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<title>Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land? - Liste Femanzen Dr. Heidrun Fußwinkel</title>
<link>https://wgvdl.com/forum3/</link>
<description>Gleichberechtigung, Männerdiskriminierung, Männerbenachteiligung, Antifeminismus</description>
<language>de</language>
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<title>Liste Femanzen Dr. Heidrun Fußwinkel</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>F304 <strong>Dr. Heidrun Fußwinkel</strong> – Gleichstellungsbeauftragte der Universität Köln – Vorsitzende Verein Köln PUB e.V. (Publikum und Biotechnologie) - Anschrift: Eckertstrasse 4, 50931 Köln –– <a href="http://gb.uni-koeln.de">http://gb.uni-koeln.de</a> – gleichstellungsbeauftragte@uni-koeln.de – h.fusswinkel@gb.uni-koeln.de </p>
<p>Stiftung „Frauen + Hochschulkarriere“<br />
Stiftung zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses an der Universität<br />
zu Köln<br />
Im Sommersemester 2008 feierten wir an der Universität zu Köln mit dem Jahr100Sommer das Jahr 1908,<br />
in dem die Legislative den Frauen in Preußen endlich den Weg an die Universitäten frei machte. Ein denkwürdiges<br />
Datum, das mit hohen Erwartungen der studieninteressierten Frauen verbunden war und die<br />
Hoffnung aufkeimen ließ, dass mit dem Wegfall dieser Hürde Gleichberechtigung für Frauen nur eine Frage<br />
von kurzer Zeit sein konnte.<br />
Der Rückblick im Jahr 2008 hat uns jedoch nachdenklich gemacht und gezeigt, dass wir auch heute nach<br />
100 Jahren noch lange nicht am Ziel angekommen sind. Einem Studentinnenanteil von über 50 % steht<br />
noch immer ein viel zu geringer Anteil Frauen, die eine Professur innehaben, gegenüber. Bereits Ende der<br />
Journal Netzwerk Frauenforschung NRW Nr. 26/2010 21<br />
achtziger Jahre studierten an deutschen Hochschulen mehr als 40 % Frauen. Nur ein kleiner Teil konnte<br />
sich offenbar bis heute in der Wissenschaft etablieren, deutschlandweit schwankt der Professorinnenanteil<br />
an den Hochschulen heute zwischen 16 % bis 18 %. Deutlich wurde bei diesem Rückblick ebenfalls, dass<br />
der grundgesetzlich verankerte Auftrag, Gleichberechtigung zu verwirklichen, an den Hochschulen erst mit<br />
den Gleichstellungsgesetzen der Länder angenommen und an der Umsetzung gearbeitet wurde.<br />
Insgesamt stellt sich für die Zeitspanne 100 Jahre ein äußerst unbefriedigendes Ergebnis dar. Um schneller<br />
an das Ziel zu gelangen sind daher unbedingt zusätzlich zu den bereits vorhandenen Maßnahmen weitere<br />
Projekte erforderlich.<br />
Sozusagen als Folge des Jahr100Sommers wurde daher im Büro der Gleichstellungsbeauftragten die Idee<br />
geboren, eine Stiftung zur Frauenförderung zu gründen, die den Anteil exzellenter Frauen an der Hochschule<br />
erhöhen soll. Profitieren sollen insbesondere hervorragenden Wissenschaftlerinnen der Universität aus<br />
allen Fachbereichen, die kurz vor ihrem Abschluss (vom Bachelor bis zur Habilitation) stehen und insbesondere<br />
diejenigen, denen zur Optimierung dieses Abschlusses noch etwas Besonderes – zum Beispiel eine<br />
Teilnahme an einer Fachtagung, eine Publikation oder ein Seminar zum Erwerb bestimmter Kompetenzen<br />
– fehlt. Es sind aber auch Frauen im Blick, deren Abschluss kurz bevor steht, aber aus unterschiedlichen<br />
Gründen gefährdet erscheint. Die Unterstützung durch die Stiftung kann zusätzlich durch Maßnahmen des<br />
