<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
<channel>
<title>Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land? - Der Widerspruch in sich</title>
<link>https://wgvdl.com/forum3/</link>
<description>Gleichberechtigung, Männerdiskriminierung, Männerbenachteiligung, Antifeminismus</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Der Widerspruch in sich (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fremdzitat">Seit den 1980er-Jahren steht der CFD für feministische Friedenspolitik.</span></p>
<p>Seit 1980 leben da Einige von Steuergeldern, um den KRIEG gegen Männer zu führen...</p>
]]></content:encoded>
<link>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=28004</link>
<guid>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=28004</guid>
<pubDate>Sun, 13 Oct 2013 17:40:15 +0000</pubDate>
<category>Liste Femanzen</category><dc:creator>Sachse</dc:creator>
</item>
<item>
<title>höchstwahrscheinlich ist ihr Dr-Titel ein Plagiat.. (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>.. wie bei den meisten Karriere-Frauen. Vielleicht sollte man genauer hinsehen?</p>
]]></content:encoded>
<link>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=27988</link>
<guid>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=27988</guid>
<pubDate>Sun, 13 Oct 2013 14:13:49 +0000</pubDate>
<category>Liste Femanzen</category><dc:creator>SpiegelIn</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Liste Femanzen Dr. Monika Stocker</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>F58 <strong>Dr. Monika Stocker</strong> – CH - geboren am 01.07.1948 in Aarau (CH) – Studium der Sozialwissenschaften an der Universität Freiburg (CH) – Mitglied der GRÜNEN seit 1984 – Nationalrätin von 1987 bis 1991 – zwischen 1994 und 2008 Stadträtin und Vorsteherin des Sozialdepartements der Stadt Zürich – Monika Stocker ist verheiratet und hat zwei Kinder – seit 2009 Präsidentin des cfd - berät Personen und Organisationen – Co-Redaktorin der Zeitschrift &quot;Neue Wege&quot; <a href="http://www.neuewege.ch">www.neuewege.ch</a> - <a href="http://www.monikastocker.ch">www.monikastocker.ch</a> – info@monikastocker.ch - <a href="http://www.klatschheftli.ch/wp-content/uploads/2009/07/stocker-213x300.jpg">http://www.klatschheftli.ch/wp-content/uploads/2009/07/stocker-213x300.jpg</a></p>
<p>Monika Stocker geht zu feministischer Friedensorganisation<br />
Die ehemalige Zürcher Sozialvorsteherin ist zur neuen Präsidentin des feministischen Christlichen Friedensdiensts gewählt worden.</p>
<p>Der feministische Christliche Friedensdienst (CFD) hat eine neue Präsidentin: Monika Stocker. Damit kehre sie in ihre «politische Heimat» zurück, sagte die ehemalige Zürcher Sozialvorsteherin in ihrer Antrittsrede am Donnerstagabend.<br />
Zwar klinge der Name christlicher Friedensdienst «nicht besonders sexy», räumte die neue CFD-Präsidentin ein. Dies entspreche aber der klaren Ausrichtung als feministische Friedensorganisation keineswegs. Stocker tritt die Nachfolge von Regula Frey Nakonz an.<br />
Seit den 1980er-Jahren steht der CFD für feministische Friedenspolitik. Er engagiert sich für Gleichberechtigung der Geschlechter, unterstützt Projekte für Migrantinnen und nimmt Stellung zu friedens- und migrationspolitischen Fragen.<br />
