Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Zum Thema Falschbeschuldigungen & psychische Störungen

Imageberater, Monday, 06.09.2010, 16:10 (vor 5608 Tagen)

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,715531,00.html

Roland Klein* musste fürchten, im Gefängnis zu landen, für etwas, was er nicht getan hat. Eine Nachbarin zeigte den Fernfahrer nach einer Gartenparty wegen Vergewaltigung an. Das Fest hatte man gemeinsam organisiert. Roland Klein und jene Nachbarin waren die letzten Gäste, räumten zusammen auf, tranken ein letztes Bier unter dem Sternenhimmel, sprachen über ihre Ehen, die Kinder, Alltagssorgen. Als die Nachbarin Roland Klein ihre Liebe gestand, wusste er nicht, wie er mit dieser Eröffnung umgehen sollte. Er ließ die Frau sitzen, ging eilig nach Hause.

Tage später wird der 42-Jährige daheim von der Polizei abgeholt, knapp fünf Stunden lang verhört. Sein Bekanntenkreis ist verstört: Klein hatte zu der Nachbarin ein freundschaftliches Verhältnis gehabt - oder war da etwa doch mehr gewesen?

Roland Klein darf nach der Vernehmung nach Hause. Da weiß es schon die halbe Straße. "Die Einzige, die mir von Anfang an glaubte, war meine Frau." Nach belastenden Monaten gibt die Nachbarin zu, aus Eifersucht gehandelt zu haben, sie leide am Borderline-Syndrom. Die Frau zieht ihre Anklage zurück, muss eine Strafe zahlen, entschuldigt sich bei der Familie und zieht fort.

Doch Roland Kleins Leben ist nicht mehr dasselbe. Kollegen, Nachbarn, Verwandte tun sich schwer, ihre Zweifel abzulegen. Nach außen hin streiten sie das natürlich ab. "Aber angerufen hat keiner, so wie früher vorbeigekommen ist seither niemand mehr", sagt Klein. Das Ehepaar kapselt sich ab, die Kinder fühlen sich in der Schule gemobbt. Inzwischen ist die Familie umgezogen. "Aber so recht will das neue Leben nicht in Schwung kommen."

Es klingt fast resigniert, wenn Klein sagt: "Der Vorwurf klebt an mir wie Kaugummi am Absatz. Ich habe ständig das Gefühl, beweisen zu müssen, dass an den Unterstellungen wirklich nichts dran ist, dass ich nicht so ein Typ bin."

Im Zweifelsfall müssen Gutachter die Glaubwürdigkeit eines Opfers prüfen. Welche Motivation steckt hinter seiner Aussage: Die Wahrheit? Oder ein Racheakt? Vergeltung? Eifersucht? Nicht selten stoßen Experten bei der Exploration auf das False-Victimization-Syndrome: Eine Person erfindet eine Tat, deren Opfer sie gewesen sein will. Das vermeintlich Erlebte mutiert zur subjektiven Wahrheit.

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