Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Das über Jahrhunderte tradierte männliche Selbstbewußtsein muss zerstörrt werden

Gastredner, Monday, 15.03.2004, 15:18 (vor 8036 Tagen)

Gerade bei Spiegel Online gelesen:

"Als beim Briefing durch den Weißen Ring Opferpsychologen die Leiden von verprügelten Ehefrauen und misshandelten Kindern beschrieben, waren zunächst alle nur geschockt." Das Thema sei der Projektgruppe sehr nahe gegangen, manche Männer hätten sich angesichts der manchmal unfassbaren Brutalität ihrer Geschlechtsgenossen gefühlt "wie Schweine".

Als Kontrast ein Auszug aus der Emma von von 1986:

Nicht wir (und unsere Töchter) allein sollten uns in die Pflicht nehmen lassen, weibliche und männliche Rollen ausüben zu können, virtuos, als sei es selbstverständlich (Puppen und Eisenbahn, Kleid und Hose, Chefin und Mutter), sondern vor allem ist jetzt mal die Herrenseite der Schöpfung dran, zu zeigen, was sie kann: "Sie (die Buben) müssen zurückstecken lernen, verunsichert werden, sich in sich selbst und ihrer bisherigen männlichen Rolle in Frage stellen lassen. (...) Den kleinen Buben soll der kalte Wind um die Ohren blasen, sie haben den kleinen Mädchen Platz zu machen (...). Nur so besteht die Chance, dass sich die Geschlechter beim Aufwachsen halbwegs entgegenkommen und nicht bereits innerhalb dieses Prozesses eine die Mädchen erdrückende Dominanz der Buben besteht.

Und weiter:

Gleich mit der Tür ins Haus: Mein Sohn ist im wahrsten Sinne des Wortes ein "verunsichertes" Kind. Es geht mir nahe, ihn zu beschreiben, weil ich diese Gratwanderung, Feministin und Mutter eines Sohnes zu sein, nur schwer durchstehe und noch schwerer ehrlich beschreiben kann. Spätestens seit er etwa drei Jahre alt ist und - krass ausgedrückt - entweder Mackerverhalten versucht oder Macken ausprobiert (die verschiedensten hinreichend bekannten Entwicklungsstörungen für verunsicherte Kinder, wie Bettnässen, nervöse Ekzeme, Ticks, sich – total – zurückziehen).

Als conclusio ratio:

Ich finde es sehr schwer, viel schwerer, als Feministin zu sein und Töchter zu haben. Feministin und Mutter eines Sohnes zu sein. Weil ich eben bei fast keiner Sache, die den Sohn stark macht, Solidarität zeigen kann und / oder fühle. Überspitzt gesagt: Die Entwicklung der Töchter zur Frau schafft mir gelegentlich Konkurrenz- und Neidgefühle. Die Entwicklung des Sohnes zum Mann bedroht mich existentiell.

Die Methode wird so noch klarer. Vieleicht erklärt das auch ein Stückweit, wie sich die Probleme von Jungen, männlichen Jugendlichen und jungen Männern erklären lassen.

Aber zur Not haben wir ja nocht Mama und Ritalin.

Re: Das über Jahrhunderte tradierte männliche Selbstbewußtsein muss zerstörrt we

Sebastian, Monday, 15.03.2004, 15:25 (vor 8036 Tagen) @ Gastredner

Als Antwort auf: Das über Jahrhunderte tradierte männliche Selbstbewußtsein muss zerstörrt werden von Gastredner am 15. März 2004 13:18:26:

