Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Prof. Amendt und Abtreibung

FemKritiker, Thursday, 22.02.2007, 16:29 (vor 6921 Tagen)

Ich finde es perfide, dass Amendt Dinge miteinander in Verbindung setzt,
die nichts miteinander zu tun haben. Sinn des Ganzen ist meiner Meinung nach,
die Abtreibung noch weiter zu verharmlosen, als es das sowieso schon wird.
Prof. Amendt setzt sich dafür ein, dass nicht mal mehr eine Beratung
notwendig ist, um abtreiben zu dürfen. Kein Wunder, wenn man bedenkt,
dass er einmal Vorsitzender der Abtreibungs- und Schwangerenberatungs-organisation Pro-Familia war, die von der Tötung von ungeborenen Kindern profitiert(e). Ob in seinem "Familienplanungszentrum" auch ungeborene Kinder getötet werden, konnte ich nicht herausfinden - aber das Töten von Ungeborenen wird heutzutage ja oft als Teil der "Familienplanung" begriffen - insofern ist dieses anzunehmen. Einiges spricht also dafür, dass Prof. Amendt aus wirtschaftlichem Eigeninteresse die Abtreibung zu verharmlosen sucht.

Das legitime Interesse und eigentlich selbstverständliche Recht von Männern,
zu erfahren, ob sie Vater sind, wird meiner Ansicht nach von Prof. Amendt
für seine eigenen Pro-Abtreibungsinteressen mißbraucht.

Ich wollte nur mal kurz auf die Hintergründe von Prof. Amendt bzgl. dem
Abtreibungsthema eingehen, weil diese vielleicht nicht allen bekannt sind.
Nun kann sich jeder selbst sein Urteil bilden.
Meine Meinung dazu habe ich ja nun kundgetan.


http://www.profamilia-heidelberg.de/main.html?page=1355&offset=75&msg=9090&boardadmin=1&ID=5e017682ec...

"Die Forschung zum Leben unerwünschter Kinder zeigt eines: Die frei verfügbare Abtreibung ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Kindern das schwere Los erspart bleibt, unerwünscht leben zu müssen. Die Freigabe der Abtreibung ist Politik zum Wohle des Kindes."

(Gerhardt Amendt, Vorsitzender der PRO FAMILIA Beratungsstellen 1976-1984, Gründer des Bremer Familienplanungszentrums der PRO FAMILIA; in: "Die bestrafte Abtreibung. Argumente zum Tötungsvorwurf." IKARU-Verlag Bremen, 1988, S.38 und "Elternhaus und Schule, Monatszeitschrift für alle Fragen des Lebens mit Kindern 11/1990)

http://www.pro-leben.de/abtr/taktiken_profamilia.php

4. Nationale und internationale Vernetzungen
Wie stark die Vernetzungen national und international sind, wird an vielen Beispielen deutlich:
Neben thematischem Einklang bestehen zahlreiche personelle Verflechtungen in den einzelnen nichtstaatlichen und staatlichen Organisationen, wie IPPF Generalsekretär Halfdan Mahler aus Dänemark. Er war von 1973 bis 1988 Generaldirektor der WHO, wurde 1989 zum IPPF Generalsekretär gewählt. Die IPPF hat einen offiziellen Beraterstatus bei der WHO.
Gerhard Amendt, Gründer des Familienplanungszentrums in Bremen war von 1982 bis 1984 Berater der WHO für Familienplanungsfragen.

7. Pro Familia und Abtreibung als Geburtenkontrolle
Die IPPF unterhält weltweit die meisten Beratungszentren, in denen Abtreibungen durchgeführt werden. Hier in Deutschland werden laut eigenen Angaben 77 % der Schwangerschaftsabbrüche in den 6 Pro Familia-Zentren durchgeführt.20, S.22 Ferner wird berichtet, daß mit finanzieller und fachlicher Unterstützung der holländischen STIMEZO (Dachverband der Abtreibungskliniken) das Beratungs- und Abtreibungszentrum in Bremen eingerichtet worden ist. (18, S.14)

Prof. Amendt und Abtreibung

Nurmalebenso, Thursday, 22.02.2007, 20:05 (vor 6921 Tagen) @ FemKritiker

Ich finde es perfide, dass Amendt Dinge miteinander in Verbindung setzt,
die nichts miteinander zu tun haben. Sinn des Ganzen ist meiner Meinung
nach, die Abtreibung noch weiter zu verharmlosen, als es das sowieso schon
wird.

