Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

log in |

Studie "Männlichkeiten im Rechtsextremismus" Was mich daran stört.

verfasst von Dummerjan, 16.03.2012, 10:57

Leider hat dieser Band, wie auch die viele andere Literatur zum Thema "Rechtsextremismus" einen eigenen Mythos hervorgebracht - nämlich den, dass der deutsch Faschismus oder Nationalsozialismus oder wie immer man das nennen will eigene kulturelle und soziale Schöpfungen hervorgebracht. SO ordnet man Nationalismus, Biologismus, Rassenlehre u.a. dort ein.

Das ist aber eine ahistorische, falsche und völlig irreführende Betrachtung. Die Nazizeit war keine zeit kultureller oder wisenschaftlicher Blüte - vielmehr war sie das Sparta Deutschlands eine Zeit kultureller, wirtschaftlicher und wissenchaftliche Niedergangs, ein Zeitalter militaristischer Dekadenz finanziert durch einen Raubzug unter einem vorgeblich "jürischen " Teil der Deutschen.

Fast alles was wir an Ikonographie und Ideen über und von den deutschen Nazis haben stammt aus ganz anderen Quellen, als die meisten annehmen.
So finden wir die Uniformen und paramilitärische Sitten als Abklatsch von Arbeiterorganisationen wie dem Rotfrontkämpferbund, die im Nachlauf der Freikorps entstanden. Auch von letzteren wurde einiges abgekupfert.

Eine Vielzahl der Gebräuche stammt eben auch aus den Sitten der Gesellen-, Handwerker, aber auch der Veteranenverbände.

DIe Theorien selbst sind ein krauses Gemisch aus verschiedenen wissenschaftlichen Strömungen des 19. Jhds. die durchaus im Bildungsbürgertum zugange waren.

Es gibt nichts, aber auch grar nichts, was wirklich eine spezifisch nationalsozialistische Kulturleistung zu nennen wäre- außer vielleicht den Ruinen.

Noch nicht einmal die Brachialarchitektur war neu, man findet sie so schon in vielen Denkmälern der Kaiserzeit.

Leider verbreiten solche Schriften gegen den "Rechtextremismus" immer wieder implizit, dass nationalsozialistische Kultur- oder Wissenschaftsleistungen gab. Das ist bequem, weil man damit bestimmte Ideen automatisch "dem braunen Sumpf" zuordnen kann. Es wird aber dadurch nicht wahrer.

Daher sind solche Schriften in ihrem vermeintlichen "Antifaschismus" durch ihr Ausgrenzungspotenzial selbst nicht ungefährlich und verharmlosen eigentlich den "Rechtextremismus" eher als das sie diesen bekämpfen.

Dieser Meinung muß man sich nicht anschließen, aber ich möchte diese doch einmal gesagt haben.

Lange Rede kurzer Sinn: Der Nationalsozialismus hat keine eigenen Theoriene oder andere kulturelle Leistungen hervorgebracht. Im Gegenteil, hat er diese zerstört und diskreditiert. Weder Rassenlehren noch Nationalismus, weder Elitismus noch "Blut und Boden" haben etwas mit den Nazis zu tun. Sie wurden benutzt und weggeworfen. Das ist aber auch alles.

Thread schreibgesperrt
 

gesamter Thread:

RSS-Feed
powered by my little forum