Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Streitfall Türkei ? Wo sind Europas Grenzen?

Gismatis, Basel, Tuesday, 06.03.2007, 00:45 (vor 6909 Tagen)

Kam heute Abend auf WDR in der Reihe Streitfall Europa:

http://www.wdr.de/tv/

Glaubenskrieg mitten in Europa - und das im 21. Jahrhundert. Türkei: Rein oder raus? Anne Gesthuysen argumentiert unbedingt für die Aufnahme der Türkei in die EU, Sven Lorig entsprechend strikt dagegen.

Erwartungsgemäß ging es auch um Frauenrechte.

Zitiert wurde der jüngste EU-Kommissionsbericht mit den drei schlimmsten Sünden der Türkei. Das waren

1. Folter
2. Meinungsfreiheit
und natürlich
3. Frauenrechte

Moderator: "Und in der Türkei vor allem im Osten steht die Gleichberechtigung der Frauen nur auf dem Papier."

Da sage ich, "Immerhin!", denn die Gleichberechtigung des Mannes steht noch nicht mal auf dem Papier! Denn von Gesetzes wegen sind Männer in der Türkei wehrpflichtig. Und das ist nicht so wie bei uns, wo es zahlreiche Ausweichmöglichkeiten gibt, sondern da herrscht kein Pardon.

Und weiter:

"Erst vor zwei Wochen ist ein Bericht veröffentlicht worden zur Rolle der Frau in der Türkei und diese Zahlen sind erschreckend. Etwa 800000 junge Mädchen werden pro Jahr von ihren Vätern daran gehindert in die Schule zu gehen."

Hm, wirklich nur von den Vätern?

"Die Frauen(-erwerbs-)quote liegt nur bei 20 Prozent ...

Was hat das mit Gleichberechtigung zu tun? Das ist einfach eine Auswirkung der traditionellen Rollenverteilung.

... und die jüngste Umfrage unter türkischen Männern, wo gefragt wurde, 'Wenn die Arbeitsplätze knapp sind, wer sollte eher den Auftrag bekommen, Männer oder Frauen?' dann sagen mehr als zwei Drittel aller Männer, 'Immer erst die Männer!'"

Angesichts der Tatsache, dass es für Männer wahrscheinlich so gut wie eine Pflicht ist, die Ernährerrolle zu übernehmen, habe ich dafür ein gewisses Verständnis!

Und der Evergreen:

Moderatorin: "Gleichberechtigung gibt es in Deutschland seit ewigen Zeiten, nichtsdestotrotz verdienen Frauen hier immer noch weniger als Männer im Schnitt beim gleichen Job."

Kein Kommentar.

Moderator: "Aber Frauen in Europa dürfen sozusagen arbeiten, und bei den Türken sind's nur 20 Prozent."

Es ist natürlich völlig ausgeschlossen, dass die eine oder andere Frau freiwillig Hausfrau ist. Ach ja, ansonsten war die Sendung gar nicht schlecht. Hier gibt es sie zu sehen. Und am Mittwoch um 14:15 Uhr läuft die Wiederholung.

Gismatis

--
www.subitas.ch

Und so kommt die EU-Verfassung doch noch

Conny, NRW, Tuesday, 06.03.2007, 11:22 (vor 6909 Tagen) @ Gismatis

BERLIN/PARIS/PRAG - Berlin überwindet den Widerstand mehrerer EU-Regierungen und setzt zentrale Elemente einer europaweiten "Verfassung" durch. Nach Großbritannien und den Niederlanden erklärt sich auch Tschechien zum Einlenken bereit. Der konservative französische Präsidentschaftskandidat Sarkozy kündigt die parlamentarische Ratifizierung eines "vereinfachten Vertrags" an. Einzige Bedingung ist, dass die Bundesregierung auf die Bezeichnung "Verfassung" verzichtet; andernfalls wäre die notwendige Umgehung eines erneuten Referendums in den Niederlanden nur unter Bruch des nationalen Rechts möglich. Wie aus einem internen Zeitplan des Bundeskanzleramts hervorgeht, sollen die letzten Verhandlungen am 23. April beginnen und zum 1. Juni abgeschlossen sein. Zuvor lanciert Berlin eine groß angelegte PR-Aktion, die Ende März in einem "Europafest" gipfelt und in mehr als 50 deutschen Städten mit einer "Informationstour" fortgeführt wird. Für das Unternehmen ist ein zweistelliger Millionenbetrag veranschlagt. Kooperationspartner der Propagandamaßnahmen, die sich auch an Kinder und Jugendliche richten, sind Abteilungen der Bundeswehr, darunter eine auf psychologische Operationen spezialisierte Institution.

weiter geht es hier: http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/56763

Leider sind die Artikel dort kostenlos nur ein bis zwei Wochen nach erscheinen Abrufbar.

Freundliche Grüße
Conny

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