Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Aufruf zu Widerstand gegen Männerverunglimpfung bei SAT1

Garfield, Monday, 16.08.2004, 17:22 (vor 7883 Tagen) @ Leser

Als Antwort auf: Re: Aufruf zu Widerstand gegen Männerverunglimpfung bei SAT1 von Leser am 15. August 2004 12:08:37:

Hallo Leser!

"Hätten sich Roosevelt, Chamberlain und Stalin nicht damals zusammengesetzt und ein deutliches Anschreiben an Adi entworfen..."

Genau das haben sie ja auch getan und u.a. (vor allem auf Drängen der USA) schon früh eine bedingungslose Kapitulation Deutschlands gefordert. Das sorgte dafür, daß diejenigen Deutschen, die über Widerstand gegen das Nazi-Regime nachdachten, sich das nun noch gründlicher überlegten. Denn es war ja klar, daß ein Sturz des Regimes die eigenen Kräfte schwächen und so einen Sieg erst recht unmöglich machen würde. Und daß Deutschland dann am Ende einen noch viel schlimmeren Friedensvertrag diktiert bekommen würde als in Versailles. Ohne den Kalten Krieg wäre es auch genauso gekommen.

Ja, und so haben viele Menschen in Deutschland, die Hitler kritisch gegenüber standen, von Widerstandsaktionen Abstand genommen. Man war nun erst recht der Meinung, daß man erst einmal den Krieg zu einem passablen Ende bringen müsse, bevor man sich der Nazi-Pest vielleicht entledigen kann.

Was ich damit zum Ausdruck bringen will: Wenn man kompromißlos mit aller Härte zur Sache geht, erreicht man damit nicht automatisch den größtmöglichen Nutzen.

Die Deutschen haben im Zweiten Weltkrieg übrigens ähnliche Erfahrungen gemacht. Heydrich kann man zwar einiges Üble anlasten, aber als er über die Tschechei herrschte, hat er dort einige Dinge eingeführt, die bei den Tschechen sehr positiv ankamen. So wurden beispielsweise teure Luxus-Hotels für das einfache Volk geöffnet. Viele Tschechen kamen so zu der Meinung, daß die Deutschen doch gar nicht so übel sind. Das gefiel der tschechischen Exilregierung gar nicht, und den Briten mißfiel es ebenfalls. Also schickten sie Agenten, die Heydrich verletzten, und er starb dann schließlich an den Folgen dieser Verletzung. Nun wehte in der Tschechei auf einmal ein anderer Wind. Als Vergeltung für das Attentat gegen Heydrich massakrierte man die Einwohner eines tschechischen Dorfes, und auch sonst ging man nun bei jeder Gelegenheit mit Brachialgewalt gegen die Tschechen vor. Da erst kam der tschechische Widerstand so richtig in Fahrt, und von nun an hatte die deutsche Verwaltung und auch die Wehrmacht dort zunehmend Probleme mit Partisanen.

Weil man eben mit dem Dampfhammer häufig nicht nur nichts erreicht, sondern sogar noch Schaden anrichtet.

Wie genau stellst du dir den Widerstand gegen die negativen Auswüchse des Feminismus denn vor? Du schreibst weiter unten, daß es doch nichts ausmachen würde, wenn ein paar Frauenbeauftragte mal nicht auf ihren "Arbeits"-Plätzen erscheinen würden. Sicher würde das nichts ausmachen, aber wie gedenkst du das zu erreichen? Willst du die entführen oder gar umbringen?

Durch solche Aktionen würdest du sämtlichen Radikalfeministinnen doch erst so richtig Auftrieb geben. Dann hätten sie doch endlich ihre üblen Patriarchen, die die Frauenbewegung vernichten wollen, um Frauen ungehindert unterdrücken zu können. Dann wären das keine Hirngespinste von Schwarzer & Co mehr, sondern sie könnten es an realen Personen und realen Ereignissen festmachen. Um so die Gesellschaft nachhaltig zu polarisieren.

Ich glaube nicht daran, daß man Unvernunft mit Unvernunft bekämpfen kann.

Freundliche Grüße
von Garfield


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