<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
<channel>
<title>Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land? - Liste Femanzen Dr. Monika Hauser</title>
<link>https://wgvdl.com/forum3/</link>
<description>Gleichberechtigung, Männerdiskriminierung, Männerbenachteiligung, Antifeminismus</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Liste Femanzen Dr. Monika Hauser (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>THEMEN DER ZEIT: Das Gespräch</p>
<p>Das Gespräch mit Dr. med. Monika Hauser, Gründerin von medica mondiale, und Sabiha Husić, Leiterin von Medica Zenica: „Wir werden diesem Wahnsinn unsere Kraft entgegenstellen“</p>
<p>PP 12, Ausgabe August 2013, Seite 350</p>
<p>Korzilius, Heike</p>
<p><br />
Im Bosnienkrieg werden massenweise Frauen und Mädchen vergewaltigt, und die Welt schaut zu. Monika Hauser entschließt sich zu helfen. In Zenica errichtet sie ein Therapiezentrum für die Überlebenden und gründet die Frauenrechtsorganisation medica mondiale. Eine Mitstreiterin der ersten Stunde ist Sabiha Husić.</p>
<p><br />
Es herrscht Krieg in Bosnien. Die junge Frau ist hochschwanger. Monatelang hat man sie gefangen gehalten, gequält und vergewaltigt. Als ihre Peiniger sie gehen lassen, ist es für einen Abbruch der Schwangerschaft zu spät. Die junge Frau will sich am liebsten das Leben nehmen. Sabiha Husić ist auch fast 20 Jahre später noch sichtlich bewegt, als sie diese Geschichte erzählt. Eine Geschichte, wie sie viele Frauen und Mädchen erlebt haben, die damals, Anfang der 1990er Jahre, im Therapiezentrum von Medica Zenica Zuflucht und Hilfe suchten. Die der jungen Frau geht gut aus. „Sie hat heute einen Beruf, das Kind – ein Sohn – ist mittlerweile erwachsen, und die Großeltern sind glücklich, dass sie ihn haben“, berichtet Husić. „Doch der Weg dahin war für alle ein langwieriger, schmerzhafter Prozess.“</p>
<p>  <br />
 <br />
Die 42-Jährige leitet inzwischen die Einrichtung, die sich vom ersten Therapiezentrum für vergewaltigte und traumatisierte Frauen im Jahr 1993 zu einer unabhängigen Frauenorganisation entwickelt hat. „Das es so weit kommen konnte, verdanken wir Monika Hauser“, sagt Husić. „Man wusste, was in Bosnien mit Frauen und Mädchen passiert. Die Medien haben darüber berichtet. Aber niemand hat geholfen.“ </p>
<p>Bis eben auf Monika Hauser. 1992 liest die junge Ärztin in einer Zeitschrift über die systematischen Vergewaltigungen von Frauen im Bosnienkrieg. „Mir wurde klar, ich kann nicht länger auf meiner Couch sitzen bleiben und diese Nachrichten verfolgen. Ich muss für die bosnischen Frauen vor Ort etwas tun“, erinnert sich Hauser. Sie reist ins Kriegsgebiet. War das nicht naiv, ohne Erfahrung, ohne Kontakte? </p>
<p>Hauser überlegt nur kurz und sagt dann entschieden: „Nein. Ich war nicht zu bremsen.“ Sie habe den unbedingten Willen gehabt, die Frauen zu unterstützen. Und ganz unbedarft sei sie auch nicht gewesen. Denn als angehende Gynäkologin habe sie viel mit traumatisierten Frauen gearbeitet. „Ich habe an der Uniklinik in Essen zusammen mit einer Psychologin das interdisziplinäre Konzept umgesetzt, das später das Konzept von medica mondiale wurde“, erklärt Hauser. </p>
<p>Ende Dezember 1992 kommt sie in Zenica an. „Dann ging es eigentlich sehr schnell. Ich habe sofort die richtigen Fachfrauen gefunden, die bereit waren, mit mir zusammen ein Therapiezentrum aufzubauen“, sagt Hauser. Darunter Ärztinnen, Psychologinnen, Krankenschwestern und Mitarbeiterinnen aus der Verwaltung. „Wir haben alle gewusst, wir werden diesem Wahnsinn unsere Kraft entgegensetzen.“ Ein von der Stadt angemieteter Kindergarten wird zum Therapiezentrum umgebaut. Am Ende gibt es dort einen Operationssaal, eine Praxis, eine Apotheke sowie Schlafräume für 20 Frauen und deren Kinder. Finanziert wird das Ganze über Spenden aus Deutschland, wo Hauser Anfang 1993 die Hilfsorganisation medica mondiale gründet. </p>
<p>„In mobilen Teams sind wir schon während des Umbaus in die Flüchtlingslager in der Umgebung gefahren, um bekanntzumachen: Wir wollen in einem Therapiezentrum vergewaltigte Frauen unterstützen.“ In einem solchen Lager lernt Hauser Sabiha Husić kennen, die sich dem Team von Medica Zenica anschließt. „Das wichtigste an unserer Arbeit war und ist, an die Frauen heranzukommen, die diese schrecklichen Erfahrungen gemacht haben“, sagt Husić. „Und für die betroffenen Frauen ist es wichtig, einen sicheren Ort zu haben, wo man ihnen glaubt und sie nicht stigmatisiert.“ Auch heute, 20 Jahre später, meldeten sich noch Frauen, die zum ersten Mal über ihre Erfahrungen mit sexualisierter Kriegsgewalt sprechen wollten. „Irgendwann werden die Erinnerungen wach und so schmerzhaft, dass die Frauen sie einfach nicht mehr ertragen können“, meint die Traumatherapeutin. „Dass wir es ihnen ermöglichen, über ihre schlimmen Kriegserlebnisse zu sprechen, stärkt sie aber auch. Sie entwickeln ein Bewusstsein dafür, dass es möglich ist, sich gegen Gewalt zu wehren.“</p>
<p>Hilfe zur Selbsthilfe ist die Philosophie von medica mondiale. Die Hilfsorganisation hat von Anfang an medizinische und psychologische Hilfe mit menschenrechtlichen und feministischen Ansätzen verbunden. Nach der Gründung des Therapiezentrums in Zenica, das seit 1997 selbstständig arbeitet, folgten Projekte im Kosovo und in Albanien. Seit 2002, seit dem Ende der Talibanherrschaft engagiert sich medica mondiale in Afghanistan, später dann auch in Liberia. </p>
<p>Nach 20 Jahren und einer Evaluation bestehender Projekte will sich die Organisation jetzt strategisch fokussieren. „Wir werden künftig verstärkt regionale Schwerpunkte bilden“, sagt Hauser. „Zurzeit konzentrieren wir uns auf die Region der großen Seen in Zentralafrika: Ostkongo, Burundi, Ruanda, Uganda.“ Dort, wo Frauen noch keine eigenen Strukturen geschaffen hätten, werde man auch weiterhin eigene Projekte auflegen. „Ansonsten unterstützen wir lokale Frauenorganisationen. Sie können bei uns Projektmittel beantragen, und wir unterstützen sie in ihrer politischen Menschenrechtsarbeit.“ Denn im Selbstverständnis von medica mondiale gehören Traumaarbeit und politische Arbeit zusammen. </p>
