Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Wer oder was ist ein Grünuch?

verfasst von Robert(R) Homepage, München, 14.07.2011, 21:20

» Die Grünen haben in der Schrift auch neue Wege gefordert, wollten mehr
» Männer in Erziehungs- und Pflegeberufen sehen - diese Bereiche also
» maskulinisieren.
» Und sie haben sich wenigstens nicht in einem anonymen Internetforum
» versteckt, sondern sind mit aller Kraft in die Öffentlichkeit getreten,
» wofür sie von verschiedenen Seiten Schelte bekamen.
» Das verdient Respekt.

Ich hol mal ein paar Zitate raus:

dass unsere Gesellschaft noch immer von einem tief sitzenden Geist der geschlechtlichen Polarität durchflutet ist

Was ja auch ganz natürlich ist, die die Zweigeschlechtlichkeit der Menschen ist die grundlegende Ursache dafür, daß es uns Menschen immer noch gibt.

Wir wollen nicht länger Machos sein müssen, wir wollen Menschen sein!

angebliche Männer, die Mitglieder einer Partei mit Frauenstatut sind, haben sich schon längst virtuell die Eier abgeschnitten und sind weit davon weg, "Macho" oder auch nur sowas Ähnliches zu sein. ;)

Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht.

Der Spruch war schon bei den Frauen reiner Blödsinn.

Einen Makel haben einige feministische Diskurse aber leider gerade in Deutschland bis heute: Männer spielen in ihm nur selten eine Rolle. Dabei ist wirkliche Gleichberechtigung, sind gleiche Rechte und gleiche Pflichten nur mit den Männern zu erreichen – nicht gegen sie.

Hier steht mal was, was ich sofort unterschreibe.

Oder als Weichei, wenn er ein Jahr Babypause nimmt und seine Frau für den Lebensunterhalt sorgen lässt?

Das sind in den überwiegenden Fällen nicht die anderen Männer, die so urteilen, sondern die Frauen.

Wir brauchen ein neues Bewusstsein für eine neue Männlichkeit. Wir als männliche Feministen sagen: Männer, gebt Macht ab! – es lohnt sich.

"männlicher Feminist" ist wie "schwarzes Ku-Klux-Klan-Mitglied".
Und BTW: wieviel Macht sollen denn die Männer noch abgeben? Und was soll dadurch zum Besseren gewendet werden?

Die Krise ist männlich.

Propaganda. Denn in dieser Diktion ist dann auch der Wirtschaftsaufschwung männlich.
Überhaupt sind alle Errungenschaften unserer Zivilisation männlich. Es kommt nicht von ungefähr, daß "Matriarchate" nur in ganz entlegenen Gegenden, wo keine Konkurrenz einem die Lebensgrundlagen streitig macht, existieren.

Wir wollen entlang von Werten leben und arbeiten, die auf Wertschöpfung, Gemeinwohlorientierung, individueller Freiheit, Nachhaltigkeit und Entschleunigung basieren. Dazu müssen politische Weichen gestellt werden. Neue Zeitmodelle in den Unternehmen müssen es Männern ermöglichen, ihre Wochen- und Lebensarbeitszeit zu reduzieren, Teilzeitphasen oder Sabbatjahrmodelle zu verwirklichen. Entschleunigung ist auch hier Schlüssel: Viel zu selten werden Männern im Erwerbsarbeitsleben „nicht-klassische“ Erwerbsbiografien ermöglicht. Das Bild vom männlichen Hauptverdiener schwebt auch hier noch in den Köpfen vieler Personalverantwortlicher.

Klingt ja recht gut. Wird aber praktisch gegen die internationale Konkurrenz nicht überlebensfähig sein.

Wir brauchen Neue Wege für Jungs!

Ich würd eher sagen: wir brauchen "artgerechte Haltung" für Jungs, d.h. u.a. sie sollen auch ihre Konkurrenzen (in Sport, Wissenschaften usw.) ausleben dürfen.

Die Wiege der Gleichberechtigung ist wie so oft die Bildung und Erziehung. Hier fallen die Würfel. Viel ist in den letzten Jahren von der Bildungsmisere der Jungen geschrieben und gesprochen worden und vieles ist richtig. Jungen fallen viel häufiger als „Verlierer“ aus dem Bildungssystem: Sie brechen die Schule öfter ab, erreichen schlechtere Leistungen und Abschlüsse, sind häufiger schulmüde als Mädchen.