Büros der Gleichstellungsbeauftragten ergänzt werden.<br />
Dass zu einer Stiftungsgründung Kapital gehört, war uns selbstverständlich bewusst. Wir haben daher recherchiert,<br />
wie andere Stiftungen Mittel einwerben und haben im In- und Ausland Firmen kontaktiert, die<br />
es sich zu ihrer Aufgabe gemacht haben, exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, in Frauenzeitschriften<br />
nach Anhaltspunkten gesucht und selbstverständlich auch die Internetpräsenzen der Gleichstellungsbüros<br />
anderer Hochschulen nach vergleichbaren Projekten abgesucht.<br />
Ein Glücksfall für das Gründungsvorhaben war, dass sich der Zonta Club Köln 2008 zeitgleich mit der<br />
Umsetzung einer solchen Idee beschäftigte. Der Zonta Club Köln 2008 gehört Zonta International an, ein<br />
weltweiter Zusammenschluss berufstätiger Frauen, die in den verschiedensten Branchen in Führungspositionen<br />
tätig oder selbstständig sind. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, die Stellung der Frau im rechtlichen,<br />
politischen, wirtschaftlichen und beruflichen Bereich zu verbessern – vor Ort und weltweit. Der Kontakt zu<br />
den Frauen des Zonta Club Köln 2008 (http://www.zonta-koeln-2008.de) konnte über regionale Netzwerke<br />
geknüpft werden.<br />
Innerhalb der Hochschule wurde die Stiftungsidee von der Hochschulleitung sehr positiv aufgenommen.<br />
Überzeugungsarbeit musste nicht geleistet werden, es wurde vielmehr Unterstützung zur zügigen Verwirklichung<br />
zugesagt.<br />
In der Folge hat das Team der Gleichstellungsbeauftragten Satzungen anderer Stiftungen gesichtet und<br />
dann eine eigene Satzung entworfen, mit den Frauen des Zonta-Clubs und der Hochschulleitung diskutiert<br />
und modifiziert bis diese schließlich im Rektorat verabschiedet werden konnte.<br />
Pünktlich zum 8. März 2009, dem Weltfrauentag, konnte die Satzung zur Gründung der Stiftung „Frauen<br />
+ Hochschulkarriere“ an der Universität zu Köln gemeinsam vom Kanzler der Universität, Herrn Dr. iur. Johannes<br />
Neyses, und der Gleichstellungsbeauftragten, Frau Dr. rer. nat. Heidrun Fußwinkel, unterschrieben<br />
werden.<br />
Das Stiftungsvorhaben hatte jedoch zu diesem Zeitpunkt noch einen kleinen Geburtsfehler, denn es fehlte<br />
das Stammkapital, um beim Finanzamt als gemeinnützige Stiftung anerkannt zu werden. Im Juni 2009 hat<br />
die Universität das notwendige Kapital zur Verfügung gestellt. Die zügige Anerkennung der Gemeinnützigkeit<br />
der Stiftung durch das Finanzamt, das sehr schnell reagierte, war unbedingt für das weitere Vorgehen<br />
des Zonta Club Köln 2008 erforderlich, denn dieser hatte für den 20.6.2009 zu seiner Gründungsfeier eingeladen<br />
und als sein wichtiges Anliegen die Unterstützung der gemeinnützigen Stiftung „Frauen + Hochschulkarriere“<br />
herausgestellt. Bereits im Vorfeld und auch während der Feier überzeugten die Zontiens ihre<br />
Gäste, sich für die Stiftung mit einer Spende zu engagieren. Der Erfolg blieb nicht aus, die Frauen des Zonta<br />
Club Köln 2008 konnten am 20.6.2009 auf ihrer Charterfeier der Gleichstellungsbeauftragten der Universität<br />
zu Köln einen Scheck in Höhe von 12.328 € zugunsten der Stiftung überreichen. Mit dem Club wurde<br />
vereinbart, dass ein Teilbetrag dem Stammkapital zufließt und ein anderer Teil direkt zur Hilfestellung für<br />
