Kindersoldaten im Sudan
Juba – Lam Tungwar Kueigwong findet keine Ruhe. Wie ein Tiger im Gehege trottet der 27-Jährige im Nobelrestaurant Da Vinci in der südsudanesischen Hauptstadt Juba zwischen den Tischen hin und her und telefoniert. Auch als seine Handys mal für eine Weile schweigen, findet der von einer Gruppe von Freunden begleitete Musiker keine Muße fürs Gespräch: „Wie lange dauert das denn noch?“, fragt er nach wenigen Minuten Interview genervt.
Offensichtlich hat der junge Mann keine Zeit zu verlieren. Schließlich hat Lam bereits seine ganze Jugend verloren. Der gut aussehende Bursche ist ein „lost boy“ – so nennt man jene in alle Welt zerstreuten jungen Männer, die einst als Kindersoldaten von der Sudanesischen Befreiungsarmee SPLA rekrutiert worden waren und – wenn sie Glück hatten – dem martialischen Buschkrieg entkommen konnten. Viele der verlorenen Burschen finden dieser Tage ihren Weg in die vom Freudentaumel über den Volksentscheid zur Unabhängigkeit erfasste Heimat zurück: „Nun hat sich alles doch gelohnt“, sagt Lam in einem seltenen Moment der Entspannung: „Wir bereuen es nicht mehr.“
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Man(n) sollte (s)eine Frau welche schweigt niemals unterbrechen...