Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 2 - 21.05.2006 - 25.10.2012

233.682 Postings in 30.704 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Die Probleme in der Schule

Ein Lehrer, Die Probleme, Friday, 15.04.2011, 03:13 (vor 5450 Tagen)

1. Als jemand, der selbst unterrichtet, weiß ich, dass es eine womöglich angeborene und schwer bekämpfbare Neigung gibt, von Jungs zu fordern und MEHR zu erwarten, Mädchen aber zu fördern, gerade weil man WENIGER von ihnen verlangt. Man (und frau) begegnet Jungs mit einer Erwartungshaltung, Mädchen mit der Bereitschaft, ihnen wie leicht Behinderten zu helfen. Dahinter steckt nach wie vor die Vorstellung, dass Jungs MEHR können als Mädchen, dass sie aber dazu provoziert werden müssen, ihr Potential zu entfalten, während Mädchen als eher hilfsbedürftig erscheinen. Die FOLGEN sind bekannt, weil die dadurch vergebenen UNGLEICHEN Noten sich auf Schulerfolg und Berufseinstieg auswirken - der Mädchenbonus wird durch männliche Leistng erst im Alter ab ca. 30 ausgeglichen - und um welchen Preis: Viele erhalten nie die Möglichkeit, ihr Können zu entfalten.

2. Schlimmer als die Verweiblichung des Lehrkörpers ist die Verweiblichung und Verweichlichung der Pädagogik und der Lehrpläne. Es geht nicht mehr um Sachkompetenz, es geht um ein sachfernes Plappernkönnen. Dass Jungs das oft vermeiden, ist eigentlich ein positives Zeichen - sie sind ernsthaft an Inhalten interessiert - und bekommen schlechte Noten in einer Schule, die Inhalte für unwichtig erklärt (gilt übrigens auch für die paar reflektierten Mädchen).

3. Erziehung war einst auf das "schwierigere" Geschlecht der Jungs ausgerichtet. Diese mussten einerseits durch die für sie härtere Pubertät gelotst und zugleich auf die Aufgaben vorbereitet werden, in denen sie GEBRAUCHT wurden - durchaus als bloßes Menschenmaterial, als Soldat, Fabrikarbeiter etc. Schule war lange Männerabrichtung, dabei aber doch darauf ausgerichtet, Männern das, was von ihnen verlangt wurde, als etwas schmackhaft zu machen, was mit männlichen Bedürfnissen vereinbar ist. Heute gibt es kein ZIEL männlicher Erziehung mehr, männliche Bedürfnisse gelten als SCHLECHT und werden entweder unterdrückt oder gezielt ausgeschlossen und vernachlässigt. Es gibt keine Männlichkeitsbildung mehr, sondern eine teils gezielte, teils aus Hilflosigkeit resultierende Verwahrlosung von Männlichkeit.

4. 98% alle bedeutenden literarischen, künstlerischen, philosophischen und wissenschaftlichen Werke wurden von Männern geschrieben. Man gibt sie ihnen nicht mehr zu lesen nd wundert sich, dass sie mit rosarot narzisstischer Ich-und-meine-Gefühle-Literatrr nichts anfangen können. Dann lesen sie halt nicht. Weder Plato noch Goethe, weder Kant noch Nietzsche, weder Benn noch Brecht. Viele Lehrpläne sind von solchen Namen schon "befreit". Wenn man den Männern aber die Literatur der Männer vorenthält - was können sie dann anderes werden als halbe Analphabeten?

5. Vielleicht brauchen wir eine geheime männliche Untergrund-Lesebewegung? In der in konspirativ heimlichen Treffen (ein bisschen Abenteuerstimmung darf sein!) das gelesen wird, was uns die weibliche Schule verheimlicht und vorenthält?

Wie wahr,

Info, Friday, 15.04.2011, 03:24 (vor 5450 Tagen) @ Ein Lehrer

die Punkte 1. bis 4. Und ab hier wird es fast schon konspirativ:

5. Vielleicht brauchen wir eine geheime männliche
Untergrund-Lesebewegung? In der in konspirativ heimlichen Treffen (ein
bisschen Abenteuerstimmung darf sein!) das gelesen wird, was uns die
weibliche Schule verheimlicht und vorenthält?

Spontan dachte ich an den "Club der toten Dichter". War wohl schon fast zu prophetisch der Titel ...

Wie auch immer: Gut geschrieben und argumentiert von einem Lehrer(m)!

Aber heute richten es die Walrössinnen von rot/grün hin mit tatkräftiger Unterstützung einer unfähigen und inkompetenten Bildungsministerin Shavan.

