Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Pööhser Frauenfeind(R)

01.01.2009, 18:11
 

männer.ch - abschliessende Betrachtnungen

Thread schreibgesperrt

Ab und zu wird hier im Forum die Organisation männer.ch erwähnt und Fragen bezüglich ihres Engagements für Männer werden gestellt. Ich habe mich deshalb entschlossen, eine etwas ausführlichere Darstellung von männer.ch, die auch eine klare Wertung mit einschliesst, hier online zu stellen. Meine Darstellung und die daraus resultierende Wertung begründet sich auf öffentlich zugänglichem Informationsmaterial.
So stellt sich männer.ch dem interessierten Leser auf ihrer homepage vor :

männer.ch / masculinités.ch ist Themenführer in der Männer- und Väterpolitik: als Dachverband und nationale Interessensvertretung der zukunftsorientierten Männer und Väter setzen wir uns täglich für eine lebensdienliche wie demokratische Geschlechter-, Familien-, Wirtschafts- und Verteilungspolitik ein.

Ich bin kein Insider, d.h, ich arbeite nicht mit männer.ch zusammen und bin auch nicht Mitglied ( keine platten Witze jetzt ;). Ihre ideologische Ausrichtung ist nach meinem Verständnis altbacken und antiemanzipatorisch. Dazu werde ich in meinen folgenden Ausführungen einige Belege liefern.

Wer diese Zeilen liest und den Eindruck gewinnt, meine Ausführungen seien abwertend und polemisch, dem sei versichert, dass sein Eindruck völlig richtig ist und ihn nicht täuscht.


Zukunftsorientiert ist ein Synonym für profeministisch

Auffallend ist erst mal, dass sich männer.ch nicht einfach für Männer und Väter einzusetzen gedenkt, sondern für zukunftsorientierte Männer und Väter. Diese Floskel besagt, dass sich männer.ch als Vertretung profeministischer Männer versteht. Profeministisch wird mit zukunftsorientiert gleichgesetzt, obwohl seit 1968 immerhin 40 Jahre vergangen sind. Zukunftsorientiert wird als Synonym für profeministisch verwendet.

Ist eine profeministische Haltung notwendigerweise mit der Interessensvertretung von Männern und Vätern unvereinbar ? Ist profeministisch gegen männliche Interessen gerichtet ? Ist eine abwehrende Haltung von Männern gegenüber feministischen Bestrebungen Ausdruck einer rückwärtsgewandten, reaktionären und ewiggestrigen Haltung von Männern, die sich die gute, alte Zeit zurücksehnen, die Frau am Herd sehen wollen und ihr wenn möglich auch noch das Stimm - und Wahlrecht vorenthalten möchten ? Natürlich ist das nichts als einfältige Propaganda feministischer Protagonisten. Es gibt sehr gute Gründe, warum sich eigenständig denkende Männer – als Gegenentwurf zu den sogenannten zukunftsorientierten Männern - gegen feministische Politik aussprechen.
Beginnen wir bei unseren Betrachtungen doch gleich ganz oben, beim Präsidenten von männer.ch, bei Herrn Theunert, auch bekannt unter seinem Aliasnamen Onkel Tom.


„Der Präsident“ oder „Onkel Tom und seine Hütte“

Markus Theunert ist Gründer und präsidiert den Herausgeberverein der Schweizer “männerzeitung”. Des weitern wirkt er als Mitglied der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen (EKF) sowie im Vorstand des Vereins «Männer unterwegs mit Männern» MUMM (Bern).
www.maenner.ch

Markus Theunert ist als Präsident von männer.ch in der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen aktiv und soll dort die Interessen von Männern und Vätern vertreten. Wie muss Mann sich das vorstellen ? Stellen Frauen die Fragen und Männer antworten ? Dürfen Männer auch Fragen stellen ? Und wenn ja, welche ?
Befassen wir uns deshalb kurz mit der genannten Kommission und ihren Zielsetzungen. Ich überlasse es dem Leser zu beurteilen, ob diese Zielsetzungen mit einer emanzipatorischen Männerbewegung vereinbar sind.