Monika Stocker stand dem Zürcher Sozialdepartement 14 Jahre lang - von 1994 bis 2008 - vor. Dann stolperte die heute knapp 62-Jährige über eine Reihe von Missbrauchsfällen in ihrem Departement. Erst nach monatelangem Druck trat Stocker zurück.<br />
 <br />
<a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Monika-Stocker-geht-zu-feministischer-Friedensorganisation/story/23742233">http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Monika-Stocker-geht-zu-feministischer-Friedensorganisation/story/23742233</a></p>
<p>Die grüne Politikerin<br />
Monika Stocker war<br />
Nationalrätin und 14 Jahre<br />
lang Stadtzürcher<br />
Sozialvorsteherin. Seit<br />
ihrem Rücktritt engagiert<br />
sie sich mit Wort und Tat<br />
weiterhin: für die Frauen,<br />
den Frieden, die Revolution<br />
der Grossmütter und<br />
für ihre Enkelkinder.<br />
Interview: Annegret Honegger<br />
Bilder: Bernard van Dierendonck<br />
VVas<br />
hat es Ihnen bedeutet, als<br />
Sie vor vier Jahren erstmals<br />
Grossmutter wurden? Ich<br />
hielt es immer für etwas<br />
übertrieben, wenn meine<br />
Kolleginnen von ihren Enkeln schwärmten<br />
- aber als mein erster Enkel Nico zur<br />
Welt kam, spürte ich, wie sich in meinem<br />
Leben nochmals eine völlig neue<br />
Zeitdimension auftat: Da ist jetzt plötzlich<br />
jemand, der das ganze 21. Jahrhundert<br />
erleben wird.<br />
Zurzeit engagieren Sie sich ja auch für die<br />
sogenannte GrossmütterRevolution - worum<br />
geht es da? Das Migros-Kulturprozent<br />
fördert mit diesem Projekt Initiativen<br />
von Grossmüttern und deren gesellschaftliches<br />
und politisches Engagement.<br />
Grosskinder zu bekommen, hat bei<br />
vielen Frauen der 68er-Generation einen<br />
Schub ausgelöst, nochmals aktiv zu werden<br />
und für eine gute Zukunft dieser<br />
Enkel zu kämpfen. Mit einem kleinen<br />
Kind an der Hand sieht man vieles<br />
wieder ganz anders: etwa den bedrohlichen<br />
Strassenverkehr, Krieg und Gewalt<br />
gegen Frauen und Kinder, das<br />
Schulsystem oder die Umweltthematik.<br />
Unsere Enkelinnen und Enkel sollen<br />
noch eine intakte Welt geniessen, wenn<br />
sie einmal vierzig sind.<br />
Was fordern die revolutionären Grossmütter?<br />
Früher sass das Grosi im Lehnstuhl,<br />
strickte und erzählte Märchen. Ältere<br />
Frauen waren in der Öffentlichkeit bislang<br />
kaum sicht- und hörbar. Wir möchten<br />
uns einmischen und zeigen, dass wir<br />
etwas zu sagen haben. Denn wenn eine<br />
Frau gesund ist und nicht mehr für den<br />
Lebensunterhalt arbeiten muss, hat sie<br />
zwischen sechzig und achtzig sehr viel<br />
Potenzial, Kraft und Erfahrung. Dies<br />
möchten wir in die Politik einbringen,<br />
etwa in den Bereichen Rentenalter, AHV<br />
oder auch Altersarmut, die ja grösstenteils<br />
Frauen betrifft.</p>
<p>Also eine Art neue Frauenbewegung?</p>
<p>Sich zu engagieren, ist wohl typisch für uns<br />
68erinnen. Am Schluss der sogenannten<br />
Zukunftskonferenz zum Auftakt der<br />
GrossmütterRevolution im letzten März<br />
fühlten wir eine Aufbruchstimmung, die<br />
uns stark an damals erinnerte. Alle<br />
beteiligten Frauen, von der Bäuerin bis<br />
zur Managerin, spürten auch eine Verpflichtung<br />
