Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Gewalt ist Gewalt

DschinDschin, Wednesday, 07.03.2007, 16:55 (vor 6908 Tagen)

Beim Thema "Gewalt in Paarbeziehungen" wird immer auf körperliche Gewalt abgehoben, wobei dann Männer als die Hauptübeltäter genannt werden.
Dass seelische Grausamkeit nicht weniger verletzend ist, zeigt folgender Beitrag:

Netdoktor.de

Netdoktor.de Mittwoch, 7. März 2007

Ob psychisch oder physisch: Folter bleibt Folter

Chicago (ddp). Psychische Folter hat bei Gefangenen ähnliche Langzeitfolgen wie eine körperliche Misshandlung. Zu diesem Schluss kommen Psychologen aus Großbritannien und Serbien. Die Wissenschaftler um Metin Basoglu von der University of London hatten in einer Studie 279 Opfer von Folter und Gewalt aus den Bürgerkriegen im ehemaligen Jugoslawien befragt. Waren die Befragten als Gefangene gezielter Manipulation, Erniedrigungen oder extremem psychischen Stress ausgesetzt, litten sie mehrere Jahre später unter ähnlich starken Langzeitfolgen wie Gefangene, die in der Haft körperliche Folter erfahren hatten. Die vermeintlich harmloseren Formen des Drucks auf Gefangene sollten daher ähnlich beurteilt werden wie körperliche Folter, fordern die Wissenschaftler im Fachmagazin «Archives of General Psychiatry> (Bd. 64, S. 277). Die Wissenschaftler ließen die überwiegend männlichen Probanden aus Sarajewo, Banja Luka, Rijeka und Belgrad Fragebögen ausfüllen, in denen sie Angaben zu Folter, Erniedrigungen und anderen Extremsituationen machen sollten, denen sie als Gefangene ausgesetzt waren. Zu den erlittenen Qualen gehörten sowohl körperliche Gewalt wie Schläge, Verbrennungen, elektrische Stromstöße oder Aufhängen an den Armen, als auch auf den ersten Blick gewaltlose Arten der Folter. So erlebten einige der Gefangenen Scheinhinrichtungen, wurden Zeuge der Folter von Mitgefangenen, waren extremer Helligkeit oder extrem lauter Musik ausgesetzt oder mussten längere Zeit Augenbinden tragen. Die Wissenschaftler fragten die Betroffenen, ob und wie sie die jeweilige Situation unter Kontrolle hatten und als wie belastend sie diese empfanden. Zudem untersuchten Ärzte, ob die ehemaligen Gefangenen als Folge der Ereignisse unter posttraumatischen Belastungsstörungen oder anderen psychischen Erkrankungen litten. Die Qualen beurteilten die Probanden, die psychischen Varianten der Folter ausgesetzt waren, ähnlich hoch wie Gefangene, die auch körperlich misshandelt worden waren, ergab die Auswertung. Auch bei den psychischen Langzeitfolgen fanden die Wissenschaftler keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen rein körperlicher und psychischer Folter. Der extreme Kontrollverlust in solchen Situationen spiele wohl eine große Rolle dabei, wie sich Folter auf einen Menschen auswirke, schreiben die Wissenschaftler. Extreme Verhörtechniken und Beeinträchtigungen des Wohlbefindens wie Schlafentzug, Kälte, Dunkelheit, Isolation oder Drohungen scheinen ähnliche Folgen auf die Gesundheit eines Menschen zu haben wie körperliche Folter, schließen die Wissenschaftler aus ihren Ergebnissen. Diese Formen des Drucks auf Gefangene müssten daher ähnlich wie körperliche Folter beurteilt werden und dürften nicht verharmlost oder für unter bestimmten Bedingungen als akzeptabel angesehen werden, fordern die Wissenschaftler.

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Barbarus hic ergo sum, quia non intellegor ulli.


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