Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Ungleiche Bezahlung

Telefonmann, Wednesday, 07.03.2007, 18:01 (vor 6908 Tagen)

Hallo zusammen,

in der Tagesschau lief bzw. läuft heute u.a. der Inhalt dieser Mitteilung.

CDU/CSU und SPD haben einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der die Beseitigung von Lohnungleichheiten zum Gegenstand hat. In der verlinkten Mitteilung steht folgendes:

In dem Antrag, der am Dienstag auch von der Unions-Fraktion beschlossen worden sei, heißt es zur Begründung, dass bei gleicher Arbeit Frauen heutzutage immer noch 26 Prozent weniger als Männer verdienten. In den Jahren 1995 bis 2000 habe der Unterschied nur bei 21 Prozent gelegen.

Solche Mitteilungen gehören ja zum Standardprogramm der Medienberieselung. Aber ich frage mich dabei stets:

(1) Wie rechnen die diese Prozentzahlen wohl aus?
(2) Wenn doch Frauen bei gleicher Produktivität 26% geringere Personalkosten verursachen - warum werden (teure) Männer dann überhaupt noch eingestellt (gerade auch vor dem Hintergrund, daß die prozentuale Gehaltsdifferenz in letzter Zeit gestiegen ist, so daß Frauen gegenüber Männern noch günstiger als vorher arbeiten)?

Manche Sachen wollen mir einfach nicht in den Kopf.

Ungleiche Bezahlung

Zeitgenosse, Wednesday, 07.03.2007, 18:15 (vor 6908 Tagen) @ Telefonmann


In dem Antrag, der am Dienstag auch von der Unions-Fraktion beschlossen
worden sei, heißt es zur Begründung, dass bei gleicher Arbeit Frauen
heutzutage immer noch 26 Prozent weniger als Männer verdienten. In den
Jahren 1995 bis 2000 habe der Unterschied nur bei 21 Prozent gelegen.

"Bei gleicher Arbeit" - dieses Junktim ist eben nicht erfüllt.

Interessant wird sein, wenn sie nach einiger Zeit feststellen, daß das Gesetz wirkungslos war, die Bezahlstrukturen verharren, da die Anknüpfungspunkte nicht gegeben sind.

Was wird dann die Konsequenz sein? Gleiche Bezahlung bei ungleicher Arbeit, also eine gesetzlich verordnete niedrigere Wirtschaftlichkeit von Frauen?!

Die Konsequenz daraus wäre wiederum eine verminderte Nachfrage nach Frauen auf dem Arbeitsmarkt, also niedrigere Frauenlöhne. Und wo da das nicht realisierbar ist, da gesetzliche Lohnregulierung greift (siehe oben), Mindernachfrage nach weiblichen Arbeitskräften, also eine verringerte Frauenerwerbsquote.

Man kann es drehen und wenden wie man will. Der Schuß geht nach hinten los.

Sie werden die Sache aufgeben müssen oder die Planwirtschaft einführen.

Gruß

Zeitgenosse

Ungleiche Bezahlung

Maesi, Tuesday, 13.03.2007, 22:48 (vor 6901 Tagen) @ Zeitgenosse

Hallo Zeitgenosse


In dem Antrag, der am Dienstag auch von der Unions-Fraktion beschlossen
worden sei, heißt es zur Begründung, dass bei gleicher Arbeit Frauen
heutzutage immer noch 26 Prozent weniger als Männer verdienten. In den
Jahren 1995 bis 2000 habe der Unterschied nur bei 21 Prozent

gelegen.[/i]

"Bei gleicher Arbeit" - dieses Junktim ist eben nicht erfüllt.

Zustimmung. Deshalb wenden die Feministen den uns allen bekannten Trick an und ersetzen den Begriff 'gleiche Arbeit' durch 'gleichwertige Arbeit'. Durch diesen Trick koennen sie den objektiven Vergleich manipulieren, indem sie ein eigenes, ideologisch begruendetes Bewertungssystem fuer Gleichwertigkeit von Arbeit zugrundelegen. Dadurch koennen zwei beliebig verschiedene Arbeiten definitorisch als 'gleichwertig' bestimmt und in der Folge auf dieser Grundlage natuerlich derselbe Lohn eingefordert werden. Voellig ausser Acht gelassen werden bei dieser ideologischen Methode natuerlich die Marktkraefte, die aber nun mal die Lohnhoehen wesentlich mitbestimmen. Als willkommener Nebeneffekt koennen Feministen damit auch die beruechtigten Softskills mit einem beliebig hohen oder niedrigen Wert einstufen, je nachdem wie es ihnen gerade in den Kram passt; logischerweise werden 'typisch weibliche' Softskills von ihnen ueberbewertet waehrend 'typisch maennliche' Softskills unterbewertet werden. Da wird dann ploetzlich belangloser Weibertratsch zu 'Kommunikativitaet' veredelt und gleichzeitig die wesentlich effiezientere berufsbezogene Kommunikativitaet der Maenner, die sich eben auf das Wesentliche in der beruflichen Kommunikation beschraenkt, als schlecht hingestellt. Wer jedoch wie ich oefters an Sitzungen teilnimmt, weiss ein Liedchen zu singen ueber verschwendete Zeit verursacht durch Sitzungsteilnehmer, die um den heissen Brei herumreden anstatt gleich zum Wesentlichen zu kommen. Aber das nur so nebenbei.

