184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe
Odin, Monday, 30.08.2004, 00:05 (vor 7870 Tagen)
184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe
Wie das Statistische Bundesamt mit Blick auf den "Internationalen Tag der Jugend" am 12. August mitteilt, haben im Jahr 2002 in Deutschland mehr als 184 000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 26 Jahren erzieherische Hilfe in Anspruch genommen. Das waren 11 000 oder 6,4% mehr als 2001 und 76 000 oder 71% mehr als 1991, dem Jahr des In-Kraft-Tretens des neuen Kinder- und Jugendhilfegesetzes.
"Erzieherische Hilfe" ist unter anderem Jugendberatung, Unterstützung durch Erziehungsbeistände oder soziale Gruppenarbeit, Vollzeitpflege in einer anderen Familie und Heimerziehung, also pädagogische Hilfen und Förderungen für junge Menschen mit persönlichen Schwierigkeiten und Konflikten im sozialen Umfeld in einer für ihre Entwicklung wichtigen Lebensphase. 16 von 1 000 jungen Menschen dieser Altersgruppe nahmen im Jahr 2002 eines dieser Hilfeangebote wahr, doppelt so viele wie 1991 (8 von 1 000).
Ein erheblicher Unterschied zwischen den Geschlechtern ist z.B. bei der Jugendberatung festzustellen: Von den 21 900 Beratungen, die 2002 für diese Altersgruppe durchgeführt wurden, richteten sich mehr als 62% (13 700) an junge Frauen. Aus eigener Initiative hatten 12 400 Jugendliche und junge Erwachsene (57%) professionelle pädagogische Unterstützung bei Beratungsstellen gesucht, darunter mehr als zwei Drittel (8 600) junge Frauen. Diese sehen offenbar häufiger als junge Männer selber in den Angeboten professioneller pädagogischer Unterstützung eine Möglichkeit, ihre persönlichen Schwierigkeiten und Konflikte zu klären. Bei jungen Männern wird diese Unterstützung häufiger durch Eltern, Jugendämter oder andere öffentliche Institutionen veranlasst.
http://www.destatis.de
Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe
Andreas, Monday, 30.08.2004, 00:32 (vor 7870 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe von Odin am 29. August 2004 21:05:47:
Frauen. Diese sehen offenbar häufiger als junge Männer selber in den Angeboten professioneller pädagogischer Unterstützung eine Möglichkeit, ihre persönlichen Schwierigkeiten und Konflikte zu klären. Bei jungen Männern wird diese Unterstützung häufiger durch Eltern, Jugendämter oder andere öffentliche Institutionen veranlasst.
http://www.destatis.de
Das wundert mich überhaupt nicht, wenn ich mir so anschaue, was in Deutschland unter "Jugendarbeit" verstanden wird. Die "Jugendarbeit" entpuppt sich nämlich sehr schnell als "Mädchenarbeit". Und da muß man gar nicht lange suchen:
Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe
Sven74, Monday, 30.08.2004, 01:37 (vor 7870 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe von Andreas am 29. August 2004 21:32:53:
Frauen. Diese sehen offenbar häufiger als junge Männer selber in den Angeboten professioneller pädagogischer Unterstützung eine Möglichkeit, ihre persönlichen Schwierigkeiten und Konflikte zu klären. Bei jungen Männern wird diese Unterstützung häufiger durch Eltern, Jugendämter oder andere öffentliche Institutionen veranlasst.
