"Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!"
Eine meiner "Lieblingsradikalfeministinnen" aus der Taz in einem Interview:
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INTERVIEW HEIDE OESTREICH
Ist Gender-Mainstreaming wirklich ein Umerziehungsprogramm? Susanne Baer, Leiterin des "GenderKompetenzZentrums", beruhigt die aufgebrachte Männerwelt
taz: Wie erklären Sie dem Menschen auf der Straße Gender-Mainstreaming?
Susanne Baer: Stellen Sie sich vor, Sie müssten in ihrer Gemeinde über die Sportförderung entscheiden. Sie können sagen: Da sind die Vereine, die brauchen diese Halle und jenen Platz. Sie können aber auch sagen: Wem möchten wir ein sportliches Angebot machen? Denn Sport ist ja nicht nur für diejenigen gesund, die schon im Verein sind. Dann wollen Sie vielleicht lieber eine Mehrzweckhalle bauen, für Männer und Frauen mit unterschiedlichen Interessen. Die Bundesländer haben mit diesem Denken gute Erfahrungen gemacht.
Die Bundesregierung hat auch schon einige Projekte auf den Weg gebracht. Was hat's gebracht?
Das bekannteste Beispiel ist wohl die Strahlenschutzverordnung. Als diese neu gefasst wurde, wurde klar, dass nicht einfach Frauen wegen ihrer Gebärfähigkeit zu schützen sind, sondern auch Männer in ihrer Zeugungsfähigkeit. So hat ein Gender-Blick alte Klischeevorstellungen entlarvt, die nicht sachgemäß sind. Ein anderes Beispiel ist die Kinder- und Jugendhilfe. Eine gleichstellungsorientierte Analyse zeigt, dass es unsinnig ist, immer nur Mädchenkurse zu machen und die Jungen auf den Bolzplatz zu schicken. Jungen könnten auch mal andere Dinge kennenlernen - und die Mädchen wollen sich auch austoben.
FAZ und Spiegel werfen Ihnen vor, Mädchen in Jungenrollen zu drängen und Jungs zu Mädchen umerziehen zu wollen.
Da finden ein paar Vermischungen statt, die auch zur rhetorischen Strategie gehören. Gender-Mainstreaming ist ja zunächst nur eine Aufforderung an die Verwaltung, genauer zu prüfen, was sie für wen tut. Also: Stellen wir mit unserem Handeln mehr Gerechtigkeit her oder vertiefen wir Ungleichheiten? Das Ergebnis kann sein, dass Kinder auch einmal neue, ungewöhnliche Angebote finden und nicht nur die üblichen Schubladen. Rollenzwang führt nicht zu mehr Selbstbestimmung und mehr Gerechtigkeit. Aber niemand will kleinen Jungs die Autos wegnehmen, also keine Angst, meine Herren.
Wie kommt denn dann Volker Zastrow von der FAZ auf die Idee, es handele sich um eine "politische Geschlechtsumwandlung"?
Die Rede von der Umerziehung ist Ausdruck diffuser Ängste und gezielter Aggressionen. Diese brechen sich jetzt Bahn, weil nochmals versucht wird, tradierte Vorstellungen von Männlichkeit zu behaupten, obwohl eigentlich klar sein dürfte, dass diese nicht mehr überlebensfähig sind. Gender-Mainstreaming hat Geschlechterthemen aus der Frauenecke herausgeholt und konfrontiert jetzt auch Männer mit Fragen, über die sie bisher hinweggesehen haben. Insofern sind die Aggressionen eine Art paradoxer Erfolg von Gender-Mainstreaming.
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Es ist kein Merkmal von Gesundheit, wohlangepasstes Mitglied einer zutiefst kranken Gesellschaft zu sein
"Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!"
Anders, Thursday, 22.02.2007, 20:36 (vor 6920 Tagen) @ Christine
Im Grunde ein wertloses Interview. Viel geschrieben, nichts ausgesagt.
Was weiss man hinterher?
Gender Mainstreaming ist eine Mehrzweckhalle, in der leider kein Rasenfussball gespielt werden kann, weil man noch die Nordik Walker in die Halle holen will, die den Sport noch gar nicht ausüben.
Zudem will Gender Mainstreaming Handeln in Bezug auf die Geschlechter prüfen, denkt aber nicht Bipolar.
Außerdem will Gender Mainstreaming:
- mehr Frauen in Führungspositionen
- mehr Männer in Pflegeberufe
- Jungs neue, ungewöhnliche Angebote machen (Putzen, kochen, waschen, pflegen)
Aber sicher niemanden Umerziehen. Wer das nicht glaubt, der ist eben (latent) aggressiv und ist vielleicht noch überzeugbar. Mal sehen wie aggressiv die Streamerinnen werden, wenn die Erfolge ausbleiben, weil die Jungs doch lieber auf den Bolzplatz gehen.
Besonders lustig ist das Argument, dass dort besser bezahlt würde, wo Männer ihre Jobs verrichten. Vielleicht sollte die Frau mal überlegen, wer hier mit welchem Geld die Dienstleistung benötigt. Eben in der Masse mittelose, alte Menschen, die nicht in der Lage sind die jetzigen Preise selbst zu bezahlen. Warum haben wir wohl eine Pflegeversicherung.