der Generation der Töchter<br />
und Schwiegertöchter gegenüber, dass<br />
diese auch als Mütter berufstätig bleiben<br />
können. Dafür mussten wir selber ja<br />
lange kämpfen. Auch den grossen Einsatz<br />
vieler Grossmütter beim Kinderhüten<br />
und in der Pflege von Angehörigen,<br />
der Milliarden wert ist, wollen wir<br />
öffentlich machen.</p>
<p>Wie engagieren Sie sich selber für ihre Enkel?</p>
<p>Mein Mann und ich haben mit unserer<br />
Tochter abgemacht, dass wir im Notfall<br />
einspringen, wenn ein Kind krank ist<br />
oder wenn die Jungen mal ein Wellnessoder<br />
Wanderwochenende machen möchten.<br />
Einen fixen Hüte-Tag wollen wir<br />
aber nicht, schliesslich sind wir - das ist<br />
auch typisch für die heutigen Grosseltern<br />
- selber noch berufstätig und haben<br />
verschiedene Ämter.<br />
Sie kamen über Frauen-, Friedens- und<br />
Umweltfragen in die Politik - was ist der<br />
Motor für Ihr Engagement? </p>
<p>Ganz klar die<br />
feministische Idee. Im Jahr 1986, beim<br />
Reaktorunglück von Tschernobyl, waren<br />
meine Kinder noch klein, und ich wusste<br />
nicht, ob ich ihnen Milch zu trinken<br />
geben oder sie im Sandkasten spielen<br />
lassen durfte. Damals habe ich mich<br />
entschieden, der grünen Partei beizutreten<br />
und das, was mir wichtig war,<br />
auch öffentlich zu vertreten. Ich bin<br />
überzeugt, dass wir Frauen einen anderen<br />
Zugang zur Welt haben, weil wir<br />
die Kinder zur Welt bringen und ihnen<br />
zumindest am Anfang näher stehen als<br />
die Männer. Wir wissen, was ein Liter<br />
Milch kostet oder welche Zuwendung<br />
ein Mensch braucht, wenn es ihm nicht<br />
gut geht<br />
.<br />
Wie zeigen sich diese Unterschiede in der<br />
Politik?</p>
<p>Frauen politisieren nach meiner<br />
Erfahrung pragmatischer, lösungsorientierter<br />
und mit weniger hinderlichem<br />
Machtgehabe als Männer. Immer noch<br />
werden Wirtschaftsfragen von Männern<br />
entschieden, während das Hegen und<br />
Pflegen in Frauenhand liegt. Die entscheidende<br />
Frage ist, ob wir diese beiden<br />
Welten zusammenbringen. Gerade neulich<br />
hat sich bei der Ölkatastrophe im<br />
Golf von Mexiko wieder gezeigt, was<br />
passiert, wenn das Geld die Triebfeder<br />
ist und die Sorgfalt fehlt. Diese furchtbaren<br />
Schäden kann kein Geld der Welt<br />
wieder gutmachen.</p>
<p>Frauenanliegen stehen nicht mehr zuoberst<br />
auf der politischen Agenda. Leider denken<br />
«Frauen politisieren<br />
pragmatischer<br />
und lösungsorientierter<br />
als Männer.»<br />
viele, Gleichberechtigung sei kein Thema<br />
mehr, seit wir etwa das Frauenstimmrecht<br />
oder das neue Scheidungsrecht<br />
haben. Dabei erlebe ich oft, wie wir in<br />
alte Muster zurückfallen und sich Frauen<br />
etwa in Führungsfunktionen weniger<br />
zutrauen als Männer. Solche inneren<br />
Vorstellungen und Erwartungen ändern<br />
sich nur langsam. Wenn wir zu den Errungenschaften<br />
der letzten vierzig Jahre<br />
keine Sorge tragen, fallen wir reflexartig<br />
in diese alten Zustände zurück.</p>
<p>Täuscht der Eindruck, dass Frauen heute<br />
wieder seltener hohe Positionen anstreben?</p>
<p>Es gibt immer wieder Managerinnen, die<br />
