Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Ein Militärgericht in Würzburg hat einen US-Soldaten wegen

Moni ⌂, NRW, Wednesday, 07.03.2007, 22:45 (vor 6907 Tagen)

Fahnenflucht zu acht Monaten Haft verurteilt. Er lehnte es mehrfach ab, in den Irak zu gehen.

Agustin Aguayo weigert sich, den Krieg der USA im Irak zu unterstützen. Er weigert sich, eine Waffe zu tragen. Er weigert sich, als Sanitäter zu dienen. Er verweigert sogar den Küchendienst. Als das US-Militär in Schweinfurt ihn im September 2006 dennoch zum zweiten Mal in den Irak schickt, wollen seine Vorgesetzten ihn notfalls sogar mit Gewalt in den Flieger setzen.

Aguayo versteckte sich, als seine Einheit abrückte. Doch die Armee wollte ihn einzeln hinterher schicken und deshalb zu Hause abholen. Da sprang der 35-Jährige aus seinem Wohnzimmerfenster im ersten Stock und ergriff die Flucht. Wenige Wochen später stellte er sich den Behörden in den USA. Dafür hat ihn das Militärgericht in Würzburg am Dienstag nun wegen ?Fahnenflucht? und ?Versäumens der Verlegung der Einheit? schuldig gesprochen.

?Ein Exempel statuieren?

Er muss für acht Monate ins Gefängnis, könnte aber bereits bei guter Führung nach 40 Tagen entlassen werden, weil er schon so lange in Untersuchungshaft saß. ?Er hat es nicht verdient, überhaupt ins Gefängnis zu müssen?, sagt Michael Sharp vom Military Counseling Network zu FOCUS Online. ?Aber da ihm sieben Jahre Haft drohten, bin ich froh über das Urteil."

?Ich habe das Gefühl, dass die an Aguayo ein Exempel statuieren wollten. Mit seinen Anträgen stieß er schon seit drei Jahren auf Mauern?, sagt Rudi Friedrich von Connection e.V., einer Organisation zur Unterstützung internationaler Kriegsdienstverweigerer. ?Es stand zur Debatte, ob die Verweigerung zu strafmildernden Umständen führt.? Bislang ist dies noch nicht der Fall.

Richtungsweisende Entscheidung

Das Urteil stößt vor allem deshalb auf breites öffentliches Interesse, weil die US-Bevölkerung ihrem Präsidenten zunehmend die Unterstützung für den Irak-Krieg entzieht. George W. Bush hat jedoch erst kürzlich angekündigt, mehr als 20 000 zusätzliche Soldaten in den Irak zu schicken. Die Entscheidung des Militärgerichts in Würzburg könnte also für andere potenzielle US-Kriegsdienstverweigerer richtungsweisend sein.

Quelle und mehr:
http://www.focus.de/politik/ausland/irak-krieg_nid_45900.html

Gruß
Moni

--
http://www.weltweite-tierschutz.org/

Ein Militärgericht in Würzburg hat einen US-Soldaten wegen

Rainer ⌂, Wednesday, 07.03.2007, 22:51 (vor 6907 Tagen) @ Moni

Hallo

Die Entscheidung des Militärgerichts in Würzburg könnte also für andere
potenzielle US-Kriegsdienstverweigerer richtungsweisend sein.

Seit wann gibt es in Deutschland wieder Militärgerichte?

Rainer

--
[image]
Kazet heißt nach GULAG jetzt Guantánamo

Ein Militärgericht in Würzburg hat einen US-Soldaten wegen

Christian, Wednesday, 07.03.2007, 23:42 (vor 6907 Tagen) @ Moni

In den USA gibt es keine Wehrpflicht, wer sich also freiwillig gemeldet hat, muss natürlich mit den Konsequenzen rechnen. Wie sieht es aber mit den Frauen in den USA aus, die sich freiwillig zur Armee gemeldet haben, aber kaum zum Irak in den Krieg ziehen müssen, viel Geld abkassieren und sich den Pflichten nicht stellen müssen?????

Ein Militärgericht in Würzburg hat einen US-Soldaten wegen

Conny, NRW, Wednesday, 07.03.2007, 23:54 (vor 6907 Tagen) @ Christian

In den USA gibt es keine Wehrpflicht, wer sich also freiwillig gemeldet
hat, muss natürlich mit den Konsequenzen rechnen.