Anders
"Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!"
Krischan der Echte, Thursday, 22.02.2007, 23:44 (vor 6920 Tagen) @ Anders
Besonders lustig ist das Argument, dass dort besser bezahlt würde, wo
Männer ihre Jobs verrichten.
Hähähää... Falsche Richtung. Die Männer sind da, wo besser bezahlt wird. Aber wenn Frauen erst mal die Versorgerrolle übernehmen, nach der sie sich so sehr sehnen, und wenn die Männer dann auch mal die Wahl haben zwischen Beruf und Haushalt wird sich das schon mal ändern. Am St.Nimmerleinstag also. Es sei denn wir zwingen sie zur Erwerbstätigkeit.
Krischan
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Der Feminismus rennt froh und munter
Schritt für Schritt die Schißgass' runter
Erst Schwarzer, dann die Zypris, dann die Roth
Versenken wir das lila Boot
"Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!"
Nikios, Friday, 23.02.2007, 08:43 (vor 6920 Tagen) @ Krischan der Echte
Aber wenn Frauen erst mal die Versorgerrolle übernehmen...
Keine meine Frauen hatte das gewollt! Auch eine super studierte nicht.
Aber behauptet haben sie es fast alle.
Zum Glueck sind die wichtigsten Sachen schon erfunden worden.
Nikos
Wat ein Paradox
Lucius I. Brutus, Thursday, 22.02.2007, 20:52 (vor 6920 Tagen) @ Christine
Zitat (der letzte Satz):
...Es ist eben auch eine Befreiung, wenn nicht immer nur in diesem einen binären Modell "Mann oder Frau" geurteilt wird. Wir sind schließlich auch noch ganz viel anderes.
Zitat Ende.
und das sagt die Gender-Tussi. Ich glaube wenn sie hundertjahre lange diesen Satz wiederholt, würde sie darin keinen Widerspruch finden.
"Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!"
Max, Fliegentupfing, Thursday, 22.02.2007, 22:56 (vor 6920 Tagen) @ Christine
Susanne Baer ist die Zerbralphimotikerin par excellence:
Also: Stellen wir mit unserem Handeln mehr Gerechtigkeit her oder
vertiefen wir Ungleichheiten?
... seit wann ist Ungleichheit das Gegenteil von Gerechtigkeit? Dieses hirntote Weib arbeitet mit Implikationen, die bloß einem Trottel nicht auffallen können.
Die Rede von der Umerziehung ist Ausdruck diffuser Ängste und gezielter
Aggressionen. Diese brechen sich jetzt Bahn, weil nochmals versucht wird,
tradierte Vorstellungen von Männlichkeit zu behaupten, obwohl eigentlich
klar sein dürfte, dass diese nicht mehr überlebensfähig sind.
... ich glaube, es wird langsam Zeit, mal überaus deutlich zu machen, was hier überlebensfähig ist und was nicht. Wer sich durchsetzen kann, der überlebt.
Und daß sich Männer zur Zeit Frauen gegenüber nicht durchsetzen können, muß nicht so bleiben. Es gibt auch noch was anderes als pseudodemokratische Meinungsbildungsprozesse und protegierte Diskurshoheiten. Es gibt auch immer noch die furchtbar rohe Gewalt, leider.
Gender-Mainstreaming hat Geschlechterthemen aus der Frauenecke
herausgeholt und konfrontiert jetzt auch Männer mit Fragen, über die sie
bisher hinweggesehen haben. Insofern sind die Aggressionen eine Art
paradoxer Erfolg von Gender-Mainstreaming.
... heizt nur die Aggressionen noch ein bisschen weiter an, ihr Genderfaschos.
Am Schluß greint ihr, nicht wir.
Immer mehr davon überzeugt, daß bestimmte Frauen nicht denken können - Max
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"Wenigstens bin ich Herr der Fliegen", sagte der stinkende Scheißhaufen.
(Baal Zebub/Beelzebub - wird übersetzt mit "Herr der Fliegen")
"Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!"
Nikios, Friday, 23.02.2007, 08:45 (vor 6920 Tagen) @ Max
Und daß sich Männer zur Zeit Frauen gegenüber nicht durchsetzen
können, muß nicht so bleiben. Es gibt auch noch was anderes als
pseudodemokratische Meinungsbildungsprozesse und protegierte
Diskurshoheiten. Es gibt auch immer noch die furchtbar rohe Gewalt,
leider
Ach was... Dreifaches Gummi rueberziehen ist doch keine furchtbare rohe Gewalt...
*gggggg*
Nikos
"Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!"
Maxx, Zürich, Friday, 23.02.2007, 01:47 (vor 6920 Tagen) @ Christine
(...)Aber niemand will kleinen Jungs die Autos wegnehmen, also keine Angst, meine Herren.(...)
Sollte wohl heissen:
Jungs sind ganz, ganz einfach strukturiert und spielen nur mit kleinen Autos. Nur die Väter haben das immer noch nicht kapiert. Btw: die Väter/Männer, die die kleinen Autos für die kleinen (und auch grossen Jungs) herstellen.