aus einer tollen Karriere aussteigen und<br />
sich bewusst gegen ein Leben an der<br />
Spitze eines Unternehmens entscheiden.<br />
Für mich gehört zum Feminismus, dass<br />
Frauen Machtpositionen nicht nur erreichen,<br />
sondern dort anders arbeiten<br />
können - Teilzeit, im Jobsharing oder<br />
auf eine Art, die weniger rücksichtslos<br />
mit Mitarbeitenden umgeht. Leider sieht<br />
die Realität noch anders aus.<br />
Sie vergleichen die politische Arbeit oft mit<br />
dem Haushalt. Für beide gilt doch: Läuft<br />
alles rund, macht niemand Aufhebens<br />
von der Arbeit, die dahintersteckt. Aber<br />
kaum geht etwas schief, beschweren<br />
sich alle.</p>
<p>Wie haben Sie Politik und Familie unter einen<br />
Hut gebracht?<br />
 Das war eine Gratwanderung<br />
- und ist es auch bei den heutigen<br />
Jungen noch. Meinem Mann und mir -<br />
wir haben beide Sozialarbeit studiert -<br />
war immer klar, dass wir beide arbeiten<br />
und beide zeitweise fürs Familieneinkommen<br />
respektive für den Haushalt<br />
verantwortlich sein wollten, wobei ein<br />
Hausmann damals noch sehr exotisch<br />
war. Mit einem Mann, der sehr ehrgeizig<br />
ist, funktioniert eine solche Rollenteilung<br />
nicht. Und die Kontrolle über den Haushalt<br />
abzugeben und nicht mehr zu wissen,<br />
wie viele Hörnli noch im Schrank<br />
sind, ist für viele auch emanzipierte<br />
Frauen nicht einfach. Zudem müssen<br />
auch beide einmal Nein sagen können,<br />
wenn ein Karriereschritt ansteht und die<br />
Kinder noch klein sind. Als ich in den<br />
Nationalrat gewählt wurde, war mein<br />
Sohn dreizehn, meine Tochter zehn Jahre<br />
alt. Ich erklärte meinen Kindern, dass sie<br />
Vorrang hätten, wenn sie mich wirklich<br />
brauchten. Meine Tochter hat das einmal<br />
getestet, indem sie vor einer Sitzung<br />
furchtbar Bauchweh hatte. Als ich meinen<br />
Termin absagte, wusste sie, dass unsere<br />
Abmachung galt, und war beruhigt.</p>
<p>Kämpferin für Frauenrechte<br />
Monika Stocker, geboren 1948 in Aarau, studierte Sozialwissenschaften an der Uni Fribourg.<br />
Von 1987 bis 1991 war sie grüne Nationalrätin, von 1994 bis 2008 leitete sie im Zürcher Stadtrat<br />
das Sozialdepartement. Heute berät sie im «Atelier Monika Stocker» (www.monikastockerch)<br />
Personen und Organisationen. Sie arbeitet als Co-Redaktorin derZeitschrift «Neue Wege»<br />
(www.neuewege.ch), die sich mit Entwicklungen in Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft<br />
auseinandersetzt. Seit diesem Jahr präsidiert sie auch den Christlichen Friedensdienst CFD<br />
(www.crd-ch.org), eine feministische Friedensorganisation. www.grossmuetterch bietet mehr<br />
Informationen über die GrossmütterRevolution und die neue Frauen-Alterskultur. Monika<br />
Stocker lebt mit ihrem Mann in Zürich, hat einen Sohn und eine Tochter und zwei Enkelkinder.<br />
Buchtipp: Monika Stocker: «He, dich kenne ich doch. Agendanotizen», mit einem Vorwort<br />
von Peter Bichsel, Limmat Verlag, Zürich 2010, 128 Seiten, ca. CHF 29.90.</p>
<p>Wie erlebten Sie es, als Zürcher Stadträtin<br />
plötzlich Macht zu haben? Das fand ich<br />
spannend. Macht bedeutet Verantwortung<br />
für menschliche Schicksale, über<br />
