Sabine Christiansen heute abend: Scheidungsrecht
Servus Paul,
die Crux an der Sendung ist gewesen, daß einige wesentliche Punkte gar nicht erwähnt worden sind - und daß deswegen Norbert Geis von der CSU als der Männerausplünderer und Exen-Alimentierer dasteht.
Ein zentraler Punkt der Geis´schen Argumentation ist ja der gewesen, daß eine Ehe prinzipiell eine auf Lebenszeit ein- und ausgerichtete Institution ist. Weiter sagte er, daß Ehe und Familie per Gesetz unter dem besonderen Schutz des Staates stehen. Was in der ganzen Sendung keiner gesagt hat, auch Geis nicht (warum eigentlich nicht?)ist ja, daß dann, wenndie Ehe schon unter dem besonderen Schutz des Staates steht, dieser selbe Staat nicht hergehen kann und Ehen ohne nähere Prüfung der Umstände des Scheiterns und ohne Klärung einer Schuldfrage wieder scheidet. Genau das wäre doch die Grundvoraussetzung dafür, daß man von Schutz überhaupt reden kann.
Mit der Reform des Scheidungsrechts 1977 hat sich der Staat aus seiner gesetzlichen Schutzverpflichtung bereits herausbegeben. Seitdem steht nämlich die Ehe de facto nicht mehr unter dem Schutz des Staates, sondern dieser schutz existiert lediglich noch auf dem Papier. Konsequenterweise hätte also der Schutz der Ehe mit der ´77er Reform gestrichen werden müssen. Aber nur konsequenterweise, um hier nicht mißverstanden zu werden! Dann könnte man die Diskussion auch so führen, wie sie fälschlicherweise geführt worden ist. Das hätte Geis klarmachen müssen. Leider hat er es versäumt.
Circa 75% aller Scheidunganträge werden von Frauen gestellt, ein Punkt der nur ganz kurz einmal ausgerechnet von Gaby Hauptmann genannt wurde, wenn auch mit der falschen Angabe 50 Prozent. Es sind 75.
Die ganze Diskussion um nachehelichen Ehegattenunterhalt etc., macht keinen Unterschied zwischen schuldhaft geschiedenen Unterhaltszahlern und unschuldig geschiedenen Unterhaltszahlern. Und das ist die Sauerei. Denn darauf kommt´s an: Zahle ich, weil ich Frau und Kinder verlassen wollte, oder zahle ich, obwohl ich verlassen wurde, ohne daß ich mir etwas anderes vorzuwerfen hätte, als daß meiner Ex meine Nase nicht mehr gefallen hat.
Ich habe nichts dagegen, daß Männer für Frau und Kinder bezahlen, wenn sie die Ehe beenden wollten. Aber gegen den eigenen Willen geschieden zu werden, und dann auch noch dafür bezahlen zu müssen, daß mann bspw. gehörnt worden ist - das ist eine Riesensauerei.
Der Sündenfall war die Reform des Scheidungsrechts 1977. Wäre die entweder unterblieben oder aber konsequent zu ende gedacht worden, dann hätten wir die neuerliche Diskussion nicht.
Persönlich bin ich unbedingt dafür, die ´77er Reform zu kassieren und den alten Zustand wiederherzustellen. Die Scheidungszahlen würden drastisch sinken - und Frauen müssten sich gerechterweise endlich mal wieder überlegen, was sie selbst tun müssen, um eine Ehe zu erhalten und was sie erwartet, wenn sie schuldhaft geschieden werden.
Max
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Christine,
18.03.2007, 09:19
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Paul,
19.03.2007, 00:45
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Paul,
19.03.2007, 00:45