Frauen eingesetzt werden soll. Die Ausschreibung der Gelder wird im Frühjahr 2010 erfolgen.<br />
Eine Stiftung kann nur erfolgreich sein und vielen guten Wissenschaftlerinnen ihre Unterstützung anbieten,<br />
wenn ausreichend Kapital vorhanden ist. Daher steht für die Gleichstellungsbeauftragte und ihr Team fest,<br />
dass das Fundraising zugunsten der Stiftung gerade erst begonnen hat. Da dies natürlich bisher nicht zu<br />
den Aufgaben des Gleichstellungsbüros oder einer Universität gehört hat, ist hier noch viel zu lernen. Der<br />
unbedingte Wille, diese Stiftung zu einem wichtigen Instrument zur Förderung wissenschaftlich exzellenter<br />
Frauen an der Universität zu Köln zu machen, ist auf jeden Fall Antriebsfeder für wegweisende Ideen.<br />
News<br />
22 Journal Netzwerk Frauenforschung NRW Nr. 26/2010<br />
Auch der Zonta Club Köln 2008 hat sich vorgenommen, für die Stiftung weiterhin zu werben, um den<br />
finanziellen Spielraum stetig zu steigern. Das gemeinsame Ziel, die Stiftung zu gründen und zu stärken,<br />
hat zwischen der Gleichstellungsbeauftragten und Zonta zu einer freundschaftlichen Verbundenheit mit<br />
gemeinsamen Zielen geführt. Die Zontiens sehen ihre Unterstützung nicht nur in der Stärkung der Stiftung,<br />
sondern auch darin, dass sie ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen und innerhalb der Projekte der Gleichstellungsbeauftragten<br />
auch als Mentorinnen und Beraterinnen zur Verfügung stehen. Schöner und effektiver<br />
kann Netzwerken nicht sein!<br />
Wenn Sie mehr erfahren wollen, besuchen Sie unsere Homepage unter der Adresse:<br />
<a href="http://www.gb.uni-koeln.de/stiftung_frauen__hochschulkarriere">http://www.gb.uni-koeln.de/stiftung_frauen__hochschulkarriere</a><br />
<a href="http://www.netzwerk-fgf.nrw.de/fileadmin/media/media-fgf/download/publikationen/Journal-26_Netzwerk-FGF.pdf">http://www.netzwerk-fgf.nrw.de/fileadmin/media/media-fgf/download/publikationen/Journal-26_Netzwerk-FGF.pdf</a><br />
Sponsorinnen und Sponsoren für weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs gesucht<br />
Gründung der Stiftung &quot;Frauen + Hochschulkarriere&quot;<br />
Mehr als 50 Prozent aller Studierenden an der Kölner Universität sind Frauen, aber nur rund 17 Prozent der Professuren sind derzeit mit Frauen besetzt. Um dem Ziel einer Gleichstellung von Frau und Mann an der Hochschule näher zu kommen, wurde die Stiftung &quot;Frauen + Hochschulkarriere&quot; gegründet. Aufgabe ist die Unterstützung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses der Universität zu Köln. Im Vordergrund steht dabei die finanzielle Entlastung während der Examensphase, Doktorarbeit oder Habilitation.</p>
<p>Die Gründung der Stiftung wurde intensiv von den Frauen des ZONTA Club Köln 2008 begleitet. Lange bevor die Satzung Anfang dieses Jahres verabschiedet wurde, fanden Treffen der Gleichstellungsbeauftragten der Universität zu Köln, Dr. Heidrun Fußwinkel, mit den Frauen des ZONTA Club statt. Der Club formulierte früh den Wunsch sich einzubringen und das Projekt &quot;Frauen + Hochschulkarriere&quot; zu fördern. Auf der Charterfeier des Clubs überreichte die Präsidentin des ZONTA Club Köln 2008 der Gleichstellungsbeauftragten einen Scheck in Höhe von 12.000 Euro. </p>
<p>Um die Ziele des Stiftungsvorhabens erfüllen zu können, wird jetzt daran gearbeitet, weitere Stifterinnen und Stifter zu gewinnen.<br />
 <br />
