OT: Europas liberale Schwachkopf-Politiker haben alles fest im Griff.... LOL....
Wir werden noch richtig Spass kriegen ... Gute Nacht Deutschland !
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Beamte als Kriminellen-Opfer
In Brüssels Europaviertel boomt das Verbrechen
Gangster aller Art haben weite Gebiete der belgischen Hauptstadt unter ihre Kontrolle gebracht. Die Polizei schaut mancherorts nur noch zu. Jetzt haben Diebe und Räuber ein Revier entdeckt, das bisher als sicher galt: das Europaviertel. von Claus Hecking
Die beiden jungen Männer in den Bomberjacken machen keinen Hehl aus ihrem Deal. Eine faustgroße Cellophantüte mit weißgrauem Pulver geht offen von einer Hand in die andere. Zurück kommt ein Bündel Geldscheine. Mitten auf Brüssels Chaussée de Mons stehen Käufer und Verkäufer, plaudern in Seelenruhe übers Geschäft. Die Staatsgewalt müssen sie hier in Anderlecht nicht fürchten. Das Polizeirevier des drittgrößten Brüsseler Stadtteils ist leer: ausgebrannt von den Molotowcocktails, die Randalierer bei einer Straßenschlacht im November hineingeworfen haben. Streifenwagen, die sich noch hertrauen, kündigen sich von Weitem per Sirene an. Denn Überraschungen mögen Anderlechts Ganoven nicht.
An der U-Bahn-Station Clemenceau fühlen sich manche Bürger nur mit Hund sicher Fouad Ahidar hat das am eigenen Leib erlebt. Vor ein paar Tagen führte der sozialdemokratische Lokalpolitiker ein niederländisches Kamerateam durch die "Bronx von Brüssel", wie manche das Viertel nennen. Der 36-Jährige wollte den Besuchern eine Fachhochschule zeigen, die ihren Unterricht in eine sicherere Gegend verlegt hat - nach 25 Überfällen in zwei Monaten. Ahidar entdeckte auf dem Weg zwei mutige Polizisten, die einen Missetäter verhaften wollten. Sekunden später umringten zwei Dutzend Jugendliche die Gendarmen und die TV-Crew, befreiten ihren Kumpan und schlugen auf das Kamerateam ein. Der große, stämmige Ahidar drosch zurück, dann suchten er und die Holländer das Weite. "Diese Jungs", sagt Ahidar traurig, "sind zu den Herrschern über das Viertel geworden."
Problemviertel in Brüssel Brüssel droht in Kriminalität und Anarchie zu versinken. Bei Haus- oder Autoeinbrüchen toppt Belgiens Metropole schon lange die internationalen Verbrechensstatistiken. Jetzt jagt eine neue Welle der Gewalt durch Europas Hauptstadt. Immer öfter trifft sie EU- und Nato-Mitarbeiter. "Es gibt einige Gegenden in der Stadt", gibt Belgiens Innenministerin Annemie Turtelboom zu, "die die Polizei nur mit Wasserwerfern, massivem Truppeneinsatz sowie der nötigen Bewaffnung unter Kontrolle bringen kann."
Hinter Gittern: In Brüssels Problemviertel Anderlecht findet Schulunterricht hinter Gittern statt Jahrelang ist man allzu lax mit Straftätern umgegangen. Jetzt fordern selbst die Liberalen einen radikalen Kurswechsel. "Wir brauchen Standgerichte, Nulltoleranzzonen und Night Courts nach New Yorker Vorbild", sagt Sven Gatz, ihr Chef im Flämischen Parlament.
Im Stadtteil Laken zückten Gangster im Januar nach einem Überfall auf offener Straße ihre Kalaschnikows, durchsiebten einen Polizeiwagen und trafen einen Gendarmen, zum Glück nicht lebensbedrohlich. In Vorst lassen sich Polizisten nach Feierabend von Kollegen zur Metro eskortieren. In Molenbeek schlagen Hehler Tag für Tag unbehelligt Hunderte gestohlener Autos um. Hier blüht auch der Waffenhandel. 50 Euro kosten Modelle für Einsteiger, weiß die Polizei. Für eine Kalaschnikow zahlt man zwischen 200 und 300 Euro.
Diese "Parallelwelt", wie er seinen Kiez Molenbeek nennt, vertritt Ahidar im Brüsseler Parlament. Geschäfte werben hier mit arabischen Schriftzeichen, die Frauen tragen Kopftücher, 90 Prozent der Bewohner sind wie er selbst marokkanischer Herkunft, schätzt Ahidar. Mindestens 40 Prozent haben keinen Job, meist auch keinen Schulabschluss. Dutzende junge Männer treffen sich mittags an der Metrostation Ribaucourt. Man raucht, trinkt, vertickt. Links und rechts vor einem Zeitschriftengeschäft warten zwei Dealer auf Kundschaft. Der Ladenbesitzer verjagt sie nicht mehr, erzählt Ahidar. "Hier ist eine Zone der Gesetzlosigkeit." Und die weitet sich aus.