die man per Unterschrift entscheiden<br />
kann. Mir war wichtig, die angenehmen<br />
wie die schwierigen Seiten der Macht<br />
bewusst anzunehmen. Wer zu allen nett<br />
sein und von allen geliebt werden will,<br />
kommt in der Politik nicht weit.<br />
Hat Ihr Amt Sie verändert? Ich trat bewusst<br />
immer wieder einen Schritt zurück und<br />
sagte mir, dass die Welt auch ohne mich<br />
existiert und ich ein gewöhnlicher<br />
((Wer zu allen nett sein<br />
und von allen geliebt<br />
werden will, kommt<br />
in der Politik nicht weit.»<br />
Mensch bin, der daheim Spaghetti kocht<br />
wie viele andere. So habe ich hoffentlich<br />
meine Bodenhaftung behalten können.<br />
Was einen hingegen verändert, ist die<br />
dauernde Beobachtung durch die Mitmenschen<br />
und die Medien. Da bewegt<br />
und verhält man sich nicht mehr so frei<br />
wie vorher.<br />
Die Medien spielen in der heutigen Politik<br />
eine grosse Rolle ... ... die ich grundsätzlich<br />
wichtig finde und auch unterstütze.<br />
Aber man muss sich genau überlegen,<br />
wie viel Persönliches man preisgibt,<br />
denn das macht verletzlich. Leider lassen<br />
sich gewisse Medien für politische<br />
Kampagnen instrumentalisieren. So kamen<br />
zuerst die Scheininvaliden, dann<br />
die Scheinasylanten in die Schlagzeilen<br />
- worauf ein Abbau bei der Invalidenversicherung<br />
und eine Verschärfung des<br />
Asylrechts erfolgten. Da ahnte ich schon,<br />
dass als Nächstes die Sozialhilfe angegriffen<br />
würde.<br />
Sie kamen als Sozialvorsteherin stark unter<br />
Beschuss. Offenbar machte es viele<br />
wütend, dass ich mich entschieden<br />
für die Sozialhilfeempfängerinnen und<br />
-empfänger einsetzte. Ich wehrte mich<br />
dagegen, dass man durch Kontrollen die<br />
Privatsphäre dieser Leute verletzt, nur<br />
weil sie Hilfe vom Staat benötigen. Fünf<br />
Prozent aller Sozialhilfeempfänger versuchen,<br />
missbräuchlich Hilfe zu beziehen,<br />
davon planen ein bis zwei Prozent<br />
bewusst einen Betrug - das ist ganz klar<br />
ein grosser Ärger, aber in allen Städten<br />
mehr oder weniger gleich. 95 Prozent<br />
verhalten sich korrekt. Wegen einer Minderheit<br />
alle unter Missbrauchsverdacht<br />
zu stellen und die Sozialhilfe als Ganzes<br />
schlechtzumachen, ist für mich nicht<br />
akzeptabel.<br />
Zum Schluss musste ich zurücktreten.<br />
Ich hatte keinen Handlungsspielraum<br />
mehr; was ich auch tat, wurde negativ<br />
ausgelegt. Wenn ich etwas sagte, hiess<br />
es, sie verteidigt sich. Wenn ich auf<br />
der Sachebene bleiben wollte - sie redet<br />
sich heraus. Brachte ich Gefühle ins<br />
Spiel, nannte man mich einen «emotionalen<br />
Haufen». Diese Machtlosigkeit zu<br />
spüren, war hart und griff meine Gesundheit<br />
an. Eine solche Situation erleben<br />
meiner Erfahrung nach immer<br />
noch deutlich mehr Frauen als Männer<br />
in der Öffentlichkeit.<br />
Wie haben Sie diese Zeit verarbeitet? Mit<br />
professioneller Hilfe. Durch Gespräche<br />
konnte ich die Ereignisse einordnen und<br />
loslassen. Leider hat die ganze Kampagne<br />
viele Ängste ausgelöst; die Sozialarbeitenden<br />
sind heute strenger und<br />
bürokratischer, als sie müssten. Wenn<br />