Die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen

Wie es der Name besagt, sind es Frauen, die ihre Fragen stellen, die mitunter auch von Männern beantwortet werden.
http://www.frauenkommission.ch/kommission_d.htm

Die Frauenkommission nimmt Stellung zu zentralen Fragestellungen, die Männerrechtler ganz besonders interessieren, insbesondere zu Fragen bezüglich nachehelicher Regelungen. In ihrem Thesenpapier Empfehlungen – Für eine geschlechtergerechte Aufteilung der wirtschaftlichen Folgen von Trennung und Scheidung ist an erster Stelle die folgende Empfehlung zu lesen :


I. Regelung des nachehelichen Unterhalts in Mankofällen
... Nach heutiger Rechtsprechung wird in Fällen, in denen das zumutbare Einkommen von Ehemann und Ehefrau nicht zur Deckung des Lebensbedarfs beider Haushalte ausreicht, das so entstehende Manko nicht auf beide Partner aufgeteilt, sondern einseitig der unterhaltsberechtigten Person aufgebürdet. Diese Praxis stützt sich auf Urteile des Bundesgerichts, das mehrfach entschieden hat, dem Unterhaltspflichtigen dürfe nicht ins Existenzminimum eingegriffen werden. Sie hat zur Folge, dass geschiedene Frauen fast doppelt so häufig von Armut betroffen sind wie geschiedene Männer.


Das Existenzminimum ist ein in der Bundesverfassung verbrieftes Recht jeder in der Schweiz lebenden Person, welches die materielle Absicherung für ein menschenwürdiges Leben garantiert. Die Frauenkommission empfiehlt an erster Stelle, beim unterhaltspflichtigen Vater ins Existenzminimum einzugreifen und ihm das für ein menschenwürdiges Leben notwendige Minimum zu Gunsten der Frau zu mindern.
Dabei ist zu beachten, dass die sorgeberechtigte Mutter im Mangelfall von der Sozialhilfe unterstützt wird und ihr Existenzminimum in jedem Fall gesichert ist. Gerade dieses Minimum soll für Väter nicht mehr garantiert werden, weil die Leistungen der Sozialhilfe in der Schweiz grundsätzlich als geschuldet gelten.
Damit ist bereits ausreichend dargelegt, welchen Stellenwert die Frauenkommission Männerrechten, selbst den elementarsten, beimisst, nämlich gar keinen. Wir können uns also die restlichen 55 Empfehlungen getrost sparen. Selbstverständlich sind die Empfehlungen i.d.R geschlechtsneutral formuliert, um den offensichtlichen Sexismus zu kaschieren. Wer sich trotzdem ausführlich informieren will :

http://www.frauenkommission.ch/pdf/56_Empfehlungen_d.pdf

Wie kann es sein, dass sich Onkel Tom als Präsident von männer.ch nicht gegen solche verwerflichen Diskriminierungsbestrebungen stellt und unter den gegebenen Umständen von einer Zusammenarbeit mit der Frauenkommission absieht ? Weil er ein Onkel Tom ist ?

Aber sehen wir uns doch mal die Positionen der Männer von männer.ch an, so wie sie auf ihrer homepage unter ;

http://www.maenner.ch/de/positionen/

aufgeführt werden.

- Vaterschafts-Urlaub - jetzt im Ständerat
- «Ewiggestrige Familienpolitik» - Mediencommuniqué zur Ablehnung eines gesetzlich verankerten Vaterschaftsurlaubs im Ständerat
- «Zwischen Windeln und Windows» - erschienen im «Sonntag»


Die dargestellten Positionen sind von erstaunlich geringer Relevanz, was Männerrechte betrifft. Die wirklichen heissen Eisen werden gar nicht erst angesprochen. Der Grund ist offensichtlich : Profeministisch und in der Frauenkommission engagiert sind Positionen, welche sich gegen die Interessen der Frauenlobby richten, schlicht nicht thematisierbar.

Aber vielleicht finden sich unter dem link Forderungen einige mutige und unmissverständliche Stellungsnahmen zur Entrechtung der Männer ?