<a href="http://www.portal.uni-koeln.de/nachricht+M58f50d31dc0.html">http://www.portal.uni-koeln.de/nachricht+M58f50d31dc0.html</a></p>
<p>Gleichstellungsbüro Uni Köln</p>
<p>Die individuelle Situation von Frauen an der Hochschule zu verbessern und der strukturellen Benachteiligung von Frauen entgegen zu wirken, darin besteht die Aufgabe der Gleichstellungsbeauftragten. Dies gilt insbesondere für soziale, organisatorische und personelle Maßnahmen und für die Umsetzung und Fortschreibung der Frauenförderpläne. </p>
<p>Die Gleichstellungsbeauftragte achtet darauf, dass bei der Erfüllung der universitären Aufgaben, insbesondere bei der wissenschaftlichen Arbeit, der Entwicklungsplanung und leistungsorientierten Mittelvergabe frauenrelevante Aspekte einbezogen werden.</p>
<p>Sie nimmt an Sitzungen der Hochschulgremien teil und ist wie ein Mitglied zu laden und zu informieren. Rechtsgrundlagen für das Amt der Gleichstellungsbeauftragten sind das Landesgleichstellungsgesetz und das Hochschulgesetz sowie die Grundordnung der Universität.</p>
<p>Unterstützt wird die Gleichstellungsbeauftragte durch den Beirat für die Gleichstellung (früher Gleichstellungskommission), durch die geschlechtsparitätisch besetzte Gleichstellungskommission sowie durch zwei weitere Gleichstellungsbeauftragte in den Fakultäten (GO v. 20.06.2007).</p>
<p>Seit März 2005 setzt sich Frau Dr. Heidrun Fußwinkel als Gleichstellungsbeauftragte für die Belange von Frauen an der Hochschule ein. Sie ist die vierte Gleichstellungsbeauftragte seit der Einführung dieses Amtes an der Universität am 8. Mai 1991. Mit dem In-Kraft-Treten des Landesgleichstellungsgesetzes (LGG) im November 1999 wurde dieses Amt von Frauen- in Gleichstellungsbeauftragte umbenannt.</p>
<p>Die Gleichstellungsbeauftragte ist Ansprechpartnerin für alle Frauen an der Universität (Studentinnen, Professorinnen, wissenschaftliche und weitere Mitarbeiterinnen) und für die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Professorinnen der Medizinischen Einrichtungen. Seit der Ausgliederung und rechtlichen Verselbständigung der Medizinischen Einrichtungen werden die weiteren Mitarbeiterinnen und alle Mitarbeiterinnen, die keinen Vertrag nach dem Hochschulrahmengesetz haben, von einer eigenen Gleichstellungsbeauftragten (zurzeit Sabine Schell-Dürscheidt) betreut.</p>
<p>Total E-Quality Prädikat</p>
<p>Die Universität zu Köln hat sich zur Bewertung ihrer gleichstellungspolitischen Maßnahmen der Begutachtung durch den Verein Total E-Quality e.V unterworfen und wurde am 27.05.2004 erstmalig und am 5.6.2007 erneut für ihre erfolgreiche Gleichstellungspolitik mit dem Total E-Quality Prädikat ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung macht die Universität ihr langjähriges Engagement für Chancengleichheit sichtbar. Dazu zählen zahlreiche Projekte der Gleichstellungsbeauftragten.</p>
<p>Leistungen / Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten<br />
• Teilnahme an Sitzungen der Hochschulgremien, Beteiligung an Berufungs- und Stellenbesetzungsverfahren sowie Mitwirkung, Beratung und Unterstützung bei Beförderung und Höhergruppierung, Monitoring der Umsetzung und Fortschreibung von Frauenförderplänen<br />
• Beratung und Unterstützung bei sexueller Belästigung und Formen von Gewalt sowie bei Mobbing<br />
• Kooperation mit Gleichstellungsbeauftragten auf Stadt-, Land- und Bundesebene sowie mit Frauenprojekten<br />
