Flexi-Quote zum Thema Frauenförderung in Unternehmen reagiert. Schröder habe &quot;vor wenigen Wochen wortreich erklärt, dass die Flexiquote in dieser Legislaturperiode nicht mehr kommt, sondern ins CDU-Wahlprogramm 2013 aufgenommen wird&quot;, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Ziegler, am Mittwoch &quot;Handelsblatt Online&quot;. Daher dürfe Schröder dafür nicht mit Mitteln ihres Ministeriums werben.<br />
Schröder warb in einem AFP vorliegenden Brief an alle Kabinettsmitglieder und Koalitionsabgeordneten für die Website <a href="http://www.flexi-quote.de">www.flexi-quote.de</a>, auf der erstmals die Selbstverpflichtungen aller 30 Dax-Unternehmen bei der Frauenförderung aufgelistet sind. Frauen und Männer, die sowohl Karrierechancen nutzen als auch Zeit für Familie haben wollten, bräuchten andere Arbeitsbedingungen und eine andere Unternehmenskultur. Die Flexi-Quote sei eine &quot;intelligente Quote&quot;, weil sie indivi-duelle Ausgangsbedingungen berücksichtige, &quot;statt alle Unternehmen und Branchen über einen Kamm zu scheren&quot;, erklärte Schröder.<br />
Ziegler kritisierte, die Flexi-Quote sei &quot;genauso wirkungs- wie intelligenzfrei&quot; und &quot;Augenwischerei&quot;. &quot;Die letzten Jahrzehnte haben uns schmerzlich gelehrt, dass über Freiwilligkeit Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wirtschaft scheitert&quot;, sagte Ziegler. Notwendig sei vielmehr eine feste gesetzliche Quote, die an ein konkretes Datum geknüpft und mit spürbaren Sanktionen versehen sei.<br />
Die Grünen-Sprecherin für Frauenpolitik, Monika Lazar, erklärte in Berlin, Schröders Werben für &quot;die intelligente Quote&quot; sei eine &quot;unverschämte Bezeichnung für ein gescheitertes Projekt&quot;. Die neue Website sei &quot;ein Ausdruck von Hilflosigkeit&quot;. &quot;Wozu braucht es eine Plattform für ein Projekt, das in der Koalition gescheitert und selbst innerhalb Unionsfrauen nicht mehrheitsfähig ist?&quot;</p>
<p><a href="http://de.nachrichten.yahoo.com/opposition-kritisiert-website-schr%C3%B6ders-flexi-quote-154048420.html">http://de.nachrichten.yahoo.com/opposition-kritisiert-website-schr%C3%B6ders-flexi-quote-154048420.html</a></p>
<p>Mit einer individuellen Quote wollen die 30 im Dax notierten Unternehmen mehr Frauen in Führungspositionen hieven. Im Gegenzug verzichtet die Bundesregierung auf einheitliche Vorgaben - zumindest zunächst.<br />
Berlin - Die 30 größten deutschen Aktienunternehmen haben sich freiwillig zu einer Förderung von Frauen in Führungspositionen verpflichtet. Sie wollen dazu unternehmensspezifische Zielvorgaben festlegen und noch dieses Jahr veröffentlichen, teilte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) am Mittwoch nach einem Gespräch mit Vorständen der großen Aktiengesellschaften in Berlin mit.<br />
&quot;Wir werden nicht eine Quote haben, sondern wir werden in diesem Jahr 30 Zielvorgaben der 30 Dax-Unternehmen erfahren&quot;, sagte Schröder. Sie sei sehr froh über dieses Ergebnis. Die Bundesregierung gebe der Wirtschaft damit noch befristet Zeit für &quot;substanzielle Verbesserungen&quot;. Falls dies nicht gelinge, komme die von ihr vorgeschlagene &quot;gesetzliche Pflicht zur Selbstverpflichtung&quot;. <br />
Laut Familienministerin wurde mit dem Treffen &quot;ein wichtiger Prozess angestoßen&quot;. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sprach von einem guten Anfang, der aber noch nicht ausreiche.<br />
Telekom-Arbeitsdirektor Sattelberger lobt Druck der Politik<br />
Schröder ihrerseits präsentierte den Unternehmen ihren Stufenplan für das angestrebte Ziel. Der Plan wurde allerdings von den Unternehmen nicht durchweg akzeptiert und ist auch in der Bundesregierung noch nicht konsensfähig.<br />