Hier also die Forderungen der zukunftsgerichteten Männer :

Anreize für Teilzeit-Arbeit!
Weil Teilzeit-Männer mehr bringen – für Unternehmen, Familie und Gesellschaft.


Eine Forderung, die so genau auch von den Frauenorganisationen gestellt und die uns von Onkel Tom und seiner Burschenschaft als ganz wichtiges Anliegen der Männer verkauft wird. Gegen Teilzeitarbeit ist auch nichts einzuwenden. Folgerichtig wäre es aber, den Mann von seiner Versorgungspflicht zu entlasten, dann könnte er sich Teilzeitarbeit leisten. Das ist nichts als die bekannte Schaumschlägerei von Sozialpädagogen, die Politik in erster Linie als Erziehungsauftrag begreifen.

- Kompetenz im Umgang mit Windows und Windeln!
Weil Mann und Kind von alltagsnahem Vatersein profitieren.


Und wieder wird uns eine Forderung, die genau so von den Frauenorganisationen gestellt wird, als ureigenstes Interesse der Männer verkauft. Viele geschieden oder getrennt lebende Väter wünschen sich aber tatsächlich eine grössere und aktivere Rolle im familiären Bereich, was ihnen aber durch die Zuweisung der Versorgungspflicht erschwert und durch den Besitzanspruch der Mütter an den Kindern oft gar verunmöglicht wird. Dass bei den Männern von männer.ch die Defizite, die eine vermehrte Präsenz von Männern im familiären Bereich erschweren, ausschliesslich bei den Männern verortet werden und rein gar nichts mit der politischen Agitation von Organisationen wie der Frauenkommission zu tun haben sollen, das ist angesichts ihrer profeministischen Ausrichtung nicht verwunderlich.

- Männerbeauftragte in Verwaltung und Betriebe!
Weil ohne Männer Gleichstellung auf halbem Weg stehen bleibt.


Männer ja, aber keine von der beschriebenen Sorte, die im Büsserhemd und sich Asche aufs Haupt streuend die Emanzipation des Mannes als Dienst für die Frau inszenieren

- Pornos und Sexbusiness besteuern.
Weil die Förderung menschenwürdiger Sexualität etwas kostet.


Unsinn.

- Volle rechtliche Anerkennung von Sex-WorkerInnen.
Weil die Freier, nicht die Prostituierten den Preis für käuflichen Sex zahlen müssen.


Wirre Aussage.

Gesellschaftlich besteht eine grosse Doppelmoral. Offiziell kauft niemand Sex.Männer nehmen ihre Verantwortung für ihr Freiertum und/oder ihren Sexkonsum nicht wahr. Leidtragende sind die DienstleisterInnen, besonders wenn
es sich um Migrantinnen ohne Aufenthaltsbewilligung handelt, die in einem
rechtslosen Zustand leben.


Eine pauschal – abwertende Aussage gegnüber Männern. Eine Verantwortung der Frau, die sich prostituiert, wird gar nicht erst in Erwägung gezogen. Es wird suggeriert, dass Prostituierte in ihrer grossen Mehrheit Zwangsprostituierte seien, was längstens widerlegt und nichts als feministische Propaganda ist, welche den Mann als frauenunterdrückendes und sexgeiles Monster zeichnet, während die Frau, in altbackener, tradierter Vorstellung das hilflose und unschuldige, das passiv erduldende Wesen bleibt. Wo bleibt hier die so oft beschworene Powerfrau, die sich von Männern aber so gar nichts gefallen lässt ? Erstaunlich, wie schnell die Bilder ausgetauscht werden !

- Männer in den Kindergarten!
Weil Buben und Mädchen nicht nur weibliche Lehrpersonen brauchen.


Dagegen ist nichts einzuwenden, auch von den Frauenorganisationen nicht. Deshalb, und nur deshalb darf das auch so bei männer.ch stehen bleiben. Männerrechte dürfen nämlich dann und nur dann formuliert werden, wenn sie Fraueninteressen nicht tangieren. Aber auch hier geht’s nicht ganz ohne den devoten Bückling :

- Was wir nicht wollen : Die in den letzten Jahrzehnten verbesserten Bildungschancen von Mädchen und Frauen in Frage stellen.