• Eigene Bibliothek, eigene Publikationen (Print und Online), Organisation von Ringvorlesungen und interdisziplinären Lehraufträgen, Female Carrier Center, Mentoring Projekte (Cornelia Harte Mentoring und Cornelia Harte Mentoring Pro), Koordinierungsstelle für Schülerinnen in Naturwissenschaft und Medizin (Girls'Day Mathematik / Informatik, Schnupperuniversität Physik, Schnupperuniversität Chemie, Studientag Medizin)</p>
<p>Kontakt</p>
<p>Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität zu Köln<br />
Annelene Gäckle<br />
Eckertstr. 4, 50931 Köln, Lageplan <br />
Tel.: 0221 / 470-4830, Fax: 0221 / 470-5138<br />
E-Mail:  gleichstellungsbeauftragte@uni-koeln.de </p>
<p><a href="http://www.forumf.de/cms/news/article.php?storyid=51">http://www.forumf.de/cms/news/article.php?storyid=51</a></p>
<p>Köln - Studieren? Für Frauen verboten! An der Kölner Uni war das mal Gesetz - und genau vor 100 Jahren wurde es aufgehoben. Jetzt feiert die Uni ihre Power-Frauen von damals und von heute - die nämlich habe ihre männlichen Kollegen sogar schon überholt. <br />
Beispiele gefällig? Erstens: Die Frauen der Uni studieren kürzer. Zweitens: Sie haben bessere Noten. Und drittens: „Fast 60 Prozent der Studenten an der Uni Köln sind Frauen und es werden immer mehr“ berichtet stolz die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Heidrun Fußwinkel. Und liefert gleich den Grund hinterher: „Die Frauen lassen sich weniger ablenken, gehen weniger feiern und sind viel zielstrebiger als Männer“. </p>
<p>Die Geschichte der Frauen an der Uni Köln hat Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert setzte sich Mathilde von Mevissen für das Recht der Frauen zum Studium ein. 1909 wurde es erlaubt, aber erst zehn Jahre später, bei der Neugründung der Uni 1919, schrieb sich unter Matrikelnummer zwei die erste Studentin ein: Jenny Gusyk. Die Jüdin und Staatsbürgerin des Osmanischen Reiches beendete ihr Studium vier Jahre später mit der Note eins.<br />
Mit einer weiteren Personalie schrieb die Kölner Uni 1951 (Frauen-Geschichte: Als erste Professorin in Deutschland übernahm Dr. Cornelia Harte in Köln den Lehrstuhl für Entwicklungsphysiologie. <br />
Heute stellen die Frauen längst die Mehrheit der Studierenden. An manchen Vorlesungen, wie zum Beispiel an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät, kommt es schon häufig vor, dass ein oder zwei Männer auf fast 40 Frauen kommen. Auch bei den „Männerfächern“ wie Mathematik oder Physik steigt ihre Anzahl kontinuierlich. <br />
„Unser Hauptproblem besteht jetzt darin, dass es nach dem Abschluss für die Frauen schwierig ist, Karriere zu machen.“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Fußwinkel. „Nach wie vor müssen sich viele Frauen zwischen Kind und Karriere entscheiden. Außerdem ziehen meistens männliche Vorgesetzte bei der Beförderung Männer den Frauen vor.“ Deswegen versucht auch an der Uni Köln den Frauen bei der späteren beruflichen Orientierung oder beim Studium mit dem Kind zu helfen.<br />
Der Lebensweg der ersten Studentin in Köln endete tragisch. Jenny Gusyk lebte nach ihrem Abschluss in Köln zusammen mit ihrem Mann in Berlin. 1944 wurden sie von den Nazis in Auschwitz ermordet. Ihre persönlichen Sachen fielen schon zuvor den Bombenangriffen zum Opfer. Aus diesem Grund ist kein Foto von ihr erhalten.</p>
<p><a href="http://www.express.de/koeln/deutliche-mehrheit-die-power-frauen-der-koelner-uni,2856,854618.html">http://www.express.de/koeln/deutliche-mehrheit-die-power-frauen-der-koelner-uni,2856,854618.html</a></p>