Der Stufenplan sieht unter anderem flexible Quoten für die einzelnen Unternehmen vor und nennt als Zielmarke für eine Verdreifachung der Frauenquote in den Führungsgremien das Jahr 2013. Schröder zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis des Gesprächs, auch wenn BMW-Personalvorstand Harald Krüger betonte, die Wirtschaftsvertreter hätten den Stufenplan &quot;nicht in allen Stufen bestätigt&quot;.<br />
Telekom-Arbeitsdirektor Thomas Sattelberger sprach von einem &quot;guten Tag für die Dax-Unternehmen und erklärte: &quot;Der Druck der Politik hat geholfen.&quot;<br />
Sattelberger hatte vor einiger Zeit für seinen Konzern eine Selbstverpflichtung ausgesprochen, 30 Prozent Frauenquote zu erreichen. Siemens-Personalchefin Brigitte Ederer machte für die Defizite bei der Frauenquote auch gesellschaftspolitische Mängel verantwortlich. &quot;Wir müssten eigentlich im Gegenzug fordern: Bekommen wir die notwendigen Frauen ausgeliefert in den technischen berufen?&quot;, sagte sie.<br />
Opposition enttäuscht<br />
Die Opposition im Bundestag zeigte sich enttäuscht von dem Gipfel. SPD-Vizefraktionschefin Dagmar Ziegler nannte Schröders Flexiquote halbherzig und eine &quot;butterweiche Regelung&quot;. Sie lasse &quot;mehr Fragen offen, als sie beantwortet&quot;, sagte Ziegler. <br />
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte unter Hinweis auf eine bereits 2001 vereinbarte Selbstverpflichtung: &quot;Es ist zum zweiten Mal nichts rausgekommen. Eine Selbstverpflichtung reicht uns nicht aus, und es reicht uns auch nicht aus, dass verschiedene Ministerinnen in verschiedene Richtungen gehen.&quot; <br />
Die Bundesgeschäftsführerin der Linken, Caren Lay, nannte das Verhandlungsergebnis &quot;enttäuschend. Wieder einmal wird Gleichstellung auf die lange Bank geschoben.&quot; <br />
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock begrüßte zwar, &quot;dass hier endlich Bewegung in die Sache kommt&quot;, nannte aber den Stufenplan &quot;viel zu zögerlich&quot;. Es sei höchste Zeit für eine gesetzliche Frauenquote anstatt &quot;transparenter freiwilliger Selbstverpflichtungen&quot;.</p>
<p><a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/0,2828,754068,00.html">http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/0,2828,754068,00.html</a></p>
<p>Betreuungsgeld konterkariert Erfolg des Elterngelds</p>
<p>Mütter kehren heute nach der Elternzeit schneller in den Beruf zurück. Das gilt vor allem für Mütter mit niedrigem Einkommen und Mütter in Ostdeutschland. Diese frühere Rückkehr erhöht das Familieneinkommen und verbessert die soziale Sicherung im Alter. Das ist das zentrale Ergebnis des „Elterngeld Monitors“, einer Untersuchung des DIW. Die Forscher/innen kommen dabei auch zu dem Schluss, dass die Einführung eines Betreuungsgeldes die posititven Effekte des Elterngeldes konterkarieren würde. So sieht keine konsisten-e Familienpolitik aus, sagt Dagmar Ziegler.</p>
<p><a href="http://www.spdfrak.de/presse/pressemitteilungen/Nutzt_Sch%C3%A4uble_die_Chance_zu_mehr_Ehrlichkeit_in_seiner_Haushaltspolitik?page=46&amp;sort=asc&amp;order=title">http://www.spdfrak.de/presse/pressemitteilungen/Nutzt_Sch%C3%A4uble_die_Chance_zu_mehr_Ehrlichkeit_in_seiner_Haushaltspolitik?page=46&amp;sort=asc&amp;order=title</a></p>