http://www.destatis.de
Das wundert mich überhaupt nicht, wenn ich mir so anschaue, was in Deutschland unter "Jugendarbeit" verstanden wird. Die "Jugendarbeit" entpuppt sich nämlich sehr schnell als "Mädchenarbeit". Und da muß man gar nicht lange suchen:
http://www.jugendberatung-mobile.de/
Hier das Programm:
Veranstaltungskalender
9.-11.02.04 Berufswahlorientierung für Mädchen mit Realschule Lechenich
20.02.04 Disco, Pfarrzentrum Lechenich 18.00-22.00 Uhr
11.03.04 Kino "Ronja Räubertochter", Pfarrzentrum Dirmerzheim 15.30 Uhr
15.-17.03.04 Berufswahlorientierung für Mädchen mit Realschule Liblar
22.-24.3.04 Berufswahlorientierung für Mädchen mit Realschule Liblar
23.03.04 Rockkonzert, Blessemer Eck, Blessem 19.30 Uhr
22. u. 29.03.04 Wendokurs-Selbstbehauptung für Mädchen, Jugendzentrum Köttingen, Info: T.985808 F. Ludwig, Kosten: 15 Euro 15.00-18.30 Uhr
13.-18.04.04 GruppenleiterInnenschulung in Monschau, Info: T.952256, Kosten: 40 Euro
22.04.04 Girl´s Day
26.04.04 Mädchendisco, Jugendzentrum Köttingen, ab 8 J. 16.00-18.30 Uhr
24./25.05.04 Berufswahlorientierung für Mädchen mit Hauptschule Lechenich
19.06.04 Skaterparty, Halfpipe Liblar, Bahnhofstr. 11.00-16.00 Uhr
24.06.04 Kino "Nils Karlsson Däumling" , Pfarrzentrum Dirmerzheim 15.30 Uhr
25.06.04 Disco, Pfarrzentrum Lechenich 18.00-22.00 Uhr
03.07.04 Ü16 Sommerparty, Bürgerhalle Dirmerzheim 21.00 Uhr
06.07.04 Jugendtheater "Von der Rolle", Aula Lechenich
13.07.04 Jugendtheater "Von der Rolle", Aula Liblar
17.07.04 "Alkohohl macht fahruntüchtig-Teste selbst", Schützenplatz Lechenich 10.00-14.00 Uhr
23.07.04 Blueskonzert, Blessemer Eck, Blessem 19.30 Uhr
30.09.04 Kino , Pfarrzentrum Dirmerzheim 15.30 Uhr
15.10.04 Disco, Pfarrzentrum Lechenich 18.00-22.00 Uhr
19.11.04 Disco, Pfarrzentrum Lechenich 18.00-22.00 Uhr
16.12.04 Kino , Pfarrzentrum Dirmerzheim 15.30 Uhr
Warum fühlen sich da wohl Jungen als Menschen zweiter Klasse und pfeifen auf diese "JugendINNENhilfe"?
Sven74
Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe
Sven74, Monday, 30.08.2004, 01:49 (vor 7870 Tagen) @ Sven74
Als Antwort auf: Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe von Sven74 am 29. August 2004 22:37:50:
Ich habe auf dieser Seite auch eine Nachricht hinterlassen. Hier der Text:
Leider muss ich feststellen, dass sich Ihr Programm sehr einseitig an Mädchen wendet und keinerlei spezielle Prgramme an Jungen gerichet werden.
Wo ist die Berufsorientierung für Jungen, wo ist die Jungendisco und wo ist ein Selbstverteidigungskurs/Selbstbehauptungskursus für Jungen?
Jungen schneiden immer schlechter in der Schule ab! Jungen haben kaum mehr Vorbilder! Warum gibt es alle möglichen Programme speziell für Mädchen und keinerlei Programme für Jungen?
Wenn ich überhaupt eine Antwort bekomme, wird dies wohl wieder eine wohlbekannte "Mädchen sind doch so benachteiligt" Antwort.