Hier haben wirs doch wieder, dieses arrogante Gekotze. Woher denn eigentlich diese permanente Angst, dass Mädchen deswegen zu kurz kommen könnten? Es sind doch auch Männer/Väter, die für kleine Mädchen* Spielsachen herstellen. Oder täusche ich mich?
___* Warum überlassen wir das nicht einfach den Frauen? Das Geschrei möcht ich hören!
Gruss
Maxx
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Two Beer or not two Beer (Django Edwards)
"Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!"
Nikios, Friday, 23.02.2007, 08:46 (vor 6920 Tagen) @ Maxx
___* Warum überlassen wir das nicht einfach den Frauen? Das
Geschrei möcht ich hören!
Das kommt noch. Sei dann gesund um es zu erleben!
Nikos
"Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!"
Nikios, Friday, 23.02.2007, 08:40 (vor 6920 Tagen) @ Christine
Sagt diese unfaehige Person, dass ich nicht mehr ueberlebensfaehig bin? Oder ist mein Deutsch so schlecht geworden?
Die Rede von der Umerziehung ist Ausdruck diffuser Ängste und gezielter
Aggressionen. Diese brechen sich jetzt Bahn, weil nochmals versucht wird,
tradierte Vorstellungen von Männlichkeit zu behaupten, obwohl eigentlich
klar sein dürfte, dass diese nicht mehr überlebensfähig sind.
Gender-Mainstreaming hat Geschlechterthemen aus der Frauenecke
herausgeholt und konfrontiert jetzt auch Männer mit Fragen, über die sie
bisher hinweggesehen haben. Insofern sind die Aggressionen eine Art
paradoxer Erfolg von Gender-Mainstreaming<<
Natürlich nicht
Mirko, Saturday, 24.02.2007, 06:19 (vor 6919 Tagen) @ Christine
bearbeitet von Mirko, Saturday, 24.02.2007, 06:26
Auszug aus "Der dressierte Mann" von Esther Vilar:
***************
Natürlich ist auch der weibliche Säugling Dressurakten aus-
geliefert; während der ersten beiden Lebensjahre macht die
Frau kaum einen Unterschied zwischen den Geschlechtern ih-
rer Kinder. Aber die Dressur bricht beim Mädchen ab, sobald
es die Regeln der Hygiene gelernt hat: Die Wege trennen sich,
und je weiter die Erziehung fortschreitet, desto mehr wird das
kleine Mädchen zur Ausbeuterin erzogen, der kleine Junge zum
auszubeutenden Objekt.
Ein wichtiges Mittel dazu ist das Kinderspielzeug. Indem sie
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den Spieltrieb ihrer kleinen Kinder zuerst fördert und dann
ausnützt, lenkt die Frau wie zufällig in die gewünschte Rich-
tung. Dem kleinen Mädchen gibt sie Puppen und Puppenacces-
soires: Wagen, Bettchen, Miniaturgeschirr; dem kleinen Jungen
alles, was das Mädchen nicht bekommt: Baukästen, Modelle
von elektrischen Eisenbahnen, Rennwagen, Flugzeuge. So er-
hält das weibliche Kind früh Gelegenheit, sich mit seiner Mut-
ter zu identifizieren, die Rolle der Frau zu erlernen: Es über-
trägt deren Dressursysteme auf die Puppen, lobt und tadelt, wie
es selbst gelobt und getadelt wird, lernt spielerisch die Grund-
gesetze der Menschenführung. Und weil auch das kleine Mäd-
chen auf Lob angewiesen ist, dieses Lob aber nur für Identifika-
tionen mit der Frauenrolle bekommt, wird es auch später nichts
anderes sein wollen als >weiblich«. Seine maßgebende Instanz
werden deshalb immer Frauen sein, nie Männer, weil nur Frauen
beurteilen können wie gut es diese Rolle spielt (den Männern
wird gelehrt, die Frauenrolle sei minderwertig, sie kommen da-
her als Lobredner nicht in Frage).
Dem männlichen Kind wird für alles applaudiert, nur nicht
für das Spiel mit Miniaturmenschen. Es baut Modelle von
Schleusen, Brücken, Kanälen, zerlegt aus Neugier Spielzeugau-
tos, feuert Schüsse aus Spielzeugpistolen und übt so alles, was es
später zum Unterhalt der Frau einmal brauchen wird. Wenn ein
kleiner Junge ins Schulalter kommt, kennt er bereits die Grund-
gesetze der Mechanik, Biologie, Elektrotechnik aus eigener Er-
fahrung, er kann Hütten aus Brettern bauen und in Kriegsspie-
len verteidigen. Je mehr eigene Initiative er dabei entwickelt,
desto sicherer erntet er Lob. Die Frau ist ja daran interessiert,
daß er bald mehr weiß als sie - sie selbst könnte sich mit ihren
Kenntnissen in einer Welt ohne Männer kaum am Leben erhal-
ten - und daß er sich in allem, was Arbeit betrifft, ganz von ihr
unabhängig macht. Der Mann ist für sie zwar eine Maschine,
aber keine gewöhnliche: Eine solche müßte ja von ihr fachkun-
dig bedient oder zumindest programmiert werden. Wenn eine
Frau wüßte, was das ist, würde sie ihn als eine Art Roboter mit
Bewußtsein bezeichnen, der fähig ist, sich selbst zu program-
mieren (und daher, sich weiterzuentwickeln) und sich jeder
neuen Situation mit neuem Programm ideal anzupassen (auch
die Wissenschaftler arbeiten an der Entwicklung solcher Robo-
ter, die für sie arbeiten, entscheiden und denken und ihnen die
Früchte ihrer Aktivität zur Verfügung stellen - freilich Roboter
aus unbelebter Materie).