<p>Für ihren Einsatz für traumatisierte vergewaltigte Frauen hat sie zahlreiche Preise bekommen, darunter im Jahr 2008 den Alternativen Nobelpreis und zuletzt, am 21. Mai in Lissabon den Nord-Süd-Preis des Europarats. Was hat medica mondiale denn politisch für die Frauen erreicht? „Wir haben es geschafft, das Thema sexualisierte Kriegsgewalt auf die politische Tagesordnung zu setzen“, sagt Hauser. „Wir haben dieses Thema, das auch bei Menschenrechtsorganisationen vor 20 Jahren ein Randthema war, in die Mitte der Gesellschaft gebracht.“ Zu den spürbaren Erfolgen gehört es, dass im Krieg vergewaltigte Frauen in Bosnien-Herzegowina seit 2006 einen gesetzlichen Anspruch auf Invalidenrente haben. Bei Gerichtsverfahren gibt es inzwischen Standards für einen traumasensiblen Umgang mit Zeuginnen. Und der Internationale Strafgerichtshof wertet sexualisierte Kriegsgewalt als Straftatbestand.</p>
<p>Hauser sieht diese Fortschritte, kritisiert aber zugleich, dass vieles, was auf dem Papier steht, nicht umgesetzt wird, weil der politische Wille fehlt. „Denn an gesellschaftlichen Veränderungen sind viele nicht interessiert.“ Was treibt sie trotzdem an, weiterzumachen? „Ich komme immer gestärkt von Projektreisen zurück, weil ich sehe, dass wir die Frauen darin unterstützen, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen.“ </p>
<p><a href="http://www.aerzteblatt.de/archiv/145095/Das-Gespraech-mit-Dr-med-Monika-Hauser-Gruenderin-von-medica-mondiale-und-Sabiha-Husi-Leiterin-von-Medica-Zenica-Wir-werden-diesem-Wahnsinn-unsere-Kraft-entgegenstellen">http://www.aerzteblatt.de/archiv/145095/Das-Gespraech-mit-Dr-med-Monika-Hauser-Gruenderin-von-medica-mondiale-und-Sabiha-Husi-Leiterin-von-Medica-Zenica-Wir-werden-diesem-Wahnsinn-unsere-Kraft-entg...</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=47829</link>
<guid>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=47829</guid>
<pubDate>Wed, 26 Nov 2014 16:04:10 +0000</pubDate>
<category>Liste Femanzen</category><dc:creator>Oberkellner</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Liste Femanzen Dr. Monika Hauser</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>F236 <strong>Monika Hauser</strong> ITA - geboren am 24.05.1959 in Thal (Schweiz), italienische Staatsbürgerin – Fachärztin für Gynäkologie – gründete 1995 Medica Zenita in Bosnien – seit 2000 Geschäftsführerin von Medica Mondiale – lebt heute in Köln – <a href="http://www.medica-mondiale.org">www.medica-mondiale.org</a> - <a href="http://images.fembio.net/Monika_Hauser.jpg">http://images.fembio.net/Monika_Hauser.jpg</a></p>
<p>„Gemeinsam kämpfen wir dafür, dass Rückschritte oder Stagnation verhindert werden.“</p>
<p>60 Jahre Deutscher Frauenrat – das sind 60 Jahre Durchsetzungskraft, Hartnäckigkeit, Lebendigkeit und konsequenter Einsatz dafür, Frauenrechte und Frauenthemen immer wieder auf die politische Tagesordnung zu bringen. Dazu gehören für mich Meilensteine wie der Schattenbericht zur UN-Resolution 1325 und die Mitbegründung der Europäischen Frauenlobby.<br />
Medica mondiale versteht sich wie der Deutsche Frauenrat als Teil der internationalen Frauenbewegung. Gemeinsam kämpfen wir dafür, dass Rückschritte oder Stagnation seitens der Politik und innerhalb der Gesellschaft verhindert werden und pflegen eine frauenpolitische Struktur. Liebe Frauen, es gibt für uns noch viel zu tun! Alles Gute für die nächsten Jahre und: weiter so!<br />
Dr. Monika Hauser<br />
Gründerin und geschäftsführendes Vorstandsmitglied von medica mondiale</p>
<p><a href="http://www.frauenrat.de/deutsch/aktionen/jubilaeum-60-jahre-df/jubilaeum-60-gratulantinnen.html">http://www.frauenrat.de/deutsch/aktionen/jubilaeum-60-jahre-df/jubilaeum-60-gratulantinnen.html</a></p>
<p>Frage: Was bedeutet der Alternative Nobelpreis für Sie und Ihre Arbeit? <br />
Hauser: Das ist eine große Ehre. Ich nehme ihn im Namen der Frauen in der Kölner Zentrale von medico mondiale und der 200 Mitarbeiterinnen in aller Welt an. Wir werden es bei der Arbeit mit traumatisierten Frauen und der Erreichung unser politischen Ziele jetzt sicher etwas einfacher haben, weil man uns zuhören wird. Aber ich sage ganz ehrlich, der Preis hat auch zwiespältige Gefühle ausgelöst. Auf der einen Seite bin ich seit 15 Jahren an dieser Arbeit dran und hab eine hohe Frustrationstoleranz entwickeln müssen. Nicht nur, wenn ich mit afghanischen Politikern zu tun habe, sondern auch mit deutschen oder von der EU, die in Menschenrechtsfragen überhaupt kein größeres Interesse zeigen, wenn es um Frauen geht. Da ist es andererseits ist es auch eine wunderbare Genugtuung, so einen wunderbaren Preis zu bekommen. <br />
Frage: Was betrachten Sie selbst als das wichtigste Ergebnis von 15 Jahren Arbeit? <br />
Hauser: Der wichtigste Erfolg ist sicherlich, dass wir vielen tausend Frauen helfen konnten zu überleben, und vor allem in Würde zu überleben. Wir sehen leider in vielen Nachkriegs-Gebieten wie Bosnien, Afghanistan oder in vielen afrikanische Ländern, dass die Menschen dort eher vegetieren als gut überleben. Und dass wir das Thema traumatisierte Frauen auf der Tagesordnung gehalten haben, ist ein Erfolg. So dass letztlich auch die Vereinten Nationen nicht mehr daran vorbeischauen konnten. <br />
Frage: Welches Problem brennt Ihnen in derzeit ganz konkret am meisten unter den Nägeln? <br />
Hauser: Da brennt sehr vieles. Die Lage für Frauen im Kongo ist sicher eines der wichtigsten Probleme. Wir bauen mit der Organisation PAIF in der Stadt Goma, wo sie eine sehr mutige Frauenrechtsarbeit macht, ein größeres Engagement auf. Der Krieg dort geht in eine neue Runde. Es sind wieder dieselben Täter, die vergewaltigen. Da schaut die internationale Gemeinschaft nicht genügend hin. Es gibt all die schönen Resolutionen, aber es fehlt komplett an der Umsetzung. Es wird mehr den Interessen der lokalen Kriegsherren entsprochen, als endlich die Verletzung von Menschenrechten der Frauen zu beenden. Natürlich ist Afghanistan weiter einer unserer Schwerpunkte, wo wir mit ansehen mussten, wie sich die Sicherheitslage immer weiter verschlechtert hat. Trotz der sehr guten Arbeit dort über Jahre müssen wir jetzt leider sagen, dass die Arbeit für die Kolleginnen immer gefährlicher wird. Uns treibt natürlich auch um, dass wir keine langfristige Finanzierung für unsere Projekte haben. Es fehlt bei der EU und anderen Geldgebern komplett der lange Atem. Menschenrechtsarbeit und Traumahilfe sind keine kurzfristige Nothilfe, sondern längerfristige Arbeit mit Befriedung und Demokratisierung dieser Länder. </p>