<p>Potsdam - Für ein Frauenförderungsprojekt an drei Brandenburger Hochschulen hat Familienministerin Dagmar Ziegler (SPD) gestern an der Universität Potsdam den Zuwendungsbescheid für 500 000 Euro übergeben. Die Mittel stammen laut Ziegler zum überwiegenden Teil von der Europäischen Union sowie von der Landesregierung. Mit dem Mentoring-Projekt von UP Transfer und dem Career-Service der Universität Potsdam sollen 45 Studentinnen so gefördert werden, dass sie sich frühzeitig für den richtigen Beruf entscheiden können und attraktive Aufstiegsperspektiven bekom-men. Neben der Uni Potsdam sind die BTU Cottbus und die Viadrina in Frankfurt/Oder an dem Projekt beteiligt. Kix</p>
<p><a href="http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/90038/">http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/90038/</a></p>
<p>Wie Brandenburg versucht, qualifizierte Frauen im Land zu halten.<br />
Eigentlich würde Birgit Nagel gern in Brandenburg bleiben. Hier hat sie ihre Freunde. Die Diplombiochemikerin ist 28 Jahre alt und zurzeit Doktorandin am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik in Potsdam. Doch da sie momentan keine Festanstellung in Aussicht hat, überlegt sie, nach Abschluss ihrer Doktorarbeit wegzuziehen.<br />
Birgit Nagel ist nicht die einzige Brandenburgerin, die auf dem Sprung ist, immer mehr junge, hoch qualifizierte Frauen wandern ab, um in Berlin oder im Westen zu arbeiten. 10.588 waren es im vergangenen Jahr laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Zwar ziehen auch Frauen nach Brandenburg, nur deutlich weniger, und wesentlich seltener haben diese das Abitur. Seit 1991 verlor das Land mehr als 57.000 Frauen zwischen 18 und 30 Jahren, aber nur knapp 32.000 Männer in der gleichen Altersgruppe. Brandenburg braucht Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft, in der Politik, in der Verwaltung. Für das Jahr 2010 wird dem Land ein Fachkräftemangel prophezeit.<br />
Man sucht in Brandenburg deshalb nach Wegen, die Abwanderung der klugen Köpfe zu stoppen. So gibt es etwa an Hochschulen seit zwei Jahren das Projekt »Mentoring für Frauen«. Dessen Ziel ist es, Absolventinnen der Brandenburger Universitäten und Fachhochschulen den Weg in Fach- und Führungspositionen zu ebnen. Zweimal im Jahr werden Frauen zwischen 22 und 37 Jahren ausgewählt und mit einem Mentor bekannt gemacht, der bereits erfolgreich im Beruf steht.<br />
Birgit Nagel ist eine von derzeit 35 Mentees. Ihre Mentorin Barbara Thomas ist 49 Jahre alt und war vor 20 Jahren selbst Doktorandin. Heute arbeitet Thomas als Projektleiterin für externe Entwicklungskooperationen bei Brahms, einem Unternehmen, das Testverfahren zum Nachweis von Krankheiten entwickelt. Ihrer Mentee zeigt Thomas, wie ein Unternehmen funktioniert: »Von der Idee über die Entwicklung bis hin zum fertigen Päckchen, das verkauft wird.«<br />
Oder das Programm »Junge Frauen pro Prignitz«, das vom Beruflichen Bildungszentrum der Prignitzer Wirtschaft ins Leben gerufen wurde. Die Projektleiter Hubertus Schäfer und Peter Hartmann gingen zu Firmen in der Region, machten Umfragen unter den Angestellten und sprachen mit Unternehmern über ihren Bedarf an Fachkräften. Gleichzeitig organisierten sie zusammen mit der Stadt Wittenberg einen Frauentag, um Kontakte zu jungen Frauen aufzubauen. Sie haben Absolventinnen auf Vorstellungsgespräche vorbereitet, Geisteswissenschaftlerinnen Nachhilfe in Betriebswirtschaft vermittelt. Nach zwei Jahren hatten 22 Frauen einen Arbeitsvertrag unterschrieben, elf weitere nahmen an Fortbildungen teil. Allerdings endete das Projekt im Mai, weil die Fördergelder versiegten. Zwei Jahre hat das Brandenburger Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie für die Förderung von innovativen Projekten vorgesehen. Zu wenig. »Wir hätten gut wei-termachen können«, sagt Schäfer. »Die Kontakte sind da, die Unternehmen sind interessiert, aber ohne diese Fördergelder können wir nicht weiterarbeiten.«<br />