Interessant wird sein, wenn sie nach einiger Zeit feststellen, daß das
Gesetz wirkungslos war, die Bezahlstrukturen verharren, da die
Anknüpfungspunkte nicht gegeben sind.

Zustimmung. Denn im Markt zaehlen eben nicht die realitaetsfernen, konstruierten Bewertungssysteme irgendwelcher theoretisierender Ideologen. Das Bewertungssystem wird vielmehr durch den Markt selbst hervorgebracht und laufend angepasst.

Was wird dann die Konsequenz sein? Gleiche Bezahlung bei ungleicher
Arbeit, also eine gesetzlich verordnete niedrigere Wirtschaftlichkeit von
Frauen?!

Wie weit das durchsetzbar ist, bleibt fraglich. Die Menschen sind ja nicht dumm. Je marktferner die gleiche Bezahlung fuer ungleiche (aber ideologisch als 'gleichwertig' postulierte) Arbeit ist, desto hoeher die Wahrscheinlichkeit, dass diese Arbeit in eine Region verlagert wird, wo diese marktverzerrenden Kraefte nicht existieren. Das feministische System der ideologisch gleichwertig gemachten Arbeiten wird dadurch einfach unterlaufen.

Die Konsequenz daraus wäre wiederum eine verminderte Nachfrage nach Frauen
auf dem Arbeitsmarkt, also niedrigere Frauenlöhne. Und wo da das nicht
realisierbar ist, da gesetzliche Lohnregulierung greift (siehe oben),
Mindernachfrage nach weiblichen Arbeitskräften, also eine verringerte
Frauenerwerbsquote.

Ja, auch das ist eine der Konsequenzen. Deshalb sind die Quotenforderungen im Feminismus so populaer. Wuerde die Quote auch in der Privatwirtschaft durchgesetzt, waere den Arbeitgebern eine weitere Tuer zur marktgerechten Entloehnung ihrer Mitarbeiter versperrt, was natuerlich den Druck auf die Unternehmer, Arbeitsstellen mit hohem Maenneranteil zu exportieren noch weiter erhoeht. Die Quote im Verbund mit Gesetzen, die gleichen Lohn fuer 'gleichwertige Arbeit' erzwingen wuerden, haette wohl fatale Auswirkungen auf den Werkplatz Europa. Diese Kombination waere IMHO das Todesurteil fuer die maennlich dominierten, technischen Berufe. Technisch ausgerichtete Facharbeiter wuerden einfach ins nicht regulierte Ausland abwandern (muessen).

Man kann es drehen und wenden wie man will. Der Schuß geht nach hinten
los.

Ja, aber erklaere das mal einem realitaetsfernen Theoretiker.

Sie werden die Sache aufgeben müssen oder die Planwirtschaft einführen.

Der Feminismus marschiert ganz eindeutig in die zweite Richtung. Zum Beleg studiere man einmal das Parteiprogramm der Feministischen Partei; die politische Gaengelung der Privatwirtschaft durch einen Wust von Gesetzen wird dort geradezu eingefordert. Auch Schweden ist ein Musterland des Feminismus und des Sozialismus, allerdings waren die dort dominierenden Sozialdemokraten bislang klug genug, die Privatwirtschaft an der langen Leine zu lassen; vielmehr tritt der schwedische Staat auf dem Arbeitsmarkt als Arbeitgeber ausschliesslich in Bereichen auf, die die Privatwirtschaft kaum interessieren (Kinderbetreuung, staatliche Verwaltung, Ausbildung, Sozialarbeit). Erkauft wird diese Form des partiellen Sozialismus mit exorbitant hohen Steuern, die aber von den Schweden bisher akzeptiert wurden. Allerdings laufen den Schweden die Facharbeiter in Scharen davon, EU-Freizuegigkeit sei Dank. Lange wird das Land diesen Aderlass nicht mehr durchhalten koennen. Die wirtschaftliche Entwicklung Schwedens im EU-Markt sowie im globalisierten Weltmarkt wird IMHO eine der interessantesten Geschichten im Europa der naechsten 10 - 20 Jahren sein.