Alles Gedöns, Herr und Frau Schröder?

Die Probleme in der Schule

Mösenklatscher, Friday, 15.04.2011, 03:28 (vor 5450 Tagen) @ Ein Lehrer

Die westliche Welt ist total vermöst! Soweit bin ich einverstanden.

5. Vielleicht brauchen wir eine geheime männliche
Untergrund-Lesebewegung? In der in konspirativ heimlichen Treffen (ein
bisschen Abenteuerstimmung darf sein!) das gelesen wird, was uns die
weibliche Schule verheimlicht und vorenthält?

Freimaurerei gibt´s doch schon bzw. diverse andere Männerbünde.
Was wäre denn bei Deiner Idee das Besondere bzw. wo der Mehrwert?

Die Probleme in der Schule

Ausschußnmann, Friday, 15.04.2011, 04:26 (vor 5450 Tagen) @ Ein Lehrer

Männer haben andere Fähigkeiten als Frauen. Je nachdem wie man die Lehrpläne darauf ausrichtet erzielt man die gewünschten Ergebnisse. Natürlich auch, indem man Frauen immer gleich noch einen Bonus aufschlägt oder dazu noch in die andere Richtung Männer schlechter bewertet. Das sind keine Schulprobleme, sondern gewollte Ergebnisse an denen dieses Regime gearbeitet hat

Die Probleme in der Schule

Kurti, Wien, Friday, 15.04.2011, 05:32 (vor 5450 Tagen) @ Ein Lehrer

1. Als jemand, der selbst unterrichtet

Darf ich fragen, an welchem Schultyp Du unterrichtest?

3. Erziehung war einst auf das "schwierigere" Geschlecht der Jungs
ausgerichtet. Diese mussten einerseits durch die für sie härtere
Pubertät gelotst und zugleich auf die Aufgaben vorbereitet werden, in
denen sie GEBRAUCHT wurden - durchaus als bloßes Menschenmaterial,

Ist das heute soviel anders?

4. 98% alle bedeutenden literarischen, künstlerischen, philosophischen
und wissenschaftlichen Werke wurden von Männern geschrieben.

Siehe "Waltraud von der Vogelweide, Johanna von Goethe und Friederike Schiller":
http://www.wgvdl.com/info/feminismuskritiken/maennerhassbuch2010.htm#_T1381

Man gibt sie
ihnen nicht mehr zu lesen nd wundert sich, dass sie mit rosarot
narzisstischer Ich-und-meine-Gefühle-Literatur nichts anfangen können.

http://www.wgvdl.com/info/feminismuskritiken/maennerhassbuch2010.htm#_T1320

Dann lesen sie halt nicht. Weder Plato noch Goethe, weder Kant noch
Nietzsche, weder Benn noch Brecht. Viele Lehrpläne sind von solchen Namen
schon "befreit". Wenn man den Männern aber die Literatur der Männer
vorenthält - was können sie dann anderes werden als halbe Analphabeten?

Entschuldigung, wenn ich unflätig werde: Auf das System Schule kann man nur "scheißen". Auf manch anderes staatliche System auch. Ich habe von Jugend an danach getrachtet, dass ich mir durch Eigeninitiative soviel Bildung wie nur möglich aneigne. Meine Bude sieht daher auch aus wie der Lagerraum einer Großbuchhandlung.

5. Vielleicht brauchen wir eine geheime männliche
Untergrund-Lesebewegung? In der in konspirativ heimlichen Treffen (ein
bisschen Abenteuerstimmung darf sein!) das gelesen wird, was uns die
weibliche Schule verheimlicht und vorenthält?

Erinnert mich an den Film "Club der toten Dichter" mit Robin Williams.
Und gab's nicht mal die Manndat-Leseliste für Jungs?

Ich weiß noch, gegen Ende meiner Schulzeit in einer deutschen Hauptschule, bevor unsere Familie dann nach Austria gegangen ist, habe ich aus einem inneren Protest gegen das Schulsystem heraus angefangen, politische Schriften von Boris Jelzin zu lesen. Der war in dieser Zeit gerade der politische Shooting-Star.

Gruß, Kurti

Die Probleme in der Schule

Cardillac, Friday, 15.04.2011, 11:09 (vor 5449 Tagen) @ Ein Lehrer

Danke für Deinen sehr diskussionswürdigen Beitrag. Da ich jetz zur Arbeit muss, nur ganz kurz: Deine Thesen sollten längere Zeit in einer ausführlichen Diskussion bleiben. Da sie aber schon bald vom Wutgeheule des Gossenmaskulismus aufgrund der Provokationen durch den Gossenfeminismus (in der Bildzeitung oder RTLII) nach unten weggeschoben werden, schlage ich vor, sie auch im Manndat-Forum zu veröffentlichen, wo die Themen länger drinbleiben und nicht so mit Spam überdeckt werden.