wir die Beträge, um die es in der Sozialhilfe<br />
geht, mit den Unsummen ver-<br />
gleichen, die bei den Wirtschaftsbossen<br />
zum Teil unrechtmässig kassiert wurden,<br />
stimmen für mich die Relationen - und<br />
die Moral - nicht.<br />
Was machten Sie nach Ihrem Rücktritt? Ich<br />
habe mir ein ganzes Jahr Zeit genommen<br />
für mich und vor allem viel gelesen und<br />
viel geschlafen. 14 Jahre im Stadtrat bedeuten<br />
14 Jahre lang etwa eine 100-Stunden-<br />
Woche und immer nur am Sonntag<br />
frei - das zehrt, gerade wenn man langsam<br />
älter wird. Dann hatte ich wieder<br />
Lust auf Neues - sechzig ist ein gutes<br />
Alter dafür.<br />
«He, dich kenne ich doch» heisst das Büchlein<br />
mit Anekdoten aus der Zeit im Zürcher<br />
Sozialdepartement, das Sie kürzlich veröffentlicht<br />
haben. Die kurzen Geschichten<br />
sollen eine andere Seite der Stadt Zürich<br />
zeigen: eine dunklere, die viele angesichts<br />
der glänzenden Bahnhofstrasse<br />
und der vielen schicken Bars und Geschäfte<br />
nicht kennen. Mir ist wichtig:<br />
Auch die Menschen, die im Schatten<br />
leben wie die Illegalen oder die Drogenabhängigen,<br />
gehören zu Zürich und zu<br />
einer Stadt. Als Stadträtin habe ich bewusst<br />
von Zeit zu Zeit solche Begegnungen<br />
gesucht, die mich bereichert haben<br />
und mich davor bewahrten, in meiner<br />
Amtsstube abzuheben. Immer wieder<br />
habe ich auch Führungsleute und Politikerinnen<br />
aus dem In- und Ausland auf<br />
eine Führung durch «Zürich von unten»<br />
mitgenommen, etwa auf den Spuren von<br />
Asylsuchenden. Wer etwas selbst erlebt<br />
hat oder direkt betroffen ist, spricht und<br />
handelt ganz anders, als wenn er einfach<br />
davon in der Zeitung liest.<br />
Seit gut einem Jahr führen Sie das «Atelier<br />
Monika Stocker» - was bieten Sie an? Zu<br />
mir kommen etwa Leute, die sich selbstständig<br />
machen wollen, oder solche,<br />
die kreative Geschäftsideen haben und<br />
Unterstützung bei deren Umsetzung<br />
brauchen. Ich berate auch Non-Profit-<br />
Organisationen oder Politikerinnen und<br />
Politiker, die neu im Amt sind oder Rat<br />
im Umgang mit den Medien wünschen.<br />
Da kann ich mein Erfahrungswissen gut<br />
weitergeben.<br />
Vor Kurzem haben Sie ein Studium in angewandter<br />
Ethik abgeschlossen. Welche Fragen<br />
beschäftigen Sie dabei besonders? Im<br />
Moment diejenigen der Grundrechte,<br />
etwa im Zusammenhang mit der Sterbehilfe<br />
oder dem Umgang mit Demenzkranken,<br />
die ihre Autonomie verlieren.<br />
«Ich möchte mir die<br />
Lebendigkeit erhalten,<br />
die Dinge auch<br />
anders zu sehen.»<br />
Mich erschreckt auch, wie leichtfertig<br />
wir zurzeit die Rechtsgleichheit aufzugeben<br />
bereit sind, etwa anlässlich der Ausschaffungsinitiative.<br />
Damit würden wir<br />
zweierlei Recht schaffen, eines für<br />
Schweizer und eines für straffällig gewordene<br />
Ausländer. Dabei war die<br />
Gleichheit aller vor dem Gesetz eines<br />
der Hauptanliegen der ersten Bundesverfassung<br />
vor rund 150 Jahren.<br />
Was bedeutet Ihnen die Religion? Trotz vielen<br />
Vorbehalten gegenüber der Institution<br />
Kirche bin ich ein religiöser Mensch<br />