Auf lange Sicht wird sich die Globalisierung die wirksamste Waffe gegen den Feminismus entpuppen. Das haben die Feministen (zumindest die wenigen cleveren unter ihnen) ja auch erkannt und versuchen deshalb auf politischem Wege ihre eigenartigen Bewertungssysteme auch anderen Kulturen aufzudruecken. Eine Art feministischer Imperialismus, der ueber die internationale Organisationen und NGOs unter dem Deckmantel von Fuersorglichkeit Macht auszuueben sucht und damit seine Ideologie als Teil der Globalisierungswelle zu exportieren versucht.

Der wohl folgenschwerste Coup des feministischen Imperialismus ist Gender Mainstreaming; die EU hat hier ja bereits kapituliert und versucht nun ihrerseits mittels wirtschaftlichem Druck diesen Schwachsinn in anderen Staaten zu erzwingen, um gegenueber denen wirtschaftlich nicht ins Hintertreffen zu geraten. Die negativen Auswirkungen von GM koennte hoechstens dann vermindert werden, wenn alle mitmachen. Sobald es jedoch Abweichler gibt, haben die einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil, weil sie keine teuer GM-Buerokratie subventionieren muessen. Es gibt grundsaetzlich zwei Moeglichkeiten, um GM gegen eine wirtschaftliche Konkurrenz zu schuetzen:

1. Man weitet das GM-Prinzip auf moeglichst alle Laender aus, sodass alle mit denselben Behinderungen zu kaempfen haben,

2. oder man schottet sich von allen Laendern, die nicht das GM-Prinzip anwenden, vollstaendig ab.

Mit Methode Nr. 2 versuchten die Sozialistischen Staaten ihre Planwirtschaften vor der Konkurrenz des Weltmarkts zu schuetzen und scheiterten letztendlich. Methode Nr. 1 muendet in einen neuen Imperialismus unter feministischen Vorzeichen. Beide Methoden koennen letztendlich nur mit massivem Zwang erfolgreich durchgezogen werden. Wohl beeindruckt durch die erwiesene Erfolglosigkeit von Methode 2 versucht es die EU nun mit der Nr. 1. Ob und inwieweit sie damit erfolgreich sein wird, ist noch interessanter als das wirtschaftliche Schicksal Schwedens; hier erleben wir Geschichte hautnah. Ich finde das jedenfalls aeusserst faszinierend. V.a. auch, weil die EU hier analog wie die USA vorgeht. Die USA (und uebrigens auch das aufstrebende China) versuchen es mit dem klassischen politisch-militaerischen Imperialismus, waehrend die Europaeer den 'sanfteren' politisch-sozialen Imperialismus bevorzugen - das sind jedoch lediglich zwei Seiten derselben menschenverachtenden Medaille.

Gruss

Maesi

Ungleiche Bezahlung

Christian, Wednesday, 07.03.2007, 18:22 (vor 6908 Tagen) @ Telefonmann

Solche Mitteilungen gehören ja zum Standardprogramm der Medienberieselung.
Aber ich frage mich dabei stets:

(1) Wie rechnen die diese Prozentzahlen wohl aus?

Das ist ja das Standardjammern und die totale Volksverarschung!
Da gibt es die Endergebnisse in Prozentzahlen von unterschiedliche gemachten Studien, dabei werden Faktoren und Hinterfragen bei Lohnunterschiede völlig unter dem Teppich gekehrt, hauptsache die Frauen haben etwas zu jammern und morgen ist ja der Weltfrauentag.

...ist hier sauber widerlegt:

John, Wednesday, 07.03.2007, 19:33 (vor 6908 Tagen) @ Telefonmann

Hallo zusammen,

in der Tagesschau lief bzw. läuft heute u.a. der Inhalt
dieser
Mitteilung
.

CDU/CSU und SPD haben einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der die
Beseitigung von Lohnungleichheiten zum Gegenstand hat. In der verlinkten
Mitteilung steht folgendes:

In dem Antrag, der am Dienstag auch von der Unions-Fraktion beschlossen
worden sei, heißt es zur Begründung, dass bei gleicher Arbeit Frauen
heutzutage immer noch 26 Prozent weniger als Männer verdienten. In den
Jahren 1995 bis 2000 habe der Unterschied nur bei 21 Prozent gelegen.