Um Himmels Willen, bloss nicht. Sowas tut der zukunftsgerichtete Mann doch nicht ! Wer sich anschickt, im Matriarchat zu leben, der lehnt sich doch nicht aus dem Fenster. Vorauseilender Gehorsam muss eingeübt werden.

- Reden statt zuschlagen lernen!
Weil starke Männer auch ohne Gewalt Stellung beziehen können.


Ich habs befürchtet. Noch ein ganz tiefer Bückling. Was ist mit der Gewalt von Frauen ? Gibt es nicht ? Altbackene und vorgestrige Vorstellung, aber ohne Zweifel mit der Frauenkommission und deren Anschauungen kompatibel. Studien, die den beträchtlichen Anteil weiblicher häuslicher Gewalt belegen, interessiert die Männer von männer.ch nicht. Hier sind die zukunftsgerichteten Männer nicht ganz auf der Höhe der Zeit.

- Schluss mit dem Militärzwang für Männer

Was aber, wenn sich eine Mehrheit der Bevölkerung bei direktdemokratischen Abstimmungen für eine Wehrpflicht ausgesprochen hat ? Müsste dann nicht eine Wehrpflicht oder wenigstens ein ersatzweise zu leistender Zivildienst von Frauen abverlangt werden ? So wegen Gleichberechtigung und so ? Oder Gleichberechtigung nur dann, wenn es keine Frauenprivilegien tangiert ? Die Antwort dürfte wiederum klar sein.


Fazit :

männer.ch steht in der Tradition der gescheiterten profeministischen Männerbewegung der 70 – er Jahre. Nicht eigenständige männliche Positionen werden erarbeitet, sondern die Adaption feministischer Anschauungen und Forderungen und ihre Umdeutung zu Männerinteressen ist das auffälligste Merkmal. Ein emanzipatorischer Ansatz, der das von feministischer Seite gezeichnete negativ – abwertende Bild von Männlichkeit kritisch hinterfragt und dem ein eigenes, positives Männlichkeitsbild entgegensetzt, ist nicht mal im Ansatz zu erkennen.
Männer.ch sieht die vordringlichste Aufgabe des Mannes in der Unterstützung weiblicher Emanzipationsbestrebungen, die unhinterfragt geschützt und materiell sowie ideell versorgt werden sollen.
Die von männer.ch praktizierten Emanzipationsentwürfe, wenn wir sie denn so nennen wollen, sind nichts weiter als die raktionäre Transformation alter Männlichkeitsbilder und ihre Anpassung an veränderte Begebenheiten. Eine kritische Betrachtung des Geschlechterverhältnisses ist nicht zu erkennen.

PF

Rainer(R)

Homepage

01.01.2009, 19:23

@ Pööhser Frauenfeind

männer.ch ist ein troyanisches Pferd (oT)

 
[ kein Text ]

---
[image]
Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo

Student(t)

01.01.2009, 20:03

@ Pööhser Frauenfeind

männer.ch - Erste Eindrücke: Extrem widersprüchlich.

 

Nach einer ersten Durchsicht ergibt sich mir ein verwirrendes Bild. Die Gesamt-Aussage ist sehr widersprüchlich.

Auf der ersten Seite ist zu lesen:

"Mehr Mann. Ganz Mensch.
Masculin rime avec humain.
" ("Männlich reimt sich mit menschlich.")

Später aber heißt es:

"Das einseitig traditionell männliche System ist nicht nur frauen-, kinder- und lebensfeindlich - es ist in vielem auch männerfeindlich. Es wertet Männer wie Frauen ab, die sich für Gleichwertigkeit einsetzen. männer.ch setzt sich deshalb ein für gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Strukturen, in denen einseitig traditionelle Männlichkeit überwunden und Männer auf der Suche nach neuen, lebensfördernden Männerbildern unterstützt werden. Davon profitieren Männer, Frauen und Kinder."