Sehr richtig.

Deshalb braucht es eine emanzipatorische Erziehung und eine individuelle Förderung, die die Stärken von Jungen und Mädchen gleichermaßen wertschätzt und fördert.

Dieser Satz mit "emanzipatorische Erziehung" vs. "individueller Förderung" widerspricht sich selber.

Wir wollen role models aus Sport, Medien, Politik und Kultur, die nicht den Macker spielen müssen, weil sie eben selber stark genug sind, auch schwach sein zu dürfen.

"role models" haben nur dann Erfolg, wenn Männer damit Frauen bekommen. Mit den "Grünuchen-Vorstellungen" gelingt das nicht.

Wir wollen mehr geschlechtersensible Männer in „klassischen“ Frauenberufen: mehr Erzieher, mehr Grundschullehrer, mehr Sozialpädagogen.

Die man dann durch Pädophilie-Vorwürfe wieder ihrer Lebensgrundlagen berauben kann.

Und wir wollen, dass Jungen selbstbewusst ihren Interessen nachgehen können

Volle Zustimmung.

und nicht in tradierte Schemata gedrängt werden.

Das Komische ist: die meisten Interessen (von Jungen und Mädchen) zeigen genau in die Richtung der "tradierten Schemata".

Deswegen fordern wir neue Wege für Jungs durch die Etablierung von „Boy’s Days“ und ein geschlechtersensibles Bildungs- und Berufsberatungsangebot. Denn das Interesse am Maschinenbau ist nicht angeboren.

Denn in den Maschinenbau sollen die Mädchen gedrängt werden, weil man da viel mehr verdient wie als "ErzieherIn"

Wir fordern: Neue Väter statt „Vater morgana“!

"Neue Menschen" zu fordern ist Bestandteil jeder Ideologie.

Wir stehen für ein Neues Gesundheitsbewusstsein!

Davon hab ich aber noch nichts gemerkt.

Männer sterben noch heute im Schnitt sechs Jahre früher als Frauen – Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Zeichen chronischer Überlastungen sind die häufigsten Todesursachen.

Sehr richtig.

Umso wichtiger ist ein großer Aufbruch für die Männergesundheit. Wir brauchen mehr Konzentration auf die Prävention von Männerkrankheiten, in den Krankenkassen und in der Betrieblichen Gesundheitsförderung.

Nochmal Zustimmung von mir.

Wir sind Grüne Feministen und haben gute Erfahrungen gemacht, Macht und Einfluss zu teilen. Wir sind mit Quoten und Doppelspitzen groß geworden. Wir kennen und schätzen gleiche Rechte und gleiche Pflichten sowie die Verantwortung, als Beispiel voranzugehen.

Frauenstatut. Und wenns der Mama nicht passt, dann dürfen auf ihren Versammlungen auch keine Männer mehr was sagen.

Nein Danke. Jeder Mann mit ein bisschen Ehrgefühl kann sich da nur angeekelt abwenden.

Wir sind keine Dinosaurier mehr. Wir wollen auch keine Alleinernährer sein. Wir wollen weniger Leistungsdruck, bessere gesundheitliche Prävention und mehr wertvolle Zeit. Wir wollen keine Helden der Arbeit sein, wir wollen leben. Wir wollen Macht, Verantwortung und Pflichten teilen und das Korsett alter Geschlechterrollen von uns reißen. Wir wollen neue Perspektiven für Männer im 21. Jahrhundert

Da stimme ich sogar zu. Aber das geht nur, wenn mann auch ein männliches Selbstbewusstsein hat (oder entwickelt). Das ganze Manifest ist aber weit davon weg, Ausdruck männlichen Selbstbewusstseins zu sein.

Und deshalb ist dieses Grünuchen-Manifest trotz einzelner Punkte, die meine Zustimmung haben, ungeeignet.

Robert

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Wolfgang Gogolin "Diese Hymnen für Frauen erinnern an das Lob, das einem vierjährigen Kind zuteil wird, weil es endlich nicht mehr in die Hose kackt, sondern von allein aufs Töpfchen geht."

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