Solche Mitteilungen gehören ja zum Standardprogramm der Medienberieselung.
Aber ich frage mich dabei stets:

(1) Wie rechnen die diese Prozentzahlen wohl aus?
(2) Wenn doch Frauen bei gleicher Produktivität 26% geringere
Personalkosten verursachen - warum werden (teure) Männer dann überhaupt
noch eingestellt (gerade auch vor dem Hintergrund, daß die prozentuale
Gehaltsdifferenz in letzter Zeit gestiegen ist, so daß Frauen gegenüber
Männern noch günstiger als vorher arbeiten)?

Manche Sachen wollen mir einfach nicht in den Kopf.

....ist hier: http://manndat.abplesk01.de/index.php?id=43 sauber widerlegt!

Einige Auszüge:

"Einer weit verbreiteten Auffassung nach verdienen Frauen in Deutschland für die gleiche Arbeit etwa 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Diese Zahl basiert auf Erhebungen des Statistischen Bundesamtes. Dort wurden jedoch nicht gleiche Tätigkeiten unter gleichen Voraussetzungen innerhalb einer Firma verglichen, sondern nur, recht grob, sogenannte Leistungsgruppen. Innerhalb der einzelnen Gruppen wurden die Gehälter aufsummiert und gemittelt: über alle Berufe, alle Branchen und alle Firmen, unabhängig von der Länge der Betriebszugehörigkeit, der tatsächlich ausgeführten Tätigkeit, den geleisteten Überstunden, der Berufserfahrung usw. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren verringert sich der Lohnabstand erheblich.

[/b]Das Statistische Bundesamt hat seine Aussage denn auch inzwischen revidiert[/b]. Wie es im Juli 2006 mitteilte, lassen die Gehaltsdifferenzen bei Mann und Frau nicht zwingend darauf schließen, dass Frauen für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden. Verantwortlich seien vielmehr Unterschiede in der männlichen und weiblichen Arbeitnehmerstruktur. Diese seien beispielsweise gekennzeichnet durch Unterschiede im Anforderungsniveau, der Verteilung auf besser und schlechter bezahlte Wirtschaftszweige, der Größe der Unternehmen, der Zahl der Berufsjahre, der Dauer der Betriebszugehörigkeit und des Ausbildungsniveaus.


Dem ?Frauen-Daten-Report? der Hans Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2005 zufolge verdienen Frauen in Westdeutschland 23 Prozent weniger als Männer, in Ostdeutschland sind es 10 Prozent. Auch diese Zahlen basierten auf einer Rechnung, die pauschal alle Beschäftigten mit einbezog. Auch diese ?Lohndiskriminierung? von Frauen fand ein breites Echo in den Medien. Für die vielen Einschränkungen, die von diesen 23 Prozent nicht viel übrig ließen, galt dies nicht. Das Gros dieser Differenz wurde jedoch auch hier auf Faktoren wie Berufswahl, Branche, Dauer der Betriebszugehörigkeit und niedrigere Tarif-Wochenarbeitszeit von Frauen zurückgeführt. Rechnet man all das heraus, bleibt laut ?Frauen-Daten-Report? ein Drittel (im Westen) bzw. ein Viertel (im Osten) übrig, das nicht durch solch strukturelle Unterschiede erklärt werden kann. Das sind gerade mal 7,7 bzw. 2,5 Prozent. Diese Prozentzahlen berücksichtigen jedoch nicht die höhere Überstundenbelastung der Männer, welche die Lohndifferenz weiter verringert.
Und selbst dieser vergleichsweise bescheidene Rest lässt sich nicht zwangsläufig mit der ?Diskriminierung? von Frauen erklären
. Frauen orientieren sich etwa bei der Wahl eines neuen Arbeitsplatzes völlig anders als Männer. So suchen junge Akademikerinnen aus dem kaufmännischen Bereich in erster Linie nach persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten und Jobsicherheit. Männer dagegen verlocken vor allem hohe Gehälter zum Jobwechsel. So stand es in einer Studie des Personaldienstleisters Access, die im September 2005 erschien.
Da Männern in den meisten Familien immer noch die Rolle des Familienernährers und ?versorgers zukommt, ist ihre Motivation bezüglich Berufswahl und beruflichem Engagement immer noch (oft notgedrungen) eine andere als bei Frauen, die einer Vielzahl von Studien und Umfragen zufolge mehrheitlich andere Prioritäten setzen, als ihr Leben lang einer Vollzeit-Berufstätigkeit nachzugehen und mit dem Gehalt Mann und Familie mit zu ernähren. Diese unterschiedliche Job-Motivation spiegelt sich in der Leistung und damit auch in der Gehaltshöhe wieder, ist jedoch nicht in Prozentpunkten zu bemessen.

Frauen als billige Arbeitskräfte?