46
So ist der Mann, noch bevor er sich für die eine oder andere
Lebensweise selbständig entscheiden könnte, derart süchtig ge-
worden nach Lob, daß er sich nur noch bei solchen Tätigkeiten
wohlfühlt, für die ihm jemand Beifall zollt. Und er wird, weil er
süchtig ist, immer mehr Beifall brauchen und daher immer grö-
ßere Leistungen in der von der Frau gewünschten Richtung
vollbringen müssen. Natürlich könnte der Beifall im Prinzip
auch von einem Mann kommen, aber die Männer sind - aus
eben diesen Gründen - ununterbrochen beschäftigt und stehen
gegeneinander in feindseliger Konkurrenz. Deshalb holt sich
ein Mann, sobald er es sich leisten kann, seinen eigenen, exklu-
siven Lobredner ins Haus: jemand, den er jederzeit fragen
kann, ob er gut und brav war oder nicht und wie gut und wie
brav er war. Die Frau ist, scheinbar zufällig, für diese Rolle die
ideale Besetzung - aber sie hat ja alles so inszeniert und nur
darauf gewartet, sie zu übernehmen.
++++++++++++++++++++
und nicht zu vergessen Simone de Beauvoir:
"Wenn eine Frau zwischen..."
Ach Mist. Krischan! Helf mal!
"Wir nehmen den Jungs nicht die Autos weg!"
Maesi
, Thursday, 01.03.2007, 23:30 (vor 6913 Tagen) @ Christine
Hallo zusammen
INTERVIEW HEIDE OESTREICH
Ist Gender-Mainstreaming wirklich ein Umerziehungsprogramm? Susanne
Baer, Leiterin des "GenderKompetenzZentrums", beruhigt die aufgebrachte
Männerwelttaz: Wie erklären Sie dem Menschen auf der Straße
Gender-Mainstreaming?Susanne Baer: Stellen Sie sich vor, Sie müssten in ihrer Gemeinde über
die Sportförderung entscheiden. Sie können sagen: Da sind die Vereine, die
brauchen diese Halle und jenen Platz. Sie können aber auch sagen: Wem
möchten wir ein sportliches Angebot machen? Denn Sport ist ja nicht nur
für diejenigen gesund, die schon im Verein sind. Dann wollen Sie
vielleicht lieber eine Mehrzweckhalle bauen, für Männer und Frauen mit
unterschiedlichen Interessen. Die Bundesländer haben mit diesem Denken
gute Erfahrungen gemacht.
Das hat doch mit GM nichts zu tun. Welche Art von sportlicher Einrichtung sinnvoll ist, kann man ganz ohne GM abklaeren; das wurde auch schon jahrzehntelang so gehandhabt.
Die Bundesregierung hat auch schon einige Projekte auf den Weg
gebracht. Was hat's gebracht?Das bekannteste Beispiel ist wohl die Strahlenschutzverordnung. Als diese
neu gefasst wurde, wurde klar, dass nicht einfach Frauen wegen ihrer
Gebärfähigkeit zu schützen sind, sondern auch Männer in ihrer
Zeugungsfähigkeit. So hat ein Gender-Blick alte Klischeevorstellungen
entlarvt, die nicht sachgemäß sind.
Dazu ist aber keinerlei 'Gender-Blick' notwendig. Die guten alten Menschenrechte haetten's ebenso getan.
Ein anderes Beispiel ist die Kinder-
und Jugendhilfe. Eine gleichstellungsorientierte Analyse zeigt, dass es
unsinnig ist, immer nur Mädchenkurse zu machen und die Jungen auf den
Bolzplatz zu schicken. Jungen könnten auch mal andere Dinge kennenlernen -
und die Mädchen wollen sich auch austoben.
Diese Maedchenkurse sowie ein Wust von Sonderprivilegien fuer Frauen und Maedchen wurden zum groessten Teil von ebenjenen Gleichstellern produziert, die sich heute so sehr fuer GM einsetzen. Im Klartext: den sexistischen Schwachsinn der klassischen Gleichstellungspolitik bekaempft man heute mit dem noch groesseren Schwachsinn namens GM.
FAZ und Spiegel werfen Ihnen vor, Mädchen in Jungenrollen zu
drängen und Jungs zu Mädchen umerziehen zu wollen.Da finden ein paar Vermischungen statt, die auch zur rhetorischen
Strategie gehören. Gender-Mainstreaming ist ja zunächst nur eine
Aufforderung an die Verwaltung, genauer zu prüfen, was sie für wen tut.
