Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Jutta Speidel im "Stern"

Frank, Sunday, 15.02.2004, 21:18 (vor 8065 Tagen)

"Als Jutta Speidel in der Zeitung über das unwürdige Leben obdachloser Mütter und deren Kinder las, die in voll gemüllten Massenunterkünften zusammengepfercht mit Verwahrlosten, Drogensüchtigen und Alkoholikern leben müssen, war es für sie mit einer Spende nicht getan. „Ich wusste gar nicht, dass es so eine unglaubliche Sauerei mitten in München gibt.“ Die alleinerziehende Mutter zweier Töchter holte sich einen Termin beim Bürgermeister und seinem Sozialreferenten, sagte: „So geht das nicht“, und knallte ihnen ein Konzept auf den Tisch, das die Stadtväter überzeugte. „Der Christian Ude kennt mich, der wusste, dass ich das durchziehe.“ „Horizont e. V.“ gibt es seit sieben Jahren. Mit der Betreuung von fünf Müttern hat der Verein angefangen. Der baut nun ein Haus mit sieben Etagen im Norden Münchens. 24 Mütter und bis zu 70 Kinder werden hier einziehen können. „Das kostet 3,6 Millionen Euro“, sagt Jutta Speidel. Die Hälfte hat sie als „Frontfrau“ des Vereins zusammengeschnorrt. Von vielen Eltern, denen es viel besser geht als ihren Schützlingen. Von anfänglich zögerlichen Schauspielerkollegen, die nun aber überzeugt sind, dass sich Jutta Speidel nicht nur herzenswichtig machen wollte. Den Großteil bekam sie von der Sternstunden-Stiftung des Bayerischen Rundfunks.
BLEIBEN NOCH 30 000 EURO, die Jutta Speidel für die Betreuung ihrer Sorgenkinder Monat für Monat auftreiben muss. Denn: Die Unterkunft allein löst das Problem der Frauen und Kinder nicht. Misstrauisch, verwahrlost, vom Leben und ihren Männern geschlagen, sollen die Mütter hier lernen, all ihre Verbitterung und Wut in positive Energie umzuwandeln. „Ein Anfang ist getan, wenn sie beim Selbstverteidigungskurs mitmachen. Die Möglichkeit, den Kerl, der ihnen bis jetzt eine auf die Nase gegeben hat, aus eigener Kraft in die Schranken weisen zu können, baut sie auf.“ Die zum großen Teil traumatisierten Kinder werden von Fachkräften betreut und gefördert. Den Müttern werden Computerkurse und Umschulungen angeboten, sie können nähen und kochen lernen und werden bei Behördengängen und Arbeitssuche unterstützt."

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Gibt es hier keinen, der einen prominenten Männerbewegten kennt, der mal zu seinem Oberbürgermeister gehen könnte und ihm mit den Worten "So geht das nicht!" ein Konzept auf den Tisch knallt, das obdachlosen, geprügelten oder sonstwie "vom Leben geschlagenen" Männern hilft?
Allein, das hülfe wohl nichts, wie ich fürchte, denn für solch ein Hilfsprojekt, das nicht den Frauen, sondern "nur" den Männern Gutes täte, würde kaum ein Stadtoberhaupt in der ganzen Republik auch nur einen Finger krumm machen.
Ich erinnere an den ZDF-Beitrag "Ich habe Angst vor meiner Frau" letzte Woche, wo das Berliner Männerhaus gezeigt wurde, die Privatinitiative eines Einzelnen, der sein privates Wohnhaus geprügelten Männern zur Verfügung stellt, weil er helfen will. Geld dafür hat er weder vom Berliner Senat noch von irgendeinem Sender jemals bekommen...

Die Geschichte der Weiber ist die Geschichte der ärgsten Tyrannei, die die Welt gekannt hat. Nämlich der Tyrannei der Schwachen über die Starken.
(Oscar Wilde)

Re: Jutta Speidel im "Stern"

Joseph S, Tuesday, 17.02.2004, 21:43 (vor 8063 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Jutta Speidel im "Stern" von Frank am 15. Februar 2004 19:18:24:

Hallo Frank,

ist das dort wirklich so formuliert? Dann sind da einige Hämmer drin.

Anscheinend geht es in erster Linie um Mütter. Kinder werden nur wie Anhängsel derer erwähnt.
Obdachlose Männer werden als Belästigung, vergleichbar wie schmutzige Tiere aufgeführt.
Daß eine verwahrloste Frau und ein verwahrloster Mann gleichermaßen abstoßend und hilfsbedürftig
sein könnte, wird wohl nicht gedacht.
Ein Einmalbetrag von 150 000 Euro und ein Monatsbetrag von 1 250 Euro pro Mutter ist nicht
schlecht, selbst wenn da noch zwei bis drei Kinder pro Mutter dabei sind. Ich schau mal zum
Vergleich auf meine Gehaltsabrechnung.
Wie selbstverständlich sind diese Frauen von Männern geschlagen, und können sich nicht wehren.
Gut, ich weiß nicht wie stark Prügeleien unter Obdachlosen üblich sind, und wie sehr der
Ritterlichkeitsschutz der Frauen dort ausgeprägt ist, aber ich kann schwer glauben, daß diese
Frauen schutzloser als andere Obdachlose sind.
Das erste, was sie lernen sollen sind natürlich Selbstverteidigungskurse.
Das ist wohl das Wichtigste, daß sie einem Mann im Kampf besiegen können. Daß diese
Kenntnisse auch außerhalb von Notwehrsituationen angewand werden könnten ist natürlich
undenkbar, selbst wenn diese Frauen verwarlost sind. Des weiteren könnten aggressive Männer
sich von den kampfgeschulten Frauen etwas abgucken, und somit einen Vorteil gegenüber den
ungeschulten Männer und Frauen gewinnen. System Wettrüsten.
Offensichtlich wird Gewalt als ein geeignetes Mittel, Frauen aufzubauen, angesehen.
Sich nur auf obdachlose Frauen zu beschränken hat einen großen Vorteil. Man kommt wegen der
geringeren Menge nicht so schnell auf den Gedanken, daß das Ganze viel zu wenig bewirkt.

Hat sich jemand mal überlegt wie viel Verbitterung und Wut bei Männern (nicht nur Obdachlosen)
zu finden ist, und wie das in positive Energie umgewandelt werden könnte ?

Gruß
Joseph

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