Ein letzter Grund, der dagegen spricht, die Behauptung ?Frauen verdienen 30 Prozent weniger als Männer? so ohne weiteres als gegeben hinzunehmen: Unternehmer, die heutzutage unter sehr hohen Kostenbelastungen leiden, müssten theoretisch fast nur noch Frauen einstellen, wenn diese tatsächlich so viel preiswertere Arbeitskräfte wären. Selbst wenn sie das Risiko von Schwangerschaften mit einrechnen, würden sie durch die Einstellung weiblicher Arbeitnehmer unterm Strich enorm viel Geld einsparen. Der Umstand, dass sie immer noch in großer Zahl Männer einstellen, ist daher ein eindeutiges Indiz dafür, dass die regelmäßig beklagte Lohndiskriminierung von Frauen ins Reich der Mythen und Märchen gehört.

Frauen verdienen 22 Prozent mehr als Männer

In Bezug auf Teilzeitarbeit zweifelsohne erwähnenswert ist noch der in der Öffentlichkeit fast völlig unbekannte Umstand, dass teilzeitbeschäftigte Frauen mehr verdienen als Männer. So klärt uns der ?Gender-Datenreport?, den das Bundesfamilienministerium 2005 veröffentlichte, auf: ?Unter den Teilzeitbeschäftigten kehren sich die Verdienstrelationen von Frauen und Männern zum Teil um (?). So liegt der Bruttojahresverdienst von Frauen, die weniger als 18 Stunden pro Woche arbeiten, 2002 bei 122 Prozent des Verdienstes von Männern in dieser Beschäftigungsform. Bei einer Teilzeitbeschäftigung über 18 Stunden pro Woche erreichen Frauen in Deutschland immerhin 96 Prozent des Männerverdienstes? (S. 178).
Frauen verdienen also bei Teilzeittätigkeiten mit weniger als 18 Wochenstunden durchschnittlich 22% mehr als Männer. Aufschlussreich ist, dass dieser Lohnunterschied nach Aussage der Herausgeberin, Waltraud Cornelißen, dennoch keine Diskriminierung von Männern darstellt, da teilzeitbeschäftigte Frauen im Schnitt besser qualifiziert sind: ?Statt einer Diskriminierung von Männern ließe sich bei den teilzeitbeschäftigten Männern als Ursache für ihre schlechtere Entlohnung ein geringes Humankapital vermuten?, heißt es im Report.
Solche Vermutungen darüber, warum das eine Geschlecht schlechter bezahlt wird als das andere, sucht man in Stellungnahmen von offizieller Seite zur ?Lohndiskriminierung? von Frauen leider fast immer vergebens. Dies gilt auch dann, wenn es sich nicht nur um Vermutungen handelt, sondern um Tatsachen, die durch Studien belegt worden sind.

Männer im gläsernen Keller

?Zu den Krankheiten kommt allerdings noch eine hohe Zahl von Verletzungen, Vergiftungen und anderer Berufsunfälle. Weltweit sterben der International Labor Organization (ILO) zufolge 1,1 Millionen Männer allein durch Industrieunfälle und übertreffen damit die Zahl derjenigen, die durch Straßenunfälle, Krieg, Gewalt und AIDS getötet wurden. Für jeden tödlichen Berufsunfall, der einer Frau zustößt, stehen zwölf Männer, die auf diese Weise ums Leben kommen. Das ist kein Zufall: Erstens werden Männer grundsätzlich dort eingesetzt, wo die Gefahren am größten sind, und zweitens werden Frauen im Gegensatz zu Männern zusätzlich durch rechtliche Verordnungen vor stärkeren Belastungen geschützt.? (Arne Hoffmann in: quip, Magazin der Wirtschaftsjunioren, Juli 2003)
Kein Wunder also, dass Feministinnen sich zwar über die ?gläserne Decke? und den geringen Frauenanteil in den Führungspositionen speziell der Wirtschaft beklagen, aber niemals Frauenquoten für die Berufe unterhalb des ?gläsernen Kellers? fordern, wo die überwiegend männlichen Arbeiter Tätigkeiten mit einem geringen Sozialprestige, aber mit hohem Krankheits-, Verletzungs-, Unfall- und Todesrisiko ausüben. Diese Frauen haben es darauf abgesehen, den relativ wenigen mächtigen Männern ihre Machtpositionen streitig zu machen; die vielen ohnmächtigen Männer blenden sie ganz bewusst aus.


?Frauen werden von Männerseilschaften am beruflichen Fortkommen gehindert?