Das ist der krasseste aller möglichen Widersprüche. Zuerst wird "Mann" mit "Mensch" gleichgesetzt. Extremer Maskulismus ? Dann aber wird ein "einseitig traditionell männliches System" (das es gar nicht gibt noch gab) zum Anlaß genommen für lebensfördernde Maßnahmen, oder sagen wir doch gleich: für einen lebensrettenden System-Sturz, einen Putsch.

Dieses männliche "System" wird nämlich als selbstzerstörerisch gesehen. Also als ein Karzinom.

Dieser männer.ch-Verein bietet also Allen und Keinem etwas. Er ist m.E. gefährlich und sollte beobachtet werden !

Student

http://sexistinnen-pranger.de

Diana Nickel

01.01.2009, 20:44

@ Student(t)

männer.ch - Erste Eindrücke: Extrem widersprüchlich.

 

» Nach einer ersten Durchsicht ergibt sich mir ein verwirrendes Bild. Die
» Gesamt-Aussage ist sehr widersprüchlich.
»
» Auf der ersten Seite ist zu lesen:
»
» "Mehr Mann. Ganz Mensch.
» Masculin rime avec humain." ("Männlich reimt sich mit menschlich.")
»
» Später aber heißt es:
»
» "Das einseitig traditionell männliche System ist nicht nur
» frauen-, kinder- und lebensfeindlich - es ist in vielem auch
» männerfeindlich. Es wertet Männer wie Frauen ab, die sich für
» Gleichwertigkeit einsetzen. männer.ch setzt sich deshalb ein für
» gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Strukturen, in denen einseitig
» traditionelle Männlichkeit überwunden und Männer auf der Suche nach neuen,
» lebensfördernden Männerbildern unterstützt werden. Davon profitieren
» Männer, Frauen und Kinder."
»
»
» Das ist der krasseste aller möglichen Widersprüche. Zuerst wird
» "Mann" mit "Mensch" gleichgesetzt. Extremer Maskulismus ? Dann aber wird
» ein "einseitig traditionell männliches System" (das es gar nicht gibt noch
» gab) zum Anlaß genommen für lebensfördernde Maßnahmen, oder sagen wir doch
» gleich: für einen lebensrettenden System-Sturz, einen Putsch.
»
» Dieses männliche "System" wird nämlich als selbstzerstörerisch gesehen.
» Also als ein Karzinom.
»
» Dieser männer.ch-Verein bietet also Allen und Keinem etwas. Er ist m.E.
» gefährlich und sollte beobachtet werden !

Ging mir auch so. Wenn man das so durchliest, weiss man man Ende kaum mehr wo oben und unten ist. Die Betreiber dieses Vereins scheinen recht desorientiert zu sein, vielleicht wurden sie ja nur zu viel gegendert???

Roslin(R)

01.01.2009, 21:51
(editiert von Roslin, 01.01.2009, 22:02)

@ Diana Nickel

männer.ch - Erste Eindrücke: Altbekannt

 

» wo oben und unten ist. Die Betreiber dieses Vereins scheinen recht
» desorientiert zu sein, vielleicht wurden sie ja nur zu viel gegendert???

Ich glaube nicht, daß die Herrschaften desorientiert sind.
Sie sind ideologische Überzeugungstäter, die den Ausbruch versuchen aus dem ideologischen Ghetto, in das sich die "kritische" = profeministische Männerbewegung manövriert hat, von der ja mittlerweile auch der letzte Trottel weiß, daß sie eine Dienstleistungsagentur des Feminismus ist, dazu bestimmt, Feminismus kompatible, "Fraueninteressen" klaglos unterstützende, selbstlose Männer zu erziehen, die den Dienst an der weiblichen Selbstverwirklichung als männlichen Lebenszweck annehmen.

Feministinnen definieren in dieser Konstruktion, wozu Männer zu brauchen sind.

Mit ein paar rhetorischen Lockerungsübungen glaubt man, der alten Dirne Kritische Männerbewegung wieder genügend Attraktivität vrschafft zu haben, um sie, so oberflächlich gestrafft und "verjüngt", erneut auf den Strich schicken zu können.