<p>KÖLNER STADT-ANZEIGER: Wozu braucht eine Universität eine Gleichstellungsbeauftragte?<br />
HEIDRUN FUSSWINKEL: Wir versuchen, Frauen zu stärken, damit sie sich gegen die männlichen Mitbewerber besser durchsetzen können. Schließlich gibt es nur 16 Prozent Professorinnen an der Kölner Universität. Das ist heute auch der Grund, weshalb sich alle Frauenförderung auf die Fahnen schreiben. Aber am Ende werden weibliche Bewerberinnen bei den Berufungsverfahren leider immer noch nicht ausreichend berücksichtigt. <br />
Woran liegt das?<br />
FUSSWINKEL: Ein Grund könnte die biologische Uhr sein, die verhindert, dass Frauen ihr Hauptaugenmerk auf die Professur verwenden, um sich für diese Aufgabe zu qualifizieren. Das könnte dazu führen, dass es weniger habilitierte Frauen als Männer gibt.<br />
Wie erklären Sie sich diesen Frauenschwund - Studentinnen gibt es ja sogar mehr als Studenten?<br />
FUSSWINKEL: Wissenschaftliche Karrieren beginnen schon sehr früh im Studium. Und da ist der erste Schritt ein Job als studentische Hilfskraft. Eine größere Anzahl Professoren scheint zu bedingen, dass auch eine größere Anzahl der Studenten diesen Einstiegsjob erhält.<br />
Männer unterstützen sich also lieber untereinander?<br />
FUSSWINKEL: Tatsächlich funktionieren die sogenannten „Old Boys“-Netzwerke immer noch gut. Frauen sind es einfach nicht so gewohnt, in Netzwerken zu arbeiten, schließlich hatte der Gesetzgeber noch bis vor 31 Jahren Hausfrauenarbeit als Hauptaufgabe der Frau festgelegt. In dieser Tradition sind noch viele von uns erzogen. Hier an der Universität wollen wir - gemeinsam mit den Männern - Frauen auf Förderstrukturen aufmerksam machen und sie in Netzwerke bringen. <br />
Sie sitzen oft in Berufungskommissionen - verhalten sich Frauen bei Vorstellungsgesprächen anders als Männer?<br />
FUSSWINKEL: Männer treten oft selbstbewusster auf - auch wenn sie nicht besser als Frauen sind. Frauen hingegen betonen dagegen nur dann Kompetenzen, wenn sie überzeugt sind, sie auch wirklich zu haben. <br />
<a href="http://www.gb.uni-koeln.de/">www.gb.uni-koeln.de/</a></p>
<p><a href="http://www.ksta.de/campus/interview-die-glaeserne-decke-durchdringen,15189650,13145852.html">http://www.ksta.de/campus/interview-die-glaeserne-decke-durchdringen,15189650,13145852.html</a></p>
<p>Die Universität wurde dieses Jahr<br />
zum zweiten Mal mit dem Total EQuality-<br />
Prädikat des „Total E-Quality<br />
Deutschland e.V.“ ausgezeichnet.<br />
Das Prädikat ist eine Auszeichnung<br />
für Organisationen der Bereiche<br />
Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und<br />
Verwaltung, die sich nachweislich<br />
und vor allem nachhaltig für Chancengleichheit<br />
in ihrer Personalpolitik<br />
einsetzen.<br />
Die Uni Köln hatte sich erstmalig<br />
im Jahr 2004 um das Prädikat<br />
beworben und sich aufgrund ihrer<br />
fortschrittlichen Performance als<br />
würdige Prädikatsträgerin erwiesen.<br />
Auch dieses Jahr konnte die<br />
Uni die Vergabekommission überzeugen.<br />
„Über die letzten Jahre<br />
hat sich gezeigt, dass sich Frauen<br />
immer mehr durchsetzen und verantwortungsvolle<br />
Positionen übernehmen“,<br />
betont die Gleichstellungsbeauftragte<br />
Frau Dr. Heidrun<br />
Fußwinkel. Zu dieser positiven Entwicklung<br />
haben u. a. zahlreiche<br />
Programme und Maßnahmen beigetragen,<br />
die in den letzten Jah-<br />