Da bin ich anderer Meinung. Für viele ist es wohl der einzige Weg, überhaupt Geld zu verdienen. Sie werden mehr oder weniger gezwungen, diese Arbeit zu machen.

Eben!

roser parks, Thursday, 08.03.2007, 00:02 (vor 6907 Tagen) @ Conny

In den USA gibt es keine Wehrpflicht, wer sich also freiwillig gemeldet
hat, muss natürlich mit den Konsequenzen rechnen.


Da bin ich anderer Meinung. Für viele ist es wohl der einzige Weg,
überhaupt Geld zu verdienen. Sie werden mehr oder weniger gezwungen, diese
Arbeit zu machen.

Eben!

Ein Militärgericht in Würzburg hat einen US-Soldaten wegen

FemKritiker, Thursday, 08.03.2007, 00:06 (vor 6907 Tagen) @ Christian

In den USA gibt es keine Wehrpflicht,

Das stimmt nicht. Auch in den USA gibt es eine Wehrpflicht
nur für Männer:

...
Gesetzliche Grundlage: Mit dem Beschluss des Selective
Service Act, der am 18. Mai 1917 im Kongress verabschiedet wurde,
ist die Grundlage für das Selective Service System geschaffen
worden. Mit diesem Gesetz wurde dem Präsident der Vereinigten
Staaten die Möglichkeit gegeben, männliche Rekruten für den
Militärdienst heranzuziehen.

Durch das Selective Training and Service Act of 1940 bestand auch
seit 1940 für den Friedensfall eine Wehrpflicht. Das ursprüngliche
Gesetz sollte 1948 auslaufen, da jedoch die Anzahl an Freiwilligen
zu gering war, wurde 1948 ein Nachfolgegesetz verabschiedet.

Alle männlichen, zwischen 18 und 25 Jahre alten US-Amerikaner
und Ausländer, die ihren ständigen Wohnsitz in den USA haben,
sind verpflichtet sich bis spätestens 30 Tage nach ihrem 18.
Geburtstag zu registrieren. Ausländische Schüler und Studenten und
Personen mit Besuchsvisa sind von dieser Pflicht befreit.
US-Amerikaner, die dauerhaft im Ausland leben und Personen mit
doppelter Staatsbürgerschaft sind von dieser Pflicht nicht befreit.

http://de.wikipedia.org/wiki/Selective_Service_System

Allerdings müssen Männer dort keinen Grundwehrdienst leisten;
Sie müssen sich aber eben auf Abruf zum Sterben bereit halten.

... wer sich also freiwillig gemeldet
hat, muss natürlich mit den Konsequenzen rechnen.

Die Armee ist oft die letzte Alternative. Denn die sozialen
Sicherungssysteme sind dort nicht so ausgeprägt sind wie
bei uns. Da bleibt dann oft nur der "freiwillige" Eintritt
in die die Armee.

Wie sieht es aber mit
den Frauen in den USA aus, die sich freiwillig zur Armee gemeldet haben,
aber kaum zum Irak in den Krieg ziehen müssen, viel Geld abkassieren und
sich den Pflichten nicht stellen müssen?????

Keine Ahnung. Müssen sie denn tatsächlich nicht - so wie bei uns,
da weibliche Soldaten keine Waffe in die Hand zu nehmen brauchen?
Aber selbst wenn auch weibliche US-Soldaten zum Kriegsdienst verpflichtet
sind, können diese sich diesem durch Schwängerung entziehen, was einem
Mann nicht möglich ist.

Ein Militärgericht in Würzburg hat einen US-Soldaten wegen

truhe, Thursday, 08.03.2007, 12:00 (vor 6907 Tagen) @ Christian

In den USA gibt es keine Wehrpflicht, wer sich also freiwillig gemeldet
hat, muss natürlich mit den Konsequenzen rechnen. Wie sieht es aber mit
den Frauen in den USA aus, die sich freiwillig zur Armee gemeldet haben,
aber kaum zum Irak in den Krieg ziehen müssen, viel Geld abkassieren und
sich den Pflichten nicht stellen müssen?????

Wenn es ernst wird, nimmt die Zahl der Schwangerschaften unter den Soldatinnen spontan zu. --> Befreit.

greetz truhe

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