Die deutsche Parlamentarierin Angelika Niebler musste das im November erfahren. Wenige Hundert Meter vor dem Gebäude der EU-Kommission wurde sie von zwei Jugendlichen zu Boden gestoßen und so lange getreten, bis sie ihre Handtasche losließ. Niebler kauerte auf der Straße, ihr Kopf blutete. Ein Wirt rief die Polizei. Doch von der war selbst nach zwei Stunden noch immer keine Spur.
Nur selten trauen sich Polizisten in Brüssels Problemviertel Als die Christdemokratin den Skandal öffentlich macht, bekommt sie Hunderte E-Mails. Parlamentarier, Beamte, Lobbyisten oder Botschaftsangehörige berichten von ähnlichen Gewalttaten: Die Angestellte eines deutschen Energiekonzerns wurde mitten in der Stadt brutal zusammengeschlagen und lag wochenlang im Krankenhaus.
Ein Fraktionsmitarbeiter der Liberalen im Europaparlament schwebte nach einer Messerattacke mit schweren Verletzungen in Rücken und Bauch mehrere Tage in Lebensgefahr. Oder Christa Klass. Als die Abgeordnete und ihre Assistentin vor dem Parlament überfallen wurden, kam ihnen nicht mal die hauseigene Security zur Hilfe. Man sei nur fürs Gebäude zuständig, sagte ein Beamter achselzuckend.
Das ist die begehrte Beute in Brüssel: 35.000 EU-Beamte, 2500 Diplomaten, Zehntausende Lobbyisten. Viele haben die Taschen voller Bargeld, Blackberries oder iPhones. Von der Wirtschaftskrise spüren sie wenig - anders als die Menschen in Molenbeek.
Ahidar lässt das nicht gelten. "Die rechtfertigen ihre Taten mit ihrer Armut und dem angeblichen Rassismus der Weißen. Aber die meisten hier haben kein Geld und leben trotzdem in Würde." Nur ein paar Hundert Kriminelle gebe es in Molenbeek und anderen Vierteln. "Aber die zerstören das ganze Zusammenleben in dieser Stadt."
Angelika Niebler hat sich seit dem Überfall nur ein einziges Mal allein auf Brüssels Straßen gewagt, um drei Uhr nachmittags. "Jedes Mal, wenn mir junge Männer mit Kapuze entgegenkamen, hatte ich Angst", erzählt sie. Ihr Parlamentskollege Jorgo Chatzimarkakis, dem das Auto gerade zum dritten Mal in zwei Monaten aufgebrochen wurde, fühlt sich von seinen Gastgebern im Stich gelassen. "Das Schlimmste ist, dass es ein Teil der lokalen Bevölkerung gut findet, wenn wir Europäer bestohlen werden", sagt der Liberale. "Die halten uns für Maden im Speck."
Parlamentspräsident Jerzy Buzek hat Brüssels Bürgermeister Freddy Thielemans einen Brandbrief geschrieben und um mehr Patrouillen gebeten. Vergebens. "Ich kann nicht Polizisten von anderen Stadtteilen abziehen, nur um dem Europäischen Parlament einen Gefallen zu tun", erwiderte Thielemans. Eine Dienststelle im Abgeordnetenhaus werde es nur geben, wenn die EU sie mitfinanziere.
Über notwendige Reformen schweigt der Bürgermeister. Allein das Europaviertel teilt sich in drei Polizeidistrikte auf, die Hauptstadt sogar in sechs Reviere, und die Kooperation zwischen ihnen lässt zu wünschen übrig. Mitunter dauert es Monate, ehe eine Akte von einer Dienststelle zur nächsten wandert. Noch schlimmer ist es um die Justiz bestellt. Belgiens Gerichte sind heillos überlastet; oft vergehen Jahre, ehe Kriminellen der Prozess gemacht wird. Freiheitsstrafen von weniger als zwölf Monaten werden oft nur zum Teil oder gar nicht vollstreckt, denn Zellen sind so knapp, dass die Regierung kürzlich ein Gefängnis in den Niederlanden anmietete.
Fouad Ahidar, der einstige Sozialarbeiter, ist längst zum Hardliner konvertiert. Das Augenzudrücken müsse ein Ende haben, fordert er. "Wir brauchen Nulltoleranzzonen wie in den USA." Polizei, Justiz und Verwaltung müssten jedes noch so kleine Delikt in Problemvierteln rigoros verfolgen: angefangen beim verbreiteten Schuleschwänzen. Ahidar hat sich dafür eingesetzt, dass die Stadt drei Drogencafés in Molenbeek geschlossen hat. "Seither bin ich für die Verbrecher hier ein Verräter." Dass sie ihm sein Auto kurz darauf in Brand steckten, konnte er noch verkraften. Dann aber drohten sie dem fünffachen Familienvater per SMS, seine Kinder zu ermorden.
Ahidar hat lange mit dem Gedanken gespielt, alles hinzuschmeißen. Doch er macht weiter: "Ich kann nicht einfach kapitulieren und mich aus der Verantwortung stehlen." Das haben in Brüssel schon zu viele gemacht.