Gerade bei Spiegel Online gelesen:
"Als beim Briefing durch den Weißen Ring Opferpsychologen die Leiden von verprügelten Ehefrauen und misshandelten Kindern beschrieben, waren zunächst alle nur geschockt." Das Thema sei der Projektgruppe sehr nahe gegangen, manche Männer hätten sich angesichts der manchmal unfassbaren Brutalität ihrer Geschlechtsgenossen gefühlt "wie Schweine".
Als Kontrast ein Auszug aus der Emma von von 1986:
Nicht wir (und unsere Töchter) allein sollten uns in die Pflicht nehmen lassen, weibliche und männliche Rollen ausüben zu können, virtuos, als sei es selbstverständlich (Puppen und Eisenbahn, Kleid und Hose, Chefin und Mutter), sondern vor allem ist jetzt mal die Herrenseite der Schöpfung dran, zu zeigen, was sie kann: "Sie (die Buben) müssen zurückstecken lernen, verunsichert werden, sich in sich selbst und ihrer bisherigen männlichen Rolle in Frage stellen lassen. (...) Den kleinen Buben soll der kalte Wind um die Ohren blasen, sie haben den kleinen Mädchen Platz zu machen (...). Nur so besteht die Chance, dass sich die Geschlechter beim Aufwachsen halbwegs entgegenkommen und nicht bereits innerhalb dieses Prozesses eine die Mädchen erdrückende Dominanz der Buben besteht.
Und weiter:
Gleich mit der Tür ins Haus: Mein Sohn ist im wahrsten Sinne des Wortes ein "verunsichertes" Kind. Es geht mir nahe, ihn zu beschreiben, weil ich diese Gratwanderung, Feministin und Mutter eines Sohnes zu sein, nur schwer durchstehe und noch schwerer ehrlich beschreiben kann. Spätestens seit er etwa drei Jahre alt ist und - krass ausgedrückt - entweder Mackerverhalten versucht oder Macken ausprobiert (die verschiedensten hinreichend bekannten Entwicklungsstörungen für verunsicherte Kinder, wie Bettnässen, nervöse Ekzeme, Ticks, sich – total – zurückziehen).
Als conclusio ratio:
Ich finde es sehr schwer, viel schwerer, als Feministin zu sein und Töchter zu haben. Feministin und Mutter eines Sohnes zu sein. Weil ich eben bei fast keiner Sache, die den Sohn stark macht, Solidarität zeigen kann und / oder fühle. Überspitzt gesagt: Die Entwicklung der Töchter zur Frau schafft mir gelegentlich Konkurrenz- und Neidgefühle. Die Entwicklung des Sohnes zum Mann bedroht mich existentiell.
Die Methode wird so noch klarer. Vieleicht erklärt das auch ein Stückweit, wie sich die Probleme von Jungen, männlichen Jugendlichen und jungen Männern erklären lassen.
Aber zur Not haben wir ja nocht Mama und Ritalin.

das zeigt nichts weiter als das feminismus nichts weiter als die unterdrückung des mannes anstrebt, aber hey wir machen da nicht mit *g*.

Re: Das über Jahrhunderte tradierte männliche Selbstbewußtsein muss zerstörrt we

Gastredner, Monday, 15.03.2004, 15:29 (vor 8036 Tagen) @ Sebastian

Als Antwort auf: Re: Das über Jahrhunderte tradierte männliche Selbstbewußtsein muss zerstörrt we von Sebastian am 15. März 2004 13:25:39:

unterdrückung des mannes anstrebt, aber hey wir machen da nicht mit *g*.

Es geht hier nicht um Unterdrückung, sondern um Zerstörung.
interessant ist hierbei, wie berichtet wird, es gäbe sowas wie ein kollektives Schuldbewußtsein bei Männern. Woher kommt sowas?
Fühle ich mich als Mann automatisch Verantwortlich und Schuldig, weil es andere Männer gibt, die Brutal sind?
Existiert sowas wie eine geschlechtsspezifische Kollektivschuld?
Welche Frau fühlt sich denn wie ein Schwein, wenn ihr von einem Psychologen klar gemacht wird, wie brutal Frauen Kinder aussetzen oder Misshandeln?

Re: Das über Jahrhunderte tradierte männliche Selbstbewußtsein muss zerstörrt we

Sebastian, Monday, 15.03.2004, 16:14 (vor 8036 Tagen) @ Gastredner

Als Antwort auf: Re: Das über Jahrhunderte tradierte männliche Selbstbewußtsein muss zerstörrt we von Gastredner am 15. März 2004 13:29:59:

unterdrückung des mannes anstrebt, aber hey wir machen da nicht mit *g*.
Es geht hier nicht um Unterdrückung, sondern um Zerstörung.

ich denke das unterdrückung und zerstörung hand in hand gehen. unterdrückung ist die zerstörung von zusammenhalt. aber egal man könnte natürlich auch sagen das der mann gezielt zerstört werden soll.

interessant ist hierbei, wie berichtet wird, es gäbe sowas wie ein kollektives Schuldbewußtsein bei Männern. Woher kommt sowas?

ideologie würde ich sagen.

Fühle ich mich als Mann automatisch Verantwortlich und Schuldig, weil es andere Männer gibt, die Brutal sind?

ich nicht.

Existiert sowas wie eine geschlechtsspezifische Kollektivschuld?

nein.

Welche Frau fühlt sich denn wie ein Schwein, wenn ihr von einem Psychologen klar gemacht wird, wie brutal Frauen Kinder aussetzen oder Misshandeln?

keine, aber frauen wird sowas ja auch nicht eingetrichtert.

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