Prof. Amendt setzt sich dafür ein, dass nicht mal mehr eine Beratung
notwendig ist, um abtreiben zu dürfen. Kein Wunder, wenn man bedenkt,
dass er einmal Vorsitzender der Abtreibungs- und
Schwangerenberatungs-organisation Pro-Familia war, die von der Tötung von
ungeborenen Kindern profitiert(e). Ob in seinem "Familienplanungszentrum"
auch ungeborene Kinder getötet werden, konnte ich nicht herausfinden -

Na, FemKritiker, Du wirst die wichtige und fundierte Väter- und Männerarbeit des Prof. Amendt sicherlich fortführen können, nachdem Du ihn lange genug diffamiert und seinem öffentlichen Ansehen geschadet hast, oder?! :-(

Amendt hat in seinem Gastkommentar keinesfalls für eine Vereinfachung der Abtreibungspraxis plädiert, sondern die Unverhältnismäßigkeit der strafrechtlichen Relevanz zwischen der - eigentlich - nicht legalen Durchführung einer Schwangerschaftsunterbrechung und einem Vaterschaftstest aufgezeigt. Die Verbindung beider Sachverhalte besteht in den (Grund-)Rechten des Kindes, die im Falle der Abtreibung offenbar keine Rolle spielen, aber im Falle des Vaterschaftstest dagegen als "maßgeblich" angeführt werden.

Während die "halblegale" Abtreibung vom Staat nicht nur nicht strafrechtlich verfolgt, sondern häufig auch noch finanziell getragen (quasi gefördert) wird, wird ein heimlicher Vaterschaftstest (der für das Leben des Kindes ein vergleichsweise harmloser Eingriff ist) kriminalisiert und soll, so will es die BM der Justiz - im Gegensatz zur Abtreibung - zunächst einmal überhaupt, und dann auch noch unverhältnismäßig hoch bestraft werden.
Gerade aber weil von Zypries Seite immer wieder gerne argumentiert wird, es ginge um die Wahrung der rechtlichen Interessen des Kindes, zum Wohle desselben, finde ich den Vergleich mit der Abtreibung sogar für ziemlich gelungen. Denn ein größeres Interesse des Kindes, als das am Leben zu bleiben, kann es nicht geben!

Numes

Prof. Amendt und Abtreibung

Holger, Thursday, 22.02.2007, 21:48 (vor 6921 Tagen) @ Nurmalebenso

Amendt wurde Prof. in Bremen zu einer Zeit, als dort nur linke Extremisten gefragt waren. Amendt war ein solcher.
Nun spreche ich Extremisten prinzipiell die Fähigkeit zur Einsicht nicht ab und ich sehe es so, daß Amendt eine Katharsis durchlaufen hat. wir wollen es doch intelligenten Menschen nicht absprechen, ihre Meinung zu ändern, wenn sie sie als falsch erkannt haben: das beweist doch ihre Klugheit.

Amendt hat in seinem Gastkommentar keinesfalls für eine Vereinfachung der Abtreibungspraxis plädiert, sondern die Unverhältnismäßigkeit der strafrechtlichen Relevanz zwischen der - eigentlich - nicht legalen Durchführung einer Schwangerschaftsunterbrechung und einem Vaterschaftstest aufgezeigt. Die Verbindung beider Sachverhalte besteht in den (Grund-)Rechten des Kindes, die im Falle der Abtreibung offenbar keine Rolle spielen, aber im Falle des Vaterschaftstest dagegen als "maßgeblich" angeführt werden.

Das ist die wesentliche Aussage!

Prof. Amendt und Abtreibung

Nurmalebenso, Friday, 23.02.2007, 01:12 (vor 6920 Tagen) @ Holger

Amendt wurde Prof. in Bremen zu einer Zeit, als dort nur linke Extremisten
gefragt waren. Amendt war ein solcher.

Linke Extremisten? In der bürgerlichen Provinz Bremen? Huh!

Prof. Amendt und Abtreibung

Holger, Friday, 23.02.2007, 18:44 (vor 6920 Tagen) @ Nurmalebenso

Amendt wurde Prof. in Bremen zu einer Zeit, als dort nur linke

Extremisten

gefragt waren. Amendt war ein solcher.


Linke Extremisten? In der bürgerlichen Provinz Bremen? Huh!

Eigentlich paradox. Genauso wie die absoluten roten Mehrheiten dort in den Sechzigern und Siebzigern. Letztere waren der Grund, beim Aufbau neuer Hochschulen das Geld an politisch genehme Orte zu schaufeln und Bremen bekam damals einen Riesenbatzen. In den Siebzigern war Bremen dann verschrieen als rote Kaderschmiede und eine ganze Reihe rotgrüner Bonzen wurde dort auf mysteriöse Weise promoviert.Letztes Beispiel: unsere 'Ausnahmejuristin' Hertha Däubner- Gmelin, deren Werk eigenartigerweise verschollen ist.

Aber der Geldsegen aus roten Bonner Ministerien tat auch sein Gutes: einige Bereiche der Uni im technisch- naturwissenschaftlichen Fachgebiet haben es zu internationaler Anerkennung gebracht, z.B. die Physiker mit ihrem einmaligen Fallturm. Bedingt durch den anhaltenden Geldmangel der öffentlichen Hand wurde bekanntermaßen der Bedarf an linientreuen Soziologen und ähnlichem immer geringer, so daß jetzt diese Uni selbst mehr Geld in Zukunftsträchtiges umverteilt- sehr zu ihrem Wohle. Leider gilt in manchen der 'gesellschaftswissenschaftlichen' Fachbereichen immer noch: inscribieret ist promovieret- das wird sich aber auch ausmendeln mit der Zeit.

Ansonsten mag ich Bremen- irgendwie niedlich.

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