Um die angebliche Diskriminierung von Frauen im Berufsleben festzumachen, wird neben dem Gehaltsunterschied auch der Umstand ins Feld geführt, dass nur wenige Frauen in den Führungsetagen von Firmen zu finden sind.
Schuld daran sind nach der durch die Medien verbreiteten Meinung die Männer in den Chefetagen, die beim Glas Bier nach Feierabend untereinander ausklüngeln, welche Führungspositionen mit welchen Mitarbeitern zu besetzen sind. Da sie unverbesserliche Patriarchen alten Stils sind und nicht damit klar kommen, dass Frauen auf der Karriereleiter an ihnen vorbei ziehen, besetzen sie diese Stellen fast nur mit Männern. So bleibt die Männer-Seilschaft in den verantwortungsvollen Positionen intakt, und Frauen haben wieder mal das Nachsehen. Kein Wunder, dass sich der Frauenanteil in den Chefetagen von Wirtschaft und Verwaltung über die Jahre kaum erhöht hat. Die ?gläserne Decke? lässt sie nicht nach oben kommen.
Das Märchen von den Männerseilschaften
So oder ähnlich argumentieren Feministinnen. Doch auch mit diesen Behauptungen liegen sie daneben. Nicht finstere Männerbünde verhindern erfolgreiche Berufskarrieren von Frauen. Umfragen belegen immer wieder, dass die weit überwiegende Mehrheit der Männer kein Problem mit einer Frau als Vorgesetzter hätte. Der wesentliche Grund für die nach wie vor unterdurchschnittliche Repräsentanz von Frauen in den deutschen Chefsesseln ist eher bei den Frauen selber zu suchen. Einige Fakten:

1. Zu einem guten Teil bestimmen die Wertvorstellungen von Frauen ihre Studien- und Berufswahl: ?Ende der neunziger Jahre steuerte nur ein Drittel der weiblichen Studienberechtigten eine leitende Stellung an, aber fast die Hälfte ihrer männlichen Kommilitonen. Wichtig ist den Studentinnen an einem Beruf 'Selbstverwirklichung, Spaß und Soziales' - Kriterien, die zu nennen Frauen sich leisten können: Ein besonders hoher Verdienst muss nicht dazu gehören, weil auch heute noch in den seltensten Fällen eine Frau ihr ganzes Berufsleben hindurch einen gesunden Partner und den Nachwuchs finanziell versorgen muss. Während die Mehrzahl der Männer aus eben diesem Grund um die weniger 'spaßigen' und 'erfüllenden', aber dafür um so karriereträchtigeren Fächer wie Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik nicht herumkommt, können es sich Frauen zu mehr als 70 Prozent leisten, Fächer wie Germanistik, Anglistik, Romanistik, Pädagogik und Psychologie zu studieren.? (quip, Juli 2003) Dieser Umstand trägt entscheidend dazu bei, dass das Reservoir an weiblichen Nachwuchskräften für das Führungspersonal von Unternehmen vergleichsweise dünn gesät ist.

2. Oft fehlt es den Frauen der Wahl des ?falschen? Studienfaches wegen auch an den geforderten Qualifikationen. ?Die Professorin an der Hamburger Hochschule für Wirtschaft und Politik Sonja Bischoff schickte je tausend Männern und Frauen einen Fragebogen zu, um deren Qualifikation herauszufinden. Gleichzeitig befragte sie 53 Großunternehmen danach, welche Qualifikationen dringend erwünscht waren. Das Ergebnis: Frauen waren keineswegs wegen ihres Geschlechts benachteiligt, was Führungspositionen anging. Das Problem lag schlichtweg darin, dass sie die dafür benötigten Anforderungen nicht mitbrachten. Gesucht werden zum Beispiel Mitarbeiter, die auf dem Gebiet der Informatik zu Hause sind. Heute noch sind aber die allermeisten Computerkids Jungen.? (quip, Juli 2003)