Die uebliche Erkenntnisresistenz und Verleugnung der Realitaet. Selbstverstaendlich muss man GM im Zusammenhang mit der starken Ausweitung staatlicher Kompetenzen sehen. Jene, die noch in der Lage sind klar zu denken, erkennen dieses fatale Zusammenwirken sehr wohl. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, die exzessive Ausweitung staatlicher Kompetenzen in der Geschlechterpolitik ist integraler Bestandteil der GM-Ideologie. Wenn ueberhaupt irgendeine Chance besteht, dass GM funktioniert, dann nur ueber die totale Kontrolle der Menschen; wobei ich persoenlich bezweifle, dass GM selbst bei derart rigiden Methoden jemals funktionieren kann. Ausserdem ist es keineswegs nur die 'Verwaltung', die irgendwas prueft, wie Frau Baer so dummdreist behauptet. Rufen wir uns nochmals die Definition von GM innerhalb der EU in Erinnerung (siehe nachstehender Link).
Gender Mainstreaming in der EU
Von Verwaltung steht dort schon mal gar nichts; dafuer aber in einem massgeblichen Satz folgendes:
'Die Unterschiede zwischen den Lebensverhaeltnissen, den Situationen und Beduerfnissen von Frauen und Maennern systematisch auf allen Politik- und Aktionsfeldern der Gemeinschaft zu beruecksichtigen, das ist die Ausrichtung des « Mainstreaming >-Grundsatzes, den die Kommission verfolgt.'
Saemtliche Politik- und Aktionsfelder in der EU sollen also durch GM vereinnahmt werden nicht bloss die Verwaltung. Offensichtlich sind Frau Baer noch nicht einmal die politischen Grundlagentexte der EU bekannt, die wiederum fuer die einzelnen Gliedstaaten bindend sind. Wie 'genderkompetent' ist jemand, der die EU-Definition von GM nicht kennt?
Noch etwas erkennen wir daraus. Zuletzt im Interview verzapft Frau Baer naemlich noch folgendes ueber GM:
'In Gender-Trainings zeigt sich oft, dass 10 bis 15 Prozent der Menschen die neuen Ideen ganz kategorisch ablehnen. Weitere 10 Prozent sind bereits ueberzeugt und finden Gender-Mainstreaming prima. Dazwischen gibt es die grosse Menge der Skeptischen, die sich nicht so schnell von alten Sicherheiten verabschieden wollen. Die lassen sich aber mit guten Argumenten durchaus ueberzeugen. Es ist eben auch eine Befreiung, wenn nicht immer nur in diesem einen binaeren Modell "Mann oder Frau" geurteilt wird. Wir sind schliesslich auch noch ganz viel anderes.
Hier suggeriert sie, dass mittels GM das 'binaere Modell Mann oder Frau' ueberwunden werden koenne. Wer die politischen Texte zu GM liest, kommt aber genau zum gegenteiligen Schluss. In allen betr. Texten werden exakt zwei Geschlechter definiert, salbadert man von 'maennlichen und weiblichen Lebensverhaeltnissen'; damit wird das 'binaere Modell Mann oder Frau' ueberhaupt erst zementiert. Wenn man dann noch bedenkt, dass GM in allen politisch irgendwie regelbaren Bereichen eingefuehrt werden soll, dann erkennt man unweigerlich, dass diese Geschlechterdualitaet ueberall Gueltigkeit haben soll. Wovon Frau Baer jedoch spricht, steht den beschlossenen politischen Absichten diametral entgegen. Wie ich oben schon schrieb: Erkenntnisresistenz und Verleugnung von Realitaet. Ich bin jedoch sicher, dass Frau Baer mit einer gehoerigen Portion Rabulistik diese offensichtlichen Widersprueche 'ausraeumen' kann. Jedem, der noch einen Restbestand an logischem Denkvermoegen besitzt, rollt es bei ihrer Argumentation (wie in diesem Interview) zwar die Zehennaegel auf, aber die dem logischen Denken entwoehnten Dummkoepfe kaufen ihr zweifellos auch den groessten Schwachsinn ab.
Also: Stellen wir mit unserem Handeln mehr Gerechtigkeit her oder
vertiefen wir Ungleichheiten? Das Ergebnis kann sein, dass Kinder auch
einmal neue, ungewöhnliche Angebote finden und nicht nur die üblichen
Schubladen. Rollenzwang führt nicht zu mehr Selbstbestimmung und mehr
Gerechtigkeit. Aber niemand will kleinen Jungs die Autos wegnehmen, also
keine Angst, meine Herren.
Ungleichheit ist keineswegs Ungerechtigkeit und die Nivellierung von Ungleichheiten stellt auch nicht automatisch Gerechtigkeit her. Ungleichheit ist oftmals gewollt. Man will sich gezielt von der gleichfoermigen Masse abheben. An Naivitaet ist die obige Frage, die einen direkten Zusammenhang zwischen Gleichheit und Gerechtigkeit suggeriert, deshalb kaum mehr zu ueberbieten. Nach dieser Ansicht waere jeder Nonkonformist per definition ungerecht, allein dadurch, dass er sich vom Konformisten unterscheiden will. Ungleichheiten sind die logische Konsequenz einer pluralistischen Gesellschaft, wohingegen Gleichheit v.a. dort grassiert, wo man systematisch gleichschaltet. Gleichheit kann es deshalb in einer pluralistischen Gesellschaft immer nur in eng umgrenzten Bereichen geben. Je mehr man diese Bereiche von Gleichheit ausweitet, desto groessere Teile der Bevoelkerung muessen diesen Gleichheitsbestrebungen unterworfen werden.