<p>Frage: Was bedeutet es für Sie, dass an allen vier Alternativen Nobelpreise dieses Jahres Frauen beteiligt sind? <br />
Hauser: Ich freue mich sehr darüber. Ich will nicht Schwarz-Weiß-Malerei betreiben, muss aber nach meinen Erfahrungen sagen, dass in den Kriegs- und Krisengebieten in erster Linie Männer diejenigen sind, die Gewalt, Massengräuel und Zerstörung zu verantworten haben. In der internationalen Politik sitzen ihnen dann in erster Linie auch Männer gegenüber, die zu solchen Problemen nicht Tacheles reden. Frau Merkel würde ich da mal ausnehmen, denn wir wissen, dass sich erst ab einem bestimmten Prozentsatz Frauen wirklich etwas ändert. Wenn ich derzeitigen Banken-Zusammenbrüche anschaue, sehe ich in der Wall Street und anderswo auch in erster Linie Männer. Ich denke nicht, dass Frauen die besseren Menschen sind, aber sie sind näher an der Realität des Lebens dran und viel praktischer überlegen, wie Wiederaufbau, Kommunikation und Frieden gelingen können.</p>
<p><a href="http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1222812121535.shtml">http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1222812121535.shtml</a></p>
<p>Gerade läuft in Bayern 2 “1:1 – der Talk” – heute mit Monika Hauser, Chefin von “medica mondiale e.V.”1), die weltweit vom Krieg traumatisierte Frauen unterstützen. Monika Hauser bezeichnete ihre Herangehensweise gerade unwidersprochen mit “dieser feministisch-medizinische Ärztinnenblick“. Sie war vor einigen Jahren in Bosnien und hat vergewaltigte Frauen unterstützt, selbstverständlich schätzt sie deren Anzahl “auf ein Vielfaches” der offiziellen Zahlen, die dem Haager Gerichtshof vorliegen. Mit Dunkelziffern läßt sich immer trefflich Kasse machen.<br />
Kein Wort von den -zigtausend bestialisch geschlachteten jungen Männern, die zum Kriegsdienst gezwungen wurden, den Gefolterten, den Geflohenen, den Männern, die ihre Familien verloren haben. Muß ich eigentlich immer wieder erklären, dass nicht die Männer den Krieg machen oder anzetteln, sondern lediglich zwei oder drei? Und dass alle anderen Männer genauso darunter leiden wie die Frauen? Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen der Vergewaltigung einer Frau und dem Zwangsrekrutieren eines Mannes, der sein Leben oder Körperteile verliert, wenn er nicht tut, was ihm gesagt wird? Soll der heldenhaft sein Leben geben, sich ins Knie schießen lassen, sich einen Arm oder sein Geschlechtsteil abschneiden lassen? Mit welcher Begründung soll das bei Männern gehen – und bei Frauen auf keinen Fall? Mit welcher Begründung sind Frauen nach solchen Erlebnissen hilfsbedürftig, Männer aber nicht? Mit welcher Begründung darf eine Organisation wie medica mondiale gezielt Spendengelder einwerben und sich von Staat (e.V.-Status) und Medien unterstützen lassen – die Hilfsgüter ausschließlich Frauen zu Gute kommen lassen? Mit welcher Begründung darf ein Hilfs-Projekt sagen: Männern helfen wir nicht, dafür fühlen wir uns nicht zuständig? Wes Geistes Kind muß man sein, um so einen Gedankengang zuzulassen?<br />
Beim Anhören des Interviews kam mir die klammheimliche Vermutung, dass Monika Hauser zu den emotionalen Kriegsgewinnlern gehört: es geht ihr sehr gut jetzt. Nicht so gut ginge es ihr sicherlich, wenn sie dort geblieben wäre – um weiter zu helfen, so wie es die Mönchen und Nonnen machen: sie geben sich mit Haut und Haaren hinein, sie bleiben vor Ort und halten mit aus, was sie angerichtet haben.<br />
Schlecht auch der Interviewer, der sich äußerst einfühlsam zeigte: Monika Hauser mußte diesen feministisch-medizinischen Ärztinnenblick gar nicht auspacken, der Interviewer tat das pflichtschuldigst für sie, weil er ihr als bewegter Mann um den Gender-Bart gehen wollte. Eine Frage nach den Männern ist ihm nicht eingefallen – nicht, während ich zugehört habe. Mir wurde übel, ich mußte ausmachen: ich kann das Salbadern weißer, rundumversicherter und wohlsituierter Betroffenheits-Feministinnen einfach nicht mehr aushalten. Es ist unehrlich – und am Schlimmsten ist, dass sie es selbst nicht merken, sondern dass sie sich auch noch für gerecht halten.<br />
Da muß ein grundlegender, tiefer Hass und Neid gegenüber Männern vorliegen, wenn man so glasklar sagen kann: Euch helfe ich nicht, helft euch selbst. Dieser Hass entbehrt – zumindest in unserem Land – jedweder realen Grundlage und auch jeder eigenen Erfahrung: er ist einfach herbeigeredet und richtet fürchterliche Verwüstungen in der Gesellschaft an. Ich könnte das niemals. Ich wette, es würde ihnen genauso übel, wenn sie die einfache Menschlichkeit an sich heranließen.</p>
<p><a href="http://klartext.macbay.de/Diesellog/2009/07/jaccuse/">http://klartext.macbay.de/Diesellog/2009/07/jaccuse/</a></p>
<p>Interview<br />
Hauser: Zwiespältige Gefühle<br />
Von Interview: Thomas Borchert, 01.10.08, 11:16h<br />
Die Kölner Ärztin Monika Hauser hat sich am Mittwoch in einem Interview mit der dpa zur Verleihung des Alternativen Nobelpreises 2008 an sie geäußert.<br />
Stockholm/Köln - Die Kölner Ärztin Monika Hauser hat sich am Mittwoch in einem Interview mit der dpa zur Verleihung des Alternativen Nobelpreises 2008 an sie geäußert.<br />
Frage: Was bedeutet der Alternative Nobelpreis für Sie und Ihre Arbeit?<br />
Hauser: Das ist eine große Ehre. Ich nehme ihn im Namen der Frauen in der Kölner Zentrale von medico mondiale und der 200 Mitarbeiterinnen in aller Welt an. Wir werden es bei der Arbeit mit traumatisierten Frauen und der Erreichung unser politischen Ziele jetzt sicher etwas einfacher haben, weil man uns zuhören wird. Aber ich sage ganz ehrlich, der Preis hat auch zwiespältige Gefühle ausgelöst. Auf der einen Seite bin ich seit 15 Jahren an dieser Arbeit dran und hab eine hohe Frustrationstoleranz entwickeln müssen. Nicht nur, wenn ich mit afghanischen Politikern zu tun habe, sondern auch mit deutschen oder von der EU, die in Menschenrechtsfragen überhaupt kein größeres Interesse zeigen, wenn es um Frauen geht. Da ist es andererseits ist es auch eine wunderbare Genugtuung, so einen wunderbaren Preis zu bekommen.<br />