Diese Organisation ist in ihrer Funktion für den Feminismus vergleichbar mit der Funktion der Gewerkschaften in den sozialistischen Diktaturen des Ostblocks, die sich als Transmissionsriemen der Partei zur Arbeiterschaft hin verstanden.
Sie waren keine eigenständigen Vertretungen von Arbeiterinteressen gegenüber Partei und Staat, sondern dienten der Kontrolle und Besänftigung des Proletariats, durften dafür bei Wohlverhalten auch einige Zuckerln an die Ruhigzustellenden verteilen, sparten aber sorgsam alle wesentlichen Macht - und Interessenkonflikte aus, wiegelten ab, fungierten als "freundlicherer" Teil des Unterdrückungsapparates.

Was hier betrieben wird ist Dummenfang.

Unklar ist nur noch, ob Herr Theunert reiner Tor oder bewußter Machiavellist ist.
Ich glaube, bei seiner Vorgeschichte ist er ein nützlicher Idiot.
männer.ch kann man wahrscheinlich vergessen.

Solidarnocz ist das nicht.

Rhyne

02.01.2009, 01:08

@ Pööhser Frauenfeind

Weitere Betrachtnungen

 

Hallo,

ich sehe das mit männer.ch ähnlich wie Du.

Es gibt aber in der Schweiz noch weitere Männergruppen. Zum Beispiel unter www.mannschafft.ch .
Die scheinen nicht zu männer.ch zu gehören sondern sind unter einem Dachverband gecobi organisiert.
Nach www.gecobi.ch gehören wohl die sieben Vorstandsmitglieder zu sieben verschiedenen Vereinen. Welche Bedeutung und welche Zielrichtung gecobi hat, weiß ich aber nicht.

Rhyne

Rhyne

02.01.2009, 01:26

@ Rhyne

Weitere Betrachtnungen

 

Ich habe Nico b mal eingeladen, hier herein zu sehen. Vielleicht kann er ja konstruktives zur Diskussion beitragen. Es ist immer besser, wenn man mit jemandem und nicht über jemanden spricht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:M%C3%A4nnerbewegung

Rhyne

Pööhser Frauenfeind(R)

02.01.2009, 03:45

@ Roslin

männer.ch - Erste Eindrücke: Altbekannt

 

» Ich glaube nicht, daß die Herrschaften desorientiert sind.
» Sie sind ideologische Überzeugungstäter, die den Ausbruch versuchen aus
» dem ideologischen Ghetto, in das sich die "kritische" = profeministische
» Männerbewegung manövriert hat

Eine interessante Interpretation. Klingt auf alle Fälle plausibel. Dann wäre aber immerhin noch Hoffnung da, d.h dass sich die Männer von männer.ch mit der Zeit von ihren Übermüttern emanzipieren.

» Feministinnen definieren in dieser Konstruktion, wozu Männer zu brauchen
» sind.

Und genau das ist es, was ich den antiemazipatorischen Ansatz von männer.ch nenne. Wenn sich diese Art von Männern bezüglich Geschlechterthematiken äussert, dann habe ich immer das Gefühl, sie fürchteten die grosse Mutter in ihrem Rücken, die mit dem Nudelholz droht, falls da mal falsche Fehler gemacht werden :)

» Mit ein paar rhetorischen Lockerungsübungen glaubt man, der alten Dirne
» Kritische Männerbewegung wieder genügend Attraktivität vrschafft zu
» haben, um sie, so oberflächlich gestrafft und "verjüngt", erneut auf den
» Strich schicken zu können.

Mit 60 sollte man sich nicht mehr auf dem Strich anbieten.

» Diese Organisation ist in ihrer Funktion für den Feminismus vergleichbar
» mit der Funktion der Gewerkschaften in den sozialistischen Diktaturen des
» Ostblocks, die sich als Transmissionsriemen der Partei zur Arbeiterschaft
» hin verstanden.

Bist du aus der EX-DDR ? Klingt so, als würdest du aus Erfahrung sprechen. Eine anschauliche Analogie ist es auf alle Fälle, die du beschreibst.