Sven
Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe
robby, Tuesday, 31.08.2004, 01:42 (vor 7869 Tagen) @ Sven74
Als Antwort auf: Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe von Sven74 am 29. August 2004 22:37:50:
Veranstaltungskalender
9.-11.02.04 Berufswahlorientierung für Mädchen mit Realschule Lechenich
20.02.04 Disco, Pfarrzentrum Lechenich 18.00-22.00 Uhr
11.03.04 Kino "Ronja Räubertochter", Pfarrzentrum Dirmerzheim 15.30 Uhr
15.-17.03.04 Berufswahlorientierung für Mädchen mit Realschule Liblar
22.-24.3.04 Berufswahlorientierung für Mädchen mit Realschule Liblar
23.03.04 Rockkonzert, Blessemer Eck, Blessem 19.30 Uhr
22. u. 29.03.04 Wendokurs-Selbstbehauptung für Mädchen, Jugendzentrum Köttingen, Info: T.985808 F. Ludwig, Kosten: 15 Euro 15.00-18.30 Uhr
13.-18.04.04 GruppenleiterInnenschulung in Monschau, Info: T.952256, Kosten: 40 Euro
22.04.04 Girl´s Day
26.04.04 Mädchendisco, Jugendzentrum Köttingen, ab 8 J. 16.00-18.30 Uhr
24./25.05.04 Berufswahlorientierung für Mädchen mit Hauptschule Lechenich
19.06.04 Skaterparty, Halfpipe Liblar, Bahnhofstr. 11.00-16.00 Uhr
24.06.04 Kino "Nils Karlsson Däumling" , Pfarrzentrum Dirmerzheim 15.30 Uhr
25.06.04 Disco, Pfarrzentrum Lechenich 18.00-22.00 Uhr
03.07.04 Ü16 Sommerparty, Bürgerhalle Dirmerzheim 21.00 Uhr
06.07.04 Jugendtheater "Von der Rolle", Aula Lechenich
13.07.04 Jugendtheater "Von der Rolle", Aula Liblar
17.07.04 "Alkohohl macht fahruntüchtig-Teste selbst", Schützenplatz Lechenich 10.00-14.00 Uhr
23.07.04 Blueskonzert, Blessemer Eck, Blessem 19.30 Uhr
30.09.04 Kino , Pfarrzentrum Dirmerzheim 15.30 Uhr
15.10.04 Disco, Pfarrzentrum Lechenich 18.00-22.00 Uhr
19.11.04 Disco, Pfarrzentrum Lechenich 18.00-22.00 Uhr
16.12.04 Kino , Pfarrzentrum Dirmerzheim 15.30 Uhr
Was hat das ganze denn überhaupt noch mit Jugendhilfe zu tun?
Kinofilme, Discos und Konzerte bekommt man auch so, und Berufswahlorientierungskurse an Hauptschulen könnte man meiner Meinung nach auch "Vorbereitung zur Arbeitslosigkeit" nennen, ich habe noch niemanden kennengelernt, dem so etwas mal etwas genützt hätte.
Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe
Odin, Monday, 30.08.2004, 14:52 (vor 7869 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe von Andreas am 29. August 2004 21:32:53:
Frauen. Diese sehen offenbar häufiger als junge Männer selber in den Angeboten professioneller pädagogischer Unterstützung eine Möglichkeit, ihre persönlichen Schwierigkeiten und Konflikte zu klären. Bei jungen Männern wird diese Unterstützung häufiger durch Eltern, Jugendämter oder andere öffentliche Institutionen veranlasst.
http://www.destatis.de
Das wundert mich überhaupt nicht, wenn ich mir so anschaue, was in Deutschland unter "Jugendarbeit" verstanden wird. Die "Jugendarbeit" entpuppt sich nämlich sehr schnell als "Mädchenarbeit". Und da muß man gar nicht lange suchen:
http://www.jugendberatung-mobile.de/
Ja, da hast Du recht.
Ich werde versuchen, ab Oktober einen Teil meiner Dienstzeit in Schulsozialarbeit abzuleisten und wollte eine Gruppe für Jungen machen.
Ich bekam dann aber ein wenig Skrupel, ob es richtig ist, die Schüler so einfach in zwei Gruppen zu teilen und die Mädchen auszusortieren als "nicht mein Klientel". Irgendwie möchte man ja auch niemand verletzen.
Letzte Woche hatte ich dann ein Gespräch mit meinem Chef und erfuhr, daß auch noch eine andere Abteilung Schulsozialarbeit anbietet: "Die machen eine Mädchengruppe".
Da merkte ich, daß ich wohl der Einzige bin, der da Skrupel hat. "Die anderen" denken sich da offensichtlich überhaupt nichts dabei, wenn sie die Jungen ausschließen!
Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe
Andreas, Tuesday, 31.08.2004, 04:23 (vor 7869 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe von Odin am 30. August 2004 11:52:13:
Hi Odin,
Letzte Woche hatte ich dann ein Gespräch mit meinem Chef und erfuhr, daß auch noch eine andere Abteilung Schulsozialarbeit anbietet: "Die machen eine Mädchengruppe".
Da merkte ich, daß ich wohl der Einzige bin, der da Skrupel hat. "Die anderen" denken sich da offensichtlich überhaupt nichts dabei, wenn sie die Jungen ausschließen
Keine Sorge! Du brauchst in dieser Hinsicht keinerlei Skrupel zu haben. Wenn ich mal hier vor Ort so beobachte, was es an Jugendhilfe gibt, dann bin ich immer wieder absolut erstaunt darüber, mit welcher Selbstverständlichkeit männliche Jugendliche und junge Männer von solchen Hilfsprojekten ausgeschlossen werden. Ich denke mal, den Männern in diesem Lande stünde etwas mehr Skrupellosigkeit in dieser Hinsicht durchaus gut zu Gesicht!
Gruß
Andreas
Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe
Eugen Prinz, Monday, 30.08.2004, 15:05 (vor 7869 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: 184 000 junge Menschen erhielten erzieherische Hilfe von Andreas am 29. August 2004 21:32:53:
Das wundert mich überhaupt nicht, wenn ich mir so anschaue, was in Deutschland unter "Jugendarbeit" verstanden wird. Die "Jugendarbeit" entpuppt sich nämlich sehr schnell als "Mädchenarbeit".
Hallo Andreas,
die Jugendarbeit hat sehr große Probleme. Sie wird rigoros zusammengestrichen. Während für irgendwelche größenwahnsinnigen Stadtprojekte viele Millionen hingeblättert werden, streicht man den Einrichtungen der Jugendarbeit die Stellen zusammen.
Ein Haus, dem ich verbunden bin, sucht händeringend männliche Mitarbeiter. Sie kriegen keine. Weder Männer noch Frauen. Einstellungsstop! Natürlich muss man unter den obwaltenden Bedingungen eine bevorzugte Einstellung von Männern fordern. Aber an der hiesigen FH für Soz.Päd. zum Beispiel ist unter den Studienanfängern nur ein sehr geringer Anteil von Männern und nicht vorhandene Bewerber kann man nicht bevorzugen. Wir sind also auf dem richtigen Weg, wenn wir eine geförderte Berufsorientierung (Boys-Day) speziell für Jungs und für erzieherische und soziale Berufe verlangen. Das müssen wir aber bei den Politikern einfordern. Bei den Praktikern rennen wir offene Türen ein.
Das Angebot an die Jungs oder Mädchen hat aber damit wenig zu tun. Ich habe nachgefragt bei einer Einrichtung in einem sozialen Brennpunkt mit hohem Ausländeranteil unter den Kindern. Die Jungs hatten eine zeitlang die Mädchen bei sportlichen und Spielangeboten recht vehement verdrängt, so dass der Mädchenanteil unter den Besuchern gegen Null ging. Das ging natürlich gegen Selbstverständnis und Auftrag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter(!), die ein Angebot für Jungs und Mädchen machen müssen und wollen. Daher das Sonderangebot für die Mädchen. Für die Jungenangebote, die es dort auch gibt, brauchte man dagegen nicht besonders zu werben. Das kann in anderen Einrichtungen sicher anders motiviert und gehandhabt sein, aber die Sache sieht halt vor Ort immer anders aus.
Die Probleme entstehen eher in der Schule, die mädchentypische Verhaltensweisen belohnt, so dass die Jungs in Rückstand geraten. Hier ist es wichtig, eine stärkere Berücksichtigung der Eigenheiten von Jungs mit speziellen Maßnahmen zu fordern, wozu wiederum auch ein höherer Anteil von männlichen Lehreren gehört.
Einen schönen Gruß von
Eugen