Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

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Schweiz und Demokratie: Was ist ein Frauenwahlrecht?

verfasst von Mus Lim(R) Homepage, 07.10.2011, 15:52

» Damit Frauen von den Bürgerrechten mit umfasst werden, bedarf es meistens eines extra Kampfes. Die Schweiz galt z.B. schon immer als ein Musterland der Demokratie. Dass in diesem Musterland bis 1972 die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung von Wahlen ausgeschlossen war, hat niemand daran gehindert, die Schweiz als Demokratie zu bezeichnen.

Die Schweizer haben bis 1972 begriffen, dass Rechte und Pflichten zusammengehören. Das gilt auch für demokratische Rechte. Demokratische Rechte wollen nicht nur in Anspruch genommen, sondern auch verteidigt werden.

Deshalb hatten bis 1972 in der Schweiz nur die "wehrfähigen Bürger" auch das Wahlrecht. Als "nicht wehrfähig" vom Wahlrecht ausgeschlossen sind beispielsweise Kinder und Ausländer.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass in der Schweiz bis 1972 den Frauen das Wahlrecht vorenthalten wurde. Sie hätten es jederzeit bekommen können, wenn sie sich für wehrfähig erklärt hätten und bereit gewesen wären, die demokratischen Rechte auch mit der Waffe in der Hand zu verteidigen.

Aber genau das wollten die Frauen nicht. Bevor sie die Wehrpflicht für sich akzeptiert hätten, haben sie lieber auf das Wahlrecht verzichtet. Die schweizer Frauen waren schließlich erfolgreich, ein Frauenwahlrecht zu bekommen.

Was ist ein Frauenwahlrecht?
Frauenwahlrecht ist das Recht der Frauen an demokratischen Wahlen teilnehmen zu dürfen, ohne wie die Männer verpflichtet zu sein, die Demokratie auch verteidigen zu müssen.

Ergo sind die Frauen nicht etwa den Männern gleichgestellt, sondern bessergestellt.

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