Im Übrigen ist für den gewissen Bedarf der Klerikalidioten und Kulturretter vom Rechten Ufer das neugelbe Forum wieder online. Es möge sich hier günstig auswirken.

Inhaltlich werde ich mich später äußern

Die Probleme in der Schule

ImmerNochNormal, Friday, 15.04.2011, 16:49 (vor 5449 Tagen) @ Cardillac

Gute Idee, bitte dranbleiben und Bescheid geben

Die Probleme in der Schule

Cardillac, Friday, 15.04.2011, 21:19 (vor 5449 Tagen) @ Ein Lehrer

FOLGEN sind bekannt, weil die dadurch vergebenen UNGLEICHEN Noten sich auf
Schulerfolg und Berufseinstieg auswirken - der Mädchenbonus wird durch
männliche Leistng erst im Alter ab ca. 30 ausgeglichen - und um welchen
Preis: Viele erhalten nie die Möglichkeit, ihr Können zu entfalten.

Sehe ich auch so! Jungen werden mehr in die Pflicht genommen. Ich weiß nicht, ob das daran liegt, dass wir selbst Männer sind oder ob dies auch ein Schema weiblicher Lehrkräfte ist. Das Mädchenklischee ist ein ausgestaltetes Schutzbedürftigkeitssignal. Mimik, Gestik, die Art zu sprechen und sich zu geben sind auf die Schutzinstinkte des Mannes geeicht. Bei der erwachsenen Frau kommt eigentlich nur noch der sexuelle Apell hinzu. In unserem Schulsystem sind Noten Belohnungen oder Bestrafungen für den "Gesamteindruck". Männliche Leistung findet erst dann schulische Anerkennung, wenn sie in den nachpubertären Gesamteindruck von geistiger und sexueller Neugier integriert ist, m.a.W. wenn der erwachsene Mann sich in dem jungen Mann wiedererkennt. Ist der Junge noch kindlich, hält er ihn für einen Fall für die Mutter. Im Übrigen finde ich, dass man nicht bis 30 warten muss. Das geht bei 15 - 16 los.

Plappernkönnen. Dass Jungs das oft vermeiden, ist eigentlich ein positives
Zeichen - sie sind ernsthaft an Inhalten interessiert - und bekommen
schlechte Noten in einer Schule, die Inhalte für unwichtig erklärt (gilt
übrigens auch für die paar reflektierten Mädchen).

Der Begriff "Verweichlichung" schmeckt mir nicht. Was soll Pädagogik anderes sein, als das Handeln von Pädagogen oder -Innen. Was sind verweichlichte Lehrpläne? In der Tat hat sich die Schule von der Vermittlung von Inhalten immer mehr verabschiedet: Man redet heute auch Kompetenzen anstelle von Wissen oder Fertigkeiten, zum Beispiel kommunikativen oder emotionalen Kompetenzen. Das schulische Reden über Dinge löst sich immer mehr vom Gegenstand ab und wird zur eigenen Kompetenz. Statt fachlich nach Richtigkeit , strebt es nach Stimmungen und Emotionalität. Damit verschmilzt es mit einem Zeitgeist, der nur noch werben und unterhalten aber nicht mehr erklären und begreifen machen möchte. Mädchen als Stimmungs- und Schutzbedürftigkeitsaquisiteurinnen finden ihre psychischen Grundbedürfnisse (s.o.) auf einmal als zentrale Unterrichtsmethodik wieder. Klar, sie möchten dieses Heimspiel immer wieder und finden Schule ganz natürlich. Dabei konkurrieren sie nicht einmal mit den Jungen. Sie sind einfach so, dass ihnen die Verhältnisse entgegenkommen.

Bedürfnisse gelten als SCHLECHT und werden entweder unterdrückt oder
gezielt ausgeschlossen und vernachlässigt. Es gibt keine
Männlichkeitsbildung mehr, sondern eine teils gezielte, teils aus
Hilflosigkeit resultierende Verwahrlosung von Männlichkeit.