Ähnlich ging es dem Projekt »Fair – Frauen arbeiten in der Region« vom Institut für Betriebsorganisation und Informationstechnik in Cottbus. Im Angebot waren Seminare von Persönlichkeitstraining bis Marketing. Die Frauen wählten selbst aus, welche Fortbildung sie wollten. Nach zwei Jah-ren konnten 27 erfolgreich an Unternehmen vermittelt werden, doch nun ist auch hier Schluss.<br />
Sind die abgewanderten Frauen für Brandenburg endgültig verloren? »Die Doktorandinnen müssen einfach raus in die Welt, ins Ausland, um dort zu lernen und zu arbeiten«, sagt Mentorin Barbara Thomas, die selbst in den USA studiert hat. Auf das Kontakthalten und Zurückholen komme es an: regelmäßiger EMail-Kontakt, gemeinsame Treffen, Tipps, wenn jemand von einer freien Stelle in seinem Unternehmen hört, oder das Angebot, vorübergehend bei einer Netzwerkerin zu wohnen, wenn man zurück nach Deutschland zieht. »In Amerika gibt es solche Programme, die den Rück-kehrern helfen und sogar direkt einen Job vermitteln, um die Heimkehr zu erleichtern«, sagt Thomas.<br />
Von Rückkehrerprogrammen verspricht sich Brandenburgs Familien- und Sozialministerin Dagmar Ziegler jedoch nicht viel: »Wenn sich junge Frauen erst einmal an anderer Stelle eingerichtet haben, dort Beziehungen eingehen und Familien gründen – dann sind sie meist dauerhaft weg.« Brandenburg setzt deshalb auf das Wohn- und Lebensumfeld, das junge Frauen zufrieden machen soll. Der Landeswettbewerb »Familienfreundliche Gemeinde« soll Heimatgefühl, kulturelle Identität und Sesshaftigkeit fördern, etwa durch gute Kinderbetreuungsangebote. 29 Gemeinden tragen bereits diesen Titel. Jetzt müssten sich nur noch die Frauen davon überzeugen lassen.</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2007/37/C-Brandenburg-Frauen">http://www.zeit.de/2007/37/C-Brandenburg-Frauen</a></p>
<p>Dagmar Ziegler (SPD):<br />
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten<br />
Damen und Herren! Das war’s also von unserer Frauenministerin!<br />
(Beifall bei der SPD, der LINKEN und dem<br />
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von der<br />
SPD: Nicht-Frauenministerin! – Dr. Guido<br />
Westerwelle, Bundesminister: Wo ist denn der<br />
Fraktionsvorsitzende?)<br />
– Unser Fraktionsvorsitzender ist hier im Raum.<br />
(Dr. Guido Westerwelle, Bundesminister: Ich<br />
meinte Sie gar nicht, ich meinte so mehr<br />
links!)<br />
Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir Gleichstellungspolitikerinnen<br />
hier im Deutschen Bundestag ebenfalls<br />
über dieses Thema, nämlich den Internationalen<br />
Frauentag, diskutiert. Damals war es der 100. Frauentag,<br />
den wir hier im Plenum gewürdigt haben – über alle<br />
Fraktionsgrenzen hinweg. Wir alle waren uns einig: Wir<br />
müssen Frauenrechte auch heute noch erkämpfen – also<br />
im Gegensatz zur Ministerin, die das nicht tut –, weil sie<br />
uns nicht in den Schoß fallen.<br />
Was hat sich denn in dem einen Jahr getan? Nichts!<br />
Die Bundesregierung hat das wichtige Feld der Gleichstellungspolitik<br />
völlig brachliegen lassen. Wir sind von<br />
einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer die gleichen<br />
Verwirklichungschancen haben, ebenso weit entfernt<br />
wie 2011. Die Probleme kennen wir alle. Der<br />
Gleichstellungsbericht, auf den sich die Ministerin ei19520<br />
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 165. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 8. März 2012<br />
Dagmar Ziegler<br />
(A) (C)<br />
(B) (D)<br />
genartigerweise überhaupt nicht bezogen hat, der aber<br />