Frage: Was betrachten Sie selbst als das wichtigste Ergebnis von 15 Jahren Arbeit?<br />
Hauser: Der wichtigste Erfolg ist sicherlich, dass wir vielen tausend Frauen helfen konnten zu überleben, und vor allem in Würde zu überleben. Wir sehen leider in vielen Nachkriegs-Gebieten wie Bosnien, Afghanistan oder in vielen afrikanische Ländern, dass die Menschen dort eher vegetieren als gut überleben. Und dass wir das Thema traumatisierte Frauen auf der Tagesordnung gehalten haben, ist ein Erfolg. So dass letztlich auch die Vereinten Nationen nicht mehr daran vorbeischauen konnten.<br />
Frage: Welches Problem brennt Ihnen in derzeit ganz konkret am meisten unter den Nägeln?<br />
Hauser: Da brennt sehr vieles. Die Lage für Frauen im Kongo ist sicher eines der wichtigsten Probleme. Wir bauen mit der Organisation PAIF in der Stadt Goma, wo sie eine sehr mutige Frauenrechtsarbeit macht, ein größeres Engagement auf. Der Krieg dort geht in eine neue Runde. Es sind wieder dieselben Täter, die vergewaltigen. Da schaut die internationale Gemeinschaft nicht genügend hin. Es gibt all die schönen Resolutionen, aber es fehlt komplett an der Umsetzung. Es wird mehr den Interessen der lokalen Kriegsherren entsprochen, als endlich die Verletzung von Menschenrechten der Frauen zu beenden. Natürlich ist Afghanistan weiter einer unserer Schwerpunkte, wo wir mit ansehen mussten, wie sich die Sicherheitslage immer weiter verschlechtert hat. Trotz der sehr guten Arbeit dort über Jahre müssen wir jetzt leider sagen, dass die Arbeit für die Kolleginnen immer gefährlicher wird. Uns treibt natürlich auch um, dass wir keine langfristige Finanzierung für unsere Projekte haben. Es fehlt bei der EU und anderen Geldgebern komplett der lange Atem. Menschenrechtsarbeit und Traumahilfe sind keine kurzfristige Nothilfe, sondern längerfristige Arbeit mit Befriedung und Demokratisierung dieser Länder.<br />
Frage: Was bedeutet es für Sie, dass an allen vier Alternativen Nobelpreise dieses Jahres Frauen beteiligt sind?<br />
Hauser: Ich freue mich sehr darüber. Ich will nicht Schwarz-Weiß-Malerei betreiben, muss aber nach meinen Erfahrungen sagen, dass in den Kriegs- und Krisengebieten in erster Linie Männer diejenigen sind, die Gewalt, Massengräuel und Zerstörung zu verantworten haben. In der internationalen Politik sitzen ihnen dann in erster Linie auch Männer gegenüber, die zu solchen Problemen nicht Tacheles reden. Frau Merkel würde ich da mal ausnehmen, denn wir wissen, dass sich erst ab einem bestimmten Prozentsatz Frauen wirklich etwas ändert. Wenn ich derzeitigen Banken-Zusammenbrüche anschaue, sehe ich in der Wall Street und anderswo auch in erster Linie Männer. Ich denke nicht, dass Frauen die besseren Menschen sind, aber sie sind näher an der Realität des Lebens dran und viel praktischer überlegen, wie Wiederaufbau, Kommunikation und Frieden gelingen können.<br />
(dpa)<br />
<a href="http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1222812121535.shtml">http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1222812121535.shtml</a></p>
<p>Frau Hauser, herzlichen Glückwunsch. Freuen Sie sich über die Ehrung?<br />
Im Moment freue ich mich sehr, zusammen mit meinen Kölner Mitstreiterinnen und Kolleginnen aus aller Welt. Das ist eine Anerkennung für unsere schwierige Arbeit. Ich hoffe, dass es jetzt mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und der Politik gibt für das, was wir zu sagen haben.<br />
Mit dem Preisgeld wollen Sie unter anderem ein Projekt für vergewaltigte Frauen im Ostkongo unterstützen. Von dort wird berichtet, dass in den Metallminen, wo Coltan für unsere Handy-Industrie aus der Erde geholt wird, unzählige Frauen vergewaltigt werden. Ist das so, telefonieren wir gewissermaßen auf Kosten kongolesischer Frauen?<br />
80 Prozent des Weltbestands von Coltan, das ein wichtiger Bestandteil unserer Handys ist, kommt aus den kongolesischen Minen. Dort betätigen sich seit längerem skrupellose Geschäftsbosse, Kriegsherren und internationale Konzerne. Sie beuten Frauen in ekligster Weise aus, diese müssen als lebendige Lastesel dienen und Tonnen von Material schleppen, dabei werden sie oft auch noch vergewaltigt.<br />
Sie haben Kanzlerin Merkel öffentlich aufgefordert, die sexuelle Kriegsgewalt im Kongo und anderswo anzusprechen. Hat sie reagiert?<br />
Bisher nicht. Vielleicht hilft ja nun dieser Preis, dass ich irgendwann eine Nachricht von ihr bekomme.<br />
Der UN-Sicherheitsrat hat sich in zwei Resolutionen dem Thema von sexualisierter Kriegsgewalt in den Jahren 2000 und 2008 angenommen. Hat sich die Lage seither verbessert, gibt es weniger Massenvergewaltigungen in bewaffneten Konflikten?<br />
Die Resolutionen 1325 und 1820 sind für unsere Arbeit wichtig. Wir können damit Politik machen, auch unsere Kolleginnen in Afghanistan oder Liberia können darauf verweisen. Aber die Politiker nehmen solche Resolutionen oft nicht ernst, sie sehen nicht ein, warum sie diese jetzt umsetzen sollen. Zusammen mit anderen Menschenrechtsorganisationen müssen wir dran bleiben und die Politik immer wieder auffordern, diese Resolutionen umzusetzen. In der Demokratischen Republik Kongo ist eine riesige UN-Friedenstruppe stationiert, und gleichzeitig sehen die Blauhelme hilflos zu, wie die diversen marodierenden Banden und auch die Regierungssoldaten dort immer weiter Krieg führen und massenhaft Frauen vergewaltigen. Das heißt, der Schutz von Frauen und Mädchen steht nur auf dem Papier.</p>
<p>Zur Person Monika Hauser war von Geburt an &quot;Multikulti&quot;: Sie wuchs als Tochter von Südtiroler Migranten in der Schweiz auf, ihre Muttersprache ist deutsche, ihr Pass italienisch, studiert hat sie in Innsbruck und Bologna. 1993 fuhr die angehende Frauenärztin unter Lebensgefahr ins Kriegsgebiet nach Bosnien, um den vergewaltigten Frauen zu helfen, woraus &quot;medica mondiale&quot; entstand. Heute lebt die 49-jährige mit Mann und Sohn in Köln.<br />