» Sie waren keine eigenständigen Vertretungen von Arbeiterinteressen
» gegenüber Partei und Staat, sondern dienten der Kontrolle und Besänftigung
» des Proletariats, durften dafür bei Wohlverhalten auch einige Zuckerln an
» die Ruhigzustellenden verteilen, sparten aber sorgsam alle wesentlichen
» Macht - und Interessenkonflikte aus, wiegelten ab, fungierten als
» "freundlicherer" Teil des Unterdrückungsapparates.

So etwa stelle ich mir das weitere Wirken von männer.ch vor. Einige kleine Erfolge sind wahrscheinlich, aber nichts Substantielles.

» Was hier betrieben wird ist Dummenfang.

Es ist schade, denn ich bin mir sicher, dass viele Männer einige Hoffnung in das Projekt gesetzt haben.

» Unklar ist nur noch, ob Herr Theunert reiner Tor oder bewußter
» Machiavellist ist.
» Ich glaube, bei seiner Vorgeschichte ist er ein nützlicher Idiot.
» männer.ch kann man wahrscheinlich vergessen.

Ich glaube, Theunert hat keinen wirklichen Bezug zu Diskussionen rund um Männerthematiken ausserhalb der engen feministischen Auslegung.

BIG MAMA IS WATCHING YOU !

Roslin(R)

02.01.2009, 04:47

@ Pööhser Frauenfeind

männer.ch - Erste Eindrücke: Altbekannt

 

@Pöhser Frauenfeind
>Bist du aus der EX-DDR ? Klingt so, als würdest du aus Erfahrung sprechen. Eine anschauliche Analogie ist es auf alle Fälle, die du beschreibst.<
Nein, ich bin nicht aus der Ex-DDR, aber alt genug, um mich an Diskussionen mit K-Grupplern, DKPlern etc. zu erinnern.
Da verschaffen einem Diskussionen mit FeministInnen, die ich erst seit einem Jahr intensiver via Internet verfolge, manches Déjà-vu-Erlebnis: oft die gleiche selbstgewisse Arroganz, gepaart mit feister Ignoranz, die sich abstützt auf eine "Wissenschaft", die den Namen nicht verdient, weil sie nichts anderes ist als parteiische "Empirie", die der Bebilderung der eigenen Ideologie dient, an objektiver Bestandsaufnahme, am Anhören auch der anderen Seite nicht im Mindesten interessiert.

Der heutige Staatsfemismus, bestens verankert im Staatsapparat, gebärdet sich wie die damaligen Staatsparteien.
Man spürt offenbar, daß der Unmut unter Männern wächst und steuert nun gegen, indem man mit männer.ch eine Organisation "zulässt", die nicht allzu gefährlich werden kann, die ein bißchen Männerpolitik machen darf in den Bereichen, wo es Schnittmengen mit der feministischen Agenda gibt und dafür Gewähr leistet, daß die wirklich heißen Eisen nicht angepackt werden in der Hoffnung, daß sie von alleine abkühlen, wenn man sie nur nicht bearbeitet.
Engagierten Männern wird suggeriert: Seht her, es lohnt sich, sich mit uns zu verständigen, setzt euch bei männer.ch für die Interessen ein, die ihr mit uns Feministinnen durchsetzen könnt, dann dürft ihr den einen oder anderen kleinen Erfolg feiern, aber belästigt uns gefälligst nicht mit den wirklich peinlichen, entscheidenden Fragen, berührt nicht die Punkte, die unseren Interessen wahrhaftig weh tun.
Und was macht männer.ch?
Es paßt sich geschmeidig diesen Erwartungen an, abzulesen an den Forderungen, die man stellt und mehr noch, an den Forderungen und Fragen, die man NICHT stellt und ist genau DESHALB der Wunschpartner der Staatsfeministinnen, wird instrumentalisiert werden zur Ruhigstellung der langsam unruhiger werdenden Männer. Man will Oppositionskräfte in eine genehme Richtung kanalisieren, ja mäglichst noch auf die eigenen Mühlräder lenken, wird einer vielleicht einmal kritisch nachfragenden Öffentlichkeit mit Verweis auf männer.ch antworten können: Aber was wollt ihr denn, Männer haben doch eine Interessenvertretung, wir berücksichtigen auch deren Belange, ist ja nicht so, als blieben sie unbeachtet.
Dazu wird männer.ch taugen.
Zu mehr nicht.
DAS IST MEIN VERDACHT.