'Rollenzwang' gibt es in einer pluralistischen Gesellschaft im strengen Sinne nicht; es gibt jedoch stets einen gewissen Konformitaetsdruck, der aber offensichtlich Teil der Ausstattung jedes sozialen Lebewesens ist. Jeder Mensch empfaengt nicht bloss diesen Konformitaetsdruck sondern uebt ihn durch sein Handeln und Wirken auch aus. Inwieweit wir dem Druck als Individuum nachgeben, ist uns weitgehend selbst ueberlassen. Ein typisches Beispiel fuer Konformitaetsdruck stellt die Mode dar; unabhaengig davon kann aber jedes Individuum selbst entscheiden, wie weit es sich welchen jeweils gerade geltenden Modestroemungen anschliesst oder nicht.
Die modernen Menschen sind in wesentlichem Umfang selbstbestimmt; aber sie agieren trotzdem nicht so, wie es die modernen Gendertheoretiker gerne haetten. Deshalb werden ja mittels staatlicher Unterstuetzung diese ganzen GM-Projekte auf Kosten der (wehrlosen) Steuerzahler angerissen, weil die Genderbuerokraten mit ihren Idiosynkrasien diese ihre Theorien widerlegende Situation nicht ertragen koennen. Die Bevoelkerung dient ihnen dabei bloss als Projektionsflaeche ihrer eigenen neurotischen Gesellschaftsvorstellungen und Wuensche. Wenn naemlich tatsaechlich ein grosser Teil der Bevoelkerung derart erpicht auf die neuen Rollenvorstellungen waeren, dann reichte es voellig aus, die staatlichen Einmischungsversuche auf ein Minimum zu beschraenken und das 'genderistische Paradies' wuerde Wirklichkeit. Da dies weder spontan passierte noch durch sukzessive ausgeweitete Mittelumverteilungen 'erkauft' werden konnte, laesst sich daraus schliessen, dass nur eine kleine Minderheit dieses Genderparadies wirklich will.
Wie kommt denn dann Volker Zastrow von der FAZ auf die Idee, es handele
sich um eine "politische Geschlechtsumwandlung"?Die Rede von der Umerziehung ist Ausdruck diffuser Ängste und gezielter
Aggressionen. Diese brechen sich jetzt Bahn, weil nochmals versucht wird,
tradierte Vorstellungen von Männlichkeit zu behaupten, obwohl eigentlich
klar sein dürfte, dass diese nicht mehr überlebensfähig sind.
In einem pluralistischen Staat haben 'tradierte Vorstellungen von Maennlichkeit' (bzw. auch von Weiblichkeit) ebenso Platz wie neuartige. Inwieweit diese 'tradierten Vorstellungen' nicht ueberlebensfaehig sein sollen, darueber bleibt Frau Baer jede Antwort schuldig. Haltlose Behauptungen im ganzen Interview und sonst nichts! Vielmehr sind es ja die neuartigen Vorstellungen, die offenbar ohne GM-Kruecken und massive Foerderung durch den Staat keinen Fuss auf den Boden kriegen. Welche 'Vorstellungen' letzten Endes ueberlebensfaehig sind, das entscheidet sich allein in der Wirklichkeit. Eines jedoch ist sicher: Am allerwenigsten ist ein GenderKompetenzZentrum ueberlebensfaehig ohne staatliche Auftraege. Kaum ein Mensch wuerde deren 'Dienstleistungen' in Anspruch nehmen, wenn es sich auf dem freien Markt behaupten muesste. Das GenderKompetenzZentrum ist somit eine parasitaere Institution, die nur durch staatliche Steuergelder kuenstlich am Leben erhalten werden kann.
Darueberhinaus entwickeln sich Vorstellungen ueber Maennlichkeit und Weiblichkeit groesstenteils ausserhalb der staatlichen Einflusssphaere - zumindest bis jetzt. Solange das so bleibt, kann GM gar nicht funktionieren, weil es die Bildung dieser Vorstellungen (gottseidank) nicht steuern kann. Wenn GM aber ernsthaft bestimmte, ideologisch motivierte Vorstellungen von 'Gerechtigkeit' installieren will, muss es auch die bislang vom Staat nicht oder kaum beeinflussten privaten Bereiche seiner Deutungs- und Formungsherrschaft unterwerfen. Daran fuehrt kein Weg vorbei. Damit sind wir wieder bei dem stetig fortschreitenden Ausbau staatlicher Kompetenzen bis hin zum Totalitarismus.