Viele Soldaten besuchen bei ihren Auslandseinsätzen Bordelle und Prostituierte. Nur die deutschen Truppen nicht - zumindest wenn man dem Bundesverteidigungsministerium glaubt. Welches Wunder ist da mit den deutschen Jungs geschehen?<br />
Wunder gibt es nicht, auch nicht bei der Bundeswehr. Wir prangern seit etwa zehn Jahren an, dass Kosovo, Bosnien und Mazedonien Transit- und Zielländer für Frauenhandel geworden sind. Mafiöse Gruppen haben dort gleich nach dem Ende der Kriege Bordelle mit Zwangsprostituierten aufgebaut, mittellose osteuropäische Mädchen werden dort festgehalten und regelrecht versklavt. Seit Jahr und Tag besuchen Männer aus den Friedenstruppen und den internationalen Hilfsorganisationen diese Bordelle, darunter auch Deutsche. Seit zehn Jahren haben Verteidigungsministerium und Bundeswehr nicht auf unsere Forderungen und unsere Gesprächsangebote reagiert. Sie sehen nicht ein, dass sie hier endlich präventiv vorgehen und junge Soldaten vor deren Auslandseinsatz sensibilisieren und schulen müssen. Und dass sie auch Sanktionen verhängen müssen, wenn Männer dem Verhaltenskodex der Uno und der Nato zuwider handeln. Beide Organisationen fahren hier eine &quot;Null-Toleranz-Politik&quot;, zumindest offiziell. Nur die Deutschen übernehmen hier einfach keine Verantwortung.<br />
In wenigen Tagen wird der Bundestag wohl das deutsche Bundeswehrkontigent in Afghanistan aufstocken. Ist das ein guter Weg für die deutsche Hilfe?<br />
Wir monieren schon lange, dass die deutsche Strategie nicht die richtige ist. Es ist ein völlig falscher Weg, die Priorität auf das Militär zu setzen und nicht auf den zivilen Wiederaufbau. Die entwicklungspolitischen Projekte müssen stark aufgestockt werden. Nach dem Sturz der Taliban waren wir optimistisch, aber dann kam die Ernüchterung. Man kann das Vertrauen der afghanischen Bevölkerung in die internationale Gemeinschaft nur mit sichtbarem Wiederaufbau gewinnen. Das ist leider nur ungenügend erfolgt, und für die Sicherheit von Frauen und Mädchen wurde viel zu wenig getan. Deutschland hat nur wenige Männer und Frauen zum Aufbau der Polizei nach Afghanistan geschickt. Das hätte wesentlich mehr Personal sein müssen. Viele Männer, die in die afghanische Polizei eintreten, sind Analphabeten, etliche sind gewaltbereit. Wir wissen, dass in sehr vielen Polizeistationen Frauen und Mädchen, aber auch Jungs vergewaltigt werden. Wie soll die afghanische Bevölkerung Vertrauen in Rechtsstaatlichkeit und Demokratie entwickeln, wenn sie sich noch nicht einmal in eine Polizeistation trauen kann? Aber die Verleihung des Alternativen Nobelpreises gibt uns auch hier Kraft. Unsere afghanischen Kolleginnen erfahren damit eine Stärkung und bekommen größeres politisches Gewicht vor Ort.<br />
Interview: Ute Scheub</p>
<p><a href="http://www.stern.de/wissen/mensch/interview-monika-hauser-der-schutz-besteht-nur-auf-dem-papier-641063.html">http://www.stern.de/wissen/mensch/interview-monika-hauser-der-schutz-besteht-nur-auf-dem-papier-641063.html</a></p>
<p>Die Medienberichterstattung über<br />
systematische Massenvergewaltigungen<br />
in Bosnien war für die geborene<br />
Italienerin Monika Hauser die<br />
Initialzündung zur Gründung. Ihr<br />
war schnell klar: „Da will ich mich<br />
einmischen. Als Frau, als Europäerin,<br />
als Gynäkologin will ich den bosnischen<br />
Frauen Unterstützung anbieten!“,<br />
berichtet sie im Gespräch.<br />
Die Motivation, sich diesen Themen<br />
zu widmen, liegt in ihrer Kindheit<br />
begründet. Von ihrer Südtiroler<br />
Großmutter erfuhr sie schon als<br />
junges Mädchen viel von Gewalt gegenüber<br />
Frauen. Während ihrer Arbeit<br />
als Ärztin in Kliniken in Südtirol<br />
und im Ruhrgebiet verstärkte sich<br />
der Wunsch, dagegen einzutreten.<br />
„Ich habe auch in Deutschland auf<br />
der Privatstation genügend Frauen<br />
gesehen, die Gewalt erleben mussten<br />
und realisierte, dass dieses Problem<br />
sich durch alle Schichten der<br />
Gesellschaft und alle Nationalitäten<br />
zieht. In der Klinik allerdings waren<br />
diese Themen tabu. Mir war klar,<br />
dass ich eines Tages meine eigene<br />
Organisation gründen muss, um<br />
mir meine Arbeit so zu gestalten,<br />
wie ich sie für sinnvoll halte. Die<br />
Berichterstattung während des Bosnienkrieges<br />
hat mich zudem zutiefst<br />
aufgewühlt. Die Frauen sind durch<br />
die Medien erneut missbraucht worden.“<br />
Trotz schwieriger Umstände<br />
schafft es Monika Hauser zusammen<br />
mit bosnischen Fachfrauen, in<br />
beharrlichem Kampf gegen bürokratische<br />
und politische Hürden, im<br />
April 1993 ein Frauentherapiezentrum<br />
in Zenica/Bosnien zu eröffnen.<br />
Die Logistik im bosnischen<br />
Kriegsgebiet war alles andere als<br />
unproblematisch. Die Gynäkologin<br />
hält jedoch durch und findet bald<br />
Gleichgesinnte, die sie unterstützen<br />
und wie sie dazu bereit sind, Risiken<br />
einzugehen, um Widerstand gegen<br />
geschehendes Unrecht zu leisten.<br />
Die Arbeit erforderte von Anfang an<br />
sehr viel Improvisation, enormes<br />
Engagement und häufig auch Herzblut.<br />
Aus medica mondiale ist eine<br />
professionelle Hilfsorganisation<br />
geworden, die stetig wächst und<br />
in Ländern wie dem Kosovo und<br />
Albanien, Afghanistan und Ruanda,<br />
der Demokratischen Republik<br />
Kongo und in Liberia tätig ist. Die<br />
Organisation mit Hauptsitz in Köln<br />
wird von einer Vielzahl hauptamtlicher<br />
und ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen<br />
unterstützt, deren Arbeit<br />
häufig nicht ungefährlich ist. „Generell<br />
gehen wir davon aus, dass<br />
wir eine gewisse Infrastruktur und<br />
politische Stabilität für unsere<br />
Projekte benötigen, weswegen wir<br />
auch entschieden haben, nicht in<br />
den Irak zu gehen“, erklärt Monika<br />
Hauser. „Uns war klar, dass die<br />
Situation dort viel zu gefährlich für<br />
jegliche Form der Traumaarbeit ist.<br />
Dass die Situation in Afghanistan<br />
sich mittlerweile so verschlechtert<br />
hat, konnten wir 2002 natürlich<br />
