Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Haiti: Good woman - bad man

tommy ⌂, Schwerin (M/V), Wednesday, 24.02.2010, 10:23 (vor 5392 Tagen)
bearbeitet von tommy, Wednesday, 24.02.2010, 10:36

Good woman - bad man

"Immer wenn ich solche Nachrichten lese, bin ich gleichzeitig erleichtert und verärgert. Erleichtert, weil es wahrscheinlich tatsächlich so ist, dass es bei der Verteilung von Lebensnotwendigem gerechter zugeht, wenn man dies den Frauen anvertraut, und sich nicht das Recht des Stärkeren ungebrochen durchsetzt. Das ist ja nichts wirklich Neues. In der Entwicklungshilfe hat man schon vor Jahren damit begonnen, stärker auf die Frauen zu setzen, sowohl was die Zusammenarbeit in lokalen Projekten betrifft, als auch zum Beispiel bei den Mikrokrediten. Und eine etwas abgewandelte Version davon ist ja auch die mit der Finanzkrise begonnene Debatte, ob mehr Frauen in verantwortlichen Positionen dem Desaster vielleicht abhelfen würden."


"Verärgert bin ich, weil sich an dem Schema so niemals etwas ändert, wonach man sich immer auf die Frauen verlässt, wenn es darum geht, "das Gemeinwohl" im Auge zu behalten und die herkömmlichen Regeln und Normen nicht mehr greifen."

[Genau, wenn nix mehr geht ruft ne Frau ... die wird es (gender)gerecht richten]

"Jedenfalls liegt meine Hoffnung auf mehr weibliche Einflussnahme nicht darin, dass Frauen die Welt retten, dass sie den Kapitalismus sozialverträglich machen, die korrupte Politik wieder auf einen rechten Pfad führen und die Ungerechtigkeiten ausgleichen, die allgemein beklagt werden. Ich jedenfalls habe keine Lust darauf, irgend etwas "besser" zu machen als die Männer. Ich möchte es so machen, wie ich es will. [Will man sich hier etwa eine Hintertür offen halten, wenn man es genau so mies macht wie die Männer? Angst vor der eigenen Courage?]"


Hier wird nicht etwa Ungerechtigkeit moniert ... nein, sie wird zementiert, gerechtfertigt, erklärt, begründet

zum kotzen!

--
Gestern standen wir am Abgrund ... heute sind wir einen Schritt weiter. (W. Ullbricht)

Haiti: Good woman - bad man

Marlow, Wednesday, 24.02.2010, 10:55 (vor 5392 Tagen) @ tommy

Das schlimmste daran ist doch, daß die das wirklich glauben.
Mal davon abgesehen: wenn ich als Mann, der ich nun mal bin, vor einer Nahrungsmittelausgabestelle anstehe und meine Familie im Hinterkopf habe, also meine Frau ,meine Kinder und eventuell meine und ihre Eltern, die hungrig und immer noch traumatisiert sind, dann werde ich nicht noch auf eine "gerechte" Verteilung achten. Ich würde alles dafür tun, daß MEINE Familie so früh wie möglich etwas zu essen bekommt.
Ich gehe davon aus, daß die Männer in Haiti genauso denken während einige "Hilfsorganisationen" behaupten, die würden sowieso nur ein Radio von der Hilfe kaufen.
Mann, ist mir schlecht.

Torsten

Haiti: Good woman - bad man

Roslin, Wednesday, 24.02.2010, 11:37 (vor 5392 Tagen) @ Marlow

Mann, ist mir schlecht.

Torsten

Bei dem Femisexismus der Hilfsorganisationen ("Männer sind böse Täter, Frauen gute unschuldige Opfer")und dem Opfernarzissmus einer Antje Schrupp kann einem schon schlecht werden.
Allerdings gibt es auch einige Kommentare von einer Frau (!), wohl gar einer, die sich selbst als Feministin (!!!) sieht, die Hoffnung machen, dass nicht alle Feministinnen ihren Verstand dem Narzissmus geopfert haben.

Wir Frauen sind ja soooo viel besser. Und Egoismus, Kunkurrenz etc das kennen wir Frauen alles nicht, alles männliche Eigenschaften. Komisch das ich andere Frauen kenne als du.