Wie sagte der alte Fritz seinerzeit treffend? 'Ein jeder soll nach seiner Fasson selig werden'. Damit bewies der 'Patriarch' aus Preussen eine wesentlich gereiftere Einsicht und eine ungleich groessere Toleranz gegenueber Andersdenkenden als die modernen 'Gerechtigkeitsfanatiker' von Genders Gnaden. Man mag von Friedrich dem Grossen halten was man will, aber die Faehigkeit zu denken hatte er zweifellos nicht eingebuesst.
Gender-Mainstreaming hat Geschlechterthemen aus der Frauenecke
herausgeholt und konfrontiert jetzt auch Männer mit Fragen, über die sie
bisher hinweggesehen haben. Insofern sind die Aggressionen eine Art
paradoxer Erfolg von Gender-Mainstreaming.
GM befand sich in der beneidenswerten Lage, dass es bislang kaum eine nennenswerte Auseinandersetzung in der breiteren Oeffentlichkeit darueber gab. GM formierte sich im Schatten ganz anderer Diskurse und wurde in der Tat weitgehend klammheimlich von der EU zum Grundsatz erhoben. Bis zu jenem politischen Einfuehrungszeitpunkt wusste ein prozentual nur sehr kleiner Teil der Bevoelkerung, was das GM-Konzept ueberhaupt beinhaltet, oder dass es auch nur existiert. Erst seit kurzer Zeit gibt es ueberhaupt eine oeffentliche politische Diskussion. Genderbuerokraten wie Frau Baer muessen sich nun ploetzlich diesen oeffentlich aufgeflammten Diskussionen stellen und sind damit offensichtlich ueberfordert, denn die Unlogik und Haltlosigkeit ihrer Argumentation in diesem Interview springen einem geradezu ins Auge (siehe ihre obige Missinterpretation der politschen Grundlagentexte zu GM).
Besonders amuesant das hier:
Oestreich: 'Wie machen Sie Maennern Gender-Mainstreaming schmackhaft?'
Baer: 'Wir tun gut daran, Debatten von dem simplen Schema "boese Maenner - gute Frauen" zu befreien. Nicht den Frauen muss mal wieder geholfen werden, sondern beide Geschlechter sind die Zielgruppe. Gender-Mainstreaming eroeffnet Maennern neue Moeglichkeiten neben der etwas tristen Alternative: Geld ranschaffen, aggressiv, rational und cool daherkommen. Und es geht um einen sehr alten und sehr schoenen Wert: Gerechtigkeit. Warum wollen wir immer weiter in einem ungerechten System leben? Das moegen kluge Maenner auch nicht.'
Das simple Schema haben ja gerade Gleichsteller ueberhaupt erst politisch installiert. Und jetzt spielen sich dieselben Neurotiker als Retter auf? Lachhaft! GM eroeffnet Maennern keinerlei neue Moeglichkeiten, die sie nicht schon vorher gehabt haetten. Geld ranschaffen, um das eigene Ueberleben sicherzustellen, das ist das Schicksal eines Grossteils der Bevoelkerung. Und je mehr Kohle der erwerbstaetigen Bevoelkerung staatlicherseits weggenommen wird (um beispielsweise unnuetze Einrichtungen wie das GenderKompetenzZentrum, die GM-Projekte oder Gleichstellungsfunktionaere zu finanzieren), desto wichtiger wird das 'Geld ranschaffen' fuer die betroffenen Menschen. Frau Baer spinnt hier tuechtig (sozialistisches) Seemannsgarn, wenn sie suggeriert, es gaebe nennenswerte Alternativen dazu; es gibt in Wirklichkeit keine einzige Gesellschaft, in der der Mensch nicht 'im Schweisse seines Angesichts sein Brot isst'. Allenfalls gibt es parasitaere Teile in Gesellschaften, die mittels erzwungener Geldumverteilung alimentiert werden ohne eine adaequate Gegenleistung erbringen zu muessen. Desweiteren werden Schuldenberge anghaeuft, um die sich irgendwann einmal die Nachkommen werden kuemmern muessen - eine Art intergenerationelles Schmarotzertum in dem die nachfolgende Generation ausgebeutet wird. Und einen Kommentar ueber die Platituede vom 'aggressiven, rationalen und cool daherkommenden Mann' spare ich mir sowieso - Vulgaerfeminismus der billigsten Art.
