Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Gismatis, Basel, Tuesday, 27.02.2007, 02:32 (vor 6916 Tagen) @ Garfield

Hallo Garfield

Ohne Vorhaut ist ein Penis voll funktionsfähig, ...
Ja, aber das Lustempfinden des Mannes wird verringert.

Ich bin selbst vor einigen Jahren beschnitten worden und bei mir ist das Lustempfinden gleich geblieben. Ich glaube also, dass man das nicht generalisieren kann. Und dass die Eichel mit der Zeit immer mehr abstumpfen soll, erscheint mir seltsam. Die Eichel wird etwas unempfindlicher, aber dieser Prozess ist abgeschlossen, sobald sich die Eichel der neuen Situation angepasst hat. Und die Anzahl der Nervenenden bleibt gleich. Die übrige Haut des Körpers wird schließlich auch nicht immer dicker.

Genau das war
ursprünglich der Zweck der Beschneidung. Sie wurde anfangs bei Sklaven
durchgeführt. Man hoffte so ihre sexuelle Aktivität zu verringern - der
Sklave sollte schließlich seinem Herren dienen und nicht diversen Frauen.

Richtig, man hoffte es. Man dachte, die Entfernung der Vorhaut muss doch zu einer Lustverringerung führen. Von daher ist das noch kein Beweis für die Lustverringerung.

Später, als es zumindest in westlichen Ländern keine Sklaven mehr gab, war
die Beschneidung von Jungen in manchen Religionen zum Brauch geworden. So
geriet sie nicht in Vergessenheit, und als man nach Möglichkeiten suchte,
um Kinder am Onanieren zu hindern, griff man wieder darauf zurück. Jungen
entfernte man die Vorhaut, in der Hoffnung, daß die Schmerzen den Jungen
zunächst an der Onanie hindern würden und daß die Eichel dann nach der
Heilung zu empfindlich wäre, um mit der Hand stimuliert zu werden.

Es gibt tatsächlich Studien, wonach beschnittene Jungen später mit der Selbstbefriedigung beginnen als unbeschnittene, und technisch gesehen, gestaltet sich die Selbstbefriedigung mit Vorhaut tatsächlich einfacher.

Ich finde jedoch, dass die Beschneidungsgegner manchmal genauso übertreiben wie die Beschneidungsbefürworter. Dabei liegt die Übertreibung nicht in der Beurteilung der Risiken sondern vielmher in der Beurteilung des Ergebnisses, wenn die Operation gelingt. Es ist keine Frage, dass diese Operation immer Risiken in sich bergt, auch unter hygienischen Bedingungen.

Ich bin ganz entschieden gegen die Beschneidung von Kindern, wenn es medizinisch nicht notwendig ist. Es geht nicht an, dass so über den Körper eines Kindes verfügt wird, unabhängig von irgendwelchen Vor- oder Nachteilen. Und darauf, finde ich, sollte der Schwerpunkt für die der Männerbewegung liegen: das Recht auf Selbstbestimmung, und dem Recht, vor unnötigen Risiken verschont zu bleiben. Insbesondere muss Aufklärung betrieben werden in Bezug auf die Jungenbeschneidung in Afrika.

Zufriedenen Beschnittenen ein verringertes Lustempfinden zu unterstellen, finde ich dabei aber weniger sinnvoll.

Gruß, Gismatis

--
www.subitas.ch


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