„Es ist vielmehr Gerechtigkeit als Gleichberechtigung“<br />
Uni Köln erneut mit Total-E-Quality Prädikat ausgezeichnet<br />
ren an der Uni Köln etabliert und<br />
ausgebaut wurden.<br />
Da vor allem in den Naturwissenschaften<br />
Physik, Chemie und Mathematik/<br />
Informatik Frauen noch<br />
immer eine Minderheit bilden, wurden<br />
die „Schnupperuniversität“ und<br />
der „Girls’ Day“ ins Leben gerufen.<br />
„Unser Ziel ist es, Mädchen interessante<br />
Berufsperspektiven aufzuzeigen<br />
– verstärkt in Bereichen,<br />
die noch von Männern dominiert<br />
werden“, so Frau Fußwinkel. Ein<br />
deutlicher Erfolg lässt sich z.B. für<br />
das Fach Physik ablesen: 33 Prozent<br />
der Neueinschreibungen zum Wintersemester<br />
2006/07 in der Physik<br />
waren Studentinnen!<br />
Für das Fach Medizin wird gemeinsam<br />
mit der Medizinischen<br />
Fakultät der Studientag Medizin<br />
veranstaltet.<br />
Nähere Informationen<br />
zu Angeboten für Schülerinnen<br />
gibt die Koordinierungsstelle der<br />
Gleichstellungsbeauftragten.<br />
Das „Female Career Center“<br />
(FCC) bietet seit dem WS 2001/02<br />
Studentinnen, Absolventinnen und<br />
Wissenschaftlerinnen die Chance,<br />
Schlüsselqualifikationen zu erwerben<br />
und ihr berufliches Netzwerk<br />
auf- und auszubauen. Die Seminare<br />
des FCC befassen sich mit Themen<br />
wie Rhetorik, Projektmanagement,<br />
Doktorandinnen-Coaching, Karriereplanung.<br />
Ein weiteres wichtiges Element<br />
des Qualitätsmanagements an<br />
Hochschulen bildet das Mentoring.<br />
Daher hat es sich auch als eine<br />
gleichstellungspolitische Strategie<br />
für Frauen an der Universität zu<br />
Köln etabliert. Da mit dem Mentoring<br />
unterschiedliche Zielgruppen<br />
erreicht werden sollen, wird zwischen<br />
dem Cornelia Harte Mentoring<br />
(CHM) für engagierte und<br />
qualifizierte Studentinnen, Absolventinnen<br />
und Doktorandinnen<br />
und dem Cornelia Harte Mentoring<br />
PRO (CHM PRO) für qualifizierte<br />
Wissenschaftlerinnen auf dem Weg<br />
zur Professur unterschieden. Einem<br />
Mentoring-Projekt liegt die Idee<br />
zugrunde, Studentinnen, Absolventinnen,<br />
Doktorandinnen und Wis-<br />
Dr. Heidrun Fußwinkel, Gleichstellungsbeauftragte der Uni Köln (l.), und die stellvertretende Kanzlerin<br />
Ina Gabriel mit dem Total E-Quality-Prädikat<br />
senschaftlerinnen in Kontakt mit<br />
berufserfahrenen, erfolgreichen<br />
Frauen aus Wissenschaft und Wirtschaft<br />
zu bringen. Nachdem das<br />
CHM und das CHM PRO zunächst<br />
aus Mitteln des Hochschulwissenschaftsprogramms<br />
(HWP) finanziert<br />
wurden, werden sie seit 2007 von<br />
der Universität zu Köln getragen.<br />
Im Bereich Forschung und Lehre<br />
setzt sich die Kölner Uni verstärkt<br />
für genderspezifische Forschung<br />
ein. Geplant ist ein „Zentrum für<br />
GENDER STUDIES“, das die Angebotsvielfalt<br />
auf Fakultäts- und Institutsebene<br />
interdisziplinär verbinden<br />
soll.<br />
Ein weiteres wichtiges Angebot<br />
für Universitätsbeschäftigte und<br />
deren Kinder ist seit Jahren das<br />
Kinderferiencamp. Der erste Spatenstich<br />
für eine Kindertagesstätte,<br />
die zukünftig Mitarbeiterinnen<br />
und Wissenschaftlerinnen mit Kind<br />
zur Verfügung stehen soll, ist noch<br />
für 2007 geplant.<br />
Die Philosophische Fakultät hat<br />
mit einem fast 100-prozentigen Anteil<br />