Grundlage der heutigen aktuellen Debatte ist,<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE<br />
GRÜNEN – Zuruf von der SPD: Peinlich,<br />
peinlich, Frau Ministerin!)<br />
führt uns diese Defizite kompakt und schmerzlich vor<br />
Augen. Die Rahmenbedingungen für Frauen stimmen<br />
nicht, und das gilt für alle Bereiche.<br />
„Menschen müssen essen, aber Frauen deshalb nicht<br />
kochen“, hat einmal eine feministische Journalistin gesagt.<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE<br />
GRÜNEN)<br />
Das lässt sich beliebig fortsetzen: Familien müssen besser<br />
finanziell unterstützt werden, aber Frauen deshalb<br />
nicht von Erwerbsarbeit ferngehalten werden.<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
der LINKEN)<br />
Männer müssen gerechten Lohn bekommen, aber Frauen<br />
deshalb nicht mit Niedriglöhnen und Minijobs abgespeist<br />
werden.<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE<br />
GRÜNEN)<br />
Unternehmen müssen rentabel arbeiten, aber Frauen deshalb<br />
nicht systematisch von Führungsfunktionen abgehalten<br />
werden.<br />
(Beifall bei der SPD – Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/<br />
DIE GRÜNEN]: Nein, im Gegenteil!)<br />
Frauen sind in Deutschland strukturell benachteiligt.<br />
Das Unbehagen darüber wächst aber – unter uns Abgeordneten<br />
hier im Bundestag, aber auch in weiten Teilen<br />
der Gesellschaft. Es vergeht mittlerweile kaum eine Woche,<br />
in der nicht ein gleichstellungspolitisches Thema<br />
die Schlagzeilen bestimmt:<br />
Am 26. Februar hatten 250 Journalistinnen ihre meist<br />
männlichen Chefs mit der Forderung nach einer Frauenquote<br />
für Führungsfunktionen in Verlagen und Redaktionen<br />
konfrontiert.<br />
Am 1. März hat das Gremium, das die Bundeskanzlerin<br />
in Sachen Forschung und Innovation berät, die Abschaffung<br />
des Ehegattensplittings und den Verzicht auf<br />
das Betreuungsgeld angemahnt.<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
der LINKEN)<br />
Am 5. März hat die EU-Kommissarin Viviane Reding<br />
eine EU-weite Frauenquote in Aussicht gestellt, weil<br />
Freiwilligkeit nichts oder so gut wie nichts gebracht hat.<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE<br />
GRÜNEN)<br />
Die einen sehen den Innovationsstandort Deutschland<br />
in Gefahr, wenn Fachkräfte fehlen. Sie wollen deshalb<br />
den Schatz heben, den die vielen Millionen Frauen darstellen,<br />
die trotz vielfach guter Ausbildung nicht oder<br />
nicht in vollem Umfang erwerbstätig sind. Die anderen<br />
wollen endlich das Versprechen unserer Demokratie auf<br />
gleiche Lebenschancen unabhängig vom Geschlecht einlösen.<br />
Die Motive mögen also unterschiedlich sein; einig<br />
sind sich aber fast alle über den Weg: Wir brauchen eine<br />
aktive staatliche Gleichstellungspolitik. Wir brauchen<br />
gesetzliche Lösungen.<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE<br />
GRÜNEN)<br />
Nur die Bundesregierung sieht das nicht. Es ist wie im<br />
Märchen von Frau Holle: Gesetzliche Regelungen hängen<br />
wie eine überreife Frucht am Baum und rufen unserer<br />
Ministerin Schröder zu: „Ach, schüttel mich, ach,<br />
schüttel mich, wir sind lange überfällig!“ Doch unsere<br />
Ministerin verschließt Augen und Ohren und geht beleidigt<br />
am Baum vorbei.<br />
(Jürgen Trittin [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-<br />
NEN]: Die schüttelt nicht! Das ist die Pechmarie!)<br />
Schlimm ist, dass Sie diesen Realitätsverlust mit fatalen<br />
politischen Fehlentscheidungen kombinieren. Sie<br />
lassen nicht vom Betreuungsgeld, obwohl alle Stimmen<br />