Schule ist heute ein soziales Laboratorium. Man kann heutzutage nicht Menschen Lesen, Rechnen, Schreiben usw. beibringen und sie dann in die Gesellschaft entlassen. Zentral ist der Begriff des lebenslangen Lernens, was dasselbe ist, wie unaufhörliche Arbeit an der Selbstoptimierung. Dies erfordert eine tiefen Eingriff in die Subjekteigenschaften des Menschen. Wichtiger als konkretes Wissen oder Fertigkeiten ist z.B. die Fähigkeit sich schnell in stets wechselnde soziale Muster zu integrieren, sich auf immer neue Tätigkeiten und Anforderungen einzustellen, d.h. als Selbstvermarkter seines Eigentums, der Ware Arbeitskraft, diese flexibel immer neuen Qualifikationsprofilen anzupassen und sie auch erfolgreich zu vermarkten. Das erfordert eine ungeheure, stressreiche, lebenslange Anpassung. Die Eigenschaften die es dazu braucht bilden den eigentlichen Schwerpunkt schulischer Menschenformung.

Dann lesen sie halt nicht. Weder Plato noch Goethe, weder Kant noch
Nietzsche, weder Benn noch Brecht. Viele Lehrpläne sind von solchen Namen
schon "befreit". Wenn man den Männern aber die Literatur der Männer
vorenthält - was können sie dann anderes werden als halbe Analphabeten?

Wir nehmen sie ja erst als Männer wahr, seit es uns schlecht geht. Früher war das Männliche das Allgemeinmenschliche und in deren Unterscheidung wurde nicht allzuviel Mühe gesteckt.

5. Vielleicht brauchen wir eine geheime männliche
Untergrund-Lesebewegung? In der in konspirativ heimlichen Treffen (ein
bisschen Abenteuerstimmung darf sein!) das gelesen wird, was uns die
weibliche Schule verheimlicht und vorenthält?

Wie während der 68-er Jahre als es "bookshops" mit Untergrundliteratur und flugschriften der RAF gab? Im Augenblick scheinen mir die Internet-Foren als die Geheimagenturen der Unzufriedenheit zu arbeiten. Gutes gelesen wird aber entschieden zu wenig heute, da gebe ich dir Recht

Die Probleme in der Schule

Ein Lehrer, Friday, 15.04.2011, 23:25 (vor 5449 Tagen) @ Cardillac

Über das - polemische - Wort "Verweichlichung" will ich nicht streiten, in der SDache scheinen wir nicht sehr entfernt.

ZWEI FRAGEN:

1. Ist die totale Flexibilisierung, zu der Schule heute oft erzieht, eine Methode hilfreicher Anpassung, die glückliches Leben ermöglicht oder eine Einladung zur Sebstentsubstantialisierung und zur Aufgabe von Individualität, noch bevor eine entwickelt wurde? Das ist so natürlich kein Geschlechterthema mehr und wird geschlechtspolitisch nur insofern relevant, weil wohl mehr Jungs als Mädchen Schwierigkeiten mit der totalen Flexibilisisierung ihrer selbst haben (das beginnt mit der Unfähigkeit oder der Weigerung einfach so aus dem Stand sofort über alles mögliche Worte zu verbreiten, ohne dass man sich mit dem Gegenstand zuvor überhaupt beschäftigt hat). Aber unabhängig vom Geschlecht: Ist die totale Flexibilisierung eine unterstützenswerte Entwicklung?

2. Wie könnte gelungene Erziehung von Jungs aussehen? Was wäre ihr Ziel?

Die Probleme in der Schule/Hä?

Dummerjan, Monday, 18.04.2011, 04:28 (vor 5447 Tagen) @ Ein Lehrer

1. Ist die totale Flexibilisierung, zu der Schule heute oft erzieht, eine
Methode hilfreicher Anpassung, die glückliches Leben ermöglicht oder eine
Einladung zur Sebstentsubstantialisierung und zur Aufgabe von
Individualität, noch bevor eine entwickelt wurde? Das ist so natürlich
kein Geschlechterthema mehr und wird geschlechtspolitisch nur insofern
relevant, weil wohl mehr Jungs als Mädchen Schwierigkeiten mit der totalen
Flexibilisisierung ihrer selbst haben (das beginnt mit der Unfähigkeit
oder der Weigerung einfach so aus dem Stand sofort über alles mögliche
Worte zu verbreiten, ohne dass man sich mit dem Gegenstand zuvor überhaupt
beschäftigt hat). Aber unabhängig vom Geschlecht: Ist die totale
Flexibilisierung eine unterstützenswerte Entwicklung?

Hä?

2. Wie könnte gelungene Erziehung von Jungs aussehen? Was wäre ihr Ziel?

Hä?
Mal ganz schlicht:
Kinder sollen lesen, schreiben und rechnen können.

Leider versagt hier das deutsche Bildungssystem, und das nicht nur bei IQ<70

powered by my little forum