noch nicht ahnen. Daran trägt die<br />
internationale Gemeinschaft eine<br />
wesentliche Mitschuld.“<br />
Trotz vieler Risiken hat sich medica<br />
mondiale noch aus keinem Projekt<br />
zurückgezogen. Von der Organisation<br />
gegründete Zentren konnten unter<br />
anderem in Bosnien und Herzegowina,<br />
Albanien und im Kosovo an<br />
einheimische Fachkräfte übergeben<br />
und an regionale Gegebenheiten angepasst<br />
werden. Dabei wurde insbesondere<br />
ein innovatives Konzept<br />
zur Trauma- und Menschenrechtsarbeit<br />
entwickelt, welches auf einem<br />
ganzheitlichen Langzeitansatz basiert.<br />
Im Zentrum stehen die Entwicklung<br />
oder Unterstützung nachhaltiger<br />
lokaler Strukturen und ein<br />
holistischer Ansatz, der ein breites<br />
Spektrum an Leistungen umfasst:<br />
von der direkten medizinischen Behandlung<br />
und psychosozialen oder<br />
psychotherapeutischen Betreuung<br />
in Gruppen- bzw. Einzelsitzungen,<br />
über Berufsbildungskurse und Einkommensgenerierende<br />
Maßnahmen,<br />
bis hin zu juristischer Beratung.<br />
medica mondiale orientiert<br />
sich dabei an den Möglichkeiten in<br />
den jeweiligen Projektländern und<br />
unterstützt, beispielsweise im Kosovo,<br />
Frauen in entlegenen Dörfern<br />
mit einer mobilen gynäkologischen<br />
Ambulanz.<br />
Die Stärkung der Rechte der Frauen<br />
ist ein ebenso wichtiges Anliegen<br />
von medica mondiale. In allen Ländern<br />
steht deshalb die Veränderung<br />
sozialer und politischer Rahmenbedingungen<br />
im Zentrum der Arbeit.<br />
Menschenrechtsverletzungen<br />
werden öffentlich geächtet und die<br />
rechtliche Verurteilung sexualisierter<br />
Gewalt wurde und wird von der<br />
Organisation gefordert. Zu den Aufgaben<br />
gehören auch die kritische<br />
Begleitung der Arbeit internationaler<br />
Gerichtshöfe und die Forderung<br />
nach mehr Schutz und adäquater<br />
Behandlung für traumatisierte Zeuginnen<br />
bei internationalen Prozessen.<br />
Armut und Überlebensprostitution<br />
kennzeichnen das Leben vieler<br />
Frauen nach Kriegsende. Die Mitarbeiterinnen<br />
von medica mondiale<br />
wissen daher, dass materielle Sicherheit<br />
grundlegend für ein selbstbestimmtes<br />
Leben ist und traumatisierte<br />
Frauen ihre Traumata nur<br />
dann überwinden können, wenn<br />
dies gesichert ist. Die Unterstützung<br />
reicht deshalb von der Verteilung<br />
von Nahrung und Kleidung über die<br />
Gewährung von Unterschlupf und<br />
die Vergabe von Mikrokrediten bis<br />
hin zu Alphabetisierungskursen.<br />
Durch die Sensibilisierung von Familien,<br />
Gemeinden, Institutionen<br />
des Gesundheitswesens, der Justiz,<br />
der Polizei und religiösen Führern<br />
sollen die Projekte von medica mondiale<br />
in der Gesellschaft verankert<br />
und, mithilfe von Netzwerken und<br />
Trainingsangeboten für einheimische<br />
Institutionen, langfristig gefestigt<br />
werden.<br />
Monika Hauser weiß, wie wichtig es<br />
für betroffene Frauen ist, ihr Leben<br />
selbstbestimmt zu gestalten. „Wenn<br />
sie dann aber auch noch ‚change<br />
agents‘ werden und es schaffen,<br />
politisch aktiv zu werden und Öffentlichkeitsarbeit<br />
leisten, ist dies<br />
für alle Beteiligten ein toller Fortschritt.<br />
So können Frauen sich einmischen<br />
und dafür sorgen, dass es<br />
ihren Töchtern besser gehen wird.<br />
Das gilt für alle Projekte und mittlerweile<br />
gibt es sogar ehemalige<br />
Klientinnen, die jetzt Mitarbeiterinnen<br />
sind. Empowerment und ein<br />
emanzipatorischer Ansatz gehören<br />
für uns untrennbar zusammen, um<br />
einer erneuten Viktimisierung der<br />
Frauen entgegenzuwirken. Wir unterstützen<br />
Frauen weltweit, damit<br />
sie ihr eigenes Geschick in die Hand<br />
nehmen können – Veränderungen<br />
sind nur dann nachhaltig, wenn sich<br />
die gesellschaftlichen Bedingungen<br />
für Frauen verändern; die Behandlung<br />
von Symptomen reicht dabei<br />
medica mondiale wurde 1993 von Dr. Monika Hauser gegründet. Als Organisation von<br />
Frauen für Frauen arbeitet sie vor allem mit Opfern sexualisierter Kriegsgewalt.<br />
„Ich habe auch in Deutschland auf der Privatstation genügend Frauen<br />
gesehen, die Gewalt erleben mussten und realisierte, dass dieses<br />
Problem sich durch alle Schichten der Gesellschaft und alle<br />
Nationalitäten zieht. In der Klinik allerdings waren diese Themen tabu.<br />
* In einer 2008 erschienenen Biographie<br />
erzählt die Journalistin Chantal Louis die<br />
Geschichte von Monika Hauser und der<br />
von ihr gegründeten Organisation:<br />
Chantal Louis: Monika Hauser – Nicht<br />
aufhören anzufangen. Eine Ärztin im<br />
Einsatz für kriegstraumatisierte Frauen,<br />
Zürich 2008.<br />
der Medizin“ Thema „Frauen in der Medizin“<br />
medica mondiale – Monika Hauser hört nicht auf anzufangen*<br />
nicht aus.“ Immer wieder betont<br />
Hauser, wie wichtig ihr Solidarität<br />
und die Übernahme von Verantwortung<br />
sind. Ihre Großmutter spielt<br />
dabei eine große Rolle. „Ich habe<br />
einen Auftrag meiner Großmutter<br />
und meinen Tanten gegenüber,<br />
die im Zuge der patriarchalen Gewalt<br />
in Südtirol am eigenen Leib<br />
sexuelle Übergriffe erlebt haben“,<br />
erzählt sie. „Vor dem Hintergrund<br />
meiner guten Ausbildung und der<br />
politischen Stabilität, in die ich<br />
geboren wurde, erwächst daraus<br />
für mich eine Verpflichtung, etwas<br />
Sinnvolles damit zu tun. Diese Privilegien<br />
muss ich nutzen, damit sich<br />
die Welt verändert.“<br />
Verändern muss sich auch Vieles in<br />
der Justiz. Seit 1994, dem Beginn<br />
des Internationalen Kriegsverbrechertribunals<br />
für Ex-Jugoslawien<br />
in Den Haag, mischt medica mondiale<br />
sich ein. Juristinnen beraten<br />
Zeuginnen über deren Rechte und<br />
Pflichten und bieten professionellen<br />
juristischen Beistand an. Wie eine<br />
im Jahr 2010 von medica mondiale<br />
durchgeführte Zeuginnenstudie dokumentiert,<br />
ist das nicht unproblematisch.<br />
Zeuginnen werden oft wie<br />
bloßes lebendiges Beweismaterial<br />
