Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Weltfrauentag - Die meisten Menschenhändler sind Frauen

Goofos @, Sonntag, 08.03.2009, 21:35 (vor 4443 Tagen) @ Christine

Das ist nicht ganz einfach, soweit ich das sehe. Eine weltweite (oder aus den Staaten die sich daran beteiligt haben) Statisik der identifizierten Opfer ist in dem Bericht enthalten. Da führen klar (aus Daten von 2006 aus 61 Staaten) die Frauen mit 66%, Mädchen mit 13%, Männer mit 12% und Jungen mit 9%. Das sind geschlechtergetrennte erhobene Daten aus 61 Staaten von 2006, 2007 haben weniger Staaten Daten übermittelt. Die absolute Zahl der Opfer von 2006 aus 71 Staaten beruft sich auf 14900, aus 111 Staaten auf 21400. Steht so auf Seite 48.

Auf Seite 49 ist noch ein Vergleich der Opfer aus den Jahren 2003-2006. Allerdings steht da für 2006 ein Anteil von Frauen mit 67%. Rechnet man 2003, 2004 und 2006 zusammen, ergeben sich jeweils 101%.

Eine ähnliche Statisik der bestraften oder überführten Täter gibt es nicht. Im Text auf Seite 46 wird darauf jedoch eingegangen. Demnach war in 30% der Staaten (14 um genau zu sein), die Geschlechter spezifische Daten übermittelt haben, der Anteil an Frauen höher. In 28 Staaten beträgt der Anteil an verurteilten Frauen zwischen 10-50%. In 4 Staaten ist der Anteil unter 10%.

Die Rolle der Frauen als Straftäter überwiegt in den Regionen Ost-Europa und Zentral-Asien und sehr signifikant in anderen Regionen der Welt, wie in Ost-Asien und im Pazifischen Raum, Zentral-Amerika und Karibischer Raum. Die meisten Länder in West- und Zentral-Europa meldeten einen Anteil an Frauen von 10-35% der bestraften (oder überführten) Straftäter. Laut Bericht ist wohl das interessante dabei, dass der Menschenhandel in diesen Ländern der weit höchste Anteil an bestraften kriminellen Aktivitäten von Frauen ausmacht (Seite 47).

Auf Seite 51 wird noch auf die Frage "Warum der Menschenhandel für Zwangsarbeit weniger aufgespührt/entdeckt wird als der Menschenhandel für sexuelle Ausbeutung?" eingegangen. Man zieht den Schluss, die Zwangsprostitution ist dadurch, dass sie an öffentlichen Plätzen stattfindet, durch die Allgemeinheit eher sichtbar. Zwangsarbeit findet stattdessen in Fabriken, Minen, auf Feldern usw. statt, wodurch es unwahrscheinlicher ist aufzufallen. Laut Statistik von 2006 aus 52 Ländern macht die Zwangsarbeit auch im Vergleich nur 18% aus, im Gegensatz zu 79% sexuelle Ausbeutung (und noch 3% andere Formen).


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