3. Da Frauen in ihrem Leben meist andere Prioritäten setzen als Männer, kehren sie vor allem als Mütter oft dem Karrierejob den Rücken und verringern damit zusätzlich die Zahl potenzieller Topmanagerinnen: ?Eine erhebliche Zahl Frauen kehrt nach der Babypause nur als Teilzeitkraft an den Arbeitsplatz zurück. Und viele von ihnen finden während der Auszeit nicht etwa wieder Lust aufs Büro, sondern Geschmack am häuslichen Leben, vor allem wenn das Einkommen des Mannes auch noch für Tagesmutter und Putzfrau reicht. So erreichen sie nie das Gehaltsniveau erfolgreicher Männer. (?). In ihrem Buch ??Das dämliche Geschlecht? schreibt Barbara Bierach, dass die Arbeitnehmerinnen zum Teil selbst schuld seien an ihrem Dilemma. ?(?)??Frauen Mitte 30 stellen fest: Das Berufsleben ist kalt, eitel, unproduktiv?, so Bierach. Sie wollen aus dem mühsamen und langwierigen Wettbewerb um den weiteren Aufstieg aussteigen. Familie sei nicht selten eine bequeme Ausrede?, schreiben Markus Albers und Antje Wewer in der ?Welt am Sonntag? (?Sind Frauen faul??, 7. März 2004)
?Im Sommer 1999 befragten Emnid und das Trendbüro Hamburg im Auftrag der Zeitschrift 'Freundin' 1700 Angehörige des weiblichen Geschlechts und kamen dabei zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent von ihnen statt mit dem Chefsessel mit dem Ceranherd liebäugelten - freiwillig. Von einer 'Verdrängung der Frau aus den Führungsetagen' oder 'Wer sich nicht wehrt, landet am Herd' könne keine Rede sein.? (quip, Juli 2003)

4. Nach Ansicht der Personaltrainerin und Autorin Anja Busse stehen Frauen sich und ihrer Karriere vor allem durch ihr Verhalten am Arbeitsplatz selbst im Wege. ?Ihre Generalthese zum Thema Frauen am Arbeitsplatz lautet: Unter Kolleginnen geht es zu wie im Krieg, nur daß die Damen in der Regel nicht das Visier hochklappen, sondern vielmehr wehrkraftzersetzend tätig werden: Gerüchte streuen, mobben, Intrigen spinnen - alles weibliche Spezialitäten. Kurz, so Busse: ??Der Psychoterror unter Frauen ist allgegenwärtig und alltäglich.?
Die Personaltrainerin befindet: Frauen agieren häufig extrem unprofessionell, weil zu emotional. Sie können einander nicht einfach nur kollegial-neutral begegnen, sondern sind entweder miteinander befreundet oder sich spinnefeind. Nett zueinander sind sie nur solange, wie alle in derselben - untergeordneten - Position sitzen. Sobald eine es wagt, sich als Chefin zu erheben, fallen die anderen über sie her wie Hyänen. Wo Männer männliche und weibliche Konkurrenten gleichermaßen sabotieren, haben es Frauen meist auf andere Frauen abgesehen.
Die Konsequenzen liegen auf der Hand. Männer müssen sich nicht damit aufhalten, weibliche Konkurrenten zu attackieren, die erledigen deren Geschlechtsgenossinnen schneller und grausamer selber. Wenn es also kaum weibliche Führungskräfte gibt, liegt das nur zum Teil an männlichen Chefs, die Frauen nicht mehr zutrauen als ordentlich gebrühten Kaffee: ??Der Klassenfeind sitzt nicht immer jenseits der Geschlechtermauern, sondern oft genug im eigenen Land?, so Busse.? (Barbara Bierach: ?Gerüchte, Mobbing und Intrigen?, ?Welt am Sonntag? vom 12. Dezember 2004)

?Frauen haben es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer?

Die folgenden Zahlen verdeutlichen, dass solche Aussagen längst von der Wirklichkeit überholt worden sind:

? Im Jahr 2005 lagen die absoluten Arbeitslosenzahlen bei den Männern im Jahresdurchschnitt um etwa 16 Prozent höher als bei den Frauen. Die Arbeitslosenquote der Männer betrug in jenem Jahr 13,4 Prozent, die der Frauen 12,7 Prozent. Die Quote lag bei den Männern mithin also um 5,5 Prozent höher. (Die abweichende prozentuale Geschlechterdifferenz zwischen absoluter Arbeitslosenzahl und Arbeitslosenquote ist darauf zurückzuführen, dass sich arbeitslose Männer wesentlich häufiger arbeitslos melden als Frauen. Letztere stehen dann als Hausfrauen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.)
? Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist von 1992 bis 2005 bei Männern um 85 Prozent, bei Frauen um 44 Prozent gestiegen. 1994 lag die Zahl arbeitsloser Männer erstmals über derjenigen arbeitsloser Frauen; seitdem hat sich der Abstand kontinuierlich vergrößert.
? In der Altersgruppe bis 25 Jahren waren Männer im Jahr 2005 um 40% häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen.