vehement vor diesem Instrument warnen.<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
der LINKEN)<br />
Statt einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen, will<br />
Ministerin von der Leyen den Irrweg Minijobs sogar<br />
noch ausweiten.<br />
(Zuruf von der SPD: Unglaublich!)<br />
Die Bundeskanzlerin schaut dem Treiben desinteressiert<br />
zu. Sie lässt sich viel lieber in Europa hofieren, als zu<br />
Hause die Kärrnerarbeit zu machen.<br />
(Heiterkeit bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/<br />
DIE GRÜNEN)<br />
Meine Fraktion hat die Kärrnerarbeit gemacht. Wir<br />
haben überzeugende und umsetzbare Konzepte entwickelt.<br />
Wir haben Antworten, um beim Kitaausbau<br />
Tempo zu machen. Wir stehen für einen gesetzlichen<br />
Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro. Wir haben Instrumente<br />
entwickelt, mit denen in Betrieben gleiche<br />
Löhne von Frauen und Männern verwirklicht werden<br />
können – gesetzlich und verbindlich. Und morgen werden<br />
wir hier einen Gesetzentwurf für eine 40-Prozent-<br />
Quote in Aufsichtsräten und Vorständen debattieren.<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
der LINKEN)<br />
Ich könnte Ihnen, Frau Ministerin, jetzt zurufen: Greifen<br />
Sie doch unsere Konzepte einfach auf und setzen Sie<br />
sie um!<br />
(Beifall bei der SPD)<br />
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 165. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 8. März 2012 19521<br />
Dagmar Ziegler<br />
Wir alle wissen: Das werden Sie nicht tun. Ihnen, Frau<br />
Ministerin, könnte ich auch zurufen: Machen Sie doch<br />
endlich Ihre Hausaufgaben! – Aber auch das werden Sie<br />
nicht tun. Ich glaube, selbst die Kolleginnen und Kollegen<br />
aus der Koalition erwarten nicht wirklich, dass Sie<br />
sich noch in eine feurige Frauenrechtlerin und patente<br />
Politikerin verwandeln könnten.<br />
Ich will aber Ihnen, den Parlamentarierinnen und Parlamentariern,<br />
etwas zurufen: Lassen Sie uns über Fraktionsgrenzen<br />
hinweg das Gemeinsame betonen! Einig<br />
sind wir uns doch darin, dass wir eine gesetzliche Quote<br />
für Frauen in Führungspositionen brauchen – und eben<br />
noch in diesem Jahr; denn im Jahr 2013 werden viele<br />
Aufsichtsräte neu gewählt.<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)<br />
Parlamentarierinnen haben doch schon in der Vergangenheit<br />
die eine oder andere gesetzliche Regelung, die<br />
für Frauen einen Fortschritt gebracht hat, gemeinsam<br />
und solidarisch erzielt. Und daran waren jeweils auch<br />
viele Männer beteiligt. Das war bei den Regelungen zum<br />
Schwangerschaftsabbruch, dem Rechtsanspruch auf einen<br />
Kindergartenplatz im Jahr 1992 und dem Verbot von<br />
Vergewaltigungen in der Ehe, das seit 1997 gilt, der Fall.<br />
Lassen Sie uns solche Beispiele zum Vorbild nehmen!<br />
Lassen Sie uns für eine gesetzliche Quote gemeinsam<br />
Mehrheiten im Deutschen Bundestag gewinnen! Lassen<br />
Sie uns gemeinsam ein weiteres Frauenrecht erkämpfen!<br />
Die Zeit läuft.<br />
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten<br />
der LINKEN)</p>
<p><a href="http://www.bundestag.de/dokumente/protokolle/plenarprotokolle/17165.pdf">http://www.bundestag.de/dokumente/protokolle/plenarprotokolle/17165.pdf</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=26013</link>
<guid>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=26013</guid>
<pubDate>Wed, 18 Sep 2013 09:37:37 +0000</pubDate>
<category>Liste Femanzen</category><dc:creator>Oberkellner</dc:creator>
</item>
</channel>
</rss>