an Studentinnen die Vorreiterposition<br />
in Sachen Chancengleichheit<br />
übernommen. Auch Frau Prof.<br />
Dr. Christiane Bongartz hat im April<br />
dieses Jahres eine Position eingenommen,<br />
die auf Hochschulebene<br />
immer noch von Männern dominiert<br />
wird: Sie ist von der Engeren<br />
Fakultät der Philosophischen Fakultät<br />
zur Dekanin gewählt worden<br />
und macht deutlich, was diese<br />
Position für sie bedeutet: „Die<br />
Philosophische Fakultät durchläuft<br />
momentan eine Veränderungsphase,<br />
und es ist spannend, diese zu<br />
begleiten – eine solche Erfahrung<br />
möchte ich lieber früher als später<br />
machen.“<br />
1993 schloss Frau Prof. Bongartz<br />
ihr Staatsexamen in Englisch und<br />
Französisch auf Lehramt an der<br />
Universität zu Köln ab. Danach erwarb<br />
sie einen PhD in Anglistischer<br />
Sprachwissenschaft an der Universität<br />
von Madison (Wisconsin,<br />
USA). Dort richtete sie ihren wissenschaftlichen<br />
Schwerpunkt auf<br />
sowohl Angewandte als auch Theoretische<br />
Sprachwissenschaft zum<br />
Zweitspracherwerb. Für ihre 1998<br />
fertig gestellte Dissertation erhielt<br />
sie schließlich den amerikanischen<br />
Emma-Marie-Birkmaier-Award, der<br />
an herausragende Doktorarbeiten<br />
im Bereich Fremdsprachen-Lehre<br />
vergeben wird. Neben weiteren<br />
Zwischenstationen an der Northern<br />
Arizona Universität in Flagstaff als<br />
Gastprofessorin und an der Universität<br />
in Charlotte (North Carolina,<br />
USA) als Assistant Professor in Englisch<br />
bewarb sie sich 2004 wieder an<br />
der Kölner Uni – und wurde prompt<br />
berufen. Seitdem ist sie als Universitätsprofessorin<br />
im Bereich Englische<br />
Sprachwissenschaften tätig. Frau<br />
Prof. Bongartz’ wissenschaftliche<br />
Karriere zeichnet sich durch Zielgerichtetheit<br />
und wissenschaftliche<br />
Ambitioniertheit aus. Das ist bei<br />
Frauen ihrer Meinung nach noch<br />
nicht stark genug ausgeprägt. Sie<br />
empfiehlt: „Karriere früh planen,<br />
Ziele setzen und sich nicht scheuen,<br />
etwas auszuprobieren!“ Sie betont<br />
auch die fachlichen und sozialen<br />
Kompetenzen, die Frauen als Führungskräfte<br />
auszeichnen – leider<br />
trauen sich viele nicht oder sehen<br />
die Problematik in der Vereinbarkeit<br />
von Familie und Beruf.<br />
„Es geht vielmehr um Gerechtigkeit<br />
als um Gleichberechtigung“,<br />
betont die Gleichstellungsbeauftragte.<br />
Auch Frau Prof. Bongartz ist<br />
der Meinung, dass nicht die Frauen-,<br />
sondern die Sachperspektive von<br />
entscheidender Bedeutung ist:<br />
„Das Ziel sollte ein ausgewogener<br />
gemischter Diskurs sein – sowohl<br />
auf Instituts- als auch auf Fakultäts-,<br />
Verwaltungs- und Führungsebene.“<br />
Dass die Uni Köln hier alles<br />
andere als schläft, zeigt die erneute<br />
Auszeichnung mit dem Total EQuality-Prädikat!</p>
<p><a href="http://www.uni-koeln.de/uni/KUZ/archiv/kuz0807/kuz_hochschule.pdf">http://www.uni-koeln.de/uni/KUZ/archiv/kuz0807/kuz_hochschule.pdf</a></p>
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<link>https://wgvdl.com/forum3/index.php?id=48917</link>
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<pubDate>Sun, 21 Dec 2014 15:26:38 +0000</pubDate>
<category>Liste Femanzen</category><dc:creator>Oberkellner</dc:creator>
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