Ich bewundere dich dafür, das du es schaffst nicht eine Sekunde darüber nachzudenken was du davon halten würdest wenn es Frauen wären welchen aufgrund ihres Geschlechtes die Nahrung verweigert würde, und die man zwangsweise in männliche Abhängigkeiten bringt. Zum Beispiel mit der Begründung das sie die Nahrung nicht vor Diebstahl verteidigen können.

In Deutschland fordert man Gesetze um Frauen von Vorurteilen zu befreien die sie daran hindern in Führungspositionen aufzusteigen, wenn es aber darum geht den Frauen Vorteile zu verschaffen, nämlich die Macht über die Lebensmittel, dann ist es wieder Recht das die Frau die weiche, sanftmütige, gerechtere ist.
<

Schreibt eine Sandra W.

Und weiter, wieder Sandra W.:

Ich habe deinen Beitrag gelesen Antje, und ich kritisiere immer noch das es für dich scheinbar kein Problem zu sein scheint zu lesen das Männern aufgrund ihres Geschlechts die Nahrung verweigert wird. Die Begründung das ein paar Männer bei der Nahrungsmittelausgabe für Ärger gesorgt haben reicht dir um sämtlichen Männern *allein* aufgrund der Eigenschaft Mann zu sein nichts zu essen gegeben wird und man sie zwingt bei fremden Frauen um Nahrung zu betteln.

Anstatt dich aber mit dieser Frage kritisch zu beschäftigen, konstruierst du hier eine Benachteiligung der Frauen aufgrund der Erwartungen die in sie gesetzt werden es besser zu machen. Glaub mir, das juckt die Frauen dort gerade sowas von überhaupt, die freuen sich nur das *sie* ihre Nahrung sicher haben. Ich möchte wetten eine solche Art von Benachteiligung oder wie man es auch immer nennt hast du (zu Recht) noch niemals für weiße Männer konstruiert, in die vielfach die Erwartung und die Verantwortung gesetzt wird Firmen und die Gesellschaft besser zu führen als dies Frauen täten. Die armen armen Männer ;-)

Du misst hier eindeutig mit zweierlei Mass, ich möchte dich nocheinmal bitten dir vorzustellen den Frauen würde die Nahrung verweigert mit der Begründung das Männer besser in der Lage sind die Nahrung vor Diebstahl und Raub zu schützen und zusätzlich noch der Begründung das sie bald besonders viel Kraft benötigen um nach verschütteten zu suchen, die Trümmer zu beseitigen, und die Häuser wieder aufzubauen. Könnte man augenscheinlich alles als Begründung nehmen, wird weit überwiegend von Männern erledigt und dient indirekt auch dem Wohl der Frauen, genauso wie man es jetzt mit Männern macht, nur umgekehrt. Fändest du das dann auch akzeptabel? Bitte sei ehrlich.
<

Und ein letztes Mal Sandra W.:

Genau das ist es was mich so schockiert Antje. Diese weltweite Gleichgültigkeit mit der diese Entscheidung seitens der UN und einzelner Organisationen hingenommen wird, zumal sie in diesem Kontext einer akuten lebensbedrohlichen Notsituation einzigartig ist. Frei nach der Devise "Es wird schon alles seine Richtigkeit haben" was da entschieden wurde. Genaugenommen stellt es eine indirekte Rückkehr zum Prinzip Frauen und Kinder zuerst dar.

Die Frage ob nicht nur du, sondern vor allem die Gesellschaft als ganzes genauso unkritisch diese Entscheidung respektieren würde wenn Frauen pauschal keine Nahrung mehr bekämen, mit den beiden Begründungen die ich genannt habe, *oder* aber der Annahme ein paar Frauen hätten Männer an den Ausgabestellen zurückgedrängt und es wären die Männer denen man das "gerechtere Wesen" attestiert, steht dabei immer noch im Raum. Würdest du ?
<

Bemerkenswert ungewöhnlich, diese Sandra W.

Psychos

Müller, Wednesday, 24.02.2010, 12:10 (vor 5392 Tagen) @ Roslin

Haltet Euch doch nicht an Psychos auf.


.

Psychos

Horst, Wednesday, 24.02.2010, 12:56 (vor 5392 Tagen) @ Müller

Haltet Euch doch nicht an Psychos auf.

Wenn Psychos das öffentliche Meinungsbild bestimmen, dann muss man sich an Psychos aufhalten.

Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

Psychos

Müller, Wednesday, 24.02.2010, 13:05 (vor 5392 Tagen) @ Horst

Wo bestimmt DIE denn das öffentliche Meinungsbild?

Psychos

guest, Niedersachsen, Wednesday, 24.02.2010, 14:06 (vor 5392 Tagen) @ Müller

Wo bestimmt DIE denn das öffentliche Meinungsbild?

Wo siehst Du ein oeffentliches Meinungsbild, das den Femirassismus in Haiti auch nur kritisiert?

Also: Inwiefern bestimmen Psychos wie das Antje das Meinungsbild denn NICHT? Das tun sie doch, sogar total.

Und nicht zufaellig, sie haben lange dran gearbeitet um ihre geschlechterrassistische Selektion nicht nur durchzuziehen, sondern sogar noch von den Mainstream-Gesellschaft akzeptiert zu bekommen.

Haiti: Good woman - bad man

nur so, Wednesday, 24.02.2010, 12:22 (vor 5392 Tagen) @ tommy

As authoritatively defined by the Committee on Economic, Social and Cultural Rights (Committee on ESCR) in its General Comment 12

“the right to adequate food is realized when every man, woman and child, alone and in community with others, has physical and economic access at all times to adequate food or means for its procurement” (General Comment 12, 1999, para 6).

Haiti: Good woman - bad man

Wolfgang A. Gogolin ⌂, Hamburg, Wednesday, 24.02.2010, 13:02 (vor 5392 Tagen) @ nur so

“the right to adequate food is realized when every man, woman and

child, alone and in community with others, has physical and
economic access at all times
to adequate food or means for its
procurement” (General Comment 12, 1999, para 6).

Jahaa, das war 1999, mitten im finsteren Patriarchat, da war das gute gendermainstreaming noch nicht durchgesetzt. 'man' wird natürlich gestrichen, wegen der Gendergerechtigkeit und so.

Viele Grüße
Wolfgang

Übersetzen oder Beitrag wird gelöscht

-Forenleitung-, Wednesday, 24.02.2010, 13:06 (vor 5392 Tagen) @ nur so

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7.Ausländische Texte ohne deutsche Übersetzung werden gelöscht.

***

Haiti: Good woman - bad man

Übersetzung, Wednesday, 24.02.2010, 14:55 (vor 5391 Tagen) @ nur so

As authoritatively defined by the Committee on Economic, Social and

Cultural Rights (Committee on ESCR) in its General Comment 12

“the right to adequate food is realized when every man, woman and

child, alone and in community with others, has physical and
economic access at all times
to adequate food or means for its
procurement” (General Comment 12, 1999, para 6).

Als verbindlich erklärt vom Kommitee für ökonomische, soziale und kulturelle Rechte:

Das Recht auf angemessene Ernährung ist gewährleistet, wenn jeder Mann, jede Frau und jedes Kind - allein und in Gemeinschaft mit anderen - jederzeit physischen und ökonomischen Zugriff auf angemessene Ernährung oder die zugrundeliegenden Produktionsmittel hat.

Korrektur

Übersetzung, Wednesday, 24.02.2010, 15:05 (vor 5391 Tagen) @ Übersetzung

As authoritatively defined by the Committee on Economic, Social and

Cultural Rights (Committee on ESCR) in its General Comment 12

“the right to adequate food is realized when every man, woman

and

child, alone and in community with others, has physical and
economic access at all times
to adequate food or means for its
procurement” (General Comment 12, 1999, para 6).

Als verbindlich erklärt vom Komitee für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte:

Das Recht auf angemessene Ernährung ist gewährleistet, wenn jeder Mann, jede Frau und jedes Kind - allein und in Gemeinschaft mit anderen - jederzeit tatsächlichen und wirtschaftlichen Zugang zu angemessener Ernährung oder die Mittel zu deren Beschaffung hat.

Pardon - Hüftübersetzung vorher.

Haiti: Good woman - bad man

Wolfgang A. Gogolin ⌂, Hamburg, Wednesday, 24.02.2010, 12:53 (vor 5392 Tagen) @ tommy

Hier wird nicht etwa Ungerechtigkeit moniert ... nein, sie wird
zementiert, gerechtfertigt, erklärt, begründet ...

Was hattest Du von einer typischen Vulgärfeministin denn erwartet? Streben nach Gerechtigkeit? Einsichtsfähigkeit?

Viele Grüße
Wolfgang

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