Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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"Gefühlte Wahrheit", näher betrachtet.

Polarisator, Saturday, 12.02.2011, 17:23 (vor 5509 Tagen) @ Flint

Durch genaues
Hinschauen
können die unverschämtesten Lügen aufgedeckt werden

Wir haben uns - nicht ohne Grund - oft über die "gefühlte Wahrheit" feministischer "Wissenschaftlerinnen" mokiert. Aber das sind gar keine Wahrheiten.

In der neueren Philosophie wird Wahrheit vielfältig definiert, doch die beiden Grundfiguren sind folgende:

1. Wahrheit heißt innere Widerspruchsfreiheit (A ist nicht gleich Nicht-A).
2. Wahrheit heißt Übereinstimmung einer Aussage mit dem Gegenstand.

Doch hierbei wird "Wahrheit" auf Richtigkeit, und insofern auf eine Erkenntnisfrage, reduziert.

In der Religion, die als solche den ganzen Menschen betrifft und nicht nur seinen Kopf, wird Wahrheit außerdem auch noch gefühlt und gewollt. Denken, Fühlen, Wollen - das sind die drei seelischen Grundfunktionen. Diese Dreiheit wird verbildlicht in Kopf, Herz, und Hand (oder Bauch).

Wenn wir von einem "wahren Freund" sprechen, dann ist das im Sinne obiger philosophischer Definitionen unsinnig, weil hier eine ethische Aussage gemacht wird. Ebenso die Aussage von Jesus: "Ich bin der wahre Weinstock". Das ist, mit dem Kopf beurteilt, vollkommen unsinnig - und doch ist es wahr, auch wenn sich die Wahrheit nicht jedem erschließt. Wenn sich Wahrheit jedem erschließen würde, so wäre der Begriff "Wahrheit" überflüssig, ja unsinnig, weil er keinen Widerpart hätte, von dem er sich abheben würde.

Daß also die Wahrheit des Christentums nicht von jedermann immer eingesehen werden kann, widerlegt sie nicht. Es gehört dazu. Der Zweifel ist ein notwendiger Schritt im kosmischen Drama des Daseins.

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In diesem Sinne ist eine weibliche Polizistin, eine weibliche Soldatin, usw. eine materialisierte Unwahrheit.

Und darum erregt sie unser Mißfallen. Wenn dieses Gefühl der Ablehnung auftritt, dann heißt das: Wir haben eine Unwahrheit erfühlt.

Eine gefühlte Wahrheit ist eine tiefere Wahrheit als eine solche, die bloß mit dem Kopf erkannt wird. Und eine gewollte Wahrheit ist eine noch tiefere, weil sie zur Tat führt. Die Kreuzigung Christi war eine solche gewollte Wahrheit. Daher zurecht: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."

trel


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