Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Warum Liebe weh tut!

DSunplugged, Samstag, 21.01.2012, 18:19 (vor 3171 Tagen)

Warum Liebe weh tut

Unter intellektuellen Frauen bzw. Frauen, welche den Anspruch erheben, intellektuell zu sein, ist es immer noch Usus, sich als Feministin zu outen. Ja, man mag Männer; ja, man ist nicht verbissen; ja, man ist sexy, zumindest ein Bisschen.

Die Süddeutsche bespricht das Buch "Warum Liebe weh tut" von Eva Illouz in Form eines Interviews, d.h. der Text kreist um den Inhalt und die Autorin in gleicher Weise.

Wer als ostdeutscher Single mit einfachem Berufsausabschluss dieses Buch liest, glaubt zu Träumen, denn was Frau Illouz beklagt, ist die fehlende Bindungswilligkeit von Männern, dabei wäre Kevin bereit, sich an fast jede Frau zu binden, sofern sie aufrecht gehen kann und nicht völlig debil ist.

Mehr Männer als Frauen sind Single und offensichtlich, wenn man den Studien trauen kann, leiden Männer stärker unter diesem Zustand als Frauen.

Wie erklärt sich die Kernaussage dieses Buches?

Schon das Interview gibt hier Hinweise. Ein Zitat: "Oder finden wir George Clooney etwa weniger sexy und begehrenswert, nur weil er alle sechs Monate mit einer Neuen um die Ecke biegt?"

Für was oder wen steht George Clooney? Es ist der Alphamann! Der gutaussehende, gesellschaftlich arrivierte, charmante, erfolgreiche Playa, der Mann mit Game! Alle Frauen finden den toll, und weil alle Frauen den toll finden, finden alle Frauen den toll.

Ein weiteres Zitat bringt weiteres Licht ins Dunkel: "Es sei nun mal so, dass die Frau stärker an der Entkopplung von Sexualität und romantischer Liebe zu leiden habe. Sie ist zwar freier und unabhängiger als je zuvor, ihr Wunsch nach Familie, Kinder und häuslichem Glück aber besteht weiter. Während die Männer also noch mehr Möglichkeiten haben, Sex zu finden, Entscheidungen hinauszuzögern oder, wenn es zu anstrengend wird, die Frau auszutauschen, geraten die Frauen in ein kompliziertes Dilemma aus Freiheit, Zeitdruck und Ankommenssehnsucht."
Erinnert Ihr Euch noch an die Zeit der Partnersuche? Wie sind denn da die Möglichkeiten, Sex zu finden oder die Frau auszutauschen? Wie war es da mit der Romantik? Auch hier zeigen Studien und meine eigenen Beobachtungen, dass Männer das romantischere Geschlecht sind. Aber die Männer, von denen die Autorin spricht, sind nicht romantisch, jedenfalls nicht dauerhaft: die Alphamänner mit Game. Die Depps, die Clooney, die Kahns, die Beckenbauers dieser Welt. Es sind Männer mit Optionen. Warum sollten sich die endgültig binden, wo doch an jeder Ecke die Neue, die Interessante, die bessere Frau harrt.

Diese Männer, von denen die Autorin spricht, sind knapp. Und da Frauen, wie die Autorin, unter einer gewissen Form von Blindheit leidet (sie nimmt nur Alphamänner als Männer wahr, der Rest der Männer sind unsichtbar, jedenfalls als Paarmaterial) kommt sie zu den Schlüssen, welche sie im Text und im Interview vertritt.

Dem Kevin aus dem Osten sei geraten, dieses Buch nicht zu kaufen, sonst kommt er womöglich auf die Idee, er könne sein Singledasein dadurch verlassen, dass er sich als noch bindungswilliger, noch romantischer darstellt. Ihm sei geraten, sein Game zu verbessern, d.h. auf äußerliche Attraktivität, selbstbewußtes und auch gegenüber Frauen freches Auftreten zu achten, und Bindung zu fürchten, wie der Teufel das Weihwasser.

Das Buch von Frau Illouz reiht sich ein in eine ganze Reihe von Büchern, die unter dem Tenor stehen "Where have all the good men gone?"
Es ist die Klage von Frauen jenseits der 30, die ihre Zeit größter Attraktivität und Fruchtbarkeit damit verbracht haben, "das Leben zu genießen", und die jetzt den sicheren Hafen suchen, aber nicht bei irgendwem, sondern bei dem Alphamann, der jetzt, da er die 30 überschritten hat und jetzt selbst dem Gipfel seiner Attraktivität zustrebt, auf seine Optionen verzichten soll, um mit ihr Nestbau zu betreiben.

Wer, der Optionen hat, kauft ein Motorrad mit fünf Vorbesitzern, es sei denn er steht auf Oldtimer und das Teil ist gut erhalten oder eine echte Rarität.

Der Mann mit Optionen kauft einen neue Maschine, denn er legt keinen Wert darauf, die Wartungs-, Fahr- und Pflegefehler der Vorbesitzer zu bezahlen.

Und das gilt auch für Frauen.

Denn die Bindungswilligkeit der Frauen endet schnell, wenn sie den Prinzen dann zum Pudel umgeformt hat. Scheidungen werden überwiegend von Frauen eingereicht, und das spricht nicht eben dafür, dass Frauen besonders bindungswillig sind. Nach dem Big Shot wird sie immer wieder nach dem Bigger Shot hungern und dann nach dem Biggest Shot. Die Sehnsucht der Frau nach der seriellen Monogamie mit Alphamännern wird nicht gestillt, weil die Alphamännern nicht committen, weil sie das Spiel durchschauen und ihr eigenes Spiel treiben.

Die Zeche zahlen die romantischen Betas, die benutzt und ausgespuckt werden.

DschinDschin


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