und glaube, dass es Grundwerte oder ein<br />
Weltethos braucht, wie es etwa Hans<br />
Küng formuliert hat, damit das Zusammenleben<br />
auf diesem Planeten gelingen<br />
kann. Oft vermisse ich eine ethische<br />
Grundhaltung wie das ganz simple «Was<br />
du nicht willst, dass man dir tu, das füg<br />
auch keinem andern zu». Soziales Handeln<br />
wird heute lächerlich gemacht,<br />
man wird als «Gutmensch» beschimpft.<br />
Dabei finde ich klar: Ja, wir haben die<br />
Pflicht, gute Menschen zu sein.<br />
Doch viel eher als über die Minarett-<br />
Initiative oder die Burka-Frage müssten<br />
wir über das Menschenbild im Islam<br />
und im Christentum reden und darüber,<br />
wie wir diese beiden Welten zusammenbringen.<br />
Heute schämen sich die linken<br />
und die Mitteparteien, solche Debatten<br />
zu lancieren - dabei wäre genau das ihr<br />
Potenzial, um sich gegenüber der SVP<br />
abzugrenzen.<br />
«Vision ist die andere Möglichkeit zu sehen»<br />
steht auf Ihrer Homepage. Ist das auch<br />
Ihr persönliches Leitmotiv? Ja. Ich hoffe,<br />
aufs Alter hin nicht selbstgerecht zu<br />
werden oder zu denen zu gehören, die<br />
immer alles schon gewusst haben. Ich<br />
möchte mir die Lebendigkeit erhalten,<br />
die Dinge auch anders zu sehen und mir<br />
vorzustellen, dass etwas ganz anders ist,<br />
als ich denke. Es gibt grossartige alte<br />
Leute, die eine solche Offenheit bewahrt<br />
haben. Wenn es mir nicht gelingt, korrigieren<br />
mich hoffentlich meine Kinderund Enkel.</p>
<p><a href="http://www.grossmuetter.ch/uploads/pdfs/01_09_zeitlupe.pdf">http://www.grossmuetter.ch/uploads/pdfs/01_09_zeitlupe.pdf</a></p>
<p><br />
Die ehemalige Zürcher Stadträtin Monika Stocker ist zur neuen Präsdentin des feministischen Christlichen Friedensdienstes (cfd) gewählt worden.<br />
Sie kehre in ihre «politische Heimat» zurück, sagte Monika Stocker in ihrer Antrittsrede als Präsidentin des cfd am Donnerstagabend. Zwar klinge der Name christlicher Friedensdienst «nicht besonders sexy», räumte die neue cfd-Präsidentin ein. Dies entspreche aber der klaren Ausrichtung als feministische Friedensorganisation keineswegs. Stocker tritt die Nachfolge von Regula Frey Nakonz an.<br />
Seit den 1980-er Jahren steht der cfd für feministische Friedenspolitik. Er engagiert sich für Gleichberechtigung der Geschlechter, unterstützt Projekte für Migrantinnen und nimmt Stellung zu friedens- und migrationspolitischen Fragen.<br />
Monika Stocker stand dem Zürcher Sozialdepartement 14 Jahre lang - von 1994 bis 2008 - vor. Die heue knapp 62-Jährige war, ausgelaugt von monatelangen gehässigen Auseinandersetzungen über angebliche und tatsächliche Sozialhilfebetrügereien und nach eigenen Angaben «politikmüde», zurückgetreten.</p>
<p><a href="http://www.20min.ch/news/zuerich/story/Monika-Stocker-wird-Praesidentin-des-cfd-28001968">http://www.20min.ch/news/zuerich/story/Monika-Stocker-wird-Praesidentin-des-cfd-28001968</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=27987</link>
<guid>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=27987</guid>
<pubDate>Sun, 13 Oct 2013 12:19:06 +0000</pubDate>
<category>Liste Femanzen</category><dc:creator>Oberkellner</dc:creator>
</item>
</channel>
</rss>