behandelt, was bei den Betroffenen<br />
zu Re-Traumatisierungen führen<br />
kann. Andererseits können Aussagen<br />
vor Gericht jedoch politisch als<br />
auch psychologisch sehr positive<br />
Auswirkungen haben. „Mittlerweile<br />
kritisieren wir das gesamte Setting<br />
der internationalen Kriegsgerichte,<br />
sind jedoch der Meinung, dass es<br />
sehr wichtig für eine Frau sein kann<br />
vor einem solchen Tribunal auszusagen“,<br />
weiß Monika Hauser zu<br />
berichten. „Es kann ein Stück Gerechtigkeit<br />
für sie bedeuten, wenn<br />
sie dem Täter in die Augen schauen<br />
und sagen kann: ‚Du hast mich<br />
nicht brechen können!’ und dann<br />
miterlebt, wie ihre Aussage dazu<br />
beiträgt, dass er zu einer langen<br />
Haftstrafe verurteilt wird.“ Hauser<br />
beklagt seit Jahren, dass weder<br />
das Völkerrecht, noch nationale<br />
Strafrechte ausreichendes Wissen<br />
über die Dynamik sexualisierter<br />
Gewalt im Kriegskontext erkennen<br />
lassen. medica mondiale hat hier<br />
zunehmend grundsätzliche Kritik<br />
formuliert. So werden beispielsweise<br />
Kriegsvergewaltigungen nur<br />
dann anerkannt, wenn der genozidale<br />
Charakter der Tat nachgewiesen<br />
werden kann. Damit werden<br />
die Betroffenen hierarchisiert – in<br />
diejenigen, die genozidale, also die<br />
‚richtigen‘ Vergewaltigungen erlitten<br />
haben und folglich als Zeuginnen<br />
aussagen dürfen – und andere, die<br />
nur ‚normale‘ Vergewaltigungen erlebt<br />
haben, und dies nicht dürfen.<br />
Für Monika Hauser und ihre Kolleginnen<br />
lässt dies den strukturellen<br />
Charakter von Gewalt gegen Frauen<br />
völlig außer Acht: „Wir wissen, dass<br />
im Krieg auch deshalb vergewaltigt<br />
wird, weil die Männer mit der Waffe<br />
in der Hand einfach die Macht haben,<br />
weil sie niemand kontrolliert,<br />
weil keine Armeeleitung Einhalt gebietet.<br />
Der Aspekt der Kriegsstrategie<br />
und der Vergewaltigung als<br />
Taktik ist sicherlich richtig, aber<br />
eben nicht ausschließlich. Wir müssen<br />
gleichzeitig auch sehen, dass<br />
Frauen vergewaltigt werden, weil sie<br />
Frauen sind.“<br />
Die Mitarbeiterinnen von medica<br />
mondiale beschäftigen sich immer<br />
wieder mit diesen Fragen, werten<br />
Informationen aus und arbeiten an<br />
gendersensiblen Konzepten, die<br />
sie in die politische Debatte einbringen.<br />
So war medica mondiale<br />
beispielsweise im November 2010<br />
Veranstalterin eines Runden Tisches<br />
in Sarajevo, an dem die UN-Sonderbeauftragte<br />
Margot Wallström sowie<br />
über 50 PolitikerInnnen, JuristInnen<br />
und VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen<br />
und Überlebendenverbänden<br />
teilgenommen<br />
haben. Das Ziel war, der bosnischen<br />
Politik die Verantwortung für eine<br />
frauen- und traumasensible Aufarbeitung<br />
der Kriegsvergewaltigungen<br />
zu übergeben. Auch in diesem Zusammenhang<br />
konnte der Verein<br />
schon viele Etappensiege erzielen.<br />
So verabschiedete das bosnische<br />
Parlament im Jahre 2006 auf die<br />
Initiative von medica Zenica und weiteren<br />
Frauenorganisationen hin ein<br />
Gesetz, das im Krieg vergewaltigten<br />
Frauen den Status als Kriegsopfer<br />
zuerkennt. Die als Kriegsopfer Anerkannten<br />
erhalten seitdem eine<br />
Rente von bis zu 250 Euro, was bei<br />
einem durchschnittlichen Monatseinkommen<br />
von 300 Euro nicht<br />
wenig ist. Bislang konnten über<br />
3000 Frauen dieses Recht geltend<br />
machen.<br />
Im Mittelpunkt der juristischen<br />
Aufarbeitung im ehemaligen Jugoslawien<br />
steht für medica mondiale<br />
die internationale und bosnische<br />
Rechtsprechung für Kriegsvergewaltigungen.<br />
In Afghanistan steht die<br />
Organisation jedoch vor ganz anderen<br />
Herausforderungen: „Leider<br />
hat Karzai vor einem Jahr eine Amnestie<br />
für alle Kriegsverbrecher ausgesprochen,<br />
die eine Aufarbeitung<br />
von Kriegsvergewaltigungen verhindert“,<br />
erklärt Monika Hauser. „In<br />
der UN-Resolution 1325 aus dem<br />
Jahr 2000, die für unsere Arbeit<br />
sehr wichtig ist, steht explizit, dass<br />
Verbrechen sexualisierter Gewalt<br />
aus den Amnestiegesetzen herauszunehmen<br />
sind. Doch genau das<br />
ist in Afghanistan nicht geschehen;<br />
folglich sind derzeit dort Kriegsverbrechertribunale<br />
absolut unrealistisch.“<br />
In Afghanistan nimmt<br />
sich medica mondiale daher dem<br />
Problem von alltäglicher Gewalt<br />
gegen Frauen an und unterstützt<br />
Frauen und Mädchen, die aufgrund<br />
so genannter ‚moralischer Verbrechen‘<br />
im Gefängnis sitzen. In über<br />
2000 Fällen ist es den Anwältinnen<br />
von medica mondiale Afghanistan<br />
bereits gelungen, Frauen und junge<br />
Mädchen aus dem Gefängnis<br />
freizubekommen. Die meisten von<br />
ihnen waren in Haft, weil sie beispielsweise<br />
von zuhause geflohen<br />
waren, um sich einer Zwangsverheiratung<br />
zu entziehen. In Afghanistan<br />
gibt es ein Verfassungsrecht,<br />
das, so Monika Hauser, gar nicht<br />
schlecht sei. Die Richter müssen<br />
nur oft daran erinnert werden. Die<br />
meisten Mädchen kommen wieder<br />
frei, wenn Verfahrensfehler nachgewiesen<br />
werden können: wenn sie<br />
zum Beispiel inhaftiert wurden, ohne<br />
dass es eine Polizei- bzw. Gefängnisakte<br />
über sie gibt oder gar kein<br />
Prozess angestrengt wird und sie<br />
wochenlang festgehalten werden,<br />
ohne zu wissen warum. Dies ist relativ<br />
leicht nachweisbar und meist<br />
erfolgreich. „Aber dann beginnt der<br />
schwierigere Teil“, erzählt Monika<br />
Hauser. „Wo soll das Mädchen oder<br />
die Frau nach der Freilassung hin<br />
und wie können wir ihre Sicherheit<br />
gewährleisten? Unser zweiter<br />
Schritt ist deshalb die Mediationsarbeit.<br />
Wir gehen in die Dörfer, reden<br />
mit den Mullahs, den Dorfältesten,<br />
dem Ehemann, dem Familienvater<br />
und schauen, wie es um die Akzeptanz<br />
des Mädchens dort bestellt ist<br />
und ob es überhaupt zurückkehren<br />
kann.“<br />