Was die Gerechtigkeit anbelangt, ist das zweifellos ein schoener alter Wert. Was jedoch am GM-System gerecht sein soll, in dem dem Steuerzahler massig Kohle aus dem Geldbeutel genommen wird, die dann zur Bevoelkerungsgaengelung im Sinne einer kleinen Genderexpertengruppe sowie zur Alimentierung einer parasitaeren Gleichstellungselite verwendet wird, konnte mir bislang noch niemand einleuchtend erklaeren. Gesellschaftliche Gerechtigkeit ergibt sich normalerweise von selbst, wenn man es den Menschen ueberlaesst, ihre persoenlichen Angelegenheiten untereinander zu ordnen. Im Gegensatz zur Genderideologie wurden solche selbstorganisierenden, gesellschaftliche Mechanismen in etlichen Versuchen (v.a. im Rahmen von spieltheoretischen Strategien) immer wieder aufs neue wissenschaftlich belegt. Lug und Betrug haben in einer solchen Gesellschaft keine langfristigen Chancen, weil jene, die sich dieser Methoden bedienen, relativ rasch erkannt und diszipliniert werden. Wer hingegen anderen Solidaritaet, Fairness, Treue, Respekt, Fuersorge etc. angedeihen laesst, erhaelt selbiges auch wieder zurueck. Das ist der Naehrboden, auf dem Zuneigung, Vertrauen und letzten Endes auch Gerechtigkeit gedeihen kann. Der Liebe Gott hat das wahrlich aeusserst klug eingerichtet. Wer allerdings zuerst irgendeine Form von 'Gerechtigkeit' konstruiert und dann die Gesamtgesellschaft diesem abstrakten, seelenlosen Konstrukt zu unterwerfen sucht, der zaeumt das Pferd vom Schwanz her auf und wird demzufolge auch scheitern. Versuche solche theoretische '(Un-)Gerechtigkeitskonstrukte' zu installieren gab es genug (Rote Khmer, Sozialistisches System in der SU und teilweise stark abgeschwaecht auch in den osteuropaeischen Staaten, NS-System im Dritten Reich, Kulturrevolution in China), allesamt stellten sie sich jedoch als Misserfolge heraus.
Aber auch das hier ist lustig:
Oestreich: 'Gegen Gender-Mainstreaming wird auch ins Feld geführt, dass es sehr viel Aufwand bei wenig Ergebnissen bedeutet.'
Baer: 'Das ist entweder sehr uninformiert oder eine Diffamierung. Politik ist heute komplex: Es geht um mehrere Ebenen - von der EU bis zur Kommune, um zahlreiche Interessen und um komplexe Ziele. Im Gender-Mainstreaming sind da beeindruckend einfache Prueffragen entwickelt worden: Erreiche ich eigentlich, was ich will und wen ich will? Das ist alles. Es ist insofern nicht kompliziert.'
Leider bleibt uns Frau Baer auch hier einmal mehr jegliche Informationen schuldig, was denn die vielen (positiven?) Ergebnisse sind, die GM hervorgebracht haben soll. Es gibt zwar inzwischen viele kleine Projekte, die mit GM-Geldern ausgestattet werden. Aber weder wurde deren 'positiver' Einfluss auf die Gesellschaft noch irgendeine Verbesserung der Gesellschaft insgesamt belegt. In erster Linie wurde viel Staatsknete investiert, um Berichte zu erstellen, die fragwuerdige kollektivistische Ideologien mit einer (pseudo-)wissenschaftlichen Basis untermauern sollen, sowie um buerokratische Stellen zu schaffen, damit Akademiker mit exotischen Ausbildungen ein Auskommen haben, da sie anderweitig auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sind.
Es gibt kein soziologisches Modell, das auch nur naeherungsweise zuverlaessig vorhersagen kann, wie bestimmte politische Massnahmen sich in der Gesellschaft auswirken. Frau Baer und ihre genderkompetenten Mitschwestern schwafeln aus Sicht der soziologischen Wissenschaft baren Unsinn, wenn sie solches mit ihrem GM-Konzept allen Ernstes zu koennen behaupten. Die Frage 'erreiche ich eigenlich, was ich will und wen ich will', kann mit den 'beeindruckend einfachen Prueffragen' nicht beantwortet werden oder hoechstens in der simplen virtuellen Realitaet der Gendertheoretiker. Ohne die Vorhersagbarkeit der Wirkungen von genderistisch gestalteten Massnahmen bricht jedoch das ganze Konzept in sich zusammen. Allein schon die Tatsache, dass die gesamte Welt auf die 'Lebensverhaeltnisse von zwei Geschlechtern' (Genderperspektive) eingedampft werden soll, offenbart die grenzenlose Naivitaet der Gendertheoretiker in Bezug auf die Komplexitaet politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, kultureller und sonstiger Zusammenhaenge.
Baer und Konsorten versuchen deshalb auch gar nicht erst, ein solches Modell zu entwickeln, aus dem man Prognosen ableiten kann. Denn sie wissen ganz genau, dass dieses sofort an der Wirklichkeit gemessen und dann mit Sicherheit gnadenlos abstinken wuerde. Ich halte die genderkompetenten Experten fuer ideologische Bauernfaenger, die zwar zweifellos klug daherschwaetzen koennen, aber nichtsdestotrotz kein wirklich durchdachtes und praxiserprobtes Vorgehenskonzept haben. In der Praxis erkennt man lediglich zahllose Einzelaktionen ohne inneren Zusammenhang, deren einzige Gemeinsamkeit die Berufung auf ein obskures GM-Konzept ist, das sich 'seltsamerweise' fast immer als reine Frauenfoerderung entpuppt, wenn man von einigen unbedeutenden Ausnahmen absieht.
Fazit: ein Interview, das geradezu von unbelegten Behauptungen, Worthuelsen und ideologischen Vorurteilen strotzt, garniert mit etwas Ironie, die wohl witzig sein soll. Von wissenschaftlichen Fakten oder wenigstens logischen Argumentationsketten keine Spur. Die typische 'feministische Wissenschaft' eben...
Gruss
Maesi