Die Krise der Männerberufe

In ihrem Artikel ?Arbeitslos: Krise der Männerberufe? (Rheinische Post vom 31.5.2003) beleuchtet Eva Quadbeck die Hintergründe für die zunehmende Arbeitslosigkeit von Männern: ?Ein wichtiger Grund für die stark angestiegenen Zahlen männlicher Erwerbsloser sind vor allem ihre Berufe. In der Industrie, wo erheblich mehr Männer arbeiten, wird stärker rationalisiert als im Dienstleistungssektor. Allerdings sind Männer sogar im Dienstleistungsbereich, wo sie nur rund 48 Prozent der Beschäftigten ausmachen, stärker vom Jobverlust betroffen als Frauen.?
Das Wegbrechen von Berufen (z.B. in der Industrie), in denen früher auch geringer qualifizierte Männer ohne Ausbildung noch einen Arbeitsplatz fanden, zeigt sich auch darin, dass die Arbeitslosigkeit bei Männern im Vergleich zu derjenigen von Frauen um so höher liegt, je geringer das Ausbildungsniveau ist. So betrug die Erwerbslosenquote laut ?Gender-Datenreport 2005? (S. 155) bei Erwerbspersonen

? ohne Berufsabschluss: Frauen 14,3 ? Männer 18,4 Prozent
? mit Lehrausbildung: Frauen 10,7 ? Männer 12,5 Prozent
? mit Meister- oder Technikerausbildung bzw. Fachschulabschluss: Frauen 5,9 ? Männer 5,4 Prozent
? mit (Fach-)Hochschulabschluss: Frauen 5,7 ? Männer 4,8 Prozent.

Die Bildungskrise der Jungen mit immer höheren Anteilen männlicher Hauptschüler und Schulabbrecher zeigt also bereits deutliche Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt. Auf ihm spiegelt sich die Perspektivlosigkeit junger Männer wider, deren Grundlagen schon in der Schule gelegt werden.

Fazit: Die häufig behauptete eklatante Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und im Berufsleben lässt sich anhand der vorliegenden Fakten nicht aufrecht erhalten. Dennoch sind Aussagen, die diese angebliche Benachteiligung belegen sollen, nach wie vor sehr weit verbreitet. Gerade die ?Lohndiskriminierung? von Frauen und die ?zu wenigen Frauen in Führungspositionen? werden besonders häufig als Beispiele für die ?immer noch nicht verwirklichte Gleichberechtigung der Geschlechter? ins Feld geführt.
Verglichen damit, ist das Bewusstsein über die Probleme, die Männer im Berufsleben haben, völlig unterentwickelt. Ob höhere Arbeitslosigkeit, die um ein Vielfaches stärkere gesundheitliche Belastung oder die schlechtere Bezahlung von teilzeitbeschäftigten Männern: Nur selten widmen sich Zeitungen, Fernsehsendungen oder Untersuchungen dieser Art von Benachteiligung.
Wir hoffen, diese Schieflage mit unserem Beitrag ein wenig ausgleichen und dazu beitragen zu können, dass die Situation männlicher Arbeiter, Angestellter und Erwerbsloser in der Öffentlichkeit stärker Beachtung findet.


Quellenangaben

Thomas Hinz und Hermann Gartner: ?Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in Branchen, Berufen und Betrieben?, IAB Discussion Paper No. 4 / 2005, herausgegeben vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit,
doku.iab.de/discussionpapers/2005/dp0405.pdf

IAB Kurzbericht, Ausgabe Nr. 22 / 24.11.2005: ?Frauen am Arbeitsmarkt -
Beschäftigungsgewinne sind nur die halbe Wahrheit?, herausgegeben vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit,
doku.iab.de/kurzber/2005/kb2205.pdf

?Gender-Datenreport - 1. Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern
in der Bundesrepublik Deutschland?, herausgegeben im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, November 2005,


?Berufskrankheiten in Europa im Jahr 2001?, herausgegeben von Eurostat, Reihe ?Statistik kurz gefasst?, Ausgabe Nr. 15/2004,
"

Wie ist eine Frau zu entlohnen....

Christian, Wednesday, 07.03.2007, 20:43 (vor 6908 Tagen) @ Telefonmann

die als neue Mitarbeiterin eingestellt wurde?
Angenommen, in einer Firma arbeiten 100 Männer bei gleicher Qualifikation, gleicher Arbeit, unterschiedliche Betriebszugehörigkeit, unterschiedliche Überstunden, unterschiedliche Gehälter, der letzte Mann wurde z.B. vor 5 Jahren eingestellt. Die Frau bekommt sofort ein Gehalt, den nicht mal z.B. 75% der Mitarbeiter (Männer) haben, also weniger verdienen als die neu eingestellt Frau. Die Frau ist zu keinen Überstunden machen bereit, errechnet aber von den 100 Männern (Mitarbeitern) den Durchschnittslohn und stellt dabei fest, dass Madame um 26% weniger verdient und reicht eine Klage ein!
Wie ist diese Frau nun zu entlohnen?

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