Wieviel »Gleichberechtigung« verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

log in |

So fügt sich ein "unbedeutendes" Puzzle-Teilchen in das Andere (Allgemein)

verfasst von Oliver(R), 05.07.2012, 22:40

Feministischer Elternabend zum Thema „sexualisierte Gewalt“:

[image]

Reichelsheim. Zusammen mit der Erziehungsberatungsstelle des Odenwaldkreises hatte die Reichelsheimer Georg-August-Zinn-Schule zu einem Elternabend zum Thema „sexualisierte Gewalt“ eingeladen, zu dem Direktorin Kirsten Gebhard-Albrecht als Referentinnen Heike Beringer und Gertrud Hemer-Sieverding begrüßen konnte. Die Referentinnen griffen aktuelle Ereignisse aus den Medien (z.B. Odenwaldschule in Oberhambach) auf, um zu verdeutlichen, dass durch diese gehäuften Berichte der Eindruck entsteht, diese „unguten Ereignisse“ nehmen ganz erheblich zu. Alle mögliche Formen von sexuellem Missbrauch habe es jedoch schon immer gegeben. Gut an der Berichterstattung sei, dass dieser Problemkreis thematisiert werde.
Mit erschreckenden Zahlen wurden die anwesenden Eltern und Lehrer konfrontiert, die besagten, dass 30 bis 50 Prozent aller Mädchen betroffen seien. Bei den Jungs liege die Zahl mit 20 Prozent deutlich niedriger. 16 – 20 Prozent aller Frauen seien als Kind in der Familie missbraucht worden. Für Jungs bestehe eine derartige Gefahr mehr außerhalb der Familie. Die Traumatisierung, so die Referentinnen sei oft sehr stark, hänge jedoch nicht von der Dauer des Missbrauchs ab.
Hinsichtlich der Täter räumten die beiden Fachfrauen mit einem Vorurteil auf, das besagt, dass dafür nur „Kranke, Triebtäter und Väter“ in Frage kämen. Auch sei sexueller Missbrauch kein „typisches Unterschichtdelikt“, sondern sei gleichmäßig auf alle Bevölkerungsebenen verteilt. In der Oberschicht könnten jedoch solche Übergriffe besser verdeckt werden. Die Mehrheit der Täter seien Männer (etwa 4% Frauen). Der Täterkreis könne in drei Gruppen unterteilt werden. Mit fast 50 Prozent kämen die Täter aus dem Bekanntenkreis wie Pfarrer, Lehrer, Trainer oder Busfahrer. Mit jeweils 15 – 20 Prozent seien Verwandte (Vater, Onkel) bzw. fremde Personenbeteiligt. Die Täter gehörten nicht zu einer Randschicht, sondern seien meist sozial integrierte Menschen, fleißige Mitarbeiter und nette Nachbarn. Durch positives Engagement erregten sie oft keinen Verdacht. Viele der Täter hielte an einem tradierten Rollenbild fest, in dem der Mann stark und die Frau schwach zu sein habe. Im Vordergrund der Tat stehe oft das Machterleben und weniger das sexuelle Erlebnis. Die Täter versuchen oft die Opfer in eine „ohnmächtige Situation“ zu bringen. Dabei werde zunächst das Vertrauen des Opfers gewonnen. Diese erhielten dabei viel Aufmerksamkeit, so dass diese die Zuwendung als angenehm empfänden. Daher falle es den Opfern hinterher oft schwer darüber zu sprechen, da sie ja freiwillig zu dem Täter gegangen waren. Deren Vorgehen sei fast immer ganz gezielt geplant und damit nicht als „einmaliger Ausrutscher“ zu bezeichnen. Bei Kindern erreichen die Täter oft, dass diese das Gefühl haben, sie hätten es selbst gewollt, was dem Täter die „haben mich verführt“ Ausrede ermögliche. Als besonders gefährdet wurden emotional bedürftige Kinder bezeichnet, die schneller gefügig seien. Bei diesen werde die sexuelle Handlung schleichend eingeführt, um zu sehen, wie sie darauf reagierten. Oft könnten die Kinder gar nicht benennen, was da „Komisches“ mit ihnen passiert. Daher sei ein frühes Wissen über den eigenen Körper sehr wichtig, um darüber sprechen zu können. Kinder glaubten oft, dass sie kein Recht auf Widerstand gegen Erwachsene hätten, dabei sei das Recht auf Selbstbestimmung auch schon im Kindesalter wichtig.
Nicht überraschend für die Zuhörer war der Hinweis, dass durch das Internet die Zahl der Übergriffe zugenommen hat. Nicht jeder Übergriff, so die Referentinnen, traumatisiere, andererseits könne es sein, dass jemand, der so etwas erlebt hat, nie wieder glücklich werde. Je vertrauter die Beziehung sei, umso größer sei die Auswirkung, je jünger das Opfer oder je häufiger die Übergriffe erfolgten, umso schlimmer sei es für die Betroffenen.....
....


http://www.gaz-reichelsheim.de/html/elternabend-_gegen_sexualisierte_gewalt_10-11.html


erstellt: Dienstag, 22. November 2011 - ©/ Layout: G. Kellermann

Also Jahre nach Bekanntwerden der örtlichen aktuellen Verbrechen!
Unglaublich!

---

Liebe Grüße
Oliver


[image]

Thread schreibgesperrt
 

gesamter Thread:

RSS-Feed
powered by my little forum