Roslin(R)

02.01.2009, 05:25
(editiert von Roslin, 02.01.2009, 05:38)

@ Roslin

Vielleicht zu mißtrauisch?

 

Ich habe ein wenig nach der männerzeitung gegoogelt, die Markus Theunert herausgibt und bin dabei auf diesen Artikel von Ivo Knill, dem Chefredakteur, gestoßen.
Zitat:
>Der heutige ‚öffentliche Diskurs hat in
Bezug auf das Männerbild eine alarmierende
Plattheit erreicht: Männer
werden als Gewalttäter, Raser, Frauenverprügler,
Karrierehengste, Weicheier,
Softies, Machos etc. etikettiert. Männer
tauchen im Fokus der Gleichstellungspolitik
in erster Linie als das schwierige
Geschlecht auf. Sie sind Adressaten
von Vorwürfen, Erziehungskampagnen
und Appellen, die eine unglaubliche
Dreistigkeit erreicht haben. Ich glaube
nicht, dass diese Tonlage Männer
wirklich motiviert, mehr Lebendigkeit
zu wagen. Viel eher lässt sich beobachten,
wie junge Männer angesichts ihrer
Verunsicherung in überholte, vermeintlich
sichere Geschlechterbilder flüchten.<

Klingt ja immerhin nach einigem Realitätssinn, wäre da nicht der Schlußsatz, der wieder den Verdacht weckt, man wolle bloß die Jungs, die sich von den Haken losreißen, mit denen man sie doch schon so sicher geangelt zu haben glaubte, wieder einfangen.

Offenbar ist nicht nur in Deutschland die Generation der unter 30jährigen die konservativste in Fragen des Geschlechterverhältnisses überhaupt, hierzulande konservativer noch als die über 60jährigen.
Ausgerechnet jene Generation, auf die Feministinnen so große Hoffnungen setzten, unter feministischen Auspizien in der Schule (v)erzogen, häufig bei alleinerziehenden Müttern aufgewachsen, befreit vom bösen patriarchalen Einfuß, der den Jungs die alten Männerwerte hätte vermitteln können, und was passiet?
Sie sind patriarchaler als die über 60jährigen.
Da kann man ja schon mal ins Grübeln kommen.
Allerdings ist auch in diesem Artikel nur vom Kampf gegen Männergewalt die Rede. Das Tabu Frau Täterin-Mann Opfer bleibt unangetastet.
Zitat:
>Zugleich nehmen
sie sich auch der Schattenseiten
des Männlichen an, indem sie sich
gegen Männergewalt einsetzen und
Auswüchse des männlichen Lebensstils
kritisch hinterfragen.<
Auch hier ist Gewalt wieder einmal nur eine Schattenseite des Männlichen, des Weiblichen offenbar nicht.

Christine(R)

Homepage

02.01.2009, 05:42

@ Roslin

Vielleicht zu mißtrauisch?

 

» Auch hier ist Gewalt wieder einmal nur eine Schattenseite des Männlichen,
» des Weiblichen offenbar nicht.

Dann sollten wir diese Menschen mit den entsprechenden Zahlen füttern. Ich stelle selber immer wieder fest, das die meisten Menschen die weibliche Gewalt nicht wahrnehmen oder noch besser ausgedrückt, nicht wahrnehmen wollen.

---
Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein

Pööhser Frauenfeind(R)

02.01.2009, 12:56

@ Roslin

Vielleicht zu mißtrauisch?

 

Für Interessierte : Die Männerzeitung(en) können übrigens abgespeichert werden.

http://www.maennerzeitung.ch/zeitungen/aktuelle

PF

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