„Mittlerweile kritisieren wir das gesamte Setting der internationalen<br />
Kriegsgerichte, sind jedoch der Meinung, dass es sehr wichtig<br />
für eine Frau sein kann vor einem solchen Tribunal auszusagen“<br />
Thema „Frauen in der Medizin“ Thema „Frauen in dReurb Mrikeedniztitne“l „Sie müssen sich ja nicht auf Wasserleichen spezialisieren...“<br />
Die Rechtsmedizin war als Berufsperspektive<br />
oder Arbeitsfeld lange Zeit<br />
nicht besonders populär für Frauen.<br />
Das hat sich ja offensichtlich sehr<br />
geändert u. a. auch durch die Präsenz<br />
von Rechtsmedizinerinnen in<br />
TV-Serien wie Tatort aber auch amerikanischen<br />
Krimi-Serien wie Bones,<br />
Law and Order, Criminal Minds oder<br />
Medical Detectives. Können Sie das<br />
bestätigen?<br />
In der Tat beobachten wir seit längerem,<br />
dass unglaublich viele Anfragen<br />
von jungen Damen nach dem<br />
Abi kommen, die alle Rechtsmedizinerinnen<br />
werden wollen. Wir haben<br />
uns mit einer Medienwissenschaftlerin<br />
hier auf dem Campus zusammengetan,<br />
die auch bekennender<br />
CSI-Fan ist, und haben das gemeinsam<br />
mit ihr untersucht. Das Ergebnis<br />
der wissenschaftlichen Studie<br />
hat ergeben, dass es gerade unter<br />
den Abiturientinnen unglaublich<br />
viele gibt, die sich für den Körper<br />
und seine Funktionsweisen interessieren,<br />
was durch solche Fernsehserien<br />
unterstützt wird. Die Hypothese<br />
der Medienwissenschaftlerin war,<br />
wenn die jungen Frauen jeden Abend<br />
&quot;Der Chirurg&quot; sehen würden, dann<br />
würden sie vermutlich alle Chirurgin<br />
werden wollen. Denn es ist offensichtlich<br />
so, dass diese Serien faszinierend<br />
für die jungen Leute sind.<br />
Da werden komplexe Sachverhalte<br />
aufgeklärt, tolle Maschinen, schöne<br />
und kluge Menschen gezeigt. Wenn<br />
das dann auf den Boden von einem<br />
grundsätzlichen Interesse für Naturwissenschaft,<br />
Medizin und Körper<br />
fällt, ist das ganz spannend.<br />
Interessant an der Studie ist auch,<br />
dass viele dieser Menschen extrem<br />
gute Sportlerinnen sind. Da sieht<br />
man ganz deutlich, dass dies Leute<br />
sind, die sich für Körperlichkeit interessieren.<br />
1<br />
Sie haben ja 1996 den Facharzt für<br />
Rechtsmedizin gemacht. Warum haben<br />
Sie sich für diese Disziplin/Spezialisierung<br />
entschieden?<br />
Ich bin ehrlich gesagt eher zufällig<br />
zur Rechtsmedizin gekommen. Kurz<br />
vor dem Staatsexamen interessierte<br />
mich noch mehr die Allgemeinmedizin<br />
und Familienmedizin. Ich<br />
Dies ist eine äußerst schwierige<br />
Aufgabe, haben doch Traditionen<br />
oft eine starke Beharrungskraft.<br />
Medienberichte beklagen daher<br />
häufig die ‚Rückständigkeit‘ von<br />
Gesellschaften und Religionen, in<br />
denen die Rechte der Frau kaum<br />
vorhanden sind. Monika Hauser<br />
ist hier sehr skeptisch, sieht sie<br />
doch auch in Deutschland häufig<br />
fehlendes Bewusstsein und wenig<br />
Bereitschaft zur Veränderung. Männer<br />
müssen sich endlich politisch<br />
bewegen und natürlich muss auch<br />
mit Männern gearbeitet werden –<br />
sowohl mit Männern als Tätern, als<br />
auch mit Männern als Opfern von<br />
Gewalt, in Deutschland genauso,<br />
wie überall in der Welt. Dabei sind<br />
Selbstreflexion und Sensibilisierung<br />
der Männer, aber auch Zivilcourage<br />
gefragt: „Gesellschaftlich könnten<br />
Männer in Deutschland sehr viel tun<br />
und mithelfen, um endlich mehr Geschlechtergerechtigkeit<br />
zu erzielen.<br />
Wir als Frauenorganisation leisten<br />
da bereits unseren Anteil“, meint<br />
die Frauenrechtsaktivistin. „Ich<br />
denke, jeder hat die Möglichkeit,<br />
bei Szenen der Gewalt gegen Frauen<br />
in der Öffentlichkeit dazwischen zu<br />
gehen oder auch bei sexistischen<br />
Witzen am Arbeitsplatz oder im Bekanntenkreis<br />
zu sagen: ‚Ich möchte<br />
nicht, dass so über Frauen gesprochen<br />
wird!’ Ferner muss die Politik<br />
mehr eingreifen und deutlich Stellung<br />
beziehen. In Nachkriegsgebieten<br />
(auf dem Balkan oder auch in<br />
Afrika) ist es ja ein großer Skandal,<br />
dass Frauen weiterhin durch Soldaten<br />
internationaler Friedenstruppen<br />
und Mitarbeiter humanitärer<br />
Organisationen sexuell ausgebeutet<br />
werden. Das Verteidigungsministerium<br />
in Berlin nimmt seine Verantwortung,<br />
die deutschen Soldaten<br />
richtig zu schulen, bevor sie in die<br />
Auslandseinsätze geschickt werden,<br />
einfach nicht wahr. Ein 20jähriger<br />
kommt in Sarajevo an und fragt<br />
seine Kameraden als erstes, wo<br />
denn das nächste Bordell sei. Vor<br />
10 Jahren sagte mir Herr Scharping<br />
bereits, ich solle dieses Thema nicht<br />
weiter öffentlich breittreten, weil<br />
dies die Frauen und Freundinnen unserer<br />
Soldaten verunsichern würde!<br />
Wir versuchen nunmehr seit einem<br />
Jahrzehnt mit den wechselnden Verteidigungsministern<br />
ins Gespräch<br />
zu kommen, um an deren Verantwortung<br />
zu appellieren. Wir fordern<br />
Sanktionen für die Täter und adäquates<br />
Training zum Thema Männlichkeitsreflexion.“<br />
Es gibt noch viel<br />
zu tun, aber Monika Hauser bleibt<br />
zuversichtlich. Mit Hilfe ihrer Mitarbeiterinnen<br />
im In- und Ausland<br />
und ihren (auch männlichen) finanziellen<br />
Unterstützern wird sie sich<br />
weiterhin für Menschenrechte und<br />
mehr Geschlechtergerechtigkeit einsetzen.<br />
Viele Frauen weltweit sind<br />
stark und mutig trotz schwieriger<br />
Lebensbedingungen und so kämpft<br />
Monika Hauser gemeinsam mit<br />
ihnen für mehr Gerechtigkeit für<br />
Frauen weltweit.</p>
<p><a href="http://www.gleichstellung.uni-bonn.de/ueber-uns/publikationen/fp25_2010.pdf">http://www.gleichstellung.uni-bonn.de/ueber-uns/publikationen/fp25_2010.pdf</a></p>
]]></content:encoded>
<link>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=47826</link>
<guid>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=47826</guid>
<pubDate>Wed, 26 Nov 2014 15:30:45 +0000</pubDate>
<category>Liste Femanzen</category><dc:creator>Oberkellner</dc:creator